{"id":4291,"date":"2011-02-13T00:25:01","date_gmt":"2011-02-12T23:25:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=4291"},"modified":"2011-02-11T23:26:11","modified_gmt":"2011-02-11T22:26:11","slug":"die-computerbranche-bescheisst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/02\/13\/die-computerbranche-bescheisst\/","title":{"rendered":"Die Computerbranche bescheisst!"},"content":{"rendered":"<p>Ja anders kann man es nicht nennen und es geht so seit mindestens 30 Jahren: Die meisten Angaben bei Computern sind falsch.<\/p>\n<p>Basierend auf dem Bin&auml;rsystem nachdem Computer arbeiten gibt es folgende Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten:<\/p>\n<ul>\n<li>1 kilobyte = 1.024 Byte<\/li>\n<li>1 megabyte = 1.048.576 Byte<\/li>\n<li>1 gigabyte = 1.073.741.824 Byte<\/li>\n<li>1 terabyte = 1.099.511.627.776 Byte<\/li>\n<\/ul>\n<p>Da die Vorsilben, &#8222;giga&#8220;, Nega&#8220; und &#8222;tera&#8220; im normalen Leben nicht vorkommen gibt es auch keine Verwechslung mit Begriffen aus dem Alltag wo ja kilo f&uuml;r 1.000 steht. Eine Ausnahme sind die Funkfrequenzen, aber diese haben ja auch nichts direkt mit den Computern zu tun und wenn dann dort von GHz die Rede ist, so weis man dass es nicht 1.073 Milliarden Herz sondern nur 1 Milliarden Hertz sind.<!--more--><\/p>\n<p>W&auml;hrend nun bei Speicher in einem 1 gbyte RAM auch tats&auml;chlich rund 1.073 Milliarden Speicherzellen drin sind, hat es sich eingeb&uuml;rgert in zahlreichen Produkten falsche Angaben zu machen. Eine 2 Tb Festplatte enth&auml;lt eben nur 2.000.000.000.000 Bytes &#8211; und nicht 2.199.023.255.552 Bytes &#8211; das sind immerhin fast 200 gbytes oder 10% zu wenig!<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich hat eine 12 Megapixelkamera auch keine 12.582.912 Pixel, sondern nur 12.000.000. Meistens aber weniger Hier wird sogar noch etwas unversch&auml;mter gelogen, denn nur die Sch&auml;rfeninformation stammt aus diesen Pixeln. Die Farbinformation teilen sich jeweils 4 Pixel, weil auf dem Chip eine Bayer-Maske mit je zwei gr&uuml;nen und einem roten und blauen Pixel ist und aus diesen 4 Pixeln die Farbinformation gewonnen wird. Diese Schummelei gibt es selbst bei teuren SLR Kameras. So hat eine Nikon D90 12.212.224 P Pixels im Bild und wird als &#8222;12.3 Megapixelkamera&#8220; beworben &#8211; da hat man nochmals aufgerundet und so den Benutzer um rund 685.000 Bildpunkte (immerhin fast so iel wie die noch vor 10 Jahren &uuml;bliche Standardaufl&ouml;sung von 1024 x 768 Pixels) betrogen.<\/p>\n<p>Noch schlimmer wird das wenn es um den Nutzbaren Anteil geht. Meistens wird dieser n&auml;mlich gar nicht angegeben. Bei Onboard Grafikkarten belegen diese einen Teil des Arbeitsspeichers. Nur findet man diese Angabe fast nie bei den Produktbeschreibungen. Es gibt auch heute noch Computer mit 3 oder mehr Gbyte RAM, die mit einer 32 Bit Version von Windows ausgeliefert werden und die dann nur 3 Gbyte oder etwas mehr (h&auml;ngt von dem Motherboard ab) nutzen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das ist ja nichts neues: Schon bei den Heimcomputern wurde immer das Gesamt-RAM angegeben, nie der freie Teil. Bei der ersten Heimcomputergeneration war die Differenz noch klein, so 1-2 kbyte z.B. beim VC-20 und Ti 99\/4a. Als dann Ger&auml;te mit Bitmap Grafik kamen, belegte die je nach Ger&auml;t weitere 6 bis 16 kbyte, dazu kamen Puffer f&uuml;r Diskettenlaufwerke, Sprungvektoren f&uuml;rs Bankswitching und zack waren von 64 kbyte noch je nach Ger&auml;t 37 bis 42 kbyte &uuml;brig, also gerade mal zwei Drittel dessen was versprochen wurde.<\/p>\n<p>Das ist allerdings nicht nur eine Spezialit&auml;t der Heimcomputer sondern auch die Betriebssysteme schluckten was. CP\/M war sparsam und belegte nur 5,5 kbyte. MS-DOS 1.0 schon 12 kbyte. Die MS-DOS 2.0 Version schon 47 kb. Das war bei den ersten MS-DOS Rechnern mit 64 bis 256 kbyte Speicher schon mal ein Viertel des Arbeitsspeichers. Das ist bis heute so geblieben. Wenn mein Windows 7 startet sind nach dem Booten schon mal &uuml;ber 30%, mithin bei mir rund 1,2 gbyte Speicher weg. Okay, Windows ist nicht mit MS-DOS zu vergleichen: findet es mehr Speicher vor, so belegt es mehr Speicher f&uuml;r Diskcaches oder bald DLL&#8217;s die kurz vorher ben&ouml;tigt wurden und nun eben nicht meehr und wird er knapp wird der Speicher frei gegeben. Aber die Tendenz ist klar<\/p>\n<p>Es w&auml;re wieder mal Zeit f&uuml;r ehrliche Angaben wie formatierte Kapazit&auml;t in g&auml;ngigen Ma&szlig;einheiten (auch popul&auml;r in der Computersteinzeit war es bei Floppdisklaufwerken die unformatierte Kapazit&auml;t anzugeben) und bei Betriebssystemen und anderen Systemen mit variablen Anforderungen eine Liste was mindestens belegt oder gefordert wird und was zum z&uuml;gigen arbeiten reicht. Wer mal die Systemanforderungen von Programmen gelesen hat weiss was ich meine: Oftmals stehen da f&uuml;r Programme so niedrige Werte, dass das Programm noch startbar ist, man aber damit nicht arbeiten kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja anders kann man es nicht nennen und es geht so seit mindestens 30 Jahren: Die meisten Angaben bei Computern sind falsch. 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