{"id":5188,"date":"2011-08-04T00:38:45","date_gmt":"2011-08-03T22:38:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=5188"},"modified":"2011-08-02T14:46:14","modified_gmt":"2011-08-02T12:46:14","slug":"die-nk-33triebwerke-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/08\/04\/die-nk-33triebwerke-teil-2\/","title":{"rendered":"Die NK-33Triebwerke &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Heute geht es bei den NK-33 Triebwerken, weiter mit Teil 2: Pl&auml;nen sie in russischen Tr&auml;gern einzusetzen<\/p>\n<h2>Nach dem Zusammenbruch des N-1 Programmes<\/h2>\n<p>1974 wurden alle Arbeiten an der N-1 eingestellt. W&auml;hrend viele Teile der Raketen sehr praktisch verwendet wurden (als Garagend&auml;cher, f&uuml;r Sandk&auml;sten etc.) oder verschrottet wurden, entging der Gro&szlig;teil der NK-33 Triebwerke diesem Schicksal. Sie wurden in einem Warenlager eingelagert. Wie viele Triebwerke &uuml;berlebten, dar&uuml;ber gibt es keine zuverl&auml;ssigen Zahlen. Es wird die Zahl 150 genannt. Heute (2011) existieren mit Sicherheit noch 66 Triebwerke (36 in den USA, 30 in Samara) die einsatzbereit sind. Ob es noch weitere gibt und in welchem Zustand sich diese befinden ist ungekl&auml;rt. Es gab in der Folge zahlreiche Ideen, die Triebwerke auch in russischen Raketen zu verwenden. Keiner dieser Vorschl&auml;ge wurde jedoch umgesetzt, obwohl einige recht jung sind (Angara 5-SLK, Sojus 1, 2-3). Wie bei anderen Tr&auml;gerprojekten Russlands fehlte das Geld f&uuml;r die daf&uuml;r notwendigen Entwicklungsarbeiten. So kam Bewegung erst als sich die amerikanische Firma Kistler f&uuml;r die Triebwerke f&uuml;r ihre Kistler K-1 interessierte.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Sojus Varianten mit dem NK-33<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"\/img\/soyuz1_2_3_transition_1.jpg\" alt=\"Sojus 1\" width=\"640\" height=\"529\" align=\"left\" \/><\/p>\n<p>Auch in Russland &uuml;berlegte man wie man das NK-33 einsetzen konnte. Dabei war vor allem interessant, dass ein NK-33 mehr Schub hatte als das RD-107\/108 der Sojus, trotz vier Brennkammern. So wurde &uuml;berlegt es dort einzusetzen.<\/p>\n<h3 align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial;\">Yamal<\/span><\/h3>\n<p>Unter der Bezeichnung Yamal (oder Geos) wurde das Konzept der Rus weiter verfolgt. Da die RUS als zuerst favorisierter Sojus Nachfolger zu teuer wurde, beschr&auml;nkte man bei der Yamal die &Auml;nderungen und reduzierte die Zahl der neuen Elemente. So sollten die Tanks der Rakete nicht erweitert werden. Die vier Au&szlig;enblocks wurden unver&auml;ndert &uuml;bernommen. Das zentrale Triebwerk in Block A aber durch wahlweise ein NK-33 oder ein RD-0120 ersetzt werden. Diese Idee wurde in der Folge bei verschiedenen Modifikationen wieder aufgegriffen. Neu war eine nicht genauer definierte Oberstufe namens \u201eTaimyr\u201c. Sie h&auml;tte den Block L der Molnija ersetzt und sollte das Triebwerk RD-0161 mit rund 20 kN Schub einsetzen.<\/p>\n<h3>Aurora<\/h3>\n<p>Eine zweite Sojus Variante war die Aurora. In ihr w&auml;ren die RD-107 des Au&szlig;enblocks durch RD-107A und das Zentraltriebwerk durch ein NK-33 ersetzt worden. Da das NK-33 &uuml;ber einen h&ouml;heren Schub als das RD-108 verf&uuml;gt, w&auml;re der Durchmesser des LOX-Tanks der Zentralstufe auf 3,40 m vergr&ouml;&szlig;ert worden. Dies war auch wegen des ver&auml;nderten Mischungsverh&auml;ltnis notwendig.<\/p>\n<p>Die Aurora war als kommerzielle Rakete gedacht, und nicht prim&auml;r f&uuml;r den Start russischer Nutzlasten. Die Ende der neunziger Jahre stark sinkenden Startzahlen bei Transporten in den GTO und die M&ouml;glichkeit die Sojus von Kourou aus zu starten, f&uuml;hrten zum Einstellen des Projektes.<\/p>\n<h3 align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial;\">Sojus 1<\/span><\/h3>\n<p>Eine neue Variation der Sojus ist die Sojus 1. Anders als die fr&uuml;heren Projekte handelt es sich nicht um eine leistungsst&auml;rkere Version, sondern um eine Tr&auml;gerrakete im Nutzlastbereich der Rockot und Dnepr. Die Sojus 1 hat keine Booster. Der Block A wird von einem einzelnen NK-33 Triebwerk angetrieben. Der Durchmesser der unteren Sektion verj&uuml;ngt sich auf 2,05 m. Die erste und zweite Stufe sind die gleichen wie bei der Sojus 2-1b. Dazu kommt eine Verkleidung des Typs \u201eYantar\u201c, die auch f&uuml;r milit&auml;rische Starts der Sojus eingesetzt wird. Die Sojus 1 wiegt beim Start 136 t, hat eine H&ouml;he von 44,00 m und einen Startschub von 1.550 kN. Die Nutzlast soll 2.850 kg in einen 200 km hohen Orbit von Baikonur aus betragen. Die Sojus 1 existiert bisher nur auf dem Papier. Sie hat den Vorteil durch die weitgehende &Uuml;bernahme der bisherigen Stufen kompatibel zu den Launchpads der Sojus 2 zu sein.<\/p>\n<h3 align=\"center\"><span style=\"font-family: Arial;\">Sojus 2-3<\/span><\/h3>\n<p>Ersetzt man dagegen in der Sojus 2-1b in der Zentralstufe das RD-108A durch ein NK-33, so erh&auml;lt man die Sojus 2-3. Das schwenkbare NK-33-1 macht auch die vier Vernierd&uuml;sen &uuml;berfl&uuml;ssig. Sein um rund 80 t h&ouml;herer Schub erlaubt es, Block-A auf einen Durchmesser von durchgehend 2,66 m zu erweitern. Die Startmasse der Sojus 3 liegt bei rund 335,5 \u2013 340 t. Dies sind rund 25 t mehr als bei der Sojus 2-1b. Bei einer H&ouml;he von 47,00 m bringt die Sojus 2-3 zwischen 10 und 10,7 t in einen erdnahen Orbit (verglichen mit 8,3-9,2 t bei der Sojus 2) und 2,48-3,9 t in den GTO Orbit (mit der Fregat Oberstufe, Start von Baikonur aus: normale Sojus: 1.800 kg). Die Leistung liegt so um rund 20 % h&ouml;her als bei der Sojus 2-1b.<\/p>\n<h3>Angara-L..SK<\/h3>\n<p>Eine von RSC Energija vorgeschlagene neue Rakete h&auml;tte in der ersten Stufe ein NK-33 Triebwerk und als zweite Stufe einen Block DM in der Sealaunch Variante eingesetzt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute geht es bei den NK-33 Triebwerken, weiter mit Teil 2: Pl&auml;nen sie in russischen Tr&auml;gern einzusetzen Nach dem Zusammenbruch des N-1 Programmes 1974 wurden alle Arbeiten an der N-1 eingestellt. 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