{"id":2054,"date":"2009-12-11T11:28:36","date_gmt":"2009-12-11T10:28:36","guid":{"rendered":"http:\/\/bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=2054"},"modified":"2009-12-11T11:28:36","modified_gmt":"2009-12-11T10:28:36","slug":"project-uranus-eine-neue-verwendung-der-harp-kanone-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2009\/12\/11\/project-uranus-eine-neue-verwendung-der-harp-kanone-teil-1\/","title":{"rendered":"Project Uranus: Eine neue Verwendung der HARP-Kanone (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<p>von Kevin Glinka<\/p>\n<p>1967 sollte der Traum von Gerald Bull endlich in Erf&uuml;llung gehen: Der kanadische Ingenieur hatte schon mehrere Jahre auf der Insel Barbados mit einer 40cm-Schiffskanone Projektile zu wissenschaftlichen Zwecken verschossen. Mit der <em>Martlet 4<\/em> sollte eine dreistufige Feststoffrakete abgeschossen werden, die dann einen 25 kg schweren Satelliten in den Erdorbit einschie&szlig;en sollte. Doch w&auml;hrend die <em>Martlet 4<\/em> fertiggestellt wurde, stellte die US Army ihre Finanzierung ein. Bull hatte sp&auml;ter einige Verwicklungen in S&uuml;dafrika und dem Irak und wurde am 22. M&auml;rz 1990 vor der T&uuml;r seiner Br&uuml;sseler Wohnung von einem Unbekannten erschossen. Die Kanonen auf Barbados sind seit langem verrostet.<\/p>\n<p><strong>Eine Neue Idee: <em>Project Uranus<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Als jemand f&uuml;r den gratis verf&uuml;gbaren Weltraumsimuator <em>Orbiter<\/em> (<a href=\"http:\/\/www.orbithangar.com\/\">www.orbithangar.com<\/a>) ein HARP-Addon der Kanone und der <em>Martlet 4<\/em> mit einem kleinen Satelliten programmiert hatte, habe ich damit etwas experimentiert, und bin nach einem erfolgreichen ?Satellitenstart? auf eine neue Idee gekommen, die mich dazu brachte, dar&uuml;ber nachzudenken ob diese als Forschungsprojekt interessant sein k&ouml;nnte.<\/p>\n<p>Die Kanone wurde von mir auf einen Abschusswinkel von 70? eingestellt und die <em>Martlet 4<\/em> abgeschossen. Nach 20 Sekunden z&uuml;ndete ich die erste Stufe, bei T+100 Sekunden die zweite, bei T+200 Sekunden die dritte und schlie&szlig;lich bei T+300 Sekunden den Antrieb des kleinen Satelliten. Von da an ver&auml;nderte ich nichts, und so erreichte der Satellit 24 Minuten nach dem Abschuss eine H&ouml;he von ca. 3600 Kilometern. 42 Minuten nach dem Abschuss traf der Satellit mit einer Vertikalgeschwindigkeit von 6,1 km\/s auf die Erdatmosph&auml;re auf und wurde nat&uuml;rlich sofort zerst&ouml;rt.<\/p>\n<p>Bei weiteren Testfl&uuml;gen mit einer h&ouml;heren Abschussgeschwindigkeit und einem Winkel von 85? kam ich sogar bis auf 7000 km im Apog&auml;um.<\/p>\n<p><strong>Wozu ist das gut?<\/strong><\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich stellt sich gleich die Frage nach dem Sinn eines solchen Unterfangens. Aber die Vorteile des Konzeptes liegen auf der Hand: Schon damals waren die HARP-Starts sehr g&uuml;nstig (Ein Start einer Martlet 2 schlug mit ca. 3000$ zu Buche). Weiterhin wurden schon damals empfindliche Ger&auml;te (darunter sogar eine Langmuir-Sonde) in gro&szlig;e H&ouml;hen gebracht, wo sie wertvolle Daten sammelten. Die zum Schutz der Elektronik vor der Beschleunigung verwende Methode, die Ger&auml;te in eine Mischung von Sand und Epoxydharz zu gie&szlig;en, war sehr preiswert und auch effizient. Nun wird durch den Raketenantrieb die H&ouml;he um ein vielfaches vergr&ouml;&szlig;ert (der h&ouml;chste Flug einer <em>Martlet 2 <\/em>erreichte eine H&ouml;he von 180 Kilometern). Die bei meinen Tests im Simulator erreichten H&ouml;hen &uuml;bertreffen die obere Grenze des inneren Van-Allen-Strahlungsg&uuml;rtels um 1000 km, d.h. auf einem solchen Flug kommt man zwei Mal durch den kompletten inneren Van-Allen-G&uuml;rtel. Weiterhin hat man beim Start die enorme Beschleunigung von 5000-10000 G, sowie w&auml;hrend des Freifluges bis zu einer Stunde Schwerelosigkeit.<\/p>\n<p>Im Artikel &uuml;ber HARP auf astronautix.com (http:\/\/www.astronautix.com\/lvs\/martlet.htm) wird gesagt, dass mit der <em>Martlet<\/em> <em>4<\/em> theroretisch bis zu sechs Satellitenstarts an einem Tag m&ouml;glich gewesen w&auml;ren. Wenn man die gleiche Startfrequenz erreichen k&ouml;nnte, h&auml;tte man ein g&uuml;nstiges und vielseitiges Messystem, mit dem man den erdnahen Weltraum mehrmals t&auml;glich (!) untersuchen k&ouml;nnte.<\/p>\n<p><strong>Kurze Beschreibung der Sonde<\/strong><\/p>\n<p>Die Sonde w&auml;re idealerweise zylinderf&ouml;rmig und mit Solarzellen &uuml;berzogen, da sie (wenn man die <em>Martlet 4<\/em> genau nachbaut) spinstabilisiert ist. Damit wird eine konstante Energieversorgung w&auml;hrend des Fluges gew&auml;hrleistet.? Die Kommunikation und &Uuml;bermittlung von Messdaten kann mit einem Radiosender durchgef&uuml;hrt werden, der auch wie die sonstige Elektronik &#8222;beschleunigungsgesichert&#8220; ist. Hier muss man je nach dem, welche Experimente an Bord sind einen eher st&auml;rkeren oder schw&auml;cheren Sender w&auml;hlen (eine &Uuml;bertragung von Live-Bildern z.B. w&uuml;rde nat&uuml;rlich einen Sender ben&ouml;tigen, der eine hohe Datenrate hat). Weil der Flug ca. eine Stunde dauert, und die Sonde konstant rotiert, sollte eine aktive Temperaturkontrolle des Innenraums nicht n&ouml;tig sein.<\/p>\n<p>Diese drei Elemente (Energieversorgung, Kommunikation und Thermokontrolle) bilden schon eine Art &#8222;Bus&#8220;, auf dem verschiedene Experimente montiert werden k&ouml;nnen. Welche Experimente das sein k&ouml;nnten, werde ich im zweiten Teil diskutieren. Ebenfalls im zweiten Teil wird enthalten sein: Eine Variation des eben beschriebenen Bus, die es m&ouml;glich machen k&ouml;nnte, Experimente zur&uuml;ck zur Erde zu bringen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Kevin Glinka 1967 sollte der Traum von Gerald Bull endlich in Erf&uuml;llung gehen: Der kanadische Ingenieur hatte schon mehrere Jahre auf der Insel Barbados mit einer 40cm-Schiffskanone Projektile zu wissenschaftlichen Zwecken verschossen. Mit der Martlet 4 sollte eine dreistufige Feststoffrakete abgeschossen werden, die dann einen 25 kg schweren Satelliten in den Erdorbit einschie&szlig;en sollte. 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