{"id":4419,"date":"2011-03-05T00:31:55","date_gmt":"2011-03-04T23:31:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=4419"},"modified":"2011-03-02T23:01:20","modified_gmt":"2011-03-02T22:01:20","slug":"gute-computer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/03\/05\/gute-computer\/","title":{"rendered":"Gute Computer"},"content":{"rendered":"<p>Ich habe mir &uuml;berlegt, ob ich was zu den vielen Kommentaren vor einiger Zeit zum Artikel &uuml;ber den C64 schreiben sollte. Da offensichtlich erkennbar ist, dass sie den Blog nicht richtig gelesen haben und irgendwelche Behauptungen in der Art der CPC464 ist besser als der C64 unterstellen, habe ich mir das geschenkt. Das l&auml;uft dann auf eine Diskussion raus, die ich schon seit den Achtzigern hinter mir habe. Sie bringt nichts. Was ist ein guter Computer? Im wesentlichen einer, der die Erwartungen des Anwenders erf&uuml;llt. Diese h&auml;ngen nat&uuml;rlich auch von dem Preis und der Orientierung ab. Von einem Rechner f&uuml;r 10.000 Mark erwartet man was anderes als von einem f&uuml;r 1.000 Mark und von einem B&uuml;rorechner erwartet man sicher nicht tolle Soundf&auml;higkeiten und von einem Heimcomputer nicht den Anschluss einer Festplatte.<\/p>\n<p>Also um mich nicht wieder auf die Diskussion C64 einzulassen, blende ich den mal komplett aus und schreibe &uuml;ber zwei andere Computer n&auml;mlich die CPC Serie und den Sirius 1.<!--more--><\/p>\n<p>Die CPC Serie waren Rechner die von Amstrad produziert wurden. Anders als andere Heimcomputer gab es sie im Komplettpacket &#8211; Monitor mit Zentraleinheit und Floppydisklaufwerk. Das vermied den Kabelsalat. Weiterhin war es so m&ouml;glich 80 Zeichen\/Zeile anzuzeigen, was f&uuml;r Anwendungen wichtig war. Bei der Entwicklung der Serie wurde deutlich, dass dies die Hauptanwendung der Rechner wurde. Der Erstling CPC464 war noch mit 64 kbyte RAM und Kassettenrekorder &#8211; ohne Floppydisklaufwerk wohl eher ein Ger&auml;t f&uuml;r Spieler. Nur: wer einen Rechner nur zum Spielen haben will, braucht daf&uuml;r keinen Monitor, den er mitbezahlen muss. Der greift zu einem mit guten Grafik und Soundf&auml;higkeiten den er an einem Fernseher betreiben kann. Davon gab es ja auch schon einige auf dem Markt.<\/p>\n<p>Wer Anwendungen betreiben will, braucht aber ein Diskettenlaufwerk. Das wurde im n&auml;chsten Ger&auml;t, dem 664 integriert. Vom Design der Tastatur finde ich den 664 am besten gelungen, vor allem wegen des gut abgetrennten Cursorblocks. Das Problem war immer noch, das unter CP\/M das bei allen Modellen mit zum Lieferumfang geh&ouml;rte, wegen des 16 kbyte gro&szlig;en Bildschirmspeichers nur eine 44 kbyte gro&szlig;e TPA hatte, was zu wenig f&uuml;r die meisten Anwendungen war. Das wurde mit dem n&auml;chsten Modell dem 6128 korrigiert, das nun unter CP\/M 61 kbyte Speicher zur Verf&uuml;gung stellte. Unter BASIC gab es nur einige zus&auml;tzliche Befehle f&uuml;r eine RAM-Disk oder das Speichern des Bildschirms.<\/p>\n<p>Das Ger&auml;t wendet sich daher mit dem guten BASIC, das die Grafik- und Soundf&auml;higkeiten unterst&uuml;tzt, Interruptbehandlung und weitere Schleifentypen bietet an Leute die prim&auml;r mit BASIC anfangen wollen, aber den Aufstieg zu einem professionellen Einsatz nicht ausschlie&szlig;en wollen. F&uuml;r diese reicht dann auch die 3&#8243; Floppy mit ihren vergleichsweise teuren Disketten. Dank Standardanschl&uuml;ssen f&uuml;r Diskettenlaufwerke und Drucker kann jemand, der den Rechner wirklich professionell einsetzt, sich einfach eine zweite Floppy im 3,5&#8243; oder 5,25&#8243; Format anschlie&szlig;en, auf der dann auch je nach Hersteller bis zu 800 kbyte drauf gingen. Bei dem konkurrenzlos g&uuml;nstigen Preis (ein Monitor alleine kostete damals 500 DM, Diskettenlaufwerke bei anderen Herstellern auch rund 900 DM) konnte man dann das 3&#8243; Laufwerk als geschenkt mit hinzunehmen. (der niedrige Preis f&uuml;r das Laufwerk war auch der Grund warum Amstrad das ungew&ouml;hnliche Format einsetzte). Wie sich zeigte, bevorzugten die meisten Anwender den Einsatz unter CP\/M, weswegen als Nachfolgeserie die PCW Serie herauskam, die prim&auml;r CP\/M Rechner waren und sich noch besser verkauften &#8211; 8 Millionen St&uuml;ck verglichen mit 3 Millionen CPC&#8217;s. Prinzipiell lief es bei mir &auml;hnlich: Ich habe angefangen in BASIC zu programmieren, eine eigene Textverarbeitung und einen Assembler\/Disassembler geschrieben. Dann kam das Diskettenlaufwerk, CP\/M und damit die M&ouml;glichkeit Wordstar und dbase einzusetzen. Damit arbeitete ich &uuml;ber 8 Jahre lang w&auml;hrend des gesamten Studiums entstanden so Studienarbeiten, Protokolle, Auswertungen und Analysen. Unterst&uuml;tzt wurde das durch Turbo Pascal, das nach weniger als einem Jahr BASIC als Programmiersprache ersetzte.<\/p>\n<p>Was erwarte ich dann von einem 16-Bit Rechner? Meiner Meinung nach mehr Leistung als von einem 8-Bitter. Das trifft auf den Sirius 1 zu: Er bot einen Speicher von 128 kbyte, erweiterbar auf 896 kbyte. Diskettenlaufwerke die 612 kbyte speicherten, mit einer Aufr&uuml;stung sogar 1,2 Mbyte. Dazu kam ein hochaufl&ouml;sender Monitor mit einer Aufl&ouml;sung von 800 x 400 Pixeln und 132 x 50 Zeilen in der Textdarstellung. Eine Festplatte konnte ins Geh&auml;use integriert werden. Die Tastatur und Monitor hatten hohe Qualit&auml;t und bekamen einige Ergonomiepreise.<\/p>\n<p>Verglichen damit war der IBM-PC recht schlecht ausgestattet. Er bot nur 64 kbyte RAM, erweiterbar auf 256 kbyte. Der Monitor konnte nur Text darstellen. F&uuml;r Grafik brauchte man einen zweiten Monitor samt Farbgrafikkarte der aber maximal 320 x 200 Pixels zeigte und auf die Floppys gingen nur 160 kbyte drauf. Eine Festplatte war anfangs gar nicht anschlie&szlig;bar. Sp&auml;ter ben&ouml;tigte man eine eigene Erweiterungsbox daf&uuml;r. Dabei kosteten beiden Ger&auml;te gleich viel. Gerade der Sirius zeigt aber auch das ein gutes Ger&auml;t nicht erfolgreich sein muss: Denn die &Uuml;berlegenheit in der Hardware bedingte auch, dass er nicht IBM-PC kompatibel war, sondern ein MS-DOS kompatibler. Sehr bald erschienen Programme die direkt auf die Hardware zugriffen und nicht mehr auf dem Sirius 1 liefen. Der Wechsel kam mit dem IBM PC XT, der nun mehr Speicher bot und ebenfalls die M&ouml;glichkeit eine Festplatte einzubauen.<\/p>\n<p>Das Kriterium &#8222;verkauft sich gut&#8220; ist zumindest keines, das f&uuml;r Qualit&auml;t steht. Das gilt f&uuml;r den IBM-PC, aber auch den TRS-80 oder bei Software gilt es f&uuml;r MS-DOS.? Was sind nun allgemeine Kriterien f&uuml;r einen guten Computer?<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn man schon etablierte Hardware einsetzt, dann dass man sich an bestehenden Standards orientiert: etablierte Bussysteme, Anschl&uuml;sse, Betriebssysteme. Trotzdem muss der Rechner finanziell attraktiv sein und etwas mehr bieten als die Konkurrenz.<\/li>\n<li>Wenn man neue Hardware einsetzt, dann dass man einen guten Kompromiss zwischen Leistung und Kosten findet. K&auml;ufer f&uuml;r einen Rechner, der komplett von bestehenden abweicht wird man nur finden, wenn er zwar noch bezahlbar ist, aber Vorteile gegen&uuml;ber existierenden Rechnern bietet.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Unbezahlbare Rechner mit enorm leistungsf&auml;higer Hardware w&uuml;rde ich genauso wenig als gutes Konzept bezeichnen (LISA) wie Rechner die zwar billig sind aber eben auch zu nichts zu gebrauchen (ZX81). Auf der anderen Seite kann man auch mit guten Konzepten keinen Erfolg haben, wenn sie eben nicht dem Standard entspricht &#8211; das ging der Atari ST Serie oder dem Amiga so.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich habe mir &uuml;berlegt, ob ich was zu den vielen Kommentaren vor einiger Zeit zum Artikel &uuml;ber den C64 schreiben sollte. Da offensichtlich erkennbar ist, dass sie den Blog nicht richtig gelesen haben und irgendwelche Behauptungen in der Art der CPC464 ist besser als der C64 unterstellen, habe ich mir das geschenkt. 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