{"id":18972,"date":"2026-09-29T13:31:13","date_gmt":"2026-09-29T11:31:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18972"},"modified":"2026-09-29T17:46:41","modified_gmt":"2026-09-29T15:46:41","slug":"nachlese-starship-testflug-ift-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/09\/29\/nachlese-starship-testflug-ift-14\/","title":{"rendered":"Nachlese Starship Testflug IFT-14"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18972\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18972\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Der 14. Starship\u2011Flug wurde gegen&uuml;ber der ersten Ank&uuml;ndigung verk&uuml;rzt. Urspr&uuml;nglich sollte der Flug zehn Stunden dauern. Die Dauer wurde jedoch auf drei Stunden reduziert, was effektiv eineinhalb Orbits entspricht, und das Starship ging n&ouml;rdlich von Hawaii nieder. Wer sich erinnert: Das war die Ank&uuml;ndigung vor dem ersten Teststart. Danach verlegte sich SpaceX jedoch auf suborbitale Starts, die schlie&szlig;lich im Indischen Ozean endeten. Das neue Ziel war aber geplant, sonst w&auml;re dort keine Drohne gewesen, die die Landung filmte.<\/p>\n<p>Neu war auch, dass ein 275 Kilometer hoher Orbit angestrebt wurde. Dieser Orbit ist so niedrig, dass man daf&uuml;r eigentlich keine zwei Z&uuml;ndungen (kein Zweiimpulsman&ouml;ver) ben&ouml;tigt. Zur Sicherheit erfolgte der Brennschluss des Starship zun&auml;chst auf einer suborbitalen Bahn, die erst nach einem Review zirkularisiert wurde.<!--more--><\/p>\n<p>Die letzte Angabe der Bef&uuml;llung bei <strong>T\u20113:44<\/strong> zeigte <strong>98,1 Prozent LNG<\/strong> und <strong>98,9 Prozent LOX<\/strong>; bei der Super Heavy waren es <strong>96,1 \/ 96,2 Prozent<\/strong>. Bei <strong>T\u20112:50<\/strong> sollte die Super Heavy vollst&auml;ndig betankt sein und bei <strong>T\u20112:10<\/strong> das Starship. Man kann daher davon ausgehen, dass die Tanks diesmal <strong>voll gef&uuml;llt<\/strong> waren. Die F&uuml;llung wurde sukzessive seit Start 1 gesteigert.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/2df3b8ea1f2146bbb3a9c3983e88103b\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<p>Bei dem Audiokommentar wurde erl&auml;utert, das Stopppunkte f&uuml;r die erfolgreiche Mission 11 von 13 Triebwerken beim Boostback\/Landung der Superheavy sind und 5 von 6 Triebwerken beim Orbiteinschu&szlig; des Starships.<\/p>\n<p>SpaceX macht bei den Starts ja auch jede Menge Werbung, selbst f&uuml;r v&ouml;llig utopische Projekte wie die KI\u2011Rechenzentren im Orbit. Dazu kommt die Kulisse von jubelnden Angestellten, die noch lauter und ekstatischer jubeln, sobald die Kamera auf die Angestellten gerichtet ist. Darunter f&auml;llt auch Starlink; die neuen Satelliten sollen erheblich leistungsf&auml;higer sein als die derzeit im Einsatz befindlichen.<\/p>\n<p>Da verwundert es, dass es mit Ausnahme von Start und Landung viele Bildaussetzer und Einblendungen von Schaubildern anstelle von Livebildern gibt. Offensichtlich muss das Starship dann die normale Abdeckung nutzen, w&auml;hrend das Starship bei Start und Landung wohl privilegiert ist. Bei Starlink hat SpaceX ja, nachdem die Downloadraten im Mittel auf 50\u201370 Mbit\/s absanken, eine Fair\u2011Use\u2011Politik eingef&uuml;hrt und so das Absinken der Datenrate stabilisiert. Die bei diesem Orbit ausgesetzten Starlink-V3 Satelliten verbessern aber f&uuml;r die meisten Nutzer nichts, denn die Bahnneigung entspricht der bisherigen also 30 Grad und damit liegen Europa und die USA zu weit n&ouml;rdlich. Zudem sind 26 Satelliten bei einer Flotte von &uuml;ber 11.000 gestarteten Satelliten selbst bei zehnfacher Kapazit&auml;t kein Gamechanger.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Ereignisse:<\/h4>\n<ul>\n<li>Bei 1:15 f&auml;llt eines der Superheavy\u2011Triebwerke im zweiten Ring aus.<\/li>\n<li>Beim Boostback z&uuml;ndet ein zweites Triebwerk der Superheavy nicht, ebenfalls in diesem Ring.<\/li>\n<li>Bei der Landung sollte die Sequenz 13 \u2013 8 \u2013 5 Triebwerke lauten. Es z&uuml;ndeten jedoch wieder die zwei Triebwerke, die schon vorher ausgefallen waren, nicht. Danach wurde gleich auf f&uuml;nf Triebwerke umgeschaltet und anschlie&szlig;end auf drei. Diese gingen aus, bevor die Wasseroberfl&auml;che erreicht wurde. Sp&auml;ter wurde best&auml;tigt, dass es eine harte Landung war. Eventuell ging vorher der Treibstoff aus.<\/li>\n<li>Bei 7:17 f&auml;llt beim Starship eines der Vakuum\u2011Raptoren aus.<\/li>\n<li>Das f&uuml;hrte zu Diskussionen, ob man einen Orbit erreichen sollte. Da ein Vakuum\u2011Raptor ausfiel, entschied sich SpaceX, die zweite Z&uuml;ndung mit 19 Sekunden Dauer durchzuf&uuml;hren. Sie erfolgte nach gut 25 Minuten und beschleunigte das Starship um 91,7 m\/s.<\/li>\n<li>Bei 2:12:18 z&uuml;ndet ein Raptor f&uuml;r 8 Sekunden um zu deorbitieren. Es reduziert die Geschwindigkeit um 50 m\/s.<\/li>\n<li>Die Landung verlief nach Plan mit der Sequenz 3 \u2192 2 \u2192 1 Triebwerke, diesmal explodierte das Starship jedoch, nachdem das Starship umfiel.<\/li>\n<li>W&auml;hrend der Aufstiegsphase sieht man sowohl beim Starship als auch bei der Superheavy das Ausgasen in periodischen Abst&auml;nden.<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"western\">Berechnungen<\/h4>\n<p>Da sich die Masse des Starships bei einem 19 Sekunden langen Betrieb eines Raptors kaum &auml;ndert, kann man damit die kleinstm&ouml;gliche Masse berechnen. Aus der 19 Sekunden langen Betriebszeit des einzelnen Raptors \u2013 dieser Betrieb muss mit reduziertem Schub erfolgt sein, denn bei vollem Schub w&uuml;rde, nach Abzug der vier Sekunden f&uuml;r das Hochlaufen und Abschalten, die aktuelle Masse 441 t betragen \u2013 ergibt sich Folgendes:<\/p>\n<p>Das niedrigste Schubniveau betr&auml;gt 40 Prozent. Rechnet man die vier Sekunden beim Hochlaufen und Abschalten mit halbem Schub, betr&auml;gt die aktuelle Masse mindestens 200 t. Das bedeutet bei lediglich 46 t Nutzlast ein Gewicht des Starships von 154 t und damit 34 bis 54 t zu viel. Beim Deobritburn muss der Schub h&ouml;her sein, denn die 50 m\/s Abbremsung werden in nur 8 Sekunden erreicht.<\/p>\n<p>Zuf&auml;lligerweise ergeben 54 t Mehrgewicht plus 46 t genau die 100 t Nutzlast, die versprochen werden. Dies ist jedoch die Mindestmasse; bei jedem h&ouml;heren Schubniveau w&auml;re die Masse gr&ouml;&szlig;er.<\/p>\n<table cellspacing=\"2\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"117\"><\/th>\n<th width=\"64\">Soll IFT-12<\/th>\n<th width=\"68\">Real IFT-12<\/th>\n<th width=\"64\">Soll IFT-13<\/th>\n<th width=\"69\">Real IFT-13<\/th>\n<th width=\"69\">Soll IFT-14<\/th>\n<th width=\"69\">Real IFT-14<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"117\">Brennzeit Superheavy<\/td>\n<td width=\"64\">2:22<\/td>\n<td width=\"68\">2:23<\/td>\n<td width=\"64\">2:18<\/td>\n<td width=\"69\">2:19<\/td>\n<td width=\"69\">2:18<\/td>\n<td width=\"69\">2:22<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"117\">Brennzeit<\/td>\n<td width=\"64\">5:47<\/td>\n<td width=\"68\">6:46<\/td>\n<td width=\"64\">5:47<\/td>\n<td width=\"69\">5:46<\/td>\n<td width=\"69\">5:44<\/td>\n<td width=\"69\">5:56*<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>* Bis suborbitale Bahn erreicht, dies wa aber bei allen Fl&uuml;gen vorher der Standard<\/p>\n<p>Resttreibstoffe: Seit V1 erfasse ich die Resttreibstoffe, vor allem beim Starship. Diesmal ist auff&auml;llig, dass der Treibstoff bei der Landung Null war, weshalb ich meine das diese missgl&uuml;ckt ist.<\/p>\n<table cellspacing=\"2\" cellpadding=\"2\">\n<tbody>\n<tr>\n<th width=\"224\">Parameter<\/th>\n<th width=\"90\"><a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Starship-ITF11.shtml\">IFT-11<\/a><\/th>\n<th width=\"48\">IFT-12<\/th>\n<th width=\"130\">IFT-13<\/th>\n<th width=\"129\">IFT-14<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"224\">Starttreibstoff SS<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"90\">100 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"48\">91,5 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"130\">98,2 % CH4, 98, 9% LOX = 98,75 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"129\">98,1 \/ 98,6 % (T-3:44)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"224\">Resttreibstoff SH nach MECO<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"90\">12,5 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"48\">13,9 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"130\">13,8 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"129\">13,9 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"224\">Resttreibstoff SH nach Boostback<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"90\">3,4 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"48\">&#8211;<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"130\">2,2 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"129\">0 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"224\">Geschwindgkeit SH Meco<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"90\">4738 km\/h<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"48\">5.760 km\/h<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"130\">5.970 km\/h<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"129\">6080 km\/h<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"224\">Starttreibstoff SH<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"90\">93,3 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"48\">96,1 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"130\">97,5 \/ 98,0 (CH4\/LOX) =97,9 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"129\">96,1 \/ 96,2 % (T-3:44)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"224\">Resttreibstoff SS nach Meco<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"90\">4,2 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"48\">3,7 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"130\">4,1 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"129\">2,3 %<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"224\">Masse Resttreibstoff bei 1500 \/ 1.600 t = 100 %<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"90\">63 t<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"48\">59 t<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"130\">65 t<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"129\">36 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"224\">Starship Simulatoren<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"90\">8<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"48\">20 + 2 Mini<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"130\">20<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"129\">26<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Wir sehen eine Verringerung des Resttreibstoffs um knapp zwei Prozent, auch weil die Gravitationsverluste durch zwei Triebwerksausf&auml;lle ansteigen. Dem Verlust von drei&szlig;ig Tonnen Resttreibstoff stehen nur zw&ouml;lf Tonnen Mehrmasse durch die sechs zus&auml;tzlichen Starlink\u2011Satelliten gegen&uuml;ber. Da SpaceX nach den bisherigen Starts immer mit dem Ausfall von mindestens einem Triebwerk in beiden Stufen rechnen muss, denke ich, dass SpaceX die Reserve nicht weiter reduzieren kann. Die rund 46 bis 48 Tonnen Nutzlast d&uuml;rften die realistische Nutzlast des Starship V3 sein.<\/p>\n<p>Ich habe ja schon mehrfach geschrieben, dass physikalisch der angek&uuml;ndigte Sprung von 35 Tonnen bei Starship V2 auf 100 Tonnen bei Starship V3 nur m&ouml;glich ist, wenn das Starship deutlich leichter wird. Ich habe dann auch eine Simulation mit meinem modellierten Starship durchgef&uuml;hrt. Das modellierte Starship ist nicht das reale Starship, da dessen Massenbilanz unbekannt ist, sondern ein Starship auf Basis von IFT\u201112, bei dem die Nutzlast genau der von IFT\u201112 entsprach und die beobachtete Resttreibstoffmenge zur&uuml;ckblieb. Die vier Sekunden l&auml;ngere Brennzeit bei der Superheavy und die zw&ouml;lf Sekunden l&auml;ngere Brennzeit beim Starship bedeuten eine Nutzlasteinbu&szlig;e von rund 1,5 Tonnen. Da SpaceX reklamiert, dass jeweils mindestens ein Triebwerk ausfallen darf, habe ich simuliert, welche Nutzlast das Starship V3 noch h&auml;tte, wenn gleich nach dem Start jeweils ein Triebwerk ausf&auml;llt. Die Einbu&szlig;e ist dramatisch: Nach meinem Modell sinkt die Nutzlast von 59 Tonnen auf 32 Tonnen ab. Noch bedeutsamer ist, dass das Starship nun direkt keine LEO\u2011Bahnen mehr erreicht. Das Perig&auml;um liegt beim direkten Aufstieg immer unter 200 Kilometern H&ouml;he, es m&uuml;ssen also wie bei dieser Mission Zweiimpulsman&ouml;ver geflogen werden. Das d&uuml;rfte auch ein Grund sein, warum es diesmal so lief. Es ist zu schwer: sechs Raptor 3 haben einen um 120 t h&ouml;heren Schub als die Raptoren 2. Aber seit V1 wurde alleine 400 t mehr Treibstoff zugeladen und die Nutzlast stieg um weitere 40 t.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Beurteilung<\/h4>\n<p>Was erneut vorkam, waren die Ausf&auml;lle der Raptoren. Diese sind inzwischen relativ vorhersagbar. Bei <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Starship-ITF10.shtml\">IFT\u201110<\/a> wurde erstmals eine Gesamtzuverl&auml;ssigkeit von mehr als 88 Prozent (88,6 Prozent) erreicht, seitdem schwankt sie zwischen 88,6 und 89,6 Prozent. Bei diesem Flug waren es neun Ausf&auml;lle (&uuml;ber alle Brennphasen gerechnet), mithin 89,7 Prozent Zuverl&auml;ssigkeit. Das f&uuml;hrte zum dritten Verlust einer Superheavy bei der simulierten Landung (die Superheavy w&auml;re ohnehin verloren gegangen, aber die weiche Landung fiel aus). Damit d&uuml;rfte auch beim n&auml;chsten Start kein Einfangen am Startturm erfolgen. Das Ausgehen der Triebwerke kurz vor dem Aufsetzen interpretiere ich als Ausgehen durch Treibstoffmangel. In jedem falle, ist kein Treibstoff mehr nach der Anzeige vorhanden f&uuml;r das langsame Einschweben in den Turm. SpaceX scheint den Verlust in Kauf zu nehmen damit man Starlink-Satelliten transportieren kann. Das weiche Wassern oder sogar das einfangen am Startturm klappte einmal bei V1, V3 ist somit ein R&uuml;ckschritt.<\/p>\n<p>Ebenso gab es bei zwei Fl&uuml;gen nun Ausf&auml;lle der Raptoren des Starships. Die Situation ist die gleiche. Wie aus diesem Flug bekannt ist, m&uuml;ssen alle drei Sealevel\u2011Raptoren arbeiten, damit ein Orbit angestrebt wird. Die Zweiimpuls\u2011Methode liefert die Sicherheit, dass kein Starship im Orbit verbleibt, wenn es Triebwerksausf&auml;lle hat, sondern bei Nichterreichen des Orbits wieder vergl&uuml;ht. Ein unkontrolliertes, &uuml;ber 100 t schweres Starship, das dank Hitzeschutzschild nicht komplett vergl&uuml;ht, w&uuml;rde sicher die FAA auf den Plan rufen.<\/p>\n<p>Bei drei Fl&uuml;gen des V3 gab es zwei Ausf&auml;lle von Triebwerken im Starship, mithin eine Fehlerquote von <sup>2<\/sup>\/<sub>18<\/sub> = <sup>1<\/sup>\/<sub>9<\/sub>. Da es jeweils drei Vakuum\u2011 und drei Meeresh&ouml;hen\u2011Triebwerke gibt, betr&auml;gt das Ausfallrisiko eines Sealevel\u2011Raptors <sup>1<\/sup>\/<sub>18<\/sub>. Alle drei m&uuml;ssen funktionieren, sonst wird kein Orbit angestrebt. Nebenbei braucht man auch drei Triebwerke f&uuml;r die Landung, das ist kritischer als der Orbit- \/ Deorbitburn f&uuml;r die ein Triebwerk ausreicht. Das bedeutet, jeder 18. Start sollte keinen Orbit erreichen, also eine rechnerische Zuverl&auml;ssigkeit von 94,4 Prozent, was f&uuml;r heutige Ma&szlig;st&auml;be extrem schlecht ist. Entsprechend hat man auch zum dritten Mal hintereinander eine Superheavy nicht weich aufsetzen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Besonders schlimm: Der Trend ist nicht ansteigend, was die Zuverl&auml;ssigkeit der Raptoren angeht. <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Starship-ITF6.shtml\">IFT\u20116<\/a> war bisher der einzige Flug, bei dem alle Triebwerksz&uuml;ndungen erfolgten. Sowohl das Starship V1 wie auch V2 erreichten ein unver&auml;nderliches Niveau bei den letzten beiden Fl&uuml;gen. Mal sehen, ob dies bei V3 ebenfalls so wird. Der Hauptgrund d&uuml;rfte wie bei den vergangenen Starts (so bei der Nachlese zu IFT\u201113 verk&uuml;ndet) die Bildung von Eis in den Leitungen sein, die auf einem Designfehler beruht: Um den Anpressdruck aufrechtzuerhalten, leitet SpaceX die Abgase der Vorbrenner zur&uuml;ck in die Tanks. Diese Abgase enthalten Wasserdampf, der bei den kryogenen Temperaturen zu Eis gefriert. Das Eis verstopft dann die Leitung zu den Turbopumpen. Gel&ouml;st hat SpaceX das Problem noch nicht; man baute Filter in die Leitungen ein und installierte am Tankeinlass Diffusoren, die verhindern sollen, dass das Gas auf die kalte Tankwand trifft.<\/p>\n<p>Die Zeit zwischen zwei Starts war mit 66 Tagen sogar noch l&auml;nger als zwischen den ersten beiden Starts von V3. Dabei lief der sp&auml;tere Start etwas besser: Das Starship &uuml;berlebte und die Superheavy landete zwar hart, aber es gab weniger Triebwerksausf&auml;lle als bei <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Starship-ITF12.shtml\">IFT\u201112<\/a>.<\/p>\n<p>Immerhin wurde ein Orbit erreicht und echte Starlink\u2011Satelliten ausgesetzt. 26 St&uuml;ck waren dabei, sechs mehr als beim letzten Mal, was einer Nutzlast von etwa 47 t entspricht. Noch besser als beim letzten Mal erkennt man die d&uuml;nne &Ouml;ffnung der Nutzlastsektion an der Basis. Durch diese &Ouml;ffnung werden die flunderartigen Starlink\u2011Satelliten ausgesto&szlig;en. Das ist eine Speziall&ouml;sung f&uuml;r diese Nutzlast und es scheint so, als h&auml;tte sich SpaceX vom Transport anderer Nutzlasten verabschiedet, f&uuml;r die man die Nutzlastsektion entlang der L&auml;ngsachse &ouml;ffnen m&uuml;sste. Aus Industriekreisen h&ouml;rt man jedoch, dass SpaceX keine Auftr&auml;ge mehr f&uuml;r die Falcon 9 annimmt \u2014 zuerst f&uuml;r Rideshare\u2011Missionen, inzwischen auch f&uuml;r Einzelstarts. Ab Ende 2028\/29 sollen die letzten Starts erfolgen. Kleines Detail am Rand: Im Audiokommentar wurde erl&auml;utert, dass ein Starship\u2011Start mit Starlink\u2011V3\u2011Satelliten eine Kapazit&auml;tserweiterung wie zwanzig Starts der Falcon 9 mit Starlink\u2011V2\u2011Mini\u2011Satelliten entspricht. Da jeder V3\u2011Satellit die zehnfache Kapazit&auml;t eines Starlink\u2011V2\u2011Mini\u2011Satelliten hat und die Falcon 9 davon 23 bis 28 St&uuml;ck transportiert, bedeutet das, dass die Nutzlast des Starships momentan nur der doppelten Nutzlast der Falcon 9 entspricht (20 \/ 10 = 2). Das liegt weit entfernt von den hundert Tonnen versprochener Nutzlast.<\/p>\n<p>Warum die Mission von zehn auf drei Stunden verk&uuml;rzt wurde, bleibt offen. Rein technisch w&auml;re der fr&uuml;heste Zeitpunkt, um zum Startturm zur&uuml;ckzukehren, zw&ouml;lf Stunden. Ich vermute, SpaceX ist auf Nummer sicher gegangen, denn nat&uuml;rlich verdampft in dieser Zeit Treibstoff.<\/p>\n<p>Ich bin ehrlich gespannt, wie SpaceX das Starship im Mechzilla einfangen will. Die Superheavy hat dazu vier Grid\u2011Fins, die bei diesem Start schon kurz nach dem Abheben ausgefahren waren \u2013 trotz des h&ouml;heren Luftwiderstands. Das Starship hat nichts Vergleichbares, und die Fl&uuml;gel oben sind nicht starr, sondern dienen der Steuerung beim atmosph&auml;rischen Eintritt. Das Einfangen wird man sicher nicht mit dicken Fl&uuml;geln durchf&uuml;hren, die eine h&auml;ngende Last von derzeit 150 bis 200 t aushalten m&uuml;ssten.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Fazit<\/h4>\n<p>In der Summe finde ich, dass dieser Flug noch weniger gegl&uuml;ckt ist als der letzte. Die Superheavy ging verloren, es gab mehr Triebwerksausf&auml;lle in der Superheavy als beim letzten Mal, und der Resttreibstoff der Superheavy ging aus. Das hei&szlig;t, in Zukunft wird SpaceX die Nutzlast wohl reduzieren m&uuml;ssen, wenn die Superheavy geborgen werden soll.<\/p>\n<p>Das Starship hatte erneut einen Triebwerksausfall, das Starship explodierte wie bisher bei der Landung. Immerhin scheint es weniger Besch&auml;digungen des Hitzeschutzschildes gegeben zu haben. Aber auch beim Starship war der Resttreibstoff kleiner als beim letzten Mal. Ich w&uuml;rde aus beiden Gr&uuml;nden vermuten, dass der n&auml;chste Flug mit weniger Starlink\u2011Satelliten stattfinden wird.<\/p>\n<p>Mit der Verk&uuml;rzung der Missionsdauer von zehn auf drei Stunden hat SpaceX zwar einen Orbit erreicht, aber es ist wieder nur ein Minischritt. Zw&ouml;lf Stunden w&auml;ren die Minimaldauer f&uuml;r eine Mission, wenn das Starship wieder am Startort landen soll. Das wurde nicht erreicht; ich vermute, die Verdampfungsraten sind zu hoch. Nach einer Simulation verliert das Starship rund 4,6 Tonnen Treibstoff pro Tag. Wenn nahezu kein Resttreibstoff vorhanden ist, ist das durchaus keine vernachl&auml;ssigbare Gr&ouml;&szlig;e.<\/p>\n<p>Mal sehen, was der n&auml;chste Flug bringt. Ich vermute eine verl&auml;ngerte Missionsdauer aber weniger Satelliten. Bisher sehe ich auch nicht, wie SpaceX das Starship einfangen will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18972\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18972\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Der 14. Starship\u2011Flug wurde gegen&uuml;ber der ersten Ank&uuml;ndigung verk&uuml;rzt. Urspr&uuml;nglich sollte der Flug zehn Stunden dauern. Die Dauer wurde jedoch auf drei Stunden reduziert, was effektiv eineinhalb Orbits entspricht, und das Starship ging n&ouml;rdlich von Hawaii nieder. Wer sich erinnert: Das war die Ank&uuml;ndigung vor dem ersten Teststart. Danach verlegte sich SpaceX jedoch auf suborbitale [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[4106],"tags":[5448,5390],"class_list":["post-18972","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-spacex","tag-ift-14","tag-starship-v3","entry"],"a3_pvc":{"activated":true,"total_views":371,"today_views":139},"jetpack-related-posts":[{"id":18432,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2025\/10\/08\/vor-dem-starship-teststart-ift-11\/","url_meta":{"origin":18972,"position":0},"title":"Vor dem Starship-Teststart  IFT-11","author":"Bernd Leitenberger","date":"08.10.2025","format":false,"excerpt":"Am 13.ten Oktober plant Space den n\u00e4chsten Start eines Starships, den elften insgesamt und den letzten eines Starship V2, von dem wie vom Starship V1 sechs St\u00fcck gebaut wurden, eines wurde aber schon vor dem Start am 18. 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