{"id":19020,"date":"2026-11-02T10:28:50","date_gmt":"2026-11-02T09:28:50","guid":{"rendered":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=19020"},"modified":"2026-11-02T10:28:50","modified_gmt":"2026-11-02T09:28:50","slug":"nochn-vorschlag-fuer-die-naechste-ariane-generation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/11\/02\/nochn-vorschlag-fuer-die-naechste-ariane-generation\/","title":{"rendered":"Noch\u2019n Vorschlag f&uuml;r die n&auml;chste Ariane-Generation"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_19020\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"19020\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Totgesagte leben l&auml;nger. Arianespace hat volle Auftragsb&uuml;cher und kurbelt die Produktion noch an. Lange sah es ja ganz anders aus. Ariane 6 kam Jahre zu sp&auml;t, ohne dass kommuniziert wurde, woran das lag. Inzwischen haben ja PR-Experten die &Ouml;ffentlichkeitsarbeit &uuml;bernommen, da gibt es nur noch fluffige Erfolgsmeldungen und seitenlange Pressemitteilungen, deren wichtigste Information in wenigen S&auml;tzen steht und die ansonsten daf&uuml;r ein ausf&uuml;hrliches Profil der beteiligten Partner enthalten.<!--more--><\/p>\n<p>Der Jungfernflug verlief weitestgehend erfolgreich. Die Oberstufe konnte erfolgreich qualifiziert werden, scheiterte aber an der Wiederz&uuml;ndung, die weitere Satelliten aussetzen sollte. Wie oft in der Raumfahrt war es eine eigentlich nicht kritische Ursache: Vor der Wiederz&uuml;ndung sorgt ein Subsystem der Stufe, die Auxiliary Power Unit (APU), f&uuml;r die Vorbereitung des Triebwerks auf die Z&uuml;ndung. Die APU ist ein kleines Triebwerk, das etwas Schub erzeugt, die Stufe beschleunigt und vor allem den Treibstoff am Tankboden sammelt, der sonst eine Blase im Tank bilden w&uuml;rde. Daneben verbrennt sie auch Treibstoff, um den Tankdruck zu erh&ouml;hen. Ein Temperatursensor in der APU zeigte einen zu hohen Temperaturwert an, was dazu f&uuml;hrte, dass die Software die APU gar nicht erst startete und so die Wiederz&uuml;ndung ausblieb. Eingriffe von au&szlig;en sind bei Raketenstarts in der Regel nicht vorgesehen, alles l&auml;uft softwaregesteuert ab, sodass man dies nicht &uuml;bergehen kann.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/6a8d2ba2f6bd4dacb196e4aa8318d36b\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\nSeitdem l&auml;uft es aber. Es gab seit dem Erstflug am 9.7.2024 neun Starts, mindestens ein weiterer, eventuell auch mehr, folgen noch dieses Jahr. Die Reibungslosigkeit und ansteigende Startfrequenz unterscheidet Ariane 6 von anderen neu eingef&uuml;hrten Tr&auml;gern, die ihren Erstflug in den letzten Jahren hatten, wie Vulcan oder New Glenn. Das Starship, das schon ein Jahr fr&uuml;her den Jungfernflug hatte, ist noch immer in der Testphase, dabei wurden beide Projekte nahezu zeitgleich beschlossen. Gerade erst bekam Arianespace <a href=\"https:\/\/newsroom.arianespace.com\/grosster-auftragseingang-seit-inbetriebnahme-ariane-6-zeigt-auf-dem-international-space-summit-in-paris-ihre-kommerzielle-dynamik\/https:\/\/newsroom.arianespace.com\/grosster-auftragseingang-seit-inbetriebnahme-ariane-6-zeigt-auf-dem-international-space-summit-in-paris-ihre-kommerzielle-dynamik\/\">Vertr&auml;ge f&uuml;r 7 neue Starts und Vorbuchungen f&uuml;r weitere 10 Starts.<\/a><\/p>\n<p>Inzwischen wurde auch das erste Upgrade, eine Verl&auml;ngerung der Booster um 1 m, das sind rund 14 t mehr Treibstoff, eingef&uuml;hrt. Das erh&ouml;ht die Nutzlast bei einer Ariane 64 um 2 t in den LEO und 1 t in den GTO. Leider hat man beim ESA-Konzil 2025, wo die L&auml;nder zusammensitzen, um die Finanzierung zu beraten, f&uuml;r die Weiterentwicklung der Phoebus-Stufe (Technologiedemonstrator, die sp&auml;tere Stufe soll dann ICARUS hei&szlig;en) nur 52 % der geforderten Mittel von 304 Millionen Dollar bekommen, sodass die ESA die Weiterentwicklung von Phoebus gestoppt hat.<\/p>\n<p>Bei ICARUS sollten die Metalltanks der Oberstufe durch CFK-Werkstoffe ausgetauscht werden. Die Tanks sind ein Opfer des Redesigns: Ariane 6 wurde urspr&uuml;nglich mit 4 bis 4,4 m Durchmesser geplant. Als die ESA dann die Industrie in die Pflicht nahm und eine Mitbeteiligung an den Kosten forderte, wechselte man zum alten Durchmesser von 5,4 m, weil man daf&uuml;r schon alle Anlagen hat. F&uuml;r eine Stufe mit nur 30 t Treibstoff w&auml;re eigentlich ein Durchmesser von 3,83 m optimal. So wiegt die Stufe durch eine ung&uuml;nstige Geometrie recht viel: Die H&ouml;he der Tanks ist minimal, die Oberfl&auml;che deutlich gr&ouml;&szlig;er als beim optimalen Durchmesser von 3,83 m, und sie muss auch st&auml;rker verst&auml;rkt werden, weil bei flachen Stufen das Treibstoffschwappen deutlich ausgepr&auml;gter ist. Der Materialwechsel h&auml;tte rund 2 t mehr Nutzlast gebracht.<\/p>\n<p>Der Wert ist, weil die Oberstufe ebenfalls in den Orbit gelangt, konstant, und das war wohl auch der Grund, warum es die Mittel nicht gab: Fr&uuml;her waren die Hauptnutzlasten von Ariane 6 Transporte in den GEO. Dort bef&ouml;rdert die Ariane 62 in der Basisversion 4,5 t und die Ariane 64 in der Basisversion 11,5 t. Da sind 2 t mehr eine Steigerung um 44,4 bzw. 17,3 %. Noch gr&ouml;&szlig;er w&auml;re der Effekt bei Missionen zum Mond oder den Planeten. Zum Mars entsprechen 2 t mehr rund 23 % zus&auml;tzlicher Nutzlast. Aber die meisten Auftr&auml;ge, die es derzeit gibt, gehen in den LEO f&uuml;r Amazon oder die EU (IRIS\u00b2), und dort sind 2 t mehr eben nur 9,1 % mehr Nutzlast.<\/p>\n<p>Arianespace als Vermarkter und Airbus haben nat&uuml;rlich schon Vorschl&auml;ge f&uuml;r weitergehende Verbesserungen. So soll das Prometheus-Triebwerk eingesetzt werden. Eine auf den Betrieb mit Wasserstoff angepasste Version soll das Vulcain in der ersten Stufe ersetzen. Das spart Kosten, denn dieses Triebwerk soll erheblich preiswerter sein, sodass selbst zwei Prometheus, die ein Vulcain 2.1 ersetzen, g&uuml;nstiger w&auml;ren als das Vulcain. Durch den h&ouml;heren Schub sinken zudem die Gravitationsverluste bis zum Erreichen des Orbits.<\/p>\n<p>Eine zweite Option ist das Ersetzen der beiden Feststoffbooster P160C+ durch ebenfalls mit Prometheus angetriebene Booster, die LOX\/Methan nutzen. Daf&uuml;r baut man gerade den Technologiedemonstrator Themis. Drei Prometheus sollen die Booster antreiben, und diese sollen dann auch wiederverwendet werden. Parallel dazu treibt das Triebwerk auch die kleine Tr&auml;gerrakete Maia an, bei der ebenfalls die erste Stufe landen soll.<\/p>\n<p>Da frage ich mich, warum die ESA nicht gleich diese Stufe nimmt. Bei 200 t Masse, also mehr als die aktuellen Booster, und einem Treibstoff mit h&ouml;herem spezifischen Impuls w&uuml;rde dies die Nutzlast der Ariane 6 gravierend steigern.<\/p>\n<p>Meine Meinung: Diese Erweiterungen werden nicht kommen, wenn man schon die Entwicklung von ICARUS einstellt. Ich will an dieser Stelle mal meine &Uuml;berlegungen f&uuml;r einen Nachfolger der Ariane 6 vorstellen. Nachfolger deshalb, weil ich nur noch eine Stufe, die P160C+, weiter verwende.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Mein Vorschlag<\/h4>\n<p>Damit einher geht auch der Einstieg in die Wiederverwendung. Das Konzept ist nicht neu und war einer der ersten Vorschl&auml;ge f&uuml;r die Ariane 6, damals noch unter der Bezeichnung PPH (Powder-Powder-Hydrogen). Es ist ganz simpel: Auf einem P160C sitzt eine Oberstufe. An dem P160C k&ouml;nnen weitere Booster zur Startunterst&uuml;tzung angebracht werden. Geometrisch m&ouml;glich w&auml;ren zwei, drei, vier oder sechs Booster. Nimmt man die Zentralstufe hinzu, so hat man eine Rakete, die in der Masse von zwei bis sieben P160C skalierbar ist und so einen breiten Nutzlastbereich abdeckt. Damit w&uuml;rde sie auch die Vega ersetzen und die L&uuml;cke schlie&szlig;en, die die Sojus hinterlassen hat.<\/p>\n<p>Die hohe Produktionszahl, wie die Detailrechnung noch zeigen wird, denn man braucht die Variante mit sieben Boostern, um eine Ariane 64 zu ersetzen, verbilligt zum einen die Rakete. Sieben Ariane-64-&Auml;quivalente und drei Vega-&Auml;quivalente bedeuten, dass 52 Booster pro Jahr gefertigt werden m&uuml;ssen. Damit kann man auch in die Wiederverwendung einsteigen. Das ist bei den Boostern sogar relativ einfach m&ouml;glich. Sie m&uuml;ssen 110 bar Brennkammerdruck widerstehen und haben daher so dicke W&auml;nde, dass sie einen Aufprall aufs Wasser problemlos &uuml;berstehen, den man aber vorher durch einen Fallschirm abbremsen sollte.<\/p>\n<p>Das kostet nur wenig Gewicht. Bei den doppelt so schweren EPC der Ariane 5, die man anfangs barg, allerdings nur zu Inspektionszwecken, wog ein Fallschirmsystem 1,2 t. Man braucht kein Drohnenschiff, sondern kann die Booster einfach auf ein Schiff ziehen. Sie haben ja auch eine g&uuml;nstige Form mit 3,5 m Durchmesser und 22 m L&auml;nge, kein Spargel wie die Erststufen von Falcon 9 und Starship.<\/p>\n<p>Dazu braucht man dann eine Oberstufe, die ich aber nun in der geometrisch g&uuml;nstigen Form auslegen w&uuml;rde. Das w&auml;re je nach Treibstoffmenge ein Durchmesser von 3,2 bis 3,8 m. 3,50 m w&auml;re f&uuml;r mich ein gutes Ma&szlig;, denn das ist der Durchmesser des P160C. Eine Nutzlastverkleidung von 5,40 m Durchmesser kann man trotzdem verwenden, dann gibt es eben einen &Uuml;bergang wie bei der Falcon 9 oder Ariane 4. Macht man diesen flie&szlig;end in einem Winkel von 45 Grad, so hat man eine rund 1 m hohe &Uuml;bergangszone, die man nutzen kann, um Sekund&auml;rnutzlasten bis hin zu Mikrosatelliten im Massenbereich bis 250 kg mitzuf&uuml;hren, und zwar bei jedem Start. So l&auml;sst sich die Nutzlastkapazit&auml;t noch besser ausnutzen. In der Gewichtsbilanz ist der &Uuml;bergang keine gro&szlig;e Belastung, denn die Verkleidung wird ja w&auml;hrend des Aufstiegs abgeworfen.<\/p>\n<p>Dann braucht man eine Oberstufe. Bei diesem breiten Massenbereich der Unterstufe w&auml;ren eigentlich mehrere Stufen sinnvoll. Eine f&uuml;r die gr&ouml;&szlig;te Version optimale Stufe ist f&uuml;r die kleinste Version zu schwer. Man muss sich f&uuml;r eine entscheiden. Im Prinzip hat man zwei M&ouml;glichkeiten:<\/p>\n<p>Ich konstruiere die Stufe so, dass sie optimal f&uuml;r die am h&auml;ufigsten eingesetzte Version ist. Bei Ariane 6 fanden bisher rund zwei Drittel der Starts mit der kleineren Version Ariane 62 statt. Nimmt man an, dass dies auch k&uuml;nftig so bleibt, dann w&uuml;rde ich die Stufe auf diese Nutzlastklasse auslegen, die etwa drei bis vier Boostern entspricht. Bei kleineren Versionen w&auml;re die Stufe dagegen zu gro&szlig;, man m&uuml;sste Treibstoff weglassen (Off-Loading), was bei einer Oberstufe sehr ung&uuml;nstig ist.<\/p>\n<p>Alternativ kann man die Stufe auf den Worst Case auslegen, also eine Version mit nur einem Booster und LEO-Missionen. Dann wird die Nutzlastkapazit&auml;t bei den gr&ouml;&szlig;eren Versionen nicht vollst&auml;ndig ausgenutzt. Ich habe mich f&uuml;r Letzteres entschieden. Ich habe zwei Oberstufen untersucht: eine mit dem Vinci-Triebwerk und LOX\/LH\u2082 als Treibstoff. Durch die g&uuml;nstige Geometrie habe ich als Strukturfaktor den der Delta-4-DCSS angenommen. Die DCSS ist eine auf niedrige Kosten und nicht auf minimales Gewicht optimierte Stufe. Die Centaur schneidet beim Strukturfaktor beispielsweise besser ab. Ich bin von einer Stufe mit der Masse der derzeitigen Ariane-6-ULPM ausgegangen und habe anschlie&szlig;end schrittweise jeweils 5 t Treibstoff weggelassen. F&uuml;r die kleinste Version mit nur einem Booster kam ich dabei zu folgendem Ergebnis:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">Startmasse<\/td>\n<td width=\"25%\">Leermasse<\/td>\n<td width=\"25%\">Brenndauer<\/td>\n<td width=\"25%\">Nutzlast<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">36 t<\/td>\n<td width=\"25%\">4 t<\/td>\n<td width=\"25%\">818 s<\/td>\n<td width=\"25%\">4 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\" height=\"22\">30,5 t<\/td>\n<td width=\"25%\">3,5 t<\/td>\n<td width=\"25%\">684 s<\/td>\n<td width=\"25%\">4,8 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">25 t<\/td>\n<td width=\"25%\">3 t<\/td>\n<td width=\"25%\">557 s<\/td>\n<td width=\"25%\">5,2 t<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ich halte die zweite Version mit 30 t Startmasse f&uuml;r das Optimum. Man gewinnt bei der kleineren Version zwar noch etwas Nutzlast, aber im Hinblick darauf, dass die Oberstufe sp&auml;ter auf bis zu sieben Boostern sitzt, ist dies die bessere Wahl.<\/p>\n<p>Allerdings ist das ULPM der Ariane 6 nicht gerade billig und kostet in etwa so viel wie zwei P160-Booster. Daher suche ich noch nach einer Alternative. F&uuml;r die Vega wird gerade eine Oberstufe auf Basis des M10-Triebwerks entwickelt. Das verbrennt LOX\/Methan, hat aber nur etwa den halben Maximalschub des Vinci. Diese Stufe muss preiswert sein, denn die Startkosten der Vega sollen nahezu gleich bleiben. F&uuml;r den Ariane-Nachfolger sind jedoch 98 kN Schub zu wenig. Daher habe ich, au&szlig;er bei der kleinsten Version, zwei Triebwerke vorgesehen. Als Quotient zwischen Voll- und Leermasse habe ich einen Faktor von 12 angesetzt. Diesen erreichten Stufen mit &auml;hnlichen Treibstoffen bereits in den Sechzigerjahren. Auch die Zweitstufe der Ariane 1 bis 4 kam auf diesen Faktor und liegt zudem in einem vergleichbaren Massenbereich.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">Startmasse<\/td>\n<td width=\"20%\">Leermasse<\/td>\n<td width=\"20%\">Brenndauer<\/td>\n<td width=\"20%\">Nutzlast<\/td>\n<td width=\"20%\">Triebwerke<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">21 t<\/td>\n<td width=\"20%\">1,7 t<\/td>\n<td width=\"20%\">699 s<\/td>\n<td width=\"20%\">3,4 t<\/td>\n<td width=\"20%\">1<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">26 t<\/td>\n<td width=\"20%\">2,2 t<\/td>\n<td width=\"20%\">431 s<\/td>\n<td width=\"20%\">4,6 t<\/td>\n<td width=\"20%\">2<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">31 t<\/td>\n<td width=\"20%\">2,6 t<\/td>\n<td width=\"20%\">514 s<\/td>\n<td width=\"20%\">4,2 t<\/td>\n<td width=\"20%\">2<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"20%\">36 t<\/td>\n<td width=\"20%\">3 t<\/td>\n<td width=\"20%\">597 a<\/td>\n<td width=\"20%\">3,5 t<\/td>\n<td width=\"20%\">2<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Auch hier habe ich mich f&uuml;r das Modell mit 31 t Startmasse entschieden, ebenfalls weil die Versionen mit mehr Boostern etwas mehr Reserve haben.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Die Modelle<\/h4>\n<p>Die kleinste Version w&uuml;rde nur aus einem einzelnen P160C bestehen. Die n&auml;chstgr&ouml;&szlig;ere Variante best&uuml;nde aus zwei Seitenboostern, die vor der Zentralstufe z&uuml;nden. Sie ist etwas kritisch, denn normalerweise w&uuml;rde sie mit nur 10,3 m\/s\u00b2 beschleunigen. Die P160C haben zwar einen deutlichen Schub&uuml;berschuss, aber nicht so viel, dass sie einen weiteren P160C mit Oberstufe noch kr&auml;ftig beschleunigen k&ouml;nnen. Allerdings kann man dies bei Feststofftriebwerken durch die Gestaltung der Treibstofff&uuml;llung anpassen und so den Startschub durch eine sternf&ouml;rmige Geometrie erh&ouml;hen. Ich habe daher die Version mit zwei Seitenboostern f&uuml;r eine Standardbeschleunigung von 12,3 m\/s\u00b2 berechnet. Daf&uuml;r muss die Brenndauer von 136 auf 115 s sinken. (In der Praxis w&uuml;rde nur der startschub steigen daf&uuml;r sp&auml;ter der Schub bei gleicher Brenndauer sinken, aber das kann ich noch nicht simulieren).<\/p>\n<p>Ab drei Boostern ist die Startbeschleunigung unkritisch. Ob man die Zentralstufe birgt, ist hingegen eine Abw&auml;gungssache. Sie wird bei jeder gr&ouml;&szlig;eren Version mit h&ouml;herer Geschwindigkeit abgetrennt. Bei zwei Boostern geschieht dies schon bei 4,2 km\/s und die Stufe fliegt noch 965 km weit. Bei sechs Boostern sind es fast 6 km\/s und die Stufe fliegt nahezu 3000 km weit. Ich w&uuml;rde daher bei der Version mit zwei Boostern die Zentralstufe wohl noch bergen, bei den gr&ouml;&szlig;eren Varianten dagegen nicht mehr.<\/p>\n<p>Hier noch eine Tabelle mit den Nutzlasten f&uuml;r zwei Orbits:<\/p>\n<ul>\n<li>Kuiper: 630 km x 52 Grad<\/li>\n<li>GTO<\/li>\n<\/ul>\n<p>Jeweils mit der 31 t schweren M10 Oberstufe, vom CSG aus.<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">Gesamtzahl P160<\/td>\n<td width=\"33%\">Kuiper-Orbit<\/td>\n<td width=\"33%\">GTO<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">1<\/td>\n<td width=\"33%\">4 t<\/td>\n<td width=\"33%\">0,7 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">2*<\/td>\n<td width=\"33%\">7,5 t<\/td>\n<td width=\"33%\">2,3 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">3<\/td>\n<td width=\"33%\">11,5 t<\/td>\n<td width=\"33%\">4,4 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">4<\/td>\n<td width=\"33%\">15,5 t<\/td>\n<td width=\"33%\">6,4 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">5<\/td>\n<td width=\"33%\">20,3 t<\/td>\n<td width=\"33%\">8,2 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"33%\">7<\/td>\n<td width=\"33%\">28 t<\/td>\n<td width=\"33%\">11,2 t<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Version mit einem Booster liegt im Bereich der Vega C, die Version mit drei Boostern entspricht etwa der Ariane 62 und die gr&ouml;&szlig;te Version mit sieben Boostern erreicht bei der GTO-Nutzlast die Ariane 64 und &uuml;bertrifft sie bei der LEO-Nutzlast. Es bleibt eine L&uuml;cke, die zuvor von der Sojus abgedeckt wurde. Rein technisch kann man durch die schwenkbaren D&uuml;sen aber auch nur einen Booster anflanschen und die Schwerpunktverschiebung ausgleichen. Asymmetrisch aufgebaute Raketen sind selten, aber technisch nicht unm&ouml;glich. Das Paradebeispiel ist das Space Shuttle. Daher habe ich zus&auml;tzlich eine Version mit zwei Boostern betrachtet, die beide beim Start gez&uuml;ndet werden. Ich habe diese asymmetrische Version mit einem Stern markiert.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Kostenabsch&auml;tzung<\/h4>\n<p>Aktuell kosten die Tr&auml;ger:<\/p>\n<ul>\n<li>Vega C: 37 bis 48 Millionen Euro je nach Nutzlast und Bahnprofil<\/li>\n<li>Ariane 62: 75 bis 100 Millionen Euro je nach Nutzlast und Bahnprofil<\/li>\n<li>Ariane 64: 115 Millionen Euro<\/li>\n<\/ul>\n<p>Allerdings wird auch berichtet, dass die ESA 32 bis 38 Millionen Dollar pro Start zuschie&szlig;t, damit Arianespace gro&szlig;e Volumenvertr&auml;ge abschlie&szlig;en kann. Real liegt die Ariane 6 (mit der Subvention) damit etwa beim 2016 angek&uuml;ndigten Preis, wenn man die Inflation seitdem ber&uuml;cksichtigt. Nur wird diese Kostensteigerung nicht an die Kunden weitergegeben. SpaceX hat im selben Zeitraum beispielsweise seine Preise um rund 30 % angehoben.<\/p>\n<p>Man kann daraus ableiten, dass ein P160C etwa 15 Millionen Euro in der Fertigung kostet. Zieht man diese Kosten von der Vega C ab und ber&uuml;cksichtigt, dass etwa 10 bis 20 % des Gesamtpreises auf die Startdurchf&uuml;hrung entfallen, so kosten die beiden Oberstufen, das Kickmodul, die Avionik und die Nutzlastverkleidung zusammen rund 27 Millionen Euro. Die neue Oberstufe der Vega C soll eine der bisherigen Oberstufen samt Kickmodul ersetzen und dabei preisneutral sein. (die ESA rechnet sogar mit einer Einsparung von 20 % der Systemkosten, die beinhalten aber neben der Fertigung auch Startvorbereitung, Transport und den Start, sie sinken alleine durch weniger Komponenten ab). Sie ist etwa halb so gro&szlig; wie die hier geplante Oberstufe. Das M10 Triebwerk ist auf Kosten optimiert, verwendet z.B. im 3D Druck hergestellte Teile. Daher w&uuml;rde ich f&uuml;r die Oberstufe 20 Millionen Euro ansetzen. Dazu kommen noch die Startkosten. Eine erste Absch&auml;tzung auf Basis der aktuellen Kosten w&auml;re also:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"25%\">Gesamtzahl P160<\/th>\n<th width=\"25%\">Kuiper-Orbit<\/th>\n<th width=\"25%\">GTO<\/th>\n<th width=\"25%\">Startkosten:<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">1<\/td>\n<td width=\"25%\">4 t<\/td>\n<td width=\"25%\">0,7 t<\/td>\n<td width=\"25%\">43 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">2*<\/td>\n<td width=\"25%\">7,5 t<\/td>\n<td width=\"25%\">2,3 t<\/td>\n<td width=\"25%\">61 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">3<\/td>\n<td width=\"25%\">11,5 t<\/td>\n<td width=\"25%\">4,4 t<\/td>\n<td width=\"25%\">75 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">4<\/td>\n<td width=\"25%\">15,5 t<\/td>\n<td width=\"25%\">6,4 t<\/td>\n<td width=\"25%\">91 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">5<\/td>\n<td width=\"25%\">20,3 t<\/td>\n<td width=\"25%\">8,2 t<\/td>\n<td width=\"25%\">105 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">7<\/td>\n<td width=\"25%\">28 t<\/td>\n<td width=\"25%\">11,2 t<\/td>\n<td width=\"25%\">138 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>In dieser Sicht w&auml;re die kleinste Version bei den Kosten mit der Vega C vergleichbar, allerdings bei h&ouml;herer Nutzlast. Die Drei-Booster-Variante liegt auf dem Niveau der Ariane 62 und die gr&ouml;&szlig;te Version ist etwas teurer als die Ariane 64. Gegen&uuml;ber beiden Ariane-Modellen h&auml;tten diese Preise jedoch den Vorteil, dass keine Subventionen mehr erforderlich sind, sodass die Tr&auml;ger real g&uuml;nstiger w&auml;ren.<\/p>\n<p>Allerdings geht diese Betrachtung von den heutigen Kosten der Ariane 6 aus, nicht der Produktionszahl dieser Rakete. Wenn ich von der aktuellen Startzahl f&uuml;r 2027 ausgehe, also f&uuml;nf Ariane-64-, f&uuml;nf Ariane-62- und drei Vega-C-Starts, dann werden j&auml;hrlich produziert:<\/p>\n<ul>\n<li>33 P160C-Booster<\/li>\n<li>je 10 ULPM, Ariane-6-Avioniken und Nutzlastverkleidungen<\/li>\n<li>je 3 Zefiro 40, Zefiro 10, Vega-Kickmodule, Vega-Avioniken und Nutzlastverkleidungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Man sieht schon das die Vega hier besonders ung&uuml;nstig ist, weil bis auf den P160C alle Stufen nur auf ihr eingesetzt werden und so auf geringe St&uuml;ckzahlen kommen. Auch dies ist ein Grund warum die M10 Stufe die drei Komponenten ersetzt die Startkosten verringert.<\/p>\n<p>F&uuml;r dieselbe transportierte Nutzlast w&uuml;rden bei meinem Ansatz ben&ouml;tigt:<\/p>\n<ul>\n<li>53 P160C-Booster (wenn 3 x 1 Booster, 5 x 3 Booster und 5 x 7 Booster Varianten eingesetzt werden<\/li>\n<li>je 13 Oberstufen, Avioniken und Nutzlastverkleidungen<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist klar, dass allein die h&ouml;here St&uuml;ckzahl zu niedrigeren Preisen f&uuml;hren w&uuml;rde. Der Fertigungspreis eines Boosters m&uuml;sste von 15 auf 13,2 Millionen Euro sinken. Noch deutlicher f&auml;llt der Effekt bei der Oberstufe aus, die ja von der Vega abgeleitet wurde, w&auml;hrend die Vega derzeit nur dreimal pro Jahr startet. Deren Preis w&uuml;rde auf etwa 15 Millionen Euro sinken.<\/p>\n<p>Unter Ber&uuml;cksichtigung der h&ouml;heren St&uuml;ckzahlen komme ich daher auf folgende Tabelle:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr valign=\"top\">\n<th width=\"25%\">Gesamtzahl P160<\/th>\n<th width=\"25%\">Kuiper-Orbit<\/th>\n<th width=\"25%\">GTO<\/th>\n<th width=\"25%\">Startkosten:<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">1<\/td>\n<td width=\"25%\">4 t<\/td>\n<td width=\"25%\">0,7 t<\/td>\n<td width=\"25%\">36 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">2*<\/td>\n<td width=\"25%\">7,5 t<\/td>\n<td width=\"25%\">2,3 t<\/td>\n<td width=\"25%\">52 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">3<\/td>\n<td width=\"25%\">11,5 t<\/td>\n<td width=\"25%\">4,4 t<\/td>\n<td width=\"25%\">65 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">4<\/td>\n<td width=\"25%\">15,5 t<\/td>\n<td width=\"25%\">6,4 t<\/td>\n<td width=\"25%\">78 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">5<\/td>\n<td width=\"25%\">20,3 t<\/td>\n<td width=\"25%\">8,2 t<\/td>\n<td width=\"25%\">91 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"top\">\n<td width=\"25%\">7<\/td>\n<td width=\"25%\">28 t<\/td>\n<td width=\"25%\">11,2 t<\/td>\n<td width=\"25%\">117 Mill. Euro<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Dann sind wir real g&uuml;nstiger als die heutigen Modelle und das ganz ohne Subventionen. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass man praktisch immer eine passende L&ouml;sung zur Verf&uuml;gung hat. Die hohe Nutzlast der Ariane 6 resultiert ja noch aus ihrer Auslegung f&uuml;r Doppelstarts in den GTO. Diesen Markt sehen wir bisher kaum, und da die Zahl dieser Starts laufend abnimmt, ist es wichtiger, dass es im derzeit h&auml;ufig genutzten Massenbereich von 4,5 bis 7 t in den GTO mindestens zwei Modelle gibt, die diese Nutzlasten im Einzelstart transportieren k&ouml;nnen. Weiterhin haben wir f&uuml;r Starts in den LEO die L&uuml;cke zwischen vega und Ariane 62 geschlossen wenn die 2-Boostervariante genutzt wird.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Bergung<\/h4>\n<p>Eine Alternative w&auml;re es, die Bergung der ersten Stufe anzugehen. Wenn man bei den Modellen mit maximal drei Boostern nur die Booster der ersten Stufe birgt, dann betrifft dies lediglich 12 von 53 Boostern pro Jahr. Die Produktionsst&uuml;ckzahl sinkt dadurch also kaum. Ich denke, deren Kosten lassen sich dadurch etwa halbieren.<\/p>\n<h4 class=\"western\">Berta-Oberstufe<\/h4>\n<p>Derzeit baut die ESA die Berta-Oberstufe, eine Kickstufe mit einem druckgef&ouml;rderten 2,5-kN-Triebwerk und lagerf&auml;higen Treibstoffen. Diese Stufe w&uuml;rde auf diesem Tr&auml;ger noch mehr Sinn machen. Zum einen haben wir einen st&auml;rkeren Abfall der Nutzlast f&uuml;r h&ouml;here Geschwindigkeiten als bei der Ariane 6, weil keine der Stufen LOX\/LH2 mit dem hohen spezifischen Impuls einsetzt. Zum anderen haben wir eine &Uuml;bergangssektion von 3,50 m Durchmesser der Oberstufe auf 5,4 m der Nutzlastverkleidung. Da ein Satellit meist auf die nutzbare Breite der Verkleidung ausgelegt ist, kann man diesen Raum sonst nur f&uuml;r Cubesats\/Mikrosatelliten nutzen, die man am Rande des konischen &Uuml;bergangs anbringt. Diesen Raum kann man f&uuml;r eine Kickstufe nutzen.<\/p>\n<p>Ich w&uuml;rde eine BERTA-Oberstufe mit zwei Triebwerken ausstatten. Zum einen, um mehr Treibstoff mitzuf&uuml;hren, zum anderen, weil so Verniertriebwerke f&uuml;r die Lageregelung &uuml;berfl&uuml;ssig sind.<\/p>\n<p>Nimmt man das Mittel zwischen dem Durchmesser der Oberstufe und des Nutzlastvolumens (3,5 \/ 4,6 m = 4,05 m) als maximalen Durchmesser an, so sind sechs Tanks mit je 1,35 m Durchmesser m&ouml;glich. Sechs Tanks, je drei f&uuml;r MMH und NTO, h&auml;tten bei 6 t Treibstoff einen Durchmesser von jeweils 1330 mm. Sie w&auml;ren nur zu 70 % gef&uuml;llt, um das Triebwerk im Blow-Down-Betrieb zu betreiben, sprich, man l&auml;sst den Tankdruck von 25 auf 8 Bar sinken. In der Mitte bleiben rund 1,30 m f&uuml;r die beiden Triebwerke.<\/p>\n<p>Durch die Kugeltanks sollte ein Voll-Leermasseverh&auml;ltnis von 10 erreichbar sein, sodass eine Stufe mit sechs Tanks 6.670 kg voll und 670 kg leer wiegt. Versionen mit zwei oder vier Tanks (2000 bzw. 4000 kg Treibstoff) w&auml;ren bei dem Strukturfaktor etwas ung&uuml;nstiger, weil das Gewicht von Triebwerken und Avionik gleich bleibt.<\/p>\n<p>Geht man von einem mittleren spezifischen Impuls von 3150 m\/s aus, so kann diese Stufe aus einem LEO heraus 2 t zur Venus oder zum Mars entsenden oder 2,8 t zum Mond. Sie macht deswegen Sinn, weil die meisten Starts in geneigte LEOs gehen. Raumsonden der ESA brauchen derzeit einen eigenen Start, weil sie nicht mit einer GTO-Nutzlast kombiniert werden k&ouml;nnen. F&uuml;r planetare Bahnen ist die Bahnneigung oft zu gering. So kann man Kickstufe und Raumsonde in einer Sylda unten mitf&uuml;hren und Satelliten der Konstellation oben. So verliert man etwa 9 bis 9,5 t Nutzlast, aber bei 28 t in den LEO bei der gr&ouml;&szlig;ten Version ist dies verschmerzbar.<\/p>\n<p>Nebenbei w&auml;ren die kleineren Modelle auch f&uuml;r Fluchtbahnen nutzbar. Bei der Version mit zwei Seitenboostern w&uuml;rde die Nutzlast zum Mars (C3 = 16 km\u00b2\/s\u00b2) z. B. Ohne Kickstufe bei nur 400 kg liegen, mit dieser Kickstufe w&auml;ren es 800 kg. Limitierend ist der geringe Schub, der zu einer langen Brennzeit (&uuml;ber eine Stunde bei der angegebenen Konfiguration) f&uuml;hrt. Das kann man aber ausgleichen, wenn die Stufe in einen stabilen Orbit entlassen wird. Dann z&uuml;ndet man nur im Perig&auml;um und teilt die Betriebszeit auf vier Uml&auml;ufe auf. So erreicht man ebenfalls in weniger als einem Tag die Fluchtgeschwindigkeit, aber mit 1500 kg Nutzlast.<\/p>\n<p>Diese Ausf&uuml;hrungen sind nat&uuml;rlich nicht auf diese Rakete beschr&auml;nkt. &Auml;hnliches w&uuml;rde auch f&uuml;r die Ariane 6 gelten, was wohl der Grund ist, warum die ESA die Stufe entwickelt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_19020\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"19020\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Totgesagte leben l&auml;nger. Arianespace hat volle Auftragsb&uuml;cher und kurbelt die Produktion noch an. Lange sah es ja ganz anders aus. Ariane 6 kam Jahre zu sp&auml;t, ohne dass kommuniziert wurde, woran das lag. 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