{"id":3599,"date":"2010-10-15T01:42:04","date_gmt":"2010-10-14T23:42:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=3599"},"modified":"2010-10-14T13:44:16","modified_gmt":"2010-10-14T11:44:16","slug":"nicht-immer-ist-ein-hoher-spezifischer-impuls-wichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2010\/10\/15\/nicht-immer-ist-ein-hoher-spezifischer-impuls-wichtig\/","title":{"rendered":"Nicht immer ist ein hoher spezifischer Impuls wichtig&#8230;."},"content":{"rendered":"<p>Was wirklich? Was soll denn das hei&szlig;en? Nun es gibt tats&auml;chlich eine Ausnahme, n&auml;mlich wenn die Energie nicht im Treibstoff schlummert, sondern selbst aufgebracht werden muss, also bei elektrischen Antrieben.<\/p>\n<p>Nun man kann das ganze ganz einfach erkl&auml;ren: Die Energie die man braucht, um Materie auf eine bestimmte Geschwindigkeit zu beschleunigen berechnet sich nach E = m*v?<!--more--><\/p>\n<p>Das bedeutet wenn ein Ionenantrieb eine erh&ouml;hte Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit (v) erreichen will, so steigt der Energiebedarf quadratisch pro Masseeinheit an. Nat&uuml;rlich korrespondiert eine erh&ouml;hte Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit mit einem geringeren Treibstoffverbrauch. Doch solange (und das ist zumeist gegeben) die Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit viel gr&ouml;&szlig;er als der Geschwindigkeitsbedarf ist, nimmt der Treibstoffbedarf eher linear ab.<\/p>\n<p>Es gibt auch einen Zusammenhang bei Ionentriebwerken. Es gilt:<\/p>\n<p>c = w * 2L \/ S<\/p>\n<p>c: Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit in m\/s<br \/>\nw: Wirkungsgrad (0&#8230;1)<br \/>\nL: Leistung in Watt<br \/>\nS: Schub in N<\/p>\n<p>Sind elektrische Leistung, Wirkungsgrad bekannt und gegeben so vereinfacht sich die Gleichung auf:<\/p>\n<p>c = const \/ S<\/p>\n<p>Das bedeutet ein hoher Schub und eine hohe Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit schlie&szlig;en sich gegenseitig aus. Das hat Folgen. Da eine gewisse Endgeschwindigkeit ben&ouml;tigt wird und das Raumfahrzeug auch ein gewisses Gewicht aufweist ist klar, dass bei abnehmenden Schub es immer l&auml;nger dauern wird eine bestimmte Endgeschwindigkeit zu erreichen.<\/p>\n<p>Nun k&ouml;nnte man auf die Idee kommen die Sache anders anzugehen. Wenn eine doppelt so hohe Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit eine doppelt so hohe Leistung erfordert, dann muss einfach die Stromversorgung st&auml;rker ausgelegt sein. Die Sache hat nur einen Haken: Heute verf&uuml;gbare Systeme wiegen erheblich mehr als das ganze Triebwerk oder der Treibstoff. Ein Ionentriebwerk von EADS hat z.B. einen Stromverbrauch von 5 kW und wiegt 7 kg. Bei den leistungsf&auml;higsten Solargeneratoren, die heute im Einsatz sind betr&auml;gt die Leistung aber maximal 80 W\/kg. Der Solargenerator der 5 kW Leistung liefert w&uuml;rde also mindestens? 62,5 kg wiegen, nahezu zehnmal mehr als das Triebwerk selbst. Nukleare Energieversorgung ist auch keine L&ouml;sung den deren Leistung ist noch geringer, gemessen pro Kilogramm Gewicht des Reaktors.<\/p>\n<p>Darum ist es nicht sinnvoll eine sehr hohe Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit anzustreben. Es ist ja seit den sechziger Jahren bekannt wie eine Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit von 200 km\/s erreicht werden kann, der letzte theoretische Versuch ist das ESA Triebwerk DS4G. Wahrscheinlich geht es mit noch mehr Beschleunigungsstufen (die Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit ist zumeist von der erzielbaren Spannungsdifferenz auf einer Strecke begrenzt) noch h&ouml;her. Doch auch die Autoren des DS4G propagieren dieses f&uuml;r interstellare Missionen wenn diese Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit ben&ouml;tigt wird.<\/p>\n<p>Eine zweite M&ouml;glichkeit w&auml;re bei bemannten Missionen, die ein Platzproblem haben: Der Schub eines herk&ouml;mmlichen Ionentriebwerks mit einer Beschleunigungsstrecke ist begrenzt auf 0,5 mN\/cm?. W&uuml;rde man also f&uuml;r eine Marsexpedition eine Ares V mit 10 m Durchmesser benutzen l&auml;ge der maximale Schub bei ca 390 N. Die Konstruktion des DS4G mit zwei Beschleunigungsstrecken w&uuml;rde diese Energiedichte um den Faktor 20 erh&ouml;hen. Allerdings bleibt die Frage wo die elektrische Leistung herkommt.<\/p>\n<p>Es gibt also ein Optimum f&uuml;r die Strahlgeschwindigkeit. Sie liegt bei<\/p>\n<p>copt?= Sqrt(2* t \/ 1000 * a0) [km\/s]<\/p>\n<p>copt?: optimale Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit in m\/s<br \/>\nt: gesamte Antriebsdauer in s<br \/>\na0: Koeffizient aus Sondengewicht in kg und Leistung in kW: a0?= Sondengewicht [kg]\/Leistung [kW]<\/p>\n<p>F&uuml;r Marsrundreisen z.B. 20 &#8211; 60 km\/s f&uuml;r einen Orbiter im Jupitersystem 80-100 km\/s. Wenn es nicht so weit gehen soll, wie z.B. bei SMART-1 nur zum Mond so reicht auch eine Ausstr&ouml;mgeschwindigkeit von nur 10 km\/s. Dasselbe d&uuml;rfte wohl auch f&uuml;r reine Lageregelungszwecke gelten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was wirklich? Was soll denn das hei&szlig;en? Nun es gibt tats&auml;chlich eine Ausnahme, n&auml;mlich wenn die Energie nicht im Treibstoff schlummert, sondern selbst aufgebracht werden muss, also bei elektrischen Antrieben. 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