{"id":3612,"date":"2010-10-18T00:16:19","date_gmt":"2010-10-17T22:16:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=3612"},"modified":"2010-10-18T00:17:31","modified_gmt":"2010-10-17T22:17:31","slug":"der-ideale-zubringer-fuer-die-iss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2010\/10\/18\/der-ideale-zubringer-fuer-die-iss\/","title":{"rendered":"Der ideale Zubringer f&uuml;r die ISS"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; und zwar nur f&uuml;r bemannte Missionen. Nun soll ja die Orion durch ein neues System ersetzt werden. Der kommerzielle Crewtransport soll es richten. Doch kann man Menschen wirtschaftlich zur ISS bef&ouml;rdern (zumindest im Westen)?<\/p>\n<p>Ja man kann. Indem man die gleichen &Uuml;berlegungen anstellt wie bei unbemannten Gef&auml;hrten und dann noch den Sicherheitsaspekt mit einbezieht. Was z&auml;hlt ist neben der Sicherheit die Kosten pro Crew Sitz, also was kostet es einen Astronauten zur ISS zu bringen? Die Gesamtrechnung k&ouml;nnte nat&uuml;rlich grunds&auml;tzlich anders laufen als bei unbemannten Projekten, aber ich vermute es wird nicht so. Und eine Tatsache ist, dass die Kosten pro Raumfahrzeug ansteigen je gr&ouml;&szlig;er es ist. Man mag ja als Laie denken, wenn ein Satellit doppelt so gro&szlig; sein kann, dann k&ouml;nnen die Hersteller ihn billiger bauen. Aber das scheint nicht gegeben zu sein. So denke ich wird ein kleines Gef&auml;hrt g&uuml;nstiger sein als ein gro&szlig;es. Es wird dann auch eine kleinere Tr&auml;gerrakete ben&ouml;tigt. Des weiteren haben die Kapseln an die gedacht wird wie Kegelform oder Glockenform eine sehr ung&uuml;nstige Formgebung, die es anders als bei einem Zylinder nicht einfach erlaubt den zus&auml;tzlichen Platz effektiv mit mehr Personen zu f&uuml;llen (es hat Gr&uuml;nde, warum Passagierkabinen in Flugzeugen zylindrisch sind und nicht kegelf&ouml;rmig&#8230;.)<!--more--><\/p>\n<p>Wird ein Servicemodul gebraucht? Wenn es nur zur ISS geht und zur&uuml;ck, dann eigentlich nicht. Das Raumfahrzeug ist dann einige Stunden bis vielleicht 2-3 Tage im All. Daf&uuml;r reichen einige auswechselbare LiOH Kanister, einige Liter Wasser, etwas Nahrung und einige Urin\/Kotbeutel. F&uuml;r die Stromversorgung je nach Kosten Solarzellen oder Batterien. Es ist mir sowieso bis heute ein R&auml;tsel, wie die NASA in den sechziger Jahren nach 3-4 Uml&auml;ufen an eine Agena andocken konnte, nach 2 Uml&auml;ufen zum Mond aufbrechen und heute einige Tage f&uuml;r das Ankoppeln an die ISS braucht. Aber heute geht dort alles viel viel langsamer als damals.<\/p>\n<p>In einer kleinen Kapsel sind die Astronauten nat&uuml;rlich zusammengezw&auml;ngt, aber das l&auml;sst sich f&uuml;r einige Stunden aushalten. Es geht nicht um Bequemlichkeit, sondern einen Zubringer der m&ouml;glichst wenig wiegt oder bei gegebenem Gewicht m&ouml;glichst viele Sitze bietet. Ohne Servicemodul offeriert eine Kapsel auch die M&ouml;glichkeit der Wiederverwendung &#8211; okay die Kapsel ist sicher nicht so teuer, das ist ein Aluminiumhohlk&ouml;rper, wird der in Serie hergestellt, dann kann das nicht so teuer sein. Aber die ganze Elektronik darin ist nicht gerade billig. Was her muss ist dann noch ein Hitzeschutzschild der ausgewechselt werden kann. Ohne Servicemodul mit auswechselbarem Hitzeschutzschild sollet auch die Wiederverwendung m&ouml;glich sein<\/p>\n<p>Es gibt sogar die M&ouml;glichkeit, dass eine Kapsel billiger als ein unbemannter Transporter ist &#8211; zumindest vom Prinzip her. W&auml;hrend dort n&auml;mlich alles automatisch laufen muss, kann bei einem bemannten Transporter der Mensch eingreifen und zumindest ein Man&ouml;ver rechtzeitig abbrechen. Leider ist es in der Praxis genau anders rum. Bemannte Raumfahrzeuge sind immer teurer als unbemannte.<\/p>\n<p>Apollo wog 6 t und hatte bei Rettungsmissionen Platz f&uuml;r 5 Personen, wenn der mittlere Sitz nicht f&uuml;r Ausr&uuml;stung gen&uuml;tzt wird, sogar sechs. Apollo war dabei gro&szlig;: 3,90 m Durchmesser, die Sojus fasst auch drei Kosmonauten bei nur 2,17 m Durchmesser. Also f&uuml;r ein paar Stunden als reiner Zubringer w&auml;ren in einer Kapsel von der Gr&ouml;&szlig;e der Apollo sicher auch acht Personen unterzubringen.<\/p>\n<p>Die Kapsel wog 6 t. Dazu kommt dann noch Treibstoff und Lebenserhaltungssysteme und die Astronauten. Das macht sicher 2 t aus. Dann ist man bei einem Raumschiff fas kompatibel zu der Falcon und Taurus ist, oder der Sojus wenn man nicht gerade an einer Tr&auml;gerrakete h&auml;ngt.<\/p>\n<p>So was &auml;hnliches plant auch Boeing mit dem CST-100. Das wichtigste ist aber nicht die Technik. Das wichtigste ist das es nicht die NASA macht. Warum? Die NASA hat seit dem Verlust der Challenger und Columbia das Muffensausen. Sie hat erkannt das die Shuttles nicht das sichere Gef&auml;hrt sind, dass sie gerne h&auml;tte und vor allem welche Folgen ein Verlust von Astronauten bei ihrer Mission heute auf die NASA hat. Daher geht das Pendel in Richtung &uuml;bervorsichtig. Tr&auml;gerraketen die erprobt sind und ohne Fehlstart sind \/Atlas V und Delta IV) werden abgelehnt weil sie rein rechnerisch etwas schlechter da sind als eine noch nie geflogene neue Rakete (Ares I). Dazu kommt das die NASA sich selbst besch&auml;ftigt. Wenn ein Shuttle heute zur ISS fliegt, dann m&uuml;ssen mindestens vier Astronauten an Bord sein &#8211; an einem Raumfahrzeug, das vom Start weg von Computern gesteuert wird und auch weitgehend ohne Menschen fliegen k&ouml;nnte. Eigentlich sollten ja die Leute an Bord der ISS forschen und selbst Touristen wollen keine jahrelange Ausbildung um das Raumfahrzeug zu steuern. Daher sollte an Bord eines Zubringers nur ein Pilot sein &#8211; f&uuml;r die Endann&auml;herung und den Notfall.<\/p>\n<p>Was es geben muss sind Standards. Sicherheitsstandards, Doch diese sind leicht zu umrei&szlig;en:<\/p>\n<ul>\n<li>Sicherheit durch die Konstruktion: sich selbst stabilisierende Auftriebsk&ouml;rper, Fluchtturm etc.<\/li>\n<li>Sicherheit durch Redundanz: Wichtige Systeme doppelt auslegen: Triebwerke, Tanks, Leitungen, Computer<\/li>\n<li>Sicherheit durch &Uuml;berwachung: Kontrolle aller Parameter<\/li>\n<li>Sicherheit durch Erfahrung: Testen, &Uuml;ben und vielleicht jemanden mit dem Bau und Durchf&uuml;hrung betrauen, der das nicht zum ersten Mal macht.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das ist nicht der gro&szlig;e Unterschied zu unbemannten Missionen: Auch dort gibt es Standards um zu gew&auml;hrleisten, dass diese nicht irgendwann verloren gehen. Diese mussten auch erst eingef&uuml;hrt werden, als beide Raumfahrtnationen da Lehrgeld in den fr&uuml;hen sechziger Jahren bezahlten. Es ist nur ein Unterschied in der Zuverl&auml;ssigkeit oder dem Restrisiko. Jede private Raumfahrtfirma die diesen Standards folgt sollte auch kommerzielle Transporte durchf&uuml;hren k&ouml;nnen. Man sollte nur seine Finger von Firmen lassen die bei anderen Projekten mal um Geld zu sparen elementare Sicherheitssysteme eingespart haben&#8230;.<\/p>\n<p>Es muss sich zeigen ob es m&ouml;glich ist. Wogegen ich bin ist sich auf die Sojus zu verlassen. Mal abgesehen, dass es f&uuml;r die NASA ja nicht politisch in Frage kommt. Aber auch wirtschaftlich macht es keinen Sinn. Was passiert, wenn man auf die russischen Dienste angewiesen ist zeigt das Raketengesch&auml;ft: Kaum kann die Sojus von Kourou aus starten und ist sie dadurch auch f&uuml;r GTO Transporte interessant steigen die Herstellungskosten schnell an. ILS h&auml;lt egal wie hoch der Startpreis von Ariane 5 ist immer einen 30-40% Abstand. Die Russen k&ouml;nnen Marktwirtschaft und wenn man auf die Sojus angewiesen ist werden sie schnell teurer (wie gerade auch die NASA feststellt).<\/p>\n<p>Aber dann stehen die wenigsten wieder f&uuml;r reiche Touristen zur Verf&uuml;gung &#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; und zwar nur f&uuml;r bemannte Missionen. Nun soll ja die Orion durch ein neues System ersetzt werden. Der kommerzielle Crewtransport soll es richten. Doch kann man Menschen wirtschaftlich zur ISS bef&ouml;rdern (zumindest im Westen)? Ja man kann. Indem man die gleichen &Uuml;berlegungen anstellt wie bei unbemannten Gef&auml;hrten und dann noch den Sicherheitsaspekt mit einbezieht. 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