{"id":5100,"date":"2011-07-18T00:02:52","date_gmt":"2011-07-18T00:02:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=5100"},"modified":"2024-08-29T08:30:33","modified_gmt":"2024-08-29T06:30:33","slug":"ozon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/07\/18\/ozon\/","title":{"rendered":"Ozon"},"content":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_5100\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"5100\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Die Idee von einem Kommentar Hans, erdnahes Ozon in die Stratosph&auml;re zu schaffen, bringt mich wieder mal zu einem Chemieblog und zwar zu Ozon. Zuerst einmal was ist Ozon? Ozon ist das Molek&uuml;l O<sub>3<\/sub>, also ein Molek&uuml;l aus drei Sauerstoffatomen. Das normale Sauerstoffatom O2 hat nur zwei. Was also ist am O<sub>3<\/sub> so besonderes und warum gibt es kein O<sub>4<\/sub>, O<sub>5<\/sub> usw&#8230; ?<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/65964a0669dd49fd89b6129c4ee2ba84\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><br \/>\nNun Ozon ist eine energiereiche Bindung. Das normale O<sub>2<\/sub> Molek&uuml;l besteht aus zwei Sauerstoffatomen, die durch eine Doppelbindung verbunden ist. Diese Doppelbindung ist erheblich stabiler als eine Einfachbindung. Beim Ozon sind drei Sauerstoffatome durch Einzelbindungen verbunden, wobei sie ein Dreieck bilden. Neben der schw&auml;cheren Bindung (Einzel- gegen&uuml;ber Doppelbindung) steht dies Molek&uuml;l unter innerer Spannung, weil bei Einzelbindungen der Winkel zwischen zwei Bindungen normalerweise 109,5 Grad betr&auml;gt, in einem Dreieck er aber auf 60 Grad verkleinert ist.<!--more--><\/p>\n<p>Ozon zerf&auml;llt daher unter Energieabgabe:<\/p>\n<p>2 O<sub>3<\/sub> \u2192 3 O<sub>2<\/sub> + 285,6 kJ<\/p>\n<p>Vor allem ist es sehr reaktiv. Es oxidiert auch Stoffe, die von normalem Sauerstoff nicht angegriffen werden, so Quecksilber Silber oder Schwefel und Phosphor bei Zimmertemperatur. Nat&uuml;rlich auch alle organischen Stoffe, weshalb es auch zur Desinfektion und Sterilisierung genutzt wird. Dabei ist nur einer der drei Sauerstoffatome aktiv, denn die anderen k&ouml;nnen, wenn sie denn unerw&uuml;nschten Dritten aus ihrem Molek&uuml;l geschmissen haben, ein O<sub>2<\/sub> Molek&uuml;l bilden. Er ist gewisserma&szlig;en eine Zwischenform zwischen dem &auml;u&szlig;erst reaktiven, aber instabilen, atomaren Sauerstoff und dem zwar chemisch reaktiven, aber doch eben verglichen damit &#8222;zahmen&#8220; normalen Sauerstoff.<\/p>\n<p>Doch wie entsteht es. Nun es gibt mehrere M&ouml;glichkeiten. In der Hochatmosph&auml;re geschieht durch UV-Strahlung. UV-Strahlen mit einer Wellenl&auml;nge von 242 nm haben eine ausreichende Energie damit ein Photon die Energie f&uuml;r die Spaltung eines O<sub>2<\/sub> Molek&uuml;ls aufbringt:<\/p>\n<p>O<sub>2<\/sub> + 499 kJ \u2192 2 O*<\/p>\n<p>O<sub>2<\/sub> + O \u2192 O<sub>3<\/sub> + 106,5 kJ (W&auml;rmeabgabe)<\/p>\n<p>Allerdings ist auch das Ozon nicht stabil. Es absorbiert selbst Strahlung von weniger als 310 nm und wird so gespalten:<\/p>\n<p>O<sub>3<\/sub> + 106,5 kJ \u2192 O<sub>2<\/sub> + O<\/p>\n<p>Schlie&szlig;lich kann noch Ozon mit atomaren Sauerstoff reagieren:<\/p>\n<p>O<sub>3<\/sub> + O \u2192 2 O<sub>2<\/sub><\/p>\n<p>So absorbiert die Ozonschicht einen Gro&szlig;teil der UV-Strahlung unter 310 nm. Das Maximum der Ozonkonzentration liegt bei 20 bis 25 km. Zum einen nimmt nat&uuml;rlich die Konzentration nach unten hinzu, auf der anderen Seite wird ja UV-Strahlung absorbiert und immer weniger kommt in tiefere Luftschichten.<\/p>\n<p>Doch wie entsteht in Bodenn&auml;he Ozon? Nun wenn wir von dem Ozon im Hochgebirge absehen, das der k&uuml;mmerliche Rest des Ozons aus der Stratosph&auml;re ist, braucht man daf&uuml;r einen Katalysator. Dazu dient in der unteren Atmosph&auml;re (Troposph&auml;re), in der kaum noch kurzwellige UV-Strahlung ankommt, das Stickstoffdioxid:<\/p>\n<p>NO<sub>2<\/sub> + h\u03bd \u2192 NO\u00a0 + O* (h\u03bd = Lichtquant)<\/p>\n<p>O* + O<sub>2<\/sub> \u2192 O<sub>3<\/sub><\/p>\n<p>Daf&uuml;r reicht nun Strahlung unter 420 nm aus. Und das ist der energiereiche blaue Anteil des Lichts sowie der daran anschlie&szlig;ende UV-Bereich, der ja auch den Erdboden erreicht (sonst g&auml;be es weder Br&auml;une noch Sonnenbrand). Das NO<sub>2<\/sub> wird von uns in die Luft geblasen, entsteht aber auch bei Blitzen oder durch die Ausgasung von B&ouml;den. Das lustige ist ja ,das die gleichen Gase dann auch noch zur Zerst&ouml;rung der Ozonsicht beitragen, dazu unten noch mehr.<\/p>\n<p>Nun mag man denken, das Ozon ist ja bei so viel organischer Substanz in der unteren Atmosph&auml;re nicht besonders stabil, doch auch hier hilft das Stickoxidradikal bei der Regeneration:<\/p>\n<p>NO + HO<sub>2<\/sub> \u2192 OH + NO<sub>2<\/sub><\/p>\n<p>NO<sub>2<\/sub> + h\u03bd \u2192 NO + O*<\/p>\n<p>O<sub>2<\/sub> + O* \u2192 O<sub>3<\/sub><\/p>\n<p>Das OH2 Radikal entsteht ebenfalls durch Strahlung durch Reaktion von OH mit CO und Aldehyden. Ozon hat so in Bodenn&auml;he eine Halbwertslebensdauer von 5-10 Tagen, wobei es tags&uuml;ber durch Strahlung erzeugt wird und nachts abgebaut. So wundert es nicht, das es Ozonalarm besonders im Sommer bei viel Sonne gibt.<\/p>\n<p>Nun gibt es in der Stratosph&auml;re auch Reaktionen, die das Ozon abbauen: Im Prinzip l&auml;uft es ab nach:<\/p>\n<p>X + O<sub>3<\/sub> \u2192 XO + O<sub>2<\/sub><\/p>\n<p>O<sub>3<\/sub> + h\u03bd \u2192 O<sub>2<\/sub> + O<\/p>\n<p>O + XO \u2192 O<sub>2<\/sub> + X<\/p>\n<p>X geht also aus der Reaktion unver&auml;ndert heraus. Es ist also ein Katalysator. X kann stehen f&uuml;r Br, Cl, OH, NOx. Das Problem sind NOx und Cl. Chlor ist so reaktiv, dass es normalerweise nicht in nennenswerter Menge in die Stratosph&auml;re gelangt. Nun ja, bis man polychlorierte Kohlenwasserstoffe erfunden hat, Stoffe die es in der Natur nicht gibt und die wirklich stabil sind. Ja toll, so stabil, dass sie bis in die Stratosph&auml;re gelangen wo dann durch UV Strahlung Chlor aus den Molek&uuml;len freigespaltet wird.<\/p>\n<p>Die zweite Quelle ist NOx. Zum einen gelangt nat&uuml;rlich auch ein Teil des NO und NO<sub>2<\/sub> aus der Troposph&auml;re in die Stratosph&auml;re und mit den erh&ouml;hten Mengen ist da nat&uuml;rlich auch einiges mehr in der Stratosph&auml;re. NO<sub>2<\/sub> wird auch von D&uuml;senflugzeugen direkt in die Stratosph&auml;re raus gepustet. Vor allem gelangt das Lachgas N<sub>2<\/sub>O in die Stratosph&auml;re. Es kann nicht durch sichtbares Licht gespalten werden und wird erst in der Stratosph&auml;re durch UV-Strahlen\u00a0 zu NO und N ausgestaltet. Dann setzt das NO Radikal sein Zerst&ouml;rungswerk fort.<\/p>\n<p>Tja und woher stammt das NO<sub>2<\/sub>? Aus Autos, Industrieanlagen&#8230;. N<sub>2<\/sub>O wird von r&uuml;lpsenden K&uuml;hen und Sumpfgebieten freigesetzt (es ist Abbauprodukt von G&auml;rungen durch Bakterien). Nun gibt es nicht so viele S&uuml;mpfe &#8211; bei uns, aber in Asien wird Reis unter Wasser angebaut. Daf&uuml;r emittiert eine Kuh genauso viel klimasch&auml;dliches Lachgas wie ein Auto. (Ein Auto zwar mehr Stickoxide, aber das Lachgas der Kuh gelangt eben viel besser bis in die Stratosph&auml;re).<\/p>\n<p>Da wie oben beschrieben Ozon durch UV-Strahlung neu gebildet wird wird, nimmt seine Konzentration durch den katalytisch induzierten Zerfall vor allem im Winter ab, wenn oberhalb de 66 Breitengrads kaum noch Licht an die Pole kommt. Dieser im Winter auftretende Ozonabbau wird daher auch als Ozonloch bezeichnet, weil ja nicht die ganze Ozonschicht betroffen ist, sondern vor allem die Polgebiete. Die Folge ist eine geringere Absorption von UV-Strahlung, die dann in h&ouml;herem Ma&szlig;e zum Erdboden gelangt und dort nat&uuml;rlich sch&auml;dlich ist.<\/p>\n<p>Wer sich weiter informieren will, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt: <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3492031919\/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=berndleitenbs-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3492031919\"> Die Luft, in der wir leben. Physik der Atmosph&auml;re<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3492031919\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p id=\"pvc_stats_5100\" class=\"pvc_stats all  \" data-element-id=\"5100\" style=\"\"><i class=\"pvc-stats-icon medium\" aria-hidden=\"true\"><svg aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\" data-prefix=\"far\" data-icon=\"chart-bar\" role=\"img\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" viewBox=\"0 0 512 512\" class=\"svg-inline--fa fa-chart-bar fa-w-16 fa-2x\"><path fill=\"currentColor\" d=\"M396.8 352h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V108.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v230.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm-192 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V140.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v198.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zm96 0h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8V204.8c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v134.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8zM496 400H48V80c0-8.84-7.16-16-16-16H16C7.16 64 0 71.16 0 80v336c0 17.67 14.33 32 32 32h464c8.84 0 16-7.16 16-16v-16c0-8.84-7.16-16-16-16zm-387.2-48h22.4c6.4 0 12.8-6.4 12.8-12.8v-70.4c0-6.4-6.4-12.8-12.8-12.8h-22.4c-6.4 0-12.8 6.4-12.8 12.8v70.4c0 6.4 6.4 12.8 12.8 12.8z\" class=\"\"><\/path><\/svg><\/i> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"16\" height=\"16\" alt=\"Loading\" src=\"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-content\/plugins\/page-views-count\/ajax-loader-2x.gif\" border=0 \/><\/p>\n<div class=\"pvc_clear\"><\/div>\n<p>Die Idee von einem Kommentar Hans, erdnahes Ozon in die Stratosph&auml;re zu schaffen, bringt mich wieder mal zu einem Chemieblog und zwar zu Ozon. 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