{"id":4803,"date":"2011-05-20T00:19:23","date_gmt":"2011-05-19T22:19:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=4803"},"modified":"2011-05-20T09:07:20","modified_gmt":"2011-05-20T07:07:20","slug":"was-will-der-mensch-im-weltraum-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/05\/20\/was-will-der-mensch-im-weltraum-2\/","title":{"rendered":"Was will der Mensch im Weltraum 2"},"content":{"rendered":"<p>Heute erneut ein Gast-Blogeintrag von Frank, ich denke von mir wird auch noch einer folgen, doch stehen derzeit noch drei andere zur Ver&ouml;ffentlichung bereit. Wie immer gibt es bei Gastbeitr&auml;gen zwei Tage Zeit zum Diskutieren, damit sie auch?jeder?w&uuml;rdigen kann. Von mir gibt es dann am Sonntag einen neuen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/www.zeitgeschichte-online.de\/Portals\/_Rainbow\/images\/default\/frauimmond_183.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"312\" \/>Danke f&uuml;r die Resonanz auf Teil 1 meines Beitrages. Zu technischen Fragen der Raumfahrt kann ich ja nicht so viel beitragen. Das ist ja der Vorteil dieses Blogs, dass man sich zu Raumfahrtthemen austauschen kann und dass neben sachlicher Information auch Raum f&uuml;r Phantasie bleibt. Neben der Bewertung des Einsatzes von Menschen oder den M&ouml;glichkeiten der Automation, hier noch ein Aspekt, den ich f&uuml;r wesentlich erachte. Phantasie, Tr&auml;ume und Realismus haben die Raumfahrt doch von Beginn an begleitet. Aber ich meine doch, dass die Verwirklichung Ideeller Ziele immer teuer erkauft werden musste. (Und jetzt muss ich ganz weit ausholen?.)<\/p>\n<p>1929 sieht Werner v. Braun  Fritz Langs Science-Fiction Film &#8222;Die Frau im Mond&#8220;. Das scheint ihn sehr gepr&auml;gt zu haben. Denn auch auf der sp&auml;teren V2 lie&szlig; er das Bild von Frau Luna aus dem Film anbringen. Soviel zum ideellen und tr&auml;umerischen bei ihm. Umsetzen konnte er seine Raumfahrtvisionen nur mithilfe der Milit&auml;rs. Die wollten mit den Raketen sicher nicht zum Mond. Dass die Milit&auml;rs &uuml;berhaupt f&uuml;r so etwas Exotisches wie Raketen offen waren, sollte uns eigentlich heute erstaunen. Raketen wurden im Signalwesen genutzt, auch gab es Beispiele aus dem alten China und Versuche im Amerikanischen Unabh&auml;ngigkeitskrieg. Das Potential eines praktischen  Nutzwertes als Artillerie zu erkennen, war schon eine ungew&ouml;hnliche Leistung. Um diesen Hintergrund zu verstehen muss man den I. Weltkrieg mit in die Betrachtung hereinnehmen.<!--more--><\/p>\n<p>Das Milit&auml;r in Deutschland verstand sich immer schon als Staat im Staate. Im ersten Weltkrieg hat man sich bereits sehr genau mit volkswirtschaftlichen Fragestellungen befasst. Nicht nur Produktionskapazit&auml;t und Rohstoffe, auch Logistik und Informationstechnologie. Es gab z.B. das sog. Salpeterversprechen. Zur Herstellung von Sprengstoff und D&uuml;ngemitteln war man bis 1914 auf nat&uuml;rlichen Salpeter angewiesen, den man aus Chile h&auml;tte importieren m&uuml;ssen. Durch das Haber-Bosch-Verfahren konnte man nun Ammoniumnitrat herstellen. Eine ungeheure Innovation. Im Bereich der Informationstechnologie war man ebenfalls sehr fortschrittlich. Telegrafenleitungen im Britischen Empire gelten heute als das ?Internet? des 19. Jh. Als erste Versuche mit drahtloser Telegrafie erfolgreich verliefen, setzte das Deutsche Milit&auml;r alles daran diese Technik f&uuml;r die Kaiserliche Kriegsflotte verf&uuml;gbar zu machen und zu verbessern.<\/p>\n<p>Alle gr&ouml;&szlig;eren Schlachten der Zeit der fr&uuml;hen Industrialisierung wurden in der N&auml;he von Eisenbahnlinien geschlagen. Das war das einzige Transportmedium. Folglich machte man sich grunds&auml;tzliche Gedanken zur Mobilit&auml;t. Die sp&auml;tere Entwicklung von Panzern muss man vor diesem Hintergrund sehen. (Die Panzer des I. Weltkrieges waren nicht wirklich mobil). Auch den Einsatz von Giftgas muss man in diesem Zusammenhang sehen. Stellungskrieg ist Materialschlacht und man konnte sich gut ausrechnen, wann alle R<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"http:\/\/www.dlr.de\/100Jahre\/Portaldata\/37\/Resources\/images\/1942_a4v2_380.jpg\" alt=\"\" width=\"380\" height=\"600\" \/><\/p>\n<p>essourcen an Menschen und Material aufgebraucht waren. Also ersann man eine perverse Methode, die Soldaten aus den Gr&auml;ben zu kriegen. Den Milit&auml;rs war klar, dass auch die eigenen Soldaten von den Gasschwaden ver&auml;tzt w&uuml;rden. Das war sogar beabsichtigt, um wieder Bewegung in den Stellungskrieg zu bekommen.<br \/>\nAls sich 1918 klar abzeichnete, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen ist, machen diese Milit&auml;rs etwas hoch Interessantes. Sie wissen, dass nach dem Krieg auf unabsehbare Zeit demilitarisiert und abger&uuml;stet wird. Also ziehen sie ihre f&auml;higsten Leute aus dem Kampfgeschehen ab. Diese bekommen nun die Aufgabe Schubladenkonzepte f&uuml;r eine ferne Zukunft zu entwickeln. Damit sollte sichergestellt werden, dass sofort aufger&uuml;stet werden kann sobald die Zeit gekommen ist. Das auf h&ouml;chstem technischem und ausbildungstechnischem Niveau.<\/p>\n<p>Deshalb gab es Leute, die den Wert v. Brauns Raketenkonzepten verstanden. Er hatte die Vision einer ?Reise zu den Sternen? und das war f&uuml;r ihn der einzige Weg diese Technik zu entwickeln. Die anderen brauchten eine Waffe.<\/p>\n<p>Heute sind wir auch wieder an so einem Wendepunkt. Drohnen in der milit&auml;rischen Luftfahrt und untrennbar damit verbunden Aufkl&auml;rungs- und Nachrichtensatelliten, Sensoren, Scanner, Kameras. Die Zukunft sind unbemannte Flugzeuge. Alle, auch die sog ?Schurkenstaaten? entwickeln daran. Es ist ja auch nachvollziehbar. Als Polen damals der Nato beitreten sollte reichte deren gesamter Wehretat rechnerisch f&uuml;r die Anschaffung einer F16. Heutige Flieger sind erheblich teurer.<\/p>\n<p>Nur in diesem Themenbereich hat die Raumfahrttechnik heute eine Chance an Forschungsmittel zu kommen. Nat&uuml;rlich gibt es auch staatliche zivile Programme, aber im milit&auml;rischen Sektor flie&szlig;t das gro&szlig;e Geld.<\/p>\n<p>Hier geht es zunehmend um die Entwicklung autonomer Systeme. Die USA k&ouml;nnen in einem Gebiet derzeit nur 2 Drohnen gleichzeitig steuern. F&uuml;r mehr reicht die Kapazit&auml;t nicht. Satellitensysteme m&uuml;ssen ausgebaut werden. Aber auch wenn sie vorhanden sind bleiben sie die Achillesverse des Systems. Gr&ouml;&szlig;ere Autonomie der Systeme k&ouml;nnte hier Abhilfe schaffen.<\/p>\n<p>Es ist technisch leicht m&ouml;glich mit entsprechenden Sprengk&ouml;rpern die Satellitenkommunikation wirksam auszuschalten. Das absolute Horrorszenario geht davon aus, dass der entsprechende Orbit dann so mit Tr&uuml;mmern verseucht ist, dass auf 100 Jahre keine Raumfahrt mehr m&ouml;glich ist. Iran, Nordkorea, Pakistan, alle w&auml;ren dazu in der Lage. Also wird man versuchen entsprechende Schutzmechanismen bauen. Der Krieg ist ja schon l&auml;ngst im Weltall angekommen. Satelliten zur Wartung anderer Satelliten k&ouml;nnen nat&uuml;rlich auch dazu genutzt werden, gegnerische Satelliten zu kapern oder zum Absturz zu bringen. Dieser Problematik wird heute schon bei Exportbeschr&auml;nkungen der technischen Komponenten ber&uuml;cksichtigt.<\/p>\n<p>Diese Entwicklung ist unaufhaltsam. Einmal gedachte Gedanken kann man nicht mehr aus der Welt schaffen. Das ist vielleicht mit der Entwicklung der Atombombe vergleichbar. Ohne Spionage h&auml;tten die Sowjets und Chinesen vielleicht 5 Jahre l&auml;nger gebraucht. Sie w&auml;ren aber zum Ziel gekommen, weil sie wussten dass es gehen muss! &Auml;hnlich verh&auml;lt es sich mit der unbemannten Raumfahrt. Nur mit solchen Systemen kann man mit der Technik des Gegners gleichziehen.<br \/>\nLG Frank<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute erneut ein Gast-Blogeintrag von Frank, ich denke von mir wird auch noch einer folgen, doch stehen derzeit noch drei andere zur Ver&ouml;ffentlichung bereit. Wie immer gibt es bei Gastbeitr&auml;gen zwei Tage Zeit zum Diskutieren, damit sie auch?jeder?w&uuml;rdigen kann. Von mir gibt es dann am Sonntag einen neuen. 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