{"id":4201,"date":"2011-01-20T01:09:13","date_gmt":"2011-01-20T00:09:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=4201"},"modified":"2011-01-19T11:10:14","modified_gmt":"2011-01-19T10:10:14","slug":"wofuer-arbeitet-man","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/01\/20\/wofuer-arbeitet-man\/","title":{"rendered":"Wof&uuml;r arbeitet man?"},"content":{"rendered":"<p>Das ist eine gute Frage. Ich denke, es gibt drei Beweggr&uuml;nde daf&uuml;r:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Arbeit verschafft einem innere Befriedigung<\/li>\n<li>Die Arbeit verschafft einem &auml;u&szlig;ere Anerkennung<\/li>\n<li>Die Arbeit verschafft einem Geld<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen den ersten beiden und dem dritten Punkt. Die ersten beiden sind psychologische Gr&uuml;nde. Sie machen die Leute zufriedener oder gl&uuml;cklicher. Das ist ein starker Antrieb f&uuml;r eine Arbeit. Der dritte ist nicht physiologisch. Er erm&ouml;glicht uns mit dem Geld dann Dinge zu tun, die uns gl&uuml;cklich oder zufrieden machen. Technische Spielzeuge kaufen, ein tolles Haus mieten. In die S&uuml;dsee fahren&#8230;.<!--more--><\/p>\n<p>In einer idealen Gesellschaft w&uuml;rden wir nur Arbeit machen um den ersten beiden Punkten zu folgen und Punkt 3 ist ein Nebeneffekt den wir brauchen, um die Arbeit anderer zu bezahlen.<\/p>\n<p>Das Problem ist das dies nicht so klappt. Weil es immer Arbeiten gibt, die begehrter oder attraktiver sind als andere. so bewarben sich dieses Jahr &uuml;ber 20.000 M&auml;dchen f&uuml;r &#8222;Germanys Next Top Modell&#8220;, ich habe meine Zweifel, dass es so viele geben wird, die sich f&uuml;r den Job als M&uuml;llmann\/frau interessieren. Auch bei den Studieng&auml;ngen gibt es &#8222;in&#8220; Studieng&auml;nge mit nur geringen Chancen auf Anstellung, weil so viele das Fach w&auml;hlen.<\/p>\n<p>Das ist ja nicht neu, sondern war schon immer so. Fr&uuml;her war es die Arbeit als Bauer, die dazu diente die Nahrungsmittel der Gesellschaft zu produzieren. Die Arbeit war so beliebt, dass es Gesetze gab wonach der Sohn eines Bauers wieder Bauer werden musste. Sp&auml;ter war es die Arbeit in den Fabriken. Machen wir uns nichts vor: auch wenn man gerne es h&auml;tte das jeder das macht was ihm gef&auml;llt, aber es wird nicht funktionieren.<\/p>\n<p>Das Problem ist in meinen Augen, das sich das mit dem dritten Punkt und der Ersatzbefriedigung &#8222;Geld&#8220; verselbstst&auml;ndigt hat. Viele Leute sehen in einem Job nur noch, wie viel sie verdienen k&ouml;nnen. Reicht das nicht mehr aus, so wird gewechselt oder es gibt einen Nebenjob. Als Normalsterblicher meint man, dass man irgendwann genug hat. Sicher ist das Level unterschiedlich. F&uuml;r einen mag ein Verm&ouml;gen von 1 Million Euro reichen, um sein ganzes Leben sorgenlos zu leben. Andere, die gerne aus goldenen Tellern essen oder einen Privatjet f&uuml;r ihr Ego ben&ouml;tigen, f&uuml;r die d&uuml;rfte das nicht reichen. Aber selbst dann m&uuml;ssten Jahresverdienste, wie sie bei Spitzenmanagern oder Fu&szlig;ballspielern &uuml;blich sind im zweistelligen Millionenbereich ausreichen. Trotzdem sind gerade diese noch mehr hinter dem Geld her. Ein Fu&szlig;ballspieler wechselt den Club wenn es dort ein besseres Honorar gibt und ein Manager die Firma. Es geht dann nicht mehr um pers&ouml;nliche Befriedigung die sich vielleicht in dem Erfolg des Clubs oder der Firma &auml;u&szlig;ert, sondern um noch mehr Geld.<\/p>\n<p>Das ist ein Ph&auml;nomen, dass sich das verselbst&auml;ndigt hat. Nat&uuml;rlich besteht die Gefahr auch bei den ersten beiden Punkten, doch da ist es nicht so das Befriedigung und Anerkennung beliebig vermehrt werden k&ouml;nnen. Das ist zwar bei Geld auch nicht m&ouml;glich. Aber es ist in Ma&szlig;en ziemlich vermehrbar &#8211; siehe die Spitzengeh&auml;lter in bestimmten Branchen, welche das Lebenseinkommen Normalsterblicher um ein vielfaches &uuml;bersteigen.<\/p>\n<p>Solange das ein Problem einzelner ist &#8211; und es gibt solche Leute &#8211; ist das kein gesellschaftliches Problem. Zu einem gesellschaftlichen Problem wird es wenn das Geld das einzige ist was z&auml;hlt, was heute leider der Fall ist und es auch nicht mehr &#8222;Beruf&#8220; (kommt von Berufung) sondern Job hei&szlig;t &#8211; nicht mal &#8222;Arbeit&#8220;. Der eine oder andere mag das gleichsetzen, doch ich verstehe darunter das Wechseln von Arbeit im k&uuml;rzeren Zeitspannen oder sogar den Zustand dass man mehrere Jobs braucht um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, genauso wie es in den USA gang und g&auml;be ist. Es ist daher auch kein Wunder, dass die Agentur f&uuml;r Arbeit sich nun &#8222;Jobcenter&#8220; nennt, denn es geht ja nur darum die Leute m&ouml;glichst schnell in was zu vermitteln wo sie dann den Staat kein Geld mehr kosten. egal ob dies ihnen gef&auml;llt oder nicht oder sie daf&uuml;r qualifiziert sind oder nicht.<\/p>\n<p>Warum ist dem so? Vielleicht weil gerade die Sorte von Menschen die nur nach dem Punkt 3 streben in der Hierarchie nach oben r&uuml;cken. Andere sind eben fr&uuml;her zufrieden und sehen nicht ein, sich abzuhetzen, wenn es ihnen reicht. Und weil die meisten Menschen davon ausgehen, dass alle so denken wie sie selbst, stellen diese Personen dann die Norm, dessen was gesellschaftlich gew&uuml;nscht oder &#8222;normal&#8220; ist. So bestimmen wenige Ausnahmen dar&uuml;ber was f&uuml;r viele als &#8222;normal&#8220; oder &#8222;erstrebenswert&#8220; gilt. Wenn Leute die sich dem verweigern schon als &#8222;Aussteiger&#8220; gebrandmarkt werden, dann zeigt das wie weit es schon gekommen ist&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist eine gute Frage. Ich denke, es gibt drei Beweggr&uuml;nde daf&uuml;r: Die Arbeit verschafft einem innere Befriedigung Die Arbeit verschafft einem &auml;u&szlig;ere Anerkennung Die Arbeit verschafft einem Geld Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen den ersten beiden und dem dritten Punkt. Die ersten beiden sind psychologische Gr&uuml;nde. Sie machen die Leute zufriedener oder gl&uuml;cklicher. 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