{"id":4158,"date":"2011-01-09T11:41:14","date_gmt":"2011-01-09T10:41:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=4158"},"modified":"2011-01-09T11:41:14","modified_gmt":"2011-01-09T10:41:14","slug":"delphi-so-gehts-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/01\/09\/delphi-so-gehts-nicht\/","title":{"rendered":"Delphi &#8211; so gehts nicht"},"content":{"rendered":"\n<p>Wie sich sicher im Blog herumgesprochen hat programmiere ich in Delphi. Daher will ich mich auch heute mal damit besch&auml;ftigen, vor allem mit der Produktpolitik. F&uuml;r die die nicht ganz informiert sind: Delphi ist der Nachfolger von Turbo Pascal. Es ist ein System zur Erstellung von visuellen Anwendungen und war in Sachen Bequemlichkeit und Einfachheit lange Zeit f&uuml;hrend, bzw., die Trennung von Aussehen der Oberfl&auml;che und Code zur Bearbeitung finde ich auch heute noch sinnvoller als dies in den Code einzubetten wie dies bei Java und C# geschieht.<\/p>\n<p>Was mich st&ouml;rt ist die Produktpolitik in etwa im letzten Jahrzehnt. Es gibt hier zwei Tendenzen:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Preistendenz: Delphi wird teurer. F&uuml;r Delphi 1 habe ich noch 199 Mark gezahlt, f&uuml;r Delphi 4 waren es schon 299 DM, Delphi 8 hat mich als Studentenversion 299 Euro gekostet (regul&auml;r 599) und so hoch ist auch seitdem der Preis f&uuml;r Updates, auch beim jetzigen (Delphi XE). Es gibt die M&ouml;glichkeit f&uuml;r Arbeitslose, Rentner, Sch&uuml;ler und Dozenten eine Schulversion f&uuml;r den nichtkommerziellen Einsatz f&uuml;r 99 Euro zu kaufen, doch was machen die Hobbyentwickler, die nicht arbeitslos sind?<\/p>\n<p>Also f&uuml;r jemanden der nicht beruflich sein Geld damit verdient sind 599 Euro (Update) \/ 899 Euro (Neu) zu viel. so beschneidet man sich k&uuml;nstlich den Kundenkreis, zumal ich (dazu sp&auml;ter mehr) nicht den gro&szlig;en Mehrwert gegen&uuml;ber &auml;lteren Versionen sehe.<\/p>\n<p>Besonders schlimm, weil ich es jetzt auch im Unterricht sp&uuml;re, ist das es keine kostenlosen Versionen mehr gibt. Von Delphi 6 und 2005 gab es in der ct &quot;Personal&quot; Versionen die f&uuml;r Hobbyentwickler reichten (gr&ouml;&szlig;te Einschr&auml;nkung war dass auch einige Debugger Features fehlten). Sp&auml;ter die Turbo Versionen die schon gravierende Einschnitte hatten (es waren die Vollversionen, sie waren jedoch nicht um Frendkomponenten erweiterbar). F&uuml;r beide hat Embarcadero den Support eingestellt. Das bedeutet nicht nur, dass man sich die Versionen nicht mehr herunterladen kann, ich kann auch jemanden nicht die schon existierende mal kostenlose CD in die Hand dr&uuml;cken, damit sich ein Sch&uuml;ler zumindest die alte Version zum &Uuml;ben installieren kann, weil er das Produkt nicht mehr registrieren kann.<\/p>\n<p>In Zeiten wo Microsoft sein Visual Studio mit der Einschr&auml;nkung auf eine Sprache verschenkt, ist das schwer zu verstehen. Okay, Microsoft kann sich das leisten, aber vielleicht denkt mal bei Embarcadero mal dar&uuml;ber nach, die 99 Euro Variante f&uuml;r alle verf&uuml;gbar zu machen die nicht kommerziell arbeiten wollen und daf&uuml;r einige professionelle Features wie z.B. UML Unterst&uuml;tzung rauszuschmei&szlig;en. Alternativ w&auml;re es vielleicht m&ouml;glich eine nicht so taufrische Version billiger anzubieten. Okay, der Gedanke ist verwegen, weil soweit ich weiss man bei Software immer nur die aktuelle Version kaufen kann, aber vielleicht macht ja mal einer den Anfang&#8230;.<\/p>\n<p>Das n&auml;chste ist die Produktweiterentwicklung. Okay, da gibt es viele Meinungen. F&uuml;r den einen ist die IDE Weiterentwicklung wichtig, f&uuml;r den anderen ist es der allgemeine Sprachstandard (Generics, Operatoren &uuml;berladen, Mehrfachzuweisung etc) f&uuml;r den anderen sind es Komponenten oder Datenbankunterst&uuml;tzung anderer w&uuml;nscht sich Lifecycle Tools wie UML Modellierung oder Unit Tests.<\/p>\n<p>F&uuml;r mich sind folgende Dinge bedeutsam:<\/p>\n<p>Moderne IDE &#8211; hier gab es einige Verbesserung, die aber auch wirklich n&ouml;tig waren. Bei 400 Komponenten ist die M&ouml;glichkeit der Suche (mit 2009 eingezogen) &uuml;berf&auml;llig gewesen und dass man Code formatieren kann (ab 2010) auch. Das habe ich bisher immer extern mit einem eigenen Programm erledigt.<\/p>\n<p>Fast an jeder Version wurde an den Komponenten gebastelt &#8211; manche fielen weg, neue kamen dazu, vor allem was den Datenbankbereich der ja mal Hauptzweck von Delphi war, angeht. Ich muss sagen, dass ich das als nicht so wichtig ansehe, weil ich bestimmte Komponenten immer wieder verwende und viele stammen nicht von Delphi sondern aus dem Internet. Das hat auch den Vorteil, dass ich mal eine &auml;ltere Version einsetzen kann, die schnell installiert ist um einen Fehler zu suchen. Wenn ich immer die neuesten Komponenten einsetze, die mitgeliefert werden, dann geht das nicht, vor allem &auml;ndere ich ja nicht bestehende Anwendungen nur weil es nun schickere Buttons gibt. Vielleicht w&auml;re das eine M&ouml;glichkeit den Preis zu staffeln indem man einfach ein paar weniger Komponenten mitliefert. (Es gibt ja auch gute extrerne Komponentensammlungen wie z.B. die JCL).<\/p>\n<p>Die Life Cycle Versionen sind dagegen f&uuml;r mich &uuml;berhaupt nicht relevant, da ich reiner Entwickler bin. Wer gerne UML Diagramme malt, findet die vielleicht toll, aber ich kann drauf verzichten. <\/p>\n<p>Was ich mir w&uuml;nsche ist, das der Compiler auf dem neuesten Stand ist: er sollte 64 Bit Code erzeugen. Mich w&uuml;rde &uuml;berhaupt mal interessieren in wei weit Delphi &uuml;berhaupt Code erzeugt der &uuml;ber den 386 er Standard rausgeht also MMX, 3DNOW, SSE, SSE2,3&#8230;). Ich habe nichts gefunden, was dar&uuml;ber Auskunft gibt. Das zweite w&auml;re die Sache mit .NET. Seit Jahren k&uuml;ndigt man an, dass dies irgendwann mal zusammenflie&szlig;en soll, seit genauso vielen Jahren gibt es Warnings in den Programmen dieses und jenes wird unter .NET nicht mehr funktionieren &#8211; aber geschehen ist nichts. Im Gegenteil: Den .NET Compiler der lange Zeit mit enthalten war, ist nun eigenst&auml;ndiges Produkt geworden.<\/p>\n<p>Der Hauptgrund eine neue Version zu kaufen, ist es heute, glaube ich, dass die alten nicht mehr laufen. Bei der Installation von Delphi 2006 bekam ich erst eine Warnung von Windows 7. Nachdem mir das hantieren mit einer virtuellen Maschine zu dumm wurde (ich habe eine Komponente nur als DLL und die kommt nicht mit der 2009 eingef&uuml;hrten Umstellung der Laufzweitbibliothek auf Unicode nicht zurecht, sodass ich f&uuml;r ein Programm immer noch die 2006 er Version zum Compilieren brauche) brachte ich sie doch noch zum Laufen, auch wenn ich das gesamte .NET Kit ab Version 1 nochmals von Microsoft runterladen musste. Delphi 7 l&auml;uft aber nach Aussagen der Studenten nicht mehr.<\/p>\n<p>Anstatt jedes Jahr eine neue Version rauszubringen und dauernd den Eigent&uuml;mer zu wechseln (von Borland &uuml;ber Codegear zu Embarcadero) w&auml;re es sinnvoll, mal alles zu konsolidieren und echte neue Features einzubringen und wie schon gesagt eine Preispolitik zu verfolgen die auch an die Leute denkt die nicht mit Programmen ihr Geld verdienen.<\/p>\n<p>Es ist nat&uuml;rlich schwer wenn man ein gutes Produkt hat neue revolution&auml;re Ans&auml;tze zu bringen. In der Turbo-Pascal -Delphi Geschichte sehe ich nur wenige richtige Revolutionen:<\/p>\n<ul>\n<li>Turbo Pascal 1.0 &#8211; die Revolution mit der IDE<\/li>\n<li>Turbo Pascal 4.0 &#8211; Unit Konzept, neue IDE<\/li>\n<li>Turbo Pascal 5.5 &#8211; Objektorientierung<\/li>\n<li>Delphi 1.0 &#8211; Komponentenbasierende Architektur<\/li>\n<li>Delphi 2.0 &#8211; vollst&auml;ndiges 32 Bit System<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8230; und seitdem? viel Detailverbesserung, vieles sieht schicker aus, aber es fehlt der gro&szlig;e Wurf in der Weiterentwicklung der Sprache.<\/p>\n<p>Sehr schade. Klar ist das Delphi einen schweren Stand hat &#8211; Borland war seit Ende der achtziger Jahre die einzige Firma die Pascal weiter entwickelt hat, w&auml;hrend es eben einige Anbieter f&uuml;r Compiler f&uuml;r C, Java oder Werkzeige f&uuml;r PHP, Ruby oder Phyton gibt. Und anders als bei Visual BASIC kann sie nicht auf Synergien z&auml;hlen, indem sie die Sprache noch in ein popul&auml;res Offficepaket einbaut. Aber man kann sich um seine Kunden schon etwas mehr bem&uuml;hen, als die Firma das in der Vergangenheit tat. Nach dem TIOBE Index ist Delphi immer die 12-popul&auml;rste Programmiersprache (z&auml;hlt man Pascal dazu k&auml;me sie auch auf Platz 10), doch ich frage mich was so gro&szlig; in Python und Ruby programmiert wird die ja noch h&ouml;her gewertet sind, geschweige den Objective-C&#8230;. Die TIOBE Grafiken sind &uuml;brigens ganz interessant. Programmiersprachen die ich absolut grausam finde (C++, Perl) sind auf dem absteigenden Ast, da geht es Delphi noch relativ gut &#8211; es h&auml;lt sich mit Spr&uuml;ngen nach oben oder unten im Mittelfeld.<\/p<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sich sicher im Blog herumgesprochen hat programmiere ich in Delphi. Daher will ich mich auch heute mal damit besch&auml;ftigen, vor allem mit der Produktpolitik. F&uuml;r die die nicht ganz informiert sind: Delphi ist der Nachfolger von Turbo Pascal. 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