{"id":2320,"date":"2010-02-24T10:06:38","date_gmt":"2010-02-24T09:06:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2010\/02\/24\/der-titan-rover-teil-1\/"},"modified":"2010-02-24T10:11:52","modified_gmt":"2010-02-24T09:11:52","slug":"der-titan-rover-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2010\/02\/24\/der-titan-rover-teil-1\/","title":{"rendered":"Der Titan Rover Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Derzeit geht es mir nicht besonders gut. Seit einer Woche bin ich ziemlich m&uuml;de und jetzt habe ich mir noch eine Erk&auml;ltung eingefangen. Daher heute nur ein kurzer Blog. Wenigstens habe ich eine Baustelle hinter mir, denn seit Sonntag ist das Skript f&uuml;r das ISS\/ATV Buch beim ersten Korrekturleser. Ich bin froh dass damit nicht nur eine Baustelle geschlossen ist und von den Projekten, die ich noch vom letzten Jahr offen habe, das zweite erst mal abgeschlossen ist (wenn auch nicht ganz, denn ich muss es ja nochmals durchlesen und alle Bilder noch einf&uuml;gen). Vor allem war das Thema so frustrierend. Je mehr man sich damit besch&auml;ftigt um so mehr muss man sich an den Kopf langen, wie man ein Projekt so vergeigen kann. Daher wird so schnell mehr zu diesem Thema kommen. Auch weil sich seit einiger Zeit auf dem Blog zwei Trolle herumtreiben, die jeden Blog der mit bemannter Raumfahrt zu tun hat, nutzen um das Thema in eine Richtung zu ziehen, die gerade Ihnen in den Kram passt.<\/p>\n<p>Ich habe mir vorgenommen mal einige der Missionen meines Programms zur unbemannten Planetenerkundung skizzieren. Heute beginne ich mit dem Titan Rover, wobei ich die Mission grob skizzieren und abgrenzen will. Warum einen Titan Rover? Nun nat&uuml;rlich um den Titan zu erkunden. Wir wissen heute, dass es auf dem Titan Seen und Fl&uuml;sse gibt, Formationen die durch Wind und Fl&uuml;ssigkeiten geformt wird. Dabei ist die Oberfl&auml;che nicht vom Orbit aus direkt einsehbar. Wir sollten also da hin und es uns vor Ort ansehen. Vor allem weil sich dort eine Chemie entwickelt hat, die es auf der Erde nicht gibt mit der Basis von Kohlenwasserstoffen anstatt von Wasser,<\/p>\n<p>Es g&auml;be nun mehrere M&ouml;glichkeiten die Erkundung des Titan zu forcieren. Ich will hier die Alternativen mal kurz skizzieren.<!--more--><\/p>\n<h3>Titan Orbiter<\/h3>\n<p>Es g&auml;be die M&ouml;glichkeit der Fernerkundung mit einem Radar und abbildenden Infrarotspektrometern. Das Hauptproblem: Um einen Orbit zu erreichen, braucht man viel Treibstoff oder viel Zeit. Ich habe mich mal dran versucht, bin aber selbst mit Aerobraking nicht zu einer wirklich leichten Sonde gekommen. Da w&auml;re schon &uuml;berlegbar ob man als Alternative nicht im Saturnorbit bleibt und den Titan jeweils einmal alle zwei Wochen auf einem synchronen Orbit anfliegt und nur w&auml;hrend der Ann&auml;herung Aufnahmen macht und diese mit niedriger Datenrate dann zur Erde sendet. Aufgrund der hohen Datenrate von IR-Spektrometern und Radar verliert man nicht so viel dabei, kommt aber mit einer deutlich leichteren Sonde aus. Also: Nicht attraktiv bevor man nicht den Treibstoffverbrauch gravierend senken kann.<\/p>\n<h3>Titan Ballon<\/h3>\n<p>Eine zweite Alternative ist ein Ballon. F&uuml;r einen Betrieb eines Ballons ist Titan fast ideal: Die Atmosph&auml;re ist am Boden zehnmal dichter als auf der Erde. Das bedeutet dass ein relativ kleiner Ballon schon ausreicht um eine kleine Sonde &uuml;ber die Oberfl&auml;che schweben zu lassen. Sie k&ouml;nnte dann Aufnahmen der Oberfl&auml;che machen, ihre Bewegung gibt Informationen &uuml;ber die Winde. Messungen der Atmosph&auml;re (Aerosole, Temperatur, Druck k&ouml;nnten erfolgen. Eventuell kann die Sonde auch einige Male landen und vor Ort Untersuchungen machen.<\/p>\n<p>So attraktiv dies ist. Es gibt ein gro&szlig;es ABER: Die Datenrate. Eine am Ballon h&auml;ngende Sonde kann keine Richtantenne benutzen. Damit ist die Datenrate aus Saturnentfernung recht klein oder es ist erneut ein Orbiter n&ouml;tig der die Daten &uuml;ber einige Minuten pro Tag mit hoher Datenrate empf&auml;ngt und zur Erde weiterleitet. Das Projekt ist interessant, aber nur wenn es zusammen mit einem Orbiter gestartet wird.<\/p>\n<h3>Station&auml;rer Lander<\/h3>\n<p>Der n&auml;chste Schritt ist der station&auml;re Lander. Er erscheint als der erste logische Schritt. Huygens &uuml;berlebte die Landung problemlos. Durch die dichte Atmosph&auml;re ist auch die Landung recht einfach. Ein Lander hat auch den Vorteil, dass er viel mehr Instrumente tragen kann. Das Hauptproblem ist aber seine Unbeweglichkeit. Die interessantesten Stellen sind Flussbette, Seen. Auf diesen kann man aber nicht landen. Ein Lander k&ouml;nnte untergehen und wenn man den Sicherheitsabstand halten will sonst einige Kilometer vom Zielgebiet landen. Daher ist ein Lander nur die zweitbeste L&ouml;sung, auch wenn er als der n&auml;chste Schritt nach einer Atmosph&auml;rensonde erscheint.<\/p>\n<h3>Missionsszenario<\/h3>\n<p>Der Rover sollte direkt auf dem Titan landen, &auml;hnlich wie die letzten Rover. Eine einfache &#8222;Cruise Stage&#8220; soll f&uuml;r Kurskorrekturen und Kommunikation sorgen. Sie k&ouml;nnte auch, da Saturn schon drei Monaten vor der Ann&auml;herung von den Fernerkundungsinstrumenten erfasst werden kann einige Instrumente fassen wie Kamera und abbildendes IR Spektrometer. Sie kann dann auf Titan vergl&uuml;hen oder nach der Abtrennung zum Saturn weiterfliegen (mittels Batterien w&auml;re ein Betrieb &uuml;ber einige Tage m&ouml;glich. Interessant w&auml;re eine Passage des Ringsystems (Nahaufnahmen, Zerst&ouml;rung?) oder Aufschlag auf dem Saturn.<\/p>\n<p>Der Rover landet dann durch Fallschirm. Eine Landung ist mit Airbags oder mit einem kleinen Raketenantrieb m&ouml;glich, da der Fallschirm vorher abgetrennt werden muss, damit er nicht auf dem Lander niedergeht.<\/p>\n<p>Der Lander wird dann in einem Zyklus von 16 Tage betrieben, entsprechend einem Titan Tag (8 Tage Bewegung und Untersuchung, 8 Tage Ruhe). Da von Saturn aus die Erde sich immer nahe der Sonne befindet, fallen Tag und Kommunikationsverbindung zusammen. Eine genaue Beschreibung folgt in Teil 2.<\/p>\n<h3>Wie zu Saturn gelangen?<\/h3>\n<p>Es gibt hier einige M&ouml;glichkeiten. Es spricht viel daf&uuml;r, dass ein Titan Lander in etwa so schwer wie ein Mars Rover wird, also rund 1 t zum Saturn bef&ouml;rdert werden m&uuml;ssen. Daf&uuml;r gibt es prinzipiell drei M&ouml;glichkeiten:<\/p>\n<ul>\n<li>Direkter Start: Macht eine Tr&auml;gerrakete der gr&ouml;&szlig;ten Klasse notwendig: Atlas 551 oder Ariane 5 \/ Proton (diese jeweils mit einer Oberstufe). Reisezeit: bis zu 6 Jahre<\/li>\n<li>Swing-By: Umweg &uuml;ber mehrere Venus\/Erde Swing-Bys: Erfordert mehr Treibstoff f&uuml;r Anpassungen der Bahn. Jedoch reicht nun auch eine Sojus 2b oder Delta 2 Heavy \/ Atlas 401. Reisezeit: 7-8 Jahre.<\/li>\n<li>Swing-By &uuml;ber Jupiter: Eine Besonderheit ergibt sich beim Start 2016\/7, dann kann der Jupiter die Sonde beschleunigen und die Reisezeit verk&uuml;rzen. Dies wurde zuletzt von Cassini genutzt. Neben einer geringeren Startgeschwindigkeit sind so einige Monate Jupiterbeobachtungen m&ouml;glich. Reisezeit: 4-5 Jahre.<\/li>\n<li>Ionenantrieb: Entweder von der Erdumlaufbahn oder Sonnenumlaufbahn m&ouml;glich (kombinierbar mit Swing-By oder nicht). Die von mir favorisierte L&ouml;sung. Reisezeit: Variabel<\/li>\n<\/ul>\n<p>Soviel zu den Grundlagen. Morgen dann mehr &uuml;ber die Mission selbst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Derzeit geht es mir nicht besonders gut. Seit einer Woche bin ich ziemlich m&uuml;de und jetzt habe ich mir noch eine Erk&auml;ltung eingefangen. Daher heute nur ein kurzer Blog. Wenigstens habe ich eine Baustelle hinter mir, denn seit Sonntag ist das Skript f&uuml;r das ISS\/ATV Buch beim ersten Korrekturleser. 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