{"id":2469,"date":"2010-04-19T02:35:30","date_gmt":"2010-04-19T01:35:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=2469"},"modified":"2010-03-27T23:39:31","modified_gmt":"2010-03-27T22:39:31","slug":"die-progress-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2010\/04\/19\/die-progress-teil-1\/","title":{"rendered":"Die Progress (Teil 1)"},"content":{"rendered":"<p><!-- \t\t@page { margin: 2cm } \t\tH1 { margin-top: 0cm; margin-bottom: 0.21cm; border: none; padding: 0cm; color: #000000; background: transparent; line-height: 0.64cm; text-align: left; page-break-inside: avoid; widows: 2; orphans: 2; text-decoration: none; page-break-before: always; page-break-after: auto } \t\tH1.western { font-family: \"Fontin Sans SC\", monospace; font-size: 16pt; so-language: de-DE; font-style: normal } \t\tH1.cjk { font-family: \"Fontin Sans SC\", monospace; font-size: 18pt; so-language: de-DE; font-style: normal } \t\tH1.ctl { font-family: \"Fontin Sans SC\", monospace; font-size: 18pt; so-language: de-DE; font-style: normal } \t\tH2 { margin-top: 0cm; margin-bottom: 0.21cm; border: none; padding: 0cm; color: #000000; background: transparent; line-height: 0.64cm; text-align: left; page-break-inside: avoid; widows: 2; orphans: 2; text-decoration: none; page-break-before: always; page-break-after: auto } \t\tH2.western { font-family: \"Fontin Sans SC\", monospace; font-size: 14pt; so-language: de-DE; font-style: normal } \t\tH2.cjk { font-family: \"Fontin Sans SC\", monospace; font-size: 16pt; so-language: de-DE; font-style: normal } \t\tH2.ctl { font-family: \"Fontin Sans SC\", monospace; font-size: 16pt; so-language: de-DE; font-style: normal } \t\tH3 { margin-top: 0cm; margin-bottom: 0.21cm; border: none; padding: 0cm; color: #000000; background: transparent; line-height: 0.64cm; text-align: left; page-break-inside: avoid; widows: 2; orphans: 2; text-decoration: none; page-break-before: auto; page-break-after: auto } \t\tH3.western { font-family: \"Fontin Sans SC\", monospace; font-size: 12pt; so-language: de-DE; font-style: normal } \t\tH3.cjk { font-family: \"Fontin Sans SC\", monospace; so-language: de-DE; font-style: normal } \t\tH3.ctl { font-family: \"Fontin Sans SC\", monospace; so-language: de-DE; font-style: normal } \t\tTD P { margin-bottom: 0cm; background: transparent; text-align: left; widows: 0; orphans: 0; page-break-before: auto } \t\tTD P.western { font-family: \"Arial Narrow\", sans-serif; font-size: 9pt } \t\tTH P { margin-bottom: 0cm; background: transparent; widows: 0; orphans: 0; page-break-before: auto } \t\tTH P.western { font-family: \"Arial Narrow\", sans-serif; font-size: 9pt } \t\tP { margin-bottom: 0.21cm } --><\/p>\n<h2 lang=\"de-DE\">Der Progress Raumtransporter<\/h2>\n<p>Die Progress (russisch: ???????? f&uuml;r ?Fortschritt?) Raumtransporter sind heute schon in der vierten Generation im Einsatz. Die UdSSR setzte sie erstmals 1978 ein, um bei Saljut 6 die Arbeitsdauer zu erweitern. Saljut 1-5 waren mit einem Vorrat an Verbrauchsg&uuml;tern ge?startet worden. Das war unwirtschaftlich. Waren sie verbraucht, so war die Raumstation nutzlos. So war auch die Aufenthaltsdauer beschr&auml;nkt. Daher markiert der Start von Progress 1 auch eine Wende im russischen Raumfahrtprogramm. Immer l&auml;ngere Aufenthalte auf den Raumstationen wurden nun m&ouml;glich. Gastbesatzungen konnten Saljut und sp&auml;ter Mir besuchen. Die Raumstationen wurden nun gr&ouml;&szlig;er und aus mehreren Modulen aufgebaut. Progress Transporter konnten auch den Treibstoff liefern, um den Orbit regelm&auml;&szlig;ig anzuheben.<\/p>\n<p>Der Progress Transporter ist ein umgebautes Sojus Raumschiff, bei dem alle Systeme entfernt wurden, die f&uuml;r eine Besatzung erforderlich sind. Kein Teil des Raumschiffs &uuml;bersteht einen Wiedereintritt. Der Transporter besteht aus drei Sektionen:<\/p>\n<p>Der vorderste Teil von Progress ist das unter Druck stehende <strong>Frachtmodul<\/strong> (Progress GO russisch: ???????? ?????) mit der Luftschleuse und dem Kopplungsadapter zur ISS. Hier befindet sich die Fracht, die unter Druck stehen muss, also Nahrung, Kleidung, Werkstoffe, aber auch Wasser und Gase in Beh&auml;ltern. Der aktive Docking-Adapter vom Typ ?SSWP-M 8000? koppelt an einen passiven des Typs ?SSWP G4000? an. Es ist der gleiche Typ, den auch ATV und Sojus einsetzen. Diese Sektion ist aus der Orbitalsektion der Sojus Kapsel entstanden. Sie besteht aus einer Kugel mit zwei vorne und hinten angebrachten Zylinderst&uuml;mpfen. Der Vordere enth&auml;lt die Systeme zum Ankoppeln und hat eine L&auml;nge von 0,50 m bei einem maximalen Durchmesser von 1,35 m.<!--more--><\/p>\n<p>Der hintere Zylinder ist k&uuml;rzer und verbindet das Frachtmodul mit der folgenden <strong>Tanksektion<\/strong> (Progress OKD, russisch: ????? ??????????? ??????????). Diese enth&auml;lt die Treibstoffe, welche zur ISS umgepumpt werden. Diese Trennung verhindert eine Kontamination des Druckteils mit den giftigen Treibstoffen, falls es ein Leck gibt.<\/p>\n<p>Bei dem Sojus Raumschiff befindet sich hier die Wiedereintrittskapsel. Auch wenn die Form identisch zu dieser ist, so handelt es sich bei der Progresskapsel um eine leichtgewichtige Struktur, anders als die massive Kapsel der Sojus. Sie muss weder einen Innendruck aufrecht erhalten, noch enth&auml;lt sie einen Hitzeschutzschild. Daher wiegt sie nur 800 anstatt 2.900 kg. Durch diese Gewichtseinsparung ist es m&ouml;glich, mehr Fracht zu bef&ouml;rdern. Die Tanksektion verf&uuml;gt &uuml;ber sechs Triebwerke, welche zur Lageregelung und als Backup f&uuml;r die Steuertriebwerke in der Servicesektion dienen. Sie werden durch die katalytische Spaltung von Wasserstoffperoxid angetrieben.<\/p>\n<p>Der letzte Teil ist das von der Sojus weitgehend unver&auml;ndert &uuml;bernommene <strong>Servicemodul<\/strong>. Es bef&ouml;rdert den Progresstransporter zur ISS und bringt ihn nach beendeter Mission zum Vergl&uuml;hen. Diese Sektion (Progress PAO, russisch: ????????- ?????????? ?????) enth&auml;lt auch die Solarzellen, welche den Strom liefern, und Batterien f&uuml;r den Betrieb im Erdschatten. Das Servicemodul besteht aus einem Zylinder mit einem Durchmesser von 2,15 m an der Basis und einem Adapter zur Tr&auml;gerrakete, welcher einen maximalen Durchmesser von 2,72 m aufweist. Ver&auml;ndert wurde die Befestigung. Da das Servicemodul nicht vor dem Wiedereintritt abgekoppelt wird, wurde der Gitterrohradapter der bei der Sojus eingesetzt wird durch eine feste Verbindung ersetzt.<\/p>\n<p>14 Triebwerke dienen der Feinsteuerung, vier weitere Triebwerke der Ver&auml;nderung der Rollachse. Der Hauptantrieb ist ein Triebwerk vom Typ KTDU-80 mit 3,92 kN Schub. Alle Systeme sind redundant ausgelegt. Von den 2.654 kg, welches das Servicemodul wiegt, entfallen alleine 305?kg auf die beiden Haupttriebwerke. Mit dem Servicemodul kann der Frachter auch die Bahn der Station anheben, allerdings verf&uuml;gt er &uuml;ber nicht sehr viel Reboosttreibstoff.<\/p>\n<p lang=\"de-DE\">\n<h3 lang=\"de-DE\">Ankopplung<\/h3>\n<p>Die Ankopplung der Progress geschieht mit dem Kurs System. Das Kurs System sendet Radarimpulse von verschiedenen Antennen aus. Eine parabolische Richtantenne empf&auml;ngt die reflektierten Impulse. An den Ankopplungsstellen gibt es dazu einen passiven Teil, der daf&uuml;r sorgt, dass Interferenzen minimiert werden und sich die Signalqualit&auml;t erh&ouml;ht. Aufgrund der Laufzeitunterschiede, Signalst&auml;rke und Empfangsrichtung kann der Bordcomputer nun die relative Position, Ausrichtung und Geschwindigkeit von Progress und Kopplungsstelle berechnen.<\/p>\n<p>Das erste System, das zur Ankopplung eingesetzt wurde, war Igla. Es arbeitete auch mit Radiowellen um Abstand und Geschwindigkeit zu bestimmen, war aber noch nicht f&auml;hig, automatisch anzukoppeln und musste halbautomatisch gesteuert werden. Kurs wurde f&uuml;r die Ankopplung von Buran an die Mir entworfen. Es wurde ab 1985 eingesetzt. Es arbeitet vollautomatisch, auch bei den Sojus Fl&uuml;gen. Nachdem es sich bei den Sojus Raumschiffen &uuml;ber vier Jahre bew&auml;hrte, wurde es auch bei den Progressfrachtern eingesetzt.<\/p>\n<p>Als Backup gibt es eine manuelle Steuerung im Swesda Modul, das TORU-System (<strong>T<\/strong>elerobotically <strong>O<\/strong>perated <strong>R<\/strong>endezvous <strong>U<\/strong>nit). Bisher wurde zweimal ein Frachter manuell an die ISS angekoppelt. An dem Swesda Modul gibt es eine Zielmarkierung mit einem Kreuz. Eine Videokamera im Frachter nimmt dieses auf, wobei das Kreuz in der Mitte gehalten werden muss. Dieses Bild, erg&auml;nzt durch eingeblendete Informationen, &uuml;ber die mittels Kurs ermittelte Geschwindigkeit und Position, wird &uuml;ber UHF Funk zur ISS &uuml;bertragen, wo in der Swesda ein Kosmonaut an dem Kontrollpult von TORU die Ann&auml;herung verfolgt und gegebenenfalls korrigiert.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" style=\"border: 0pt none;\" src=\"\/img\/Progress_M-52.jpg\" border=\"0\" alt=\"\" align=\"LEFT\" \/><br \/>\n<span style=\"font-family: Georgia,serif;\"><span style=\"font-size: xx-small;\">Abbildung \t3: Progress M-52 vor der Ankopplung an die ISS ? des Fotos: NASA<\/span><\/span><\/p>\n<table border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"5\" width=\"100%\" bordercolor=\"#000000\">\n<col width=\"128*\"><\/col>\n<col width=\"128*\"><\/col>\n<thead>\n<tr>\n<th colspan=\"2\" width=\"100%\" valign=\"TOP\">Progress<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">L&auml;nge gesamt:<\/td>\n<td width=\"50%\">7,20 ? 7,48 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Maximaler Durchmesser:<\/td>\n<td width=\"50%\">2,72 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Startgewicht ohne Fracht:<\/td>\n<td width=\"50%\">4.920 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Fracht:<\/td>\n<td width=\"50%\">2.230?kg (typisch) 3.200?kg \t\t\t\t(maximal)<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Startgewicht:<\/td>\n<td width=\"50%\">7.020 ? 7.450 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th colspan=\"2\" width=\"100%\" valign=\"TOP\">Frachtmodul<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">L&auml;nge:<\/td>\n<td width=\"50%\">2,98 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Durchmesser:<\/td>\n<td width=\"50%\">2,70 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Volumen:<\/td>\n<td width=\"50%\">6,50 m?<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Trockengewicht:<\/td>\n<td width=\"50%\">1.180 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Maximales Startgewicht:<\/td>\n<td width=\"50%\">2.520 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Fracht:<\/td>\n<td width=\"50%\">Maximal 1.340 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th colspan=\"2\" width=\"100%\" valign=\"TOP\">Tanksektion<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">L&auml;nge:<\/td>\n<td width=\"50%\">2,05 m ? 2,20 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Durchmesser:<\/td>\n<td width=\"50%\">2,17 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Trockengewicht:<\/td>\n<td width=\"50%\">780 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Maximales Startgewicht:<\/td>\n<td width=\"50%\">2.480 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Fracht:<\/td>\n<td width=\"50%\">Maximal 1.700 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Triebwerke:<\/td>\n<td width=\"50%\">6 Lagereglungstriebwerke mit je 98 N Schub<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<th colspan=\"2\" width=\"100%\" valign=\"TOP\">Servicemodul<\/th>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">L&auml;nge:<\/td>\n<td width=\"50%\">2,17 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Durchmesser:<\/td>\n<td width=\"50%\">2,72 m Spannweite, 10,60 m mit Solarzellen<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Stromversorgung:<\/td>\n<td width=\"50%\">Solarzellen (10 m?) + Batterien 600 W \t\t\t\tDauerleistung<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Trockengewicht:<\/td>\n<td width=\"50%\">2.054 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Maximales Startgewicht:<\/td>\n<td width=\"50%\">2.934 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr valign=\"TOP\">\n<td width=\"50%\">Triebwerke:<\/td>\n<td width=\"50%\">14 Korrekturtriebwerke mit je 98 N Schub<\/p>\n<p>4 Steuertriebwerke f&uuml;r die Rollachsenregelung<\/p>\n<p>2 Haupttriebwerke mit je 3,92 kN Schub<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3 lang=\"de-DE\"><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Progress Raumtransporter Die Progress (russisch: ???????? f&uuml;r ?Fortschritt?) Raumtransporter sind heute schon in der vierten Generation im Einsatz. Die UdSSR setzte sie erstmals 1978 ein, um bei Saljut 6 die Arbeitsdauer zu erweitern. Saljut 1-5 waren mit einem Vorrat an Verbrauchsg&uuml;tern ge?startet worden. Das war unwirtschaftlich. Waren sie verbraucht, so war die Raumstation nutzlos. 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