{"id":18983,"date":"2026-10-05T11:26:26","date_gmt":"2026-10-05T09:26:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=18983"},"modified":"2026-10-01T11:30:07","modified_gmt":"2026-10-01T09:30:07","slug":"die-glorreichen-10-die-fuenf-besten-x86-prozessoren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/10\/05\/die-glorreichen-10-die-fuenf-besten-x86-prozessoren\/","title":{"rendered":"Die glorreichen 10 &#8211; die f&uuml;nf besten x86 Prozessoren"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18983\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18983\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Die x86\u2011Linie besteht jetzt seit nahezu f&uuml;nfzig Jahren, und sie lebt immer noch. Das ist au&szlig;ergew&ouml;hnlich. Alle Prozessorlinien, die es zur selben Zeit gab, wurden l&auml;ngst eingestellt oder spielen nur noch in Nischenanwendungen eine Rolle (die Z80\u2011Linie lebt noch genauso wie die 6502\u2011Linie). Motorola hat sogar zwei Konkurrenzlinien eingestellt \u2013 erst die MC68K\u2011Linie und dann die Power\u2011PC\u2011Linie, die gemeinsam mit Apple und IBM entwickelt wurde (IBM h&auml;lt noch an dem Power PC fest, aber die Prozessoren werden nur noch in eigenen Gro&szlig;computern verbaut).<\/p>\n<p>Ich habe mir &uuml;berlegt, welche Prozessoren in der ganzen Zeit herausragend waren und welche nicht. Da ich nicht zehn jeder Sorte zusammenbekam, teile ich diese Folge in zwei Teile auf \u2013 die f&uuml;nf schlechtesten und die f&uuml;nf besten x86\u2011Prozessoren, wobei ich, weil der 8086 vom 8080 abstammt und dieser wiederum ein Nachfolger des 8008 war, bei diesem anfange.<\/p>\n<p>Intel arbeitete schon damals mit einer Strategie, die seit zwanzig Jahren \u201eTick\u2011Tock\u201c hei&szlig;t: Sie f&uuml;hren in einem Schritt deutliche Architekturverbesserungen ein und in einem zweiten Schritt verbessern sie diese, lange Zeit immer verbunden mit einem Wechsel der Lithografiemethode zu kleineren Ma&szlig;st&auml;ben. Nach dem ersten Prozessor<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/4004.shtml\"> 4004 folgte der verbesserte 4040<\/a>, auf den 8008 als ersten 8-Bit-Prozessor der verbesserte 8080, auf den 8086 dann der 80186. Danach wurde das System aufgegeben bis zur Einf&uuml;hrung der Core-Architektur.<\/p>\n<p>Es folgten schon vorgestern <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/10\/03\/die-glorreichen-zehn-die-fuenf-schlechtesten-intelx86prozessoren\/\">die f&uuml;nf schlechtesten Prozessoren<\/a>, nun die meiner Meinung nach f&uuml;nf besten Mitglieder der Reihe oder eher die mit den besten technologischen Spr&uuml;ngen. Die Reihenfolge ist chronologisch.<!--more--><\/p>\n<h4 class=\"western\">8080<\/h4>\n<p>Mit dem <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/8080.shtml\">Intel 8080<\/a> begann die PC\u2011Revolution. Intel war als Erstes auf dem Markt, und der 8080 steckte in den ersten PCs. Gegen&uuml;ber seinem Vorg&auml;nger war der 8080 deutlich verbessert worden. So war er sechsmal so schnell, bei einem h&ouml;heren Takt von 2 MHz bei der Einf&uuml;hrung. Der 8080 hatte mehr Register als seine Konkurrenten 6800 und 6502, und er hatte sogar die M&ouml;glichkeit, f&uuml;r einige Operationen zwei Acht\u2011Bit\u2011Register als ein 16\u2011bit\u2011Register zusammenzufassen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/182a42b340cc44d69bc2f7ffde81f8bb\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nIm Prinzip h&auml;tte Intel den Markt sogar noch mehr dominieren k&ouml;nnen, w&auml;ren sie nicht zu habgierig gewesen. Der Einf&uuml;hrungspreis des Chips lag anfangs bei 375 US\u2011Dollar. Inflationsbereinigt w&auml;ren das &uuml;ber 2000 Euro im Wert von 2026. Das war so teuer, dass selbst ein einfacher PC unerschwinglich war. H&auml;tte <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/roberts.shtml\">Ed Roberts<\/a>, der den Altair konstruierte, nicht einen dicken Rabatt ausgehandelt, h&auml;tte er den <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/altair8800.shtml\">Altair<\/a> nicht f&uuml;r 399 Dollar anbieten k&ouml;nnen. Erstaunlicherweise dachte man bei Motorola genauso: Ihr 6800 Prozessor erschien kurz darauf, so war er nicht die Konkurrenz, die er h&auml;tte sein k&ouml;nnen. Die wurde erst der 6502, der ein Jahr sp&auml;ter erschien. Ein Jahr, in dem Intel lieber viel Geld mit wenigen Prozessoren verdiente, anstatt daf&uuml;r zu sorgen, dass die Prozessoren breit eingesetzt wurden und so den Standard setzten und die Firma dann den Gewinn &uuml;ber die St&uuml;ckzahl machte.<\/p>\n<p>Nach Erscheinen des 6502 senkte Intel den Preis des 8080, doch es war zu sp&auml;t. Viele Rechner der sp&auml;ten Siebziger bis fr&uuml;hen Achtziger nutzten den 6502, so Apple, Atari und nat&uuml;rlich Commodore (Commodore hatte den Hersteller MOS\u2011Technology &uuml;bernommen). Als dann kurz darauf der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/z80.shtml\">Z80<\/a> erschien \u2013 leistungsf&auml;higer, aber kompatibel \u2013 brach der Absatz des 8080 ganz ein. Aber wer wei&szlig;, wie die PC\u2011Revolution verlaufen w&auml;re, h&auml;tte Intel nicht Ed Roberts einen Sonderpreis von 125 Dollar pro Prozessor einger&auml;umt, sondern auf den regul&auml;ren Preis bestanden. Ob der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/MITS-Altair.shtml\">Altair<\/a> dann auch so erfolgreich gewesen w&auml;re? Er w&auml;re schlussendlich mindestens doppelt so teuer gewesen. Die meisten Altair\u2011Besitzer kauften ja schon das Kit, bei dem sie alle Teile selbst zusammenl&ouml;ten mussten, weil es billiger als das fertige Ger&auml;t war.<\/p>\n<h4 class=\"western\">80386<\/h4>\n<p>Am Nachfolger des <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/80286.shtml\">80286<\/a> scheiden sich die Geister. Meiner pers&ouml;nlichen Meinung nach war er ein schnellerer Nachfolger des 8086. Im Mittel bei gleichem Takt rund doppelt so schnell, weil durch eine Pipeline die Befehle viel weniger Taktzyklen brauchten. Bill Gates bezeichnete ihn dagegen als \u201eBrainfuck\u201c und versuchte vergeblich, IBM zu &uuml;berzeugen, dass man bei der Programmierung von <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/OS-2.shtml\">OS\/2<\/a> den Prozessor &uuml;berspringt und gleich zum 386\u2011er &uuml;bergeht. Dieses unterschiedliche Urteil liegt an der Nutzung: DOS nutzte nur den 1\u2011MB\u2011Adressraum des <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/8086.shtml\">8086<\/a>, segmentiert. Da war der 80286 einfach nur ein schneller 8086, zudem h&ouml;her getaktet. Es gab einen neuen Modus, mit dem der 80286 endlich auch 16 MB Adressraum wie seine Konkurrenten bot. Intel hatte aber vergessen, eine R&uuml;ckkehr in den 8086\u2011Modus einzuf&uuml;hren. Das Problem: Die Programmierer des Betriebssystems arbeiteten im 8086\u2011Modus und konnten so ihren Code praktisch nicht debuggen.<\/p>\n<p>Was hat das mit dem 80386 zu tun? Nun, Intel hat daraus gelernt und einen virtuellen 8086\u2011Modus eingef&uuml;hrt. In diesem konnte der 80386 beliebig viele 16\u2011bit\u2011Programme, jedes mit einem eigenen Adressraum und abgeschottet von den anderen Programmen, ausf&uuml;hren. Das wurde zum Erfolgskonzept f&uuml;r Windows. Windows startete als Oberfl&auml;che unter DOS, bis Windows 95 musste man es zum Beispiel vom DOS aus starten, der Computer bootete nicht gleich zu Windows. DOS\u2011Programme waren weit verbreitet, aber bis Windows 3 liefen sie nur instabil unter Windows, hatten wenig Speicher zur Verf&uuml;gung und konnten beim Absturz auch Windows mit abst&uuml;rzen lassen.<\/p>\n<p>M&ouml;glich wurde dies, weil der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/80386.shtml\">80386<\/a> ein 32\u2011bit\u2011Prozessor war. Intel hatte einfach alle Register auf 32\u2011bit erweitert. So konnte der Prozessor nun 4 GB adressieren. Es dauerte bis 2005, bis durchschnittliche PCs mit dieser Grenze nicht mehr auskamen. Die ersten 386\u2011PC hatten aber weniger Speicher, meist 4 MB. Dann konnte der Prozessor ein weiteres Feature nutzen: virtuelle Adressen. Er hatte intern eine Tabelle, in der er vermerkte, welche Adresse im virtuellen Adressraum in eine logische Adresse, also physikalisch vorhandenen Arbeitsspeicher, umgesetzt wurde. Nur so wurde der virtuelle 8086\u2011Modus m&ouml;glich. Dieses Feature brauchen alle Multitasking\u2011Betriebssysteme, weil sie so jedem Task, der l&auml;uft, vorgaukeln k&ouml;nnen, er h&auml;tte den ganzen Arbeitsspeicher zur Verf&uuml;gung. Wenn dieser fehlt, lagert das Betriebssystem selten benutzte Speicherbereiche auf die Festplatte aus.<\/p>\n<p>Der 80386\u2011Befehlssatz war der Standard f&uuml;r die n&auml;chsten zwanzig Jahre. Der heutige 64\u2011bit\u2011Befehlssatz stammt &uuml;brigens nicht von Intel, sondern von AMD. Intel hatte einen eigenen Befehlssatz designt, er fand aber wenig Anklang bei den Softwareherstellern. AMD tat dagegen einfach das Gleiche wie beim Sprung auf 32\u2011bit: AMD erweiterte einfach die Register auf 64\u2011bit, und das kam viel besser an.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Pentium<\/h4>\n<p>Intel hat in der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/intel-prozessorarchitekturevolution.shtml\">Prozessorentwicklung<\/a> nach und nach Konzepte aufgegriffen, die schon Jahrzehnte vorher in Gro&szlig;rechnern eingesetzt wurden, so: Pipeline (80286) Caches und virtuelle Adressierung (80386)<\/p>\n<p>Mit dem Pentium wurde die x86\u2011Architektur superskalar. Unter diesem Begriff versteht man, dass ein Prozessor mehrere Befehle parallel verarbeitet. Einen Prozessor kann man in einzelne Teilbereiche unterteilen, und der Pentium hatte zum ersten Mal eine Einheit doppelt, n&auml;mlich die f&uuml;r Ganzzahlberechnungen. Bei arithmetischen und logischen Operationen konnte der Pentium dann gleichzeitig zwei Befehle ausf&uuml;hren.<\/p>\n<p>Die Verdopplung klingt nach einer einfachen Ma&szlig;nahme, hat es aber in sich. Damit man die beiden Einheiten voll auslasten kann, muss man Befehle umsortieren. Es ist ja nicht immer gesagt, dass die arithmetischen Instruktionen direkt hintereinander im Quelltext stehen. Das konnte der Pentium noch nicht. Dieses Feature, \u201e<a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/paralelles-rechnen.shtml\">Out\u2011of\u2011Order\u2011Execution<\/a>\u201c, f&uuml;hrte erst der Nachfolger <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pentium-pro.shtml\">Pentium Pro<\/a> ein, dessen grundlegende Architektur bis heute immer weiter ausgebaut wurde.<\/p>\n<p>Damals machte aber der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/pentium-prozessor.shtml\">Pentium<\/a> zuerst nur negative Schlagzeilen. Wie sein Nachfolger, der Pentium Pro, war er auf den 1985 eingef&uuml;hrten 32\u2011bit\u2011Befehlssatz optimiert. Benchmarks, die damals unter DOS liefen, zeigten, dass ein 100\u2011MHz\u2011hochgetakteter 486\u2011DX4\u2011Prozessor schneller war als die ersten Pentiums mit 50\/66 MHz, aber dieser Prozessor und die ganzen Rechner waren viel billiger.<\/p>\n<p>Ich habe nicht die aktuellen Zahlen f&uuml;r die vierzehnte Generation, aber bei der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Alder-Lake.shtml\">zw&ouml;lften Generation<\/a>, die auch in meinem PC steckt, stecken inzwischen 33 Ausf&uuml;hrungseinheiten pro Kern, und es werden im Mittel 3,4 Instruktionen pro Takt ausgef&uuml;hrt. Beim Pentium waren es noch zehn Einheiten und 1,5 bis 1,8 Instruktionen pro Takt.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Icore<\/h4>\n<p>Mit dem Pentium 4 geriet Intel in die Bredouille. Die Netburst\u2011Architektur setzte \u2013 anders als die bisherige Entwicklung \u2013 nicht auf viele parallel arbeitende Einheiten, sondern auf eine hohe Taktfrequenz. Dieser Ansatz war nicht einmal so dumm, denn f&uuml;r viele Programme z&auml;hlt die \u201eSingle\u2011Task\u2011Performance\u201c, also wie schnell ein einzelner Task ist. Wer selbst programmiert, erstellt eigentlich, wenn er nicht schon beim Design darauf achtet, nur solche Programme: Es gibt zu einer Zeit nur eine Aufgabe, die durchgef&uuml;hrt wird. Bis heute ist dies deswegen wichtig bei der Prozessorentwicklung.<\/p>\n<p>Nur konnte man die Taktfrequenz beim Pentium 4 nicht so steigern wie gew&uuml;nscht. Die Verlustleistung in Form von Abw&auml;rme stieg rapide an, und bald &uuml;berholten Athlons, die niedriger getaktet waren und weniger Abw&auml;rme produzierten, Intel nicht nur bei den Benchmarks, sondern verkauften sich auch besser. Dazu trug auch bei, dass der Athlon die erste Prozessorarchitektur war, die f&uuml;r mehrere Kerne ausgelegt war.<\/p>\n<p>Die L&ouml;sung f&uuml;r Intel lag in der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Core-Mikroarchitektur.shtml\">Core\u2011Technologie<\/a>, die ein Intel\u2011Team in Israel f&uuml;r Chips&auml;tze f&uuml;r Notebooks (Pentium\u2011M) entwickelt hatte \u2013 weil Notebooks Strom sparen m&uuml;ssen, brauchten diese Prozessoren viel weniger Strom. Die Core\u2011Architektur setzte wieder auf mehr parallel arbeitende Einheiten, und mit ihr f&uuml;hrte Intel die \u201eCore\u2011Nummerierung\u201c ein, anhand der die Prozessorbezeichnung Aufschluss gibt, welche Generation es ist (derzeit aktuell: 14). Lange Zeit gab es zus&auml;tzlich eine Einstufung, wo Intel die Chips einordnet (i3: Einstiegssegment, i5: Mittelklasse, i7, sp&auml;ter i9: Ober\u2011\/Spitzenklasse), und dann noch eine Ziffer, wobei gilt: je h&ouml;her, desto besser.<\/p>\n<p>Die Core\u2011Architektur wurde sehr lange praktisch nur evolution&auml;r weiterentwickelt \u2013 bis zur zehnten Generation praktisch gar nicht. Ab der vierten Generation (Haswell) stieg so auch die Geschwindigkeit pro Takt nur hom&ouml;opathisch an. Doch weil AMD lange Zeit vers&auml;umte, einen Nachfolger des erfolgreichen Athlon zu entwickeln, konnte Intel trotzdem so die Marktmacht behalten.<\/p>\n<h4 class=\"western\">iCore 12x<\/h4>\n<p>Das &auml;nderte sich mit dem Ryzen von AMD. AMD brachte auch Versionen des Ryzen mit mehr Kernen heraus als die maximal acht, die Intel bot. Mit der <a href=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/Alder-Lake.shtml\">zw&ouml;lften Generation \u201eAlder Lake\u201c<\/a> hat Intel einen guten Gegenentwurf vorgestellt. W&auml;hrend der Pentium\u20114\u2011Generation wurden Doppelkerne eingef&uuml;hrt, aber noch nicht richtig \u2013 so hatten die Kerne zum Beispiel noch keinen eigenen Cache. Seitdem nahm die Zahl der Kerne nur langsam zu, zumindest bei Desktop\u2011Rechnern. (Server haben mehr Kerne, der Flaschenhals ist der Speicher, der auch die Daten f&uuml;r die Kerne bereitstellen muss. Desktop\u2011Rechner haben typisch ein oder zwei DIMM\u2011Speichermodule, Server normalerweise sechzehn Module.)<\/p>\n<p>Intel fand einen guten Weg zwischen der Forderung nach einer hohen Single\u2011Task\u2011Performance, die f&uuml;r den normalen PC\u2011Anwender oft wichtig ist (Ausnahmen sind Bild\u2011 und Videobearbeitung und Spiele, die hochgradig parallelisiert werden k&ouml;nnen), und dem f&uuml;r das Marketing wichtigen Begriff der vielen Kerne (acht Kerne pro Prozessor sind eben besser als sechs). Ein Prozessor hat seitdem zwei Kerntypen:<\/p>\n<ul>\n<li>Ein Performance\u2011Kern (P\u2011Kern), der sehr schnell ist, aber auch viel Strom verbraucht. Er garantiert eine hohe Single\u2011Thread\u2011Performance.<\/li>\n<li>Ein Efficiency\u2011Kern (E\u2011Kern), der langsamer ist, aber wenig Strom braucht und auch viel weniger Chipfl&auml;che ben&ouml;tigt, sodass Intel viel mehr Kerne pro CPU unterbringen kann.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die E\u2011Kerne werden f&uuml;r die nicht so bedeutenden Tasks genutzt, die es auch beim Arbeiten mit nur einem Programm gibt. So laden Browser oft verlinkte Seiten im Hintergrund. Da man sie nicht gleich anzeigt, kann man hier mit einer kleinen Verz&ouml;gerung arbeiten. Oder bei der Textverarbeitung laufen Seitenformatierung und Rechtschreibpr&uuml;fung im Hintergrund. Hier ein Vergleich bei der 12-ten Generation:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"2\" bgcolor=\"#eeeeee\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"33%\"><\/th>\n<th width=\"33%\">P-Kern<\/th>\n<th width=\"33%\">E-Kern<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Fl&auml;che (Die: 209 mm\u00b2)<\/td>\n<td width=\"33%\">7,3 mm\u00b2<\/td>\n<td width=\"33%\">2,18 mm\u00b2<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Maximaltakt (ohne Turbo Boost)<\/td>\n<td width=\"33%\">2,4<\/td>\n<td width=\"33%\">1,8<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">IPC<\/td>\n<td width=\"33%\">3,4<\/td>\n<td width=\"33%\">2,6<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Cinebench R23 pro Core<\/td>\n<td width=\"33%\">2352<\/td>\n<td width=\"33%\">942<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Cinebench R23 pro Thread<\/td>\n<td width=\"33%\">1176<\/td>\n<td width=\"33%\">942<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ein P-Kern ist durch das Hyperthreading, h&ouml;here IPC-Werte und h&ouml;heren Maximaltakt etwa 2,5-mal schneller als ein E-Kern, belegt aber die 3,34-fache Fl&auml;che. Pro Fl&auml;che ist ein Vierer-Cluster aus E-Kernen also effizienter. Im Allgemeinen gilt: Je teurer ein Prozessor ist, umso mehr P\u2011Kerne hat er im Verh&auml;ltnis zu den E\u2011Kernen. Die ganz billigen Atoms m&uuml;ssen sogar ganz ohne P\u2011Kerne auskommen.<\/p>\n<p>Seitdem ist das Rennen offen. Je nach Aufgabenstellung findet man bei Intel oder AMD den g&uuml;nstigeren Prozessor. Die Probleme, die Intel derzeit hat, liegen nicht in der Architektur der Prozessoren, sondern darin, dass Intel in der Fertigungstechnologie hinterherhinkt. Jahrzehntelang war Intel immer die erste Firma, die kleinere Strukturen einf&uuml;hrte. Der erste Prozessor, der 4004, 1971 also vor f&uuml;nfundf&uuml;nfzig Jahren erschienen, wurde mit einer Strukturbreite von 12 Mikrometern gefertigt. Heute liegt TSMC vorn mit 2\u2011nm\u2011breiten Strukturen (6000\u2011mal kleiner). Die Firma hat den 1,4\u2011nm\u2011Prozess angek&uuml;ndigt, Samsung will bis 2030 1 nm erreichen, und IBM hat einen Testchip mit 0,7 nm Breite gefertigt. Damit ist man nahe an den Grenzen, die physikalisch erreichbar sind und zwischen 0,5 und 0,7 nm liegen sollen. Zwischen zwei Siliziumatomen in einem Kristallgitter liegen nur 0,222 nm. Bei diesen Strukturen besteht ein Element also aus nur noch 3 Atomen. Dann fangen an Quantendefekte eine Rolle zu spielen und selbst kleine Strukturfehler im Kristallgitter haben dramatische Auswirkungen.<\/p>\n<p>Intel gibt inzwischen sogar die Strukturbreite falsch an und fertigt derzeit im 18A Verfahren (18 Angstr&ouml;m = 1,8 nm), es ist aber TSMC 2 nm Prozess unterlegen. Intel bringt 238 Millionen Transistoren pro Quadratmillimeter unter, TSMC 313 Millionen. (Der Intel 4004 hatte 2.200 Transistoren). Die Transistordichte entspricht also einem 2,6 nm Prozess.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_18983\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"18983\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Die x86\u2011Linie besteht jetzt seit nahezu f&uuml;nfzig Jahren, und sie lebt immer noch. Das ist au&szlig;ergew&ouml;hnlich. Alle Prozessorlinien, die es zur selben Zeit gab, wurden l&auml;ngst eingestellt oder spielen nur noch in Nischenanwendungen eine Rolle (die Z80\u2011Linie lebt noch genauso wie die 6502\u2011Linie). 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