{"id":5427,"date":"2011-11-12T00:37:56","date_gmt":"2011-11-11T23:37:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=5427"},"modified":"2013-12-25T15:05:12","modified_gmt":"2013-12-25T14:05:12","slug":"projekt-midas-und-falconeye","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/11\/12\/projekt-midas-und-falconeye\/","title":{"rendered":"Projekt Midas und Falconeye"},"content":{"rendered":"<p>Nur wenige Wochen nach der Ank&uuml;ndigung der wiederverwendbaren Falcon 9 pr&auml;sentierte Elon Musk gestern auf einer Presse die neuesten SpaceX Entwicklungen: Projekt Midas und Falconeye.<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben bei der Entwicklung des Block II Designs der Falcon 9 einige Missverst&auml;ndnisse mit der NASA. Urspr&uuml;nglich hatten wir die Idee, mit der von 10,5 auf 16 t erh&ouml;hten Nutzlast nun die volle Nutzlast der Dragon von 6 t auszunutzen und wollten so die CRS Fl&uuml;ge von 12 auf 4 reduzieren. Leider bekamen wir die R&uuml;ckmeldung, dass f&uuml;r die Versorgung vor allem Fracht im Druckmodul ben&ouml;tigt wird und hier ist durch die Gr&ouml;&szlig;e der Kapsel die Menge auf 1,2 bis 1,4 t begrenzt. Die Fracht im hinteren Zylinder wird kaum ben&ouml;tigt. Die Nasse sieht daher nicht den Bedarf &uuml;ber rund 1,7 t Fracht pro Flug. Wir haben so nach dem sechsten Flug f&uuml;r mindestens 10 Fl&uuml;ge das Problem, das die Falcon 9 rund 6 t mehr in den Orbit bringen k&ouml;nnte als ben&ouml;tigt wird. Wir k&ouml;nnen diese brachliegende Kapazit&auml;t zum Teil mit Sekund&auml;rnutzlasten wie den Orbcomm-Satelliten f&uuml;llen, aber es bleibt eine gro&szlig;e L&uuml;cke die SpaceX auch potentielle Einnahmen kostet.<!--more--><\/p>\n<p>Als ich dann einen Besuch beim Livermore Laboratorium machte, war ich von dessen M&ouml;glichkeiten beeindruckt. Die Teilchenbeschleuniger dort k&ouml;nnen nicht nur Elementarteilchen spalten, sondern sogar neue erzeugen. Es gelang ihnen sogar, k&uuml;nstliches Gold zu erzeugen. Das brachte mich auf eine Idee: Die Sonne ist doch ein nat&uuml;rlicher Teilchenbeschleuniger der jede Menge Teilchen aussch&uuml;ttet und das Erdmagnetfeld b&uuml;ndelt diese sogar noch. Auf der anderen Seite ist der Goldpreis in enorme H&ouml;hen geklettert. Das brachte mich und die anderen SpaceX Vision&auml;re auf das Projekt Midas.<\/p>\n<p>Wir werden die verbleibende Nutzlast zum Teil nutzen um nach dem Absetzen der Dragon mit der zweiten Stufe einen h&ouml;heren Orbit von 1200 bis 2500 km H&ouml;he zu erreichen. Dort befindet sie sich im Van Allen G&uuml;rtel, weitere h&ouml;here Orbits k&ouml;nnten erprobt werden. Dort entfaltet sie ein Segel, welches dann von Protonen und Alphateilchen bombardiert wird. Dieses wurde von SpaceX schon vor einigen Jahren entwickelt, als ich noch die Idee hatte, damit Helium-3 aus dem Sonnenwind zu sammeln. Leider wurde ich nicht davon unterrichtet, das das Heliumn-3 des Mondes sich &uuml;ber Milliarden Jahre ansammelte, sodass ein Sammeln des Heliums nicht &ouml;konomisch war.<\/p>\n<p>Diese f&uuml;r das Projekt &#8222;Helios&#8220; schon entwickelte, 7,5 \u00b5m dicke, Kaptonfolie wird nun beschichtet. F&uuml;r die Goldgewinnung mit Quecksilber. Zwischen zwei Schichten kommt eine 10 \u00b5m starke Quecksilberschicht des Isotops 200, die durch Oberfl&auml;chenadh&auml;sion gebunden wird. Durch ein Proton des Sonnenwindes entsteht dann das instabile Thallium, dessen Isotop Tl<sup>204<\/sup> nach 70 Tagen durch die Abgabe von Alphastrahlen in Gold<sup>200<\/sup> zerf&auml;llt. Wenn eine bemannte Dragon dann in einigen Jahren zur Verf&uuml;gung steht, werden wir die nun aus purem Gold bestehenden Folien bergen und zur Erde zur&uuml;ckbringen. Wir rechnen rund 3 t Quecksilber in den Orbit pro Flug bringen zu k&ouml;nnen. Beim derzeitigen Goldpreis entsprechen dies 150 Millionen Dollar, das ganze ist also sehr profitabel. Wir werden von der Erde aus mittels spektroskopischer Untersuchungen den Goldgehalt periodisch ermitteln. Zeit genug haben wir ja, da eine bemannte Dragon noch einige Jahre in der Zukunft liegt und die Umlaufbahn ist &uuml;ber Jahre stabil.&#8220;<\/p>\n<p>Sollte SpaceX wirklich die Gewinnung von Gold aus Quecksilber gelingen? Damit w&uuml;rde ein alter Menschheitstraum in Erf&uuml;llung gehen. Doch die Pl&auml;ne von SpaceX gehen weiter:<\/p>\n<p>&#8222;Wir setzen nat&uuml;rlich nicht alles auf diese Karte, zumal es auch skeptische Stimmen gibt, die bezweifeln, dass es m&ouml;glich oder der Anteil an Gold nur gering. \u00a0Wir suchen daher auch nach einer zweiten M&ouml;glichkeit die Fl&uuml;ge profitabler zu gestalten. Das zweite SpaceX Projekt ist daher Falconeye. Die NGA kauft derzeit von den Firmen Digiglobe und GeoEye etwa die H&auml;lfte ihrer Bilder ab. SpaceX will auch von diesen Regierungsauftr&auml;gen profitieren. Wir werden daher bei den verbleibenden Fl&uuml;gen zur ISS im r&uuml;ckw&auml;rtigen Zylinder der Dragon einen Aufkl&auml;rungssatelliten installieren. Er wird wie die Falcon 9 und Dragon sensationell billig sein und wir erwarten, das er die Erdbeobachtung revolutionieren wird. So verzichten wir auf eine eigene Stromversorgung und auch Triebwerke um den Orbit anzuheben &#8211; Nach Abkoppeln der Landekapsel wird der Rest mit den Solarzellen den Satelliten mit Strom versorgen und da es vier bis f&uuml;nf Fl&uuml;ge pro Jahr zur ISS geben wird, k&ouml;nnen wir damit leben, dass Falconeye ohne Bahnanhebung nur zwei Jahre aktiv sein wird.<\/p>\n<p>Wir nutzen nur verf&uuml;gbare Commercial on the Shelf Komponenten. So setzen wir Teleskope ein, die serienm&auml;&szlig;ig gebaut werden, wie das <a href=\"http:\/\/telescopes.net\/store\/09162-50-inch-monster-dobsonian-telescope.html\">50 Zoll Teleskop von Orion<\/a>. Es wird aus 400 km H&ouml;he eine sensationelle Aufl&ouml;sung von 20 cm aufweisen. Damit wird Falconeye die bisher sch&auml;rften Bilder aus dem All liefern. Erg&auml;nzt wird es durch einen 12 und 4 Z&ouml;ller von Meade f&uuml;r kleinere Aufl&ouml;sungen (1 m, bzw. 3 m). Sensoren sind normale APS-CCD, wie sie auch in professionellen Spiegelreflexkameras eingesetzt werden, die wir zu einem Array zusammenfassen werden. Wir werden einen herk&ouml;mmlichen Industrie-PC mit Linux als Steuerrechner und 256 Gbyte SSD von Intel als Massenspeicher einsetzen. Die Daten werden von handels&uuml;blichen Satellitensendern, welche auch die US-Army benutzt, zum Boden gesendet. Das alles ist m&ouml;glich, da unser Falconeye Satellit bis zu 6 t wiegen kann. Er wird damit dreimal schwerer als Digiglobes Worldview sein und das l&auml;sst uns viele M&ouml;glichkeiten, zugunsten von Kosten schwerere Komponenten einzusetzen. Wir rechnen damit, dass der Falconeye Satellit f&uuml;r unter 1 Million Dollar zu bauen ist.<\/p>\n<p>Umgekehrt rechnen wir damit, ein Drittel des &uuml;ber 700 Millionen Dollar gro&szlig;en Kuchens, den die NGA j&auml;hrlich f&uuml;r Bilder ausgibt erhalten k&ouml;nnen. Digiglobe wird zu 80% von der Regierung finanziert. Wir wissen, dass es Widerst&auml;nde gegen SpaceX gibt, aber weil die NGA verhindern m&ouml;chte, dass hochaufl&ouml;sende Bilder bestimmter Gegenden wie Afghanistan oder den Irak, aber auch bestimmter Teile der USA ver&ouml;ffentlicht werden, rechnen wir fest damit, dass diese unsere Aufnahmen kaufen werden, obwohl sie vielleicht von unserer Firma nicht viel halten.&#8220;<\/p>\n<p>Auf die Frage von Journalisten, wie die Daten empfangen und verarbeitet werden, pr&auml;sentierte Elon Musk eine einfache L&ouml;sung:<\/p>\n<p>&#8222;Wir haben die M&ouml;glichkeit von mehreren Empfangsstationen wie auch eines geostation&auml;ren Relaissatelliten erwogen. Aber sie waren alle zu kostenintensiv. Wegen der Neigung der ISS-Bahn von 52 Grad reichen nicht 2-3 Empfangsstationen nahe des Nordpols. Wir h&auml;tten sehr viele, mindestens 20 St&uuml;ck ben&ouml;tigt um eine nur halbwegs globale Abdeckung zu erreichen. Eine Nutzung eines geostation&auml;ren Satellitens w&auml;re zumindest anfangs zu teuer. Eventuell ist das eine Option, wenn Falconeye die Einnahmen generiert, die wir uns erhoffen. Wir setzen daher auf die Cloud. Jeder, der eine 90 cm gro&szlig;e Satellitenantenne hat, die durch einen Motor nachf&uuml;hrbar ist, wird Daten von Falconeye empfangen k&ouml;nnen. Wir senden daher nicht auf einem Kanal, sondern &uuml;ber 100. Notwendig ist nur eine Anmeldung bei http:\/\/\/www.SpaceX.falconeye mit den genauen Daten des Standorts und des Empf&auml;ngers. Nach Pr&uuml;fung bekommt man die Daten f&uuml;r die Einstellung, ein Empfangsprogramm und einen Schl&uuml;ssel. Das Empfangsprogramm wird die Daten auf den SpaceX Server &uuml;bertragen und mit dem Schl&uuml;ssel kann der Benutzer sich die Bilder mit 1 und 3 m Aufl&ouml;sung dekodieren. Die hochaufl&ouml;senden k&ouml;nnen nicht entschl&uuml;sselt werden. Wir werden daher auch nicht nur einen Sendekanal, sondern etwa 100 jeweils mit niedriger Datenrate von 1-10 MBit\/s einsetzen, je nach Qualit&auml;t und Gr&ouml;&szlig;e der Antenne und des Empf&auml;ngers. Auf unseren Servern werden dann die Daten zusammengesetzt und aufbereitet.<\/p>\n<p>Ich rechne fest damit dass Falconeye die Erdbeobachtung umkrempeln wird. Bald wird eine ganze Flotte von Satelliten eine Flut von Bildern anfertigen. Weitere m&ouml;glichen Kunden w&auml;ren Google und Microsoft f&uuml;r Google Maps und andere Dienste. Mit den Einnahmen werden wir dann die bemannte Dragon und die wiederverwendbare Falcon 9 finanzieren. Sp&auml;testens dann werden wir den Orbitaltourismus aufnehmen k&ouml;nnen und dann als n&auml;chsten Schritt die Kolonsierung des Mars angehen k&ouml;nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nur wenige Wochen nach der Ank&uuml;ndigung der wiederverwendbaren Falcon 9 pr&auml;sentierte Elon Musk gestern auf einer Presse die neuesten SpaceX Entwicklungen: Projekt Midas und Falconeye. &#8222;Wir haben bei der Entwicklung des Block II Designs der Falcon 9 einige Missverst&auml;ndnisse mit der NASA. 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