{"id":18981,"date":"2026-10-03T11:20:00","date_gmt":"2026-10-03T09:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18981"},"modified":"2026-10-01T11:20:13","modified_gmt":"2026-10-01T09:20:13","slug":"die-glorreichen-zehn-die-fuenf-schlechtesten-intelx86prozessoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/10\/03\/die-glorreichen-zehn-die-fuenf-schlechtesten-intelx86prozessoren\/","title":{"rendered":"Die glorreichen zehn \u2013 die f&uuml;nf schlechtesten Intel\u2011x86\u2011Prozessoren"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18981\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18981\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Die x86\u2011Linie besteht jetzt seit nahezu f&uuml;nfzig Jahren, und sie lebt immer noch. Das ist au&szlig;ergew&ouml;hnlich. Alle Prozessorlinien, die es zur selben Zeit gab, wurden l&auml;ngst eingestellt oder spielen nur noch in Nischenanwendungen eine Rolle (die Z80\u2011Linie lebt noch genauso wie die 6502\u2011Linie). Motorola hat sogar zwei Konkurrenzlinien eingestellt \u2013 erst die MC68K\u2011Linie und dann die Power\u2011PC\u2011Linie, die gemeinsam mit Apple und IBM entwickelt wurde (IBM h&auml;lt noch an dem Power PC fest, aber die Prozessoren werden nur noch in eigenen Gro&szlig;computern verbaut).<\/p>\n<p>Ich habe mir &uuml;berlegt, welche Prozessoren in der ganzen Zeit herausragend waren und welche nicht. Da ich nicht zehn jeder Sorte zusammenbekam, teile ich diese Folge in zwei Teile auf \u2013 die f&uuml;nf schlechtesten und die f&uuml;nf besten x86\u2011Prozessoren, wobei ich, weil der 8086 vom 8080 abstammt und dieser wiederum ein Nachfolger des 8008 war, bei diesem anfange.<\/p>\n<p>Intel arbeitete schon damals mit einer Strategie, die seit zwanzig Jahren \u201eTick\u2011Tock\u201c hei&szlig;t: Sie f&uuml;hren in einem Schritt deutliche Architekturverbesserungen ein und in einem zweiten Schritt verbessern sie diese, lange Zeit immer verbunden mit einem Wechsel der Lithografiemethode zu kleineren Ma&szlig;st&auml;ben. Nach dem ersten Prozessor<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/4004.shtml\"> 4004 folgte der verbesserte 4040<\/a>, auf den 8008 als ersten 8-Bit-Prozessor der verbesserte 8080, auf den 8086 dann der 80186. Danach wurde das System aufgegeben bis zur Einf&uuml;hrung der Core-Architektur.<\/p>\n<p>Also zuerst die f&uuml;nf schlechtesten Prozessoren, die Reihenfolge ist chronologisch.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Intel 8008<\/strong><\/p>\n<p>Wie der Intel 4004 war auch der 8008 eine Auftragsarbeit. Die Firma CTC ben&ouml;tigte f&uuml;r ein Bildschirmterminal einen 8\u2011Bit\u2011Prozessor. Ein Terminal sieht aus wie ein Heimcomputer oder PC, hat aber nur die Aufgabe, die Eingaben und Ausgaben auf einem Monitor auszugeben. Die Eingaben &uuml;ber die Tastatur schickt das Terminal &uuml;ber eine Telefonleitung zu einem Gro&szlig;rechner, und dessen Ergebnisse gibt es aus. Intel konstruierte einen Prozessor f&uuml;r diese Aufgabe, aber der Auftrag wurde dann gestrichen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/8008.shtml\">Der 8008<\/a> war ein echt schlechter Prozessor. Das lag an mehreren Punkten:<\/p>\n<ul>\n<li>Intel hatte das Vier\u2011Bit\u2011Design des 4004, der wenige Monate vorher erschien, einfach auf Acht Bit aufgeblasen. So fehlten viele Befehle, die man f&uuml;r eine universelle Programmierung brauchte, weil der Prozessor ja nur Zeichen ein\u2011 und ausgeben sollte. Der Stack war zum Beispiel intern und nur acht Adressen breit, ebenso gab es nur acht Ausgabeports, die fest lagen.<\/li>\n<li>Das Geh&auml;use hatte nur achtzehn Pins \u2013 viel zu wenig. Alleine f&uuml;r alle Adressleitungen und Datenleitungen h&auml;tte man vierundzwanzig Pins ben&ouml;tigt. So waren die Datenleitungen gemultiplext, also hatten je nach angelegten Steuersignalen unterschiedliche Bedeutung als Daten\u2011 oder Adressleitungen.<\/li>\n<li>Dazu kam, dass der Takt sehr niedrig war \u2013 er betrug nur 0,5 MHz. Es gab Bem&uuml;hungen, ein Computersystem auf Basis des 8008 zu konstruieren, aber das war aufwendig, und trotzdem war es sehr langsam. Der Chip erreichte nur 0,05 MIPS.<\/li>\n<\/ul>\n<h4 class=\"western\">8085<\/h4>\n<p>Der 8085 war ein kleines Upgrade zum 8080. Der 8080 war eigentlich kein kompletter Mikroprozessor. Er ben&ouml;tigte mindestens zwei Zusatzbausteine: den Taktgenerator 8224, da er einen komplexen Takt hatte, den ein einfacher Quarzkristall nicht erzeugen konnte, und den Buskontroller 8228 f&uuml;r die Kontrolle des Busses, da Steuerbus und Datenbus gemultiplext waren. Daneben brauchte der 8080 drei Versorgungsspannungen. Zudem konnte der 8080 nicht die Refreshsignale f&uuml;r dynamische RAM generieren. Diese Mankos wurden beim 8085 beseitigt, zudem f&uuml;hrte der 8085 neue Interruptmodi ein, die es erstmals erlaubten, einen Interrupt nicht zuzulassen und zu maskieren, also festzustellen, welche Quelle ihn ausgel&ouml;st hat.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/8085.shtml\">Der 8085<\/a> war ein Update des 8080, so wie es auch andere Prozessoren hatten. So waren der MC6802 und der 6809 Updates des Motorola 6800, und auch beim 6502 gab es weiterentwickelte Versionen. Der 8085 w&auml;re wohl erfolgreich gewesen, wenn nicht drei Monate nach seiner Markteinf&uuml;hrung der Z80 erschienen w&auml;re.<\/p>\n<p>Der Z80 bot die gleichen Verbesserungen, erzeugte zudem die Refreshsignale f&uuml;r dynamische RAM \u2013 das konnte auch der 8085 noch nicht. Vor allem aber hatte Zilog den Befehlssatz enorm erweitert. Es gab einen zweiten Registersatz, zwei weitere Indexregister und viele neue Befehle. Daneben wurden die beiden Register BC und DE auch zu vollwertigen Sechzehn\u2011Bit\u2011Registern; beim 8080 war nur das HL\u2011Register als Sechzehn\u2011Bit\u2011Register vorgesehen. Im Vergleich zum Z80 war der 8085 einfach unterlegen. Das Rennen war praktisch von Anfang an entschieden.<\/p>\n<p>Ich habe ja erst die Zeit ab 1982 miterlebt, der 8085 erschien schon 1976. Aber ich habe die alten Ausgaben von \u201eByte\u201c, das 1975 erstmals erschien, durchgesehen, und da findet man ab Ende 1976 die ersten Anzeigen mit Computern auf Basis des Z80, aber nirgendwo eine Erw&auml;hnung des 8085.<\/p>\n<h4 class=\"western\">8086<\/h4>\n<p>Ja, was Bernd, den Urvater der x86\u2011Linie, f&uuml;hrst du bei den schlechten Prozessoren auf \u2013 das geht doch nicht! Doch, denn wenn man es technisch betrachtet, ist es ein beschissener Prozessor. Dazu muss ich aber die Geschichte bem&uuml;hen. Intel hatte Lehren aus dem Verlust der Marktdominanz des 8080 gezogen und plante einen gro&szlig;en Wurf. Sie wollten gar nicht erst in eine Konkurrenz im 16\u2011Bit\u2011Markt einsteigen und gleich einen 32\u2011Bit\u2011Prozessor designen. Doch dieser Sprung erwies sich als ein gro&szlig;er Schritt, und es war schon bald nach Projektbeginn klar, dass dieser Prozessor erst in einigen Jahren fertig sein w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Dann bekam Intel aber doch Angst, die Konkurrenz w&uuml;rde vorher mit ihren 16\u2011Bittern Standards setzen. Es erschienen 1979 drei Sechzehn\u2011Bit\u2011Prozessoren der Konkurrenz: der National NS16032, der Zilog Z8000 und der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/x86-mc68k.shtml\">Motorola 68000<\/a>. Also galt es, schnell einen \u201eL&uuml;ckenf&uuml;ller\u201c auf den Markt zu bringen. Um die Kunden bei der Stange zu halten, entschied man sich f&uuml;r eine fatale Architektur: Man &uuml;bernahm die interne Architektur des 8080 und erweiterte sie. So gab es dieselben Register mit Spezialaufgaben, 8\u2011Bit\u2011weise adressierbar &uuml;ber High\u2011 und Low\u2011Byte. Die Kompatibilit&auml;t ging so weit, dass ein Programm ein 8080\u2011Assemblerprogramm in 8086\u2011Maschinencode &uuml;bersetzen konnte. Das verkaufte man als Vorteil: Ihr kompiliert eure alten Programme neu, und sie laufen auf dem neuen Sechzehn\u2011Bit\u2011Prozessor! Die ersten Anwendungen f&uuml;r DOS waren solche Cross\u2011Compile\u2011Programme, allerdings mit enormen Nachteilen, meist unn&ouml;tig langsam, denn die neuen Befehle des 8086, zum Beispiel f&uuml;r Hardware\u2011Multiplikation und Division, wurden nicht genutzt. Vor allem aber nahmen die 16\u2011Bit\u2011Register eben nur 16\u2011Bit\u2011breite Adressen auf, und so war der Adressbereich auf 64 KB beschr&auml;nkt.<\/p>\n<p>Intel merkte, dass dies zu wenig war. Die Konkurrenz bot einen linear adressierbaren Adressbereich von 8 bis 16 MB an. Das Einfachste w&auml;re es gewesen, jedes Register auf 24 Bit zu erweitern. Doch das tat man nicht. Stattdessen f&uuml;hrte man Segmentregister ein. Diese wurden aber nicht einfach auf die obersten Bits des Adressbusses gelegt, sondern kompliziert mit der Adresse in den Sechzehn\u2011Bit\u2011Registern verrechnet.<\/p>\n<p>So waren nur ein MB adressierbar \u2013 das erschien bei der Markteinf&uuml;hrung 1978 genug. Aber das war nicht das Hauptmanko. Das Manko war, dass alle Strukturen auf maximal 64 KB beschr&auml;nkt waren. F&uuml;r Code war das meist kein Problem, weil ein einzelnes Unterprogramm nie gr&ouml;&szlig;er als 64 KB war, aber ein Array, das zum Beispiel den Text aufnimmt, war eben auch auf 64 KB beschr&auml;nkt. Diese Grenzen gab es in Anwendungen noch ziemlich lange. Der Editor von Windows (notepad.exe) konnte zum Beispiel bis Windows ME nur maximal 64 KB gro&szlig;e Texte verarbeiten. Und zu Zeiten von Windows ME hatten Rechner schon typisch 64 MB Speicher \u2026<\/p>\n<p>Der Intel 8086 w&auml;re wohl l&auml;ngst vergessen worden wie andere verkorkste Designs, zum Beispiel der erste 16\u2011Bit\u2011Prozessor <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/TI994a-intern.shtml\">TMS9900<\/a>, w&auml;re nicht IBM 1980 auf der Suche nach einem Prozessor f&uuml;r ihren IBM PC gewesen. F&uuml;r IBM war der Prozessor n&auml;mlich ideal. Der IBM PC sollte besser als die eingef&uuml;hrten Acht\u2011Bitter sein, also musste er einen Sechzehn\u2011Bit\u2011Prozessor haben, aber er sollte nicht den gr&ouml;&szlig;eren Rechnern von IBM Konkurrenz machen. Der Motorola MC68000, der auch evaluiert wurde, spielte zum Beispiel in dieser Liga; die ersten Workstations von Sun und SGI nutzten den Motorola\u2011Prozessor. Damit der PC auch <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/ibmpc-68000-8088.shtml\">ja nicht zu schnell war<\/a>, beschr&auml;nkte man den Takt auf 4,77 MHz (Normaltakt: 8 MHz) und setzte die Version 8088 mit Acht\u2011Bit\u2011Datenbus ein, die vierzig Prozent langsamer war. Kaum zu glauben, dass diese Kr&uuml;cke den Standard f&uuml;r die folgenden Jahrzehnte setzen sollte.<\/p>\n<p>Der 32 Bit Nachfolger, angek&uuml;ndigt als Intel 8800, dann erschienen unter dem Namen <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/iAPX432.shtml\">iAPX 432<\/a>, erwies sich &uuml;brigens als absolute Flop.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Pentium Pro<\/h4>\n<p>Der Pentium Pro ist ein Beispiel daf&uuml;r, wie ein gutes Design auch ein echter Flop sein kann. Der Pentium war der erste superskalare Prozessor von Intel, also ein Prozessor, der mehr als einen Befehl zu einem Zeitpunkt ausf&uuml;hren kann. Intel bemerkte, dass der CISC\u2011Befehlssatz, der seit dem 8086 immer wieder erweitert wurde, sich f&uuml;r eine weitere Parallelisierung nicht eignete. Die Befehle waren zu komplex, es gab zu viele Abh&auml;ngigkeiten.<\/p>\n<p>Intel brach bei diesem Prozessor mit dem alten Befehlssatz, aber nicht, indem sie ihn abschafften oder durch einen neuen, besser zu verarbeitenden Befehlssatz ersetzten. Sie bauten in den Prozessor eine &Uuml;bersetzungseinheit ein. Diese zerlegte die x86\u2011Anweisungen in mehrere, elementare und schneller ausf&uuml;hrbare RISC\u2011Operationen, die Mikro\u2011Ops genannt wurden. Diese waren viel besser parallelisierbar als die alten CISC\u2011Anweisungen. Bis heute ist das so geblieben.<\/p>\n<p>Mit diesem Prozessor mischte Intel auch erstmals im Gesch&auml;ft bei den Supercomputern mit, und Rechner mit dem <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pentium-pro.shtml\">Pentium Pro<\/a> waren einige Jahre lang die schnellsten Rechner weltweit. Warum wurde er dann ein Flop? Nun, er verkaufte sich bei den PCs &auml;u&szlig;erst schlecht. Daran war eine Designentscheidung schuld. Schon seit dem 80386 waren die Prozessoren schneller als die RAM\u2011Bausteine. Caches puffern Daten und Code aus dem RAM ab. Caches sind sehr schnelle statische RAMs. Der Pentium Pro hatte einen besonders gro&szlig;en, schnellen Cache. Dieser passte nicht auf den Prozessor und war zusammen mit dem Prozessor auf einer Chipfassung untergebracht. Das verteuerte den Prozessor enorm, und noch schlimmer: Der Cache war auch der Teil, der die Geschwindigkeit begrenzte. Man konnte die Taktfrequenz nur langsam steigern.<\/p>\n<p>Im PC\u2011Bereich war aber etwas anderes am Misserfolg schuld. Mit dem 80386 wurde aus dem 16\u2011bit\u2011Prozessor ein 32\u2011bit\u2011Prozessor. Das war 1985, der Pentium Pro erschien zehn Jahre sp&auml;ter. Man k&ouml;nnte meinen, das w&auml;re genug Zeit, die Software auf diese neue Architektur anzupassen. Schon damals lief auf den meisten Rechnern Windows. Microsoft brachte im selben Jahr Windows 95 heraus. Es wurde als 32\u2011bit\u2011Betriebssystem beworben, war intern aber nur ein 16\u2011bit\u2011Windows mit einer neuen Oberfl&auml;che.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Pentium 4<\/h4>\n<p>Auf den Pentium Pro folgten der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pentium-ii.shtml\">Pentium II und der Pentium III<\/a>, beides Architekturerweiterungen. Dann befand Intel, dass eine neue Architektur n&ouml;tig war. Mittlerweile hatte sich auch die Marktsituation ge&auml;ndert. Als IBM den 8088 w&auml;hlte, stellte IBM Bedingungen: Intel musste den Prozessor lizenzieren, so fertigten Firmen wie Harris, Siemens oder AMD den Prozessor in Lizenz. Intel wollte das nicht, musste es aber hinnehmen. Mit der sinkenden Marktmacht von IBM konnte IBM aber immer weniger Druck aus&uuml;ben, und mit jeder Generation gab es weniger lizenzierte Fertiger. Beim 80486 gab es gar keine mehr, und AMD musste schon bei der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/80386.shtml\">80386\u2011Generation<\/a> vor Gericht erstreiten, dass sie ihren AMD\u2011386\u2011Prozessor verkaufen durften.<\/p>\n<p>Danach musste AMD eigene Prozessoren designen und konnte nicht mehr die von Intel klonen. Lange Zeit hinkten sie Intel immer hinterher, das &auml;nderte sich mit der Einf&uuml;hrung des Athlon. AMD hatte das Hardware\u2011Designteam des Alpha\u2011Prozessors von DEC gewonnen, als die Firma von Compaq geschluckt wurde. Der Athlon hatte mehr parallel arbeitende Einheiten als Intels Pentium II\/III. Er war schneller als diese Prozessoren.<\/p>\n<p>Intels Antwort war die Netburst\u2011Architektur des Pentium 4. Sie war auf eine hohe Taktfrequenz optimiert worden, daf&uuml;r hatte der Pentium 4 weniger parallel arbeitende Einheiten als der Athlon. In Demos zeigte Intel mit fl&uuml;ssigem Stickstoff gek&uuml;hlte <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pentium-4.shtml\">Pentium\u20114\u2011Prozessoren<\/a>, die mit 10 GHz Takt arbeiteten. Und zuerst sah es auch gut aus: In nur einem Jahr stieg die Spitzentaktfrequenz des Pentium 4 von 1,4 auf 3 GHz. Dann war aber die Fahnenstange erreicht. Von nun an ging es nur noch in kleinen Schritten aufw&auml;rts, und bei 3,83 GHz war das Ende der Fahnenstange erreicht.<\/p>\n<p>Die Netburst\u2011Architektur war mit einem immer st&auml;rkeren Anstieg der Abw&auml;rme verbunden. PC\u2011L&uuml;fter wurden immer gr&ouml;&szlig;er, und als sie ein gewisses Gewicht erreichten, war Schluss. Mehr Gewicht konnte die Platine nicht halten, die bei Desktop\u2011PCs ja senkrecht steht. Und Wasserk&uuml;hlung, wie bei Servern, kam f&uuml;r die Allgemeinheit nicht in Frage. AMD &uuml;berholte Intel mit dem Athlon nicht nur bei der Geschwindigkeit, AMD gewann auch immer mehr Marktanteile hinzu, bis Intel die Rei&szlig;leine zog \u2013 dazu im n&auml;chsten Teil mehr.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/2d5dd6c4984540a3ab5d9abe4274552f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18981\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18981\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Die x86\u2011Linie besteht jetzt seit nahezu f&uuml;nfzig Jahren, und sie lebt immer noch. 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