{"id":39,"date":"2007-10-09T13:58:51","date_gmt":"2007-10-09T11:58:51","guid":{"rendered":"http:\/\/bernd-leitenberger.de\/blog\/2007\/10\/09\/kohlendioxid\/"},"modified":"2010-05-27T10:58:43","modified_gmt":"2010-05-27T08:58:43","slug":"kohlendioxid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2007\/10\/09\/kohlendioxid\/","title":{"rendered":"Kohlendioxid"},"content":{"rendered":"\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/img\/co2.jpg\" width=\"800\" height=\"582\"\/><\/p>\n<p>Ich habe in den letzten Tagen mit einem amerikanischen E-Mail Partner  &uuml;ber die Klimaerw&auml;rmung diskutiert. Typisch amerikanisch meint er dass wenn  die Folgen auf uns zurollen man sicher eine Technologie hat um ihnen zu  begegnen und alle Vorhersagen bislang sich auch in anderen Bereichen als  Falsch erwiesen haben. Nun das kann so sein, dass man den Lebensstandard  halten kann, doch Folgen f&uuml;r die erde und die Natur wird die Klimaerw&auml;rmung  in jedem Falle haben. Zeit einmal sich mit dem Spurengas Kohlendioxid zu  besch&auml;ftigen.<\/p>\n<p>Kohlendioxid ist eigentlich ein ziemlich seltenes Gas. Derzeit gibt es  381 ppm (parts per Million oder 0.381 %) Kohlendioxid in der Atmosph&auml;re. Als  Wert f&uuml;r die vorindustrielle Zeit gilt einer von 280 ppm. Der Mensch hat  also die Konzentration um lediglich 40 % ge&auml;ndert. doch diese 40 % haben  schon Folgen f&uuml;r das Klima. Das steht fest, auch wenn die Berechnungen  verschiedener Modelle &uuml;ber den Einfluss des Kohlendioxids auseinander gehen.  Wahr ist auch, dass dieser Wert nicht immer so niedrig war. Im Gegenteil  Kohledioxid ist sicher eines der Gase mit der gr&ouml;&szlig;ten Schwankungsbreite in  der Erdgeschichte.<\/p>\n<p>Die urspr&uuml;ngliche Erdatmosph&auml;re bestand zu einem gro&szlig;en Teil aus  Wasserdampf, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff. Der Anteil an  Kohlendioxid betrug damals 10 %, lag also 30 mal h&ouml;her als heute. Seitdem  ist der Gehalt durch die biologische Aktivit&auml;t laufend geringer geworden. Es  gibt eine Reihe von &quot;Senken&quot; f&uuml;r Kohlendioxid Darunter versteht man Prozesse  die Kohlendioxid der Atmosph&auml;re entziehen. G&auml;be es diese nicht, so bliebe  der Gehalt durch den Kreislauf: Pflanzen nehmen Kohlendioxid auf, bauen  Biomasse auf, die Biomasse verrottet oder wird von Tieren gefressen und als  Kohlendioxid ausgeatmet &#8211; konstant.<\/p>\n<p>So bestehen Erd&ouml;l, Erdgas und Kohle aus fossilen Pflanzen. Dadurch wird  der Kohlenstoff der einmal aus der Atmosph&auml;re und damit dem Kohlendioxid  entstammte aus dem Kreislauf entzogen. Die Menge ist enorm: Sie betr&auml;gt etwa  1200 Milliarden tonnen, das meiste davon in Form von Kohle. Die Menge des  atmosph&auml;rischen Kohlendioxids ist mit 800 Milliarden ist im Vergleich dazu  viel geringer.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/img\/temperaturen.jpg\" width=\"564\" height=\"377\"\/><\/p>\n<p>Noch bedeutender ist aber das im Wasser gel&ouml;ste Kohlendioxid. 38000  Milliarden Tonnen befinden sich darin. In der Tat k&ouml;nnte sich der  Treibhauseffekt verst&auml;rken wenn durch die Erw&auml;rmung ein Teil dessen ausgast  (1 % w&uuml;rde schon reichen um den Gehalt in der Erdatmosph&auml;re um 50 %  anzuheben).<\/p>\n<p>Noch viel mehr Kohlenstoff wurde aus dem System entnommen durch  Organismen die ein Kalkskelett bilden. Die Kreidefelsen aus Dover bestehen  aus vielen fossilen Kleinlebewesen. Dazu kommt ausgeschiedener Kalk aus dem  Wasser bedingt durch p.H. &Auml;nderungen bedingt durch Photosyntheseaktivit&auml;t.  Die Menge davon ist gigantisch, zusammen mit dem &Ouml;lschiefer etwa  75.000.000.000 Milliarden Tonnen. Die gesamte Biosph&auml;re hat mit 3800  Milliarden Tonnen dagegen ein Klacks. <\/p>\n<p>Im Laufe der Erdgeschichte hat daher der Anteil des Kohlendioxids sehr  stark geschwankt, denn wie man leicht aus diesen Zahlen entnehmen kann ist  das atmosph&auml;rische Kohlendioxid nur die Spitze eines Reservoirs, allerdings  im Gegensatz zu den Senken hochgradig beweglich, d.h. die Mittlere Zeit die  ein Molek&uuml;l in der Atmosph&auml;re zubringt ist sehr kurz und liegt zwischen 5  und 200 Jahren. Im Vergleich dazu betr&auml;gt die Aufenthaltsdauer eines  Molek&uuml;ls im Ozean zehntausende von Jahre und bei Sedimenten sind es  Millionen von Jahren.<\/p>\n<p>Trotzdem h&auml;ngt unser Klima wesentlich von diesen kleinen Mengen an  Kohlendioxid ab. Heute sind es 100 ppm mehr als vor 200 Jahren. In der  Eiszeit waren es 100 ppm weniger &#8211; und dies reichte aus um die Temperatur um  einige Grad abzusenken. Schauen wir dazu auf die beiden Grafiken. Die  niedrigsten Temperaturen gab es vor 20,140, 260, 340 und 430.000 Jahren. die  niedrigsten Kohlendioxidkonzentrationen vor 25, 140-160, 270 und 350.000  Jahren &#8211; eine direkte Koh&auml;renz ist gegeben. Das gilt auch f&uuml;r die  Warmzeiten. Noch eines sollte uns warnen: Heute ist der Gehalt h&ouml;her als vor  125000 Jahren, dem H&ouml;hepunkt der letzten Warmzeit, als es in Europa z.B.  Nilpferde, Elefanten und andere Tiere gibt die es heute nur in den  Subtropen gibt.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich wird es nicht dabei bleiben: Wir emittierend derzeit sehr viel  Kohlendioxid, mehr als die Pflanzenwelt aufnehmen kann. Pflanzen nehmen  derzeit etwa 1\/4 der weltweiten Kohlendioxid Produktion auf. Doch durch die  h&ouml;heren Temperaturen wachsen sie auch schneller, und nehmen mehr  Kohlendioxid auf &#8211; leider gelangt es nat&uuml;rlich wenn die Pflanzen verwesen  oder gefressen werden wieder in die Atmosph&auml;re nur etwas zeitverz&ouml;gert. Doch  langfristig wird mehr Kohlendioxid durch kalkbildende Organismen wieder dem  Kreislauf entzogen &#8211; dummerweise geht das eher im Bereich von Tausenden von  Jahren &#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe in den letzten Tagen mit einem amerikanischen E-Mail Partner &uuml;ber die Klimaerw&auml;rmung diskutiert. Typisch amerikanisch meint er dass wenn die Folgen auf uns zurollen man sicher eine Technologie hat um ihnen zu begegnen und alle Vorhersagen bislang sich auch in anderen Bereichen als Falsch erwiesen haben. 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