{"id":4764,"date":"2011-05-12T00:33:04","date_gmt":"2011-05-11T22:33:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=4764"},"modified":"2011-05-10T11:34:39","modified_gmt":"2011-05-10T09:34:39","slug":"die-gesschichte-der-space-shuttles-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/05\/12\/die-gesschichte-der-space-shuttles-teil-2\/","title":{"rendered":"Die Gesschichte der Space Shuttles &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Bei der vorletzten Mission der Raumf&auml;hren, die nicht zur ISS f&uuml;hrte, ereignete sich die zweite Trag&ouml;die in dem Shuttleprogramm. Beim Wiedereintritt der Columbia vergl&uuml;hte diese durch ein Loch, das ein abgefallenes St&uuml;ck Schaumstoff beim Start in die Fl&uuml;gelkante gerissen hatte. Was dieses von dem Verlust der Challenger, 17 Jahre fr&uuml;her unterscheidet, war, dass die Ursache in der Konzeption des Gef&auml;hrts lag. Waren es bei der Challenger Vers&auml;umnisse gewesen, so lenkte die Besch&auml;digung der Columbia durch herunterfliegenden Schaumstoff die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass die Raumf&auml;hren inh&auml;rent unsicherer sind als eine Kapsel. Sie sitzen auf dem Tank, bei dem immer Schaumstoffteile abgel&ouml;st werden. Sie m&uuml;ssen bem Wiedereintritt aktiv stabilisiert werden. Sie sind nicht so massiv gebaut wie Kapseln. Dementsprechend ratlos war die NASA. Sie konnte zwar in den Flugpause von zwei Jahren die Isolation der Tanks verbessern, mehr Kameras mitf&uuml;hren um eine Besch&auml;digung festzustellen und Pl&auml;ne ausarbeiten um eine Reparatur um Weltall durchzuf&uuml;hren, aber das Grundproblem das eine Besch&auml;digung m&ouml;glich ist, konnte nicht gel&ouml;st werden. Wie nach Challenger wurde nun das Verlustrisiko, das man vorher auf 1:300 sch&auml;tzte nun auf einen h&ouml;heren Wert eingesch&auml;tzt: 1:60 bei Nicht-ISS Missionen und 1:80 bei ISS Missionen (wegen der M&ouml;glichkeit dort auf Rettung zu warten).<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das f&uuml;hrte zum Beschluss die Raumf&auml;hren endg&uuml;ltig auszumustern. Sie sollten noch die ISS fertigstellen und dann ins Museum wandern. H&auml;tte man sie sofort aufgegeben, so w&auml;re auch die Raumstation verloren gewesen. Sie war auf die Shuttles als Versorger angewiesen. Als die folgenden Fl&uuml;ge ereignislos verliefen wurde auch die letzte Servicemission f&uuml;r das Hubble Weltraumteleskop genehmigt, die vorher als zu riskant galt, weil die Besatzung bei einer Besch&auml;digung nicht an Bord der ISS verbleiben kann. Seitdem muss auch immer eine Raumf&auml;hre f&uuml;r eine Rettungsmission zur Verf&uuml;gung stehen. Alle geplanten Erweiterungen, wie die Steigerung der Zuverl&auml;ssigkeit der Triebwerk oder der Einsatz von Boostern mit f&uuml;nf anstatt vier Segmenten wurden gestrichen.<\/p>\n<p>Der Ausstieg, der 2009\/10 stattfinden sollte, verz&ouml;gerte sich seitdem. Nicht nur das nun kleinste Probleme zum Verschieben von Startterminen f&uuml;hrten, kam auch der Wunsch auf die noch verbliebenen Tanks zu nutzen um weitere Fl&uuml;ge durchzuf&uuml;hren, auch weil die Kommerziellen Versorgungsfl&uuml;ge der US-Seite sich nun schon um zwei Jahre verz&ouml;gert haben und so weitere Shuttle Fl&uuml;ge Reserveteile zur ISS bringen sollen. M&ouml;glich w&auml;ren zwei weitere Fl&uuml;ge gewesen (so viele externe Tanks stehen zur Verf&uuml;gung), davon wird einer durchgef&uuml;hrt werden.<\/p>\n<p>Das leitet einen zur Bilanz &uuml;ber. Was blieb von 30 Jahren Shuttles &uuml;brig? Die Flugrate betrug nach der Challenger maximal 8 pro Jahr. Gemittelt &uuml;ber die 30 Jahre Einsatzzeit sind es gerade mal 4,4 Fl&uuml;ge pro Jahr. Vom konkurrenzlos preiswerten Transporter blieb nicht viel &uuml;brig. Der Grund daf&uuml;r sind die Fixkosten. Das &uuml;berrascht nicht, machten sie schon bei den fr&uuml;heren bemannten Programmen den L&ouml;wenanteil der Startkosten aus. So rechnete die NASA vor, als die Rufe nach einem neuen Start laut wurden, das eine Verl&auml;ngerung des Programms um 1 Monat rund 200 Millionen Dollar kostet. Demgegen&uuml;ber sind die Fl&uuml;ge relativ preiswert. Vor dem Verlust der Columbia wurden 83 Millionen Dollar Missionskosten genannt. Erstaunlicherweise wird es aber nun nicht billiger werden. Denn sowohl der Mannschaftstransport mit russischen oder amerikanischen Raumschiffen, wie auch Wegwerftransporter kosten Geld. Das Shuttle war immer teurer, solange es Nutzlasten transportierte, die man auch unbemannt h&auml;tte starten k&ouml;nnen. Doch die Rechnung sieht anders aus, wenn pro Transport auch noch ein Mannschaftstransporter anf&auml;llt und dessen Nettofracht nur ein Drittel der Startmasse betr&auml;gt.<\/p>\n<p>Insgesamt kostete das Space Shuttle Programm 128 Milliarden Dollar, inflationskorrigiert (auf das Jahr 2000) sind es 155 Milliarden Dollar oder rund 590 Millionen Dollar pro Start, Entwicklungskosten, Upgrades und Sicherheitsnachbesserungen mit eingeschlossen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der vorletzten Mission der Raumf&auml;hren, die nicht zur ISS f&uuml;hrte, ereignete sich die zweite Trag&ouml;die in dem Shuttleprogramm. Beim Wiedereintritt der Columbia vergl&uuml;hte diese durch ein Loch, das ein abgefallenes St&uuml;ck Schaumstoff beim Start in die Fl&uuml;gelkante gerissen hatte. 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