{"id":5617,"date":"2011-11-27T00:20:20","date_gmt":"2011-11-26T23:20:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=5617"},"modified":"2013-07-03T23:16:57","modified_gmt":"2013-07-03T21:16:57","slug":"uber-science-fiction","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/11\/27\/uber-science-fiction\/","title":{"rendered":"&Uuml;ber Science Fiction"},"content":{"rendered":"<p>Heute wieder ein Gastbeitrag von Hans. Ansonsten gibt es derzeit keine weiteren Gastbeitr&auml;ge, also wenn sich jemand angesprochen f&uuml;hlt &#8230; nichts wie her damit!<\/p>\n<p>(Dieser Beitrag war urspr&uuml;nglich mal als Antwort auf Bernd&#8217;s Blog vom 27. M&auml;rz, 2011, <a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/03\/27\/selektive-wahrnehmung-bei-science-fiction-filmen\/\" target=\"_blank\"><em>Selektive Wahrnehmung bei Science Fiction Filmen<\/em><\/a> gedacht. Allerdings ist er so lang geworden, das er etwas modifiziert inzwischen als eigenst&auml;ndiger Blogbeitrag durchgehen kann.)<\/p>\n<p>Wer es in Sachen Technik genau wissen will, sollte die B&uuml;cher von Lawrence M. Krauss&#8216; lesen. Der Mann ist im Hauptberuf Physiker und nebenbei auch ein Fan von Star Trek. Der hat mal ein Buch &uuml;ber &#8222;Die Physik von Star Trek&#8220; (ISBN: 3453109813) geschrieben, wo er genau darlegt, was da Science und was Fiction ist. Danach hat er noch ein Buch &uuml;ber die Physik &#8222;Jenseits von Star Trek&#8220; (ISBN: 3453196708) geschrieben, wo er das selbe mit anderen popul&auml;ren Filmen macht, u.a. Independence Day.<!--more--><\/p>\n<p>Die Frage, wie man auf die Idee kommt, welche Teile auf die Wirklichkeit &uuml;bertragbar sind und welche nicht, l&auml;sst sich nur zum Teil mit der individuellen Bildung, speziell in Physik beantworten. Ich gehe ja bekanntlich davon aus, dass manches in Zukunft noch m&ouml;glich sein wird, das wir derzeit nicht k&ouml;nnen, weil wir die Physik dahinter noch nicht vollst&auml;ndig erfasst haben. So kennt die &#8222;Kleinteilephysik&#8220; z.B. die sogenannten <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Tachyonen\" target=\"_blank\">Tachyonen<\/a>, bisher &#8222;hypothetische Elementarteilchen, die sich schneller als das Licht bewegen&#8220;, und L&ouml;sungsm&ouml;glichkeiten der speziellen Relativit&auml;tstheorie darstellen. Das muss zwar nicht heissen, dass es die wirklich gibt, aber es ist auch nicht v&ouml;llig aus der Luft gegriffen. Vielleicht fehlt es uns bisher aber auch nur an den richtigen Messger&auml;ten? &#8211; Wer weis das jetzt schon???<\/p>\n<p>Dann mal zu Raumschlachten: die fanden in fast allen Filmen und Serien, die ich kenne, immer bei Unterlichtgeschwindigkeit statt! Ich kenne nur eine einzige Szene aus Stargate, wo ein Raumschiff im Hyperraum, also beim Flug mit &Uuml;berlichtgeschwindigkeit zerst&ouml;rt wurde, um dadurch auch drei andere zu zerst&ouml;ren, die es verfolgt haben. Das sieht man in Folge 4.1: <a href=\"http:\/\/www.stargate-wiki.de\/wiki\/Nemesis,_Teil_2\" target=\"_blank\">Nemesis, Teil 2<\/a>.<\/p>\n<p>Interessant w&auml;re es sicher auch mal, keine komplette Schlacht, aber etwas &auml;hnliches, wie z.B. ein orbitales Duell zu simulieren. &#8211; Daraus liessen sich bestimmt auch ein oder zwei Blogbeitr&auml;ge machen&#8230;<\/p>\n<p>Das viele Raumschiffe auch irgendwie &#8222;schnittig&#8220; aussehen, ist wohl eine Mode, bzw. man hat einfach Auto- oder Flugzeugdesign auf Raumschiffe &uuml;bertragen. Allerdings fallen mir auch mindestens 3 Beispiele f&uuml;r Raumschiffe ein, bei denen das nicht zutrifft, d.h. die nicht Windschnittig sind. Alle 3 aus Star Wars: der <a href=\"http:\/\/www.jedipedia.net\/wiki\/Millennium_Falke\" target=\"_blank\"><em>Millenium Falke<\/em><\/a>, also das Raumschiff von Han Solo. Als n&auml;chstes die <a href=\"http:\/\/www.jedipedia.net\/wiki\/CR90-Korvette\" target=\"_blank\"><em>Korellianische Korvette<\/em><\/a>, der Raumschifftyp, der am Anfang des ersten Star Wars Films (heute als Episode IV bekannt) verfolgt und geentert wird. Dann gibt es da noch die <a href=\"http:\/\/www.jedipedia.net\/wiki\/Nebulon-B-Fregatte\" target=\"_blank\"><em>Nebulon-B Fregatten<\/em><\/a>, dessen &auml;ussere Form von einem Aussenbordmotor f&uuml;r Schlauchbote inspiriert sein soll. Die sehen grob betrachtet auch aus, wie ein &uuml;berdimensionaler Winkel, oder eben wie ein arg modifizierter, bzw. sonstwie umgestalteter Aussenbordmotor. Man kann sie, glaube ich, auch in &#8222;Die R&uuml;ckkehr der Jedi Ritter&#8220; sehen, wenn die Rebellenflotte den Todesstern angreift.<\/p>\n<p>Beispiele aus anderen Serien w&auml;ren z.B. die alte Enterprize. Die ist ja auch alles andere als Windschnittig. Und auch sonst halte ich deren Design eher f&uuml;r mechanisch instabil, weil die Haupttriebwerke ja die zwei langen R&ouml;hren sind, die auf den &#8222;Strebebalken&#8220; hinter dem Untertassenmodul sitzen. Bei diesem Design geht es also wohl haupts&auml;chlich um die Optik. Schliesslich f&auml;llt mir noch die Galactica und eigentlich alle anderen Kampfsterne aus dieser Serie ein, die alle in die Kategorie &#8222;nicht Windschnittig&#8220; einzuordnen sind.<\/p>\n<p>Bei einigen Typen, insbesondere verschiedenen Kleineren ist Windschnittigkeit aber trotzdem Sinnvoll, n&auml;mlich immer dann, wenn ein Raumschiff auch durch eine Atmosph&auml;re fliegen k&ouml;nnen soll, um auf einer Planetenoberfl&auml;che zu landen. Wie der dazu notwendige Hitzeschild realisiert wird, ist dann wieder eine andere Frage.<\/p>\n<p>Die Ver&auml;nderungen am Design der Br&uuml;cke der Enterprize spiegeln meiner Meinung nach auch den jeweiligen Zeitgeist kombiniert mit tats&auml;chlichen technischen Entwicklungen wieder. So gibt es zwar nicht das Gepiepse der fr&uuml;hen Enterprize, aber viele blinkende L&auml;mpchen und Monitore auf diversen Br&uuml;cken.<\/p>\n<p>&Uuml;brigens sind Waffen, die einen ganzen Planeten pulverisieren k&ouml;nnen gar nicht sooo selten. Die gibt es z.B. auch in Gene Roddenberry&#8217;s Andromeda; da heissen sie Novabomben und dienen dazu nicht nur Planeten, sondern ganze Sonnensysteme zu zerst&ouml;ren, indem die Novabombe in die jeweilige Sonne geworfen wird, und diese in eine (Super-)Nova verwandelt&#8230; &#8211; Und in der geschriebenen SF kommen hin und wieder auch mal Waffen vor, die ganze Planeten zerst&ouml;ren k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Star Wars speziell, da stimme ich zu, ist eine ins SF-Genre verlegte Heldensage, bzw. ein M&auml;rchen. Zumindest, was Episode IV angeht. Wenn man allerdings die Stories dazu nimmt, die danach vor allem in Buchform erschienen sind und ein ganzes Universum ausf&uuml;llen, dann findet man darin von allem ein bischen. Da gibt es Romane mit Krimi- oder Thrillerelementen, andere legen den Schwerpunkt auf der klassischen Abenteuergeschichte und wieder andere kann man als Drama betrachten. Das alles dann nat&uuml;rlich in den Weltraum verlegt und an die Star Wars Gegebenheiten angepasst.<\/p>\n<p>Battlestar Galactica ist ein in den Weltraum verlegtes Drama, weil da jede Menge zwischen menschlicher Probleme in extremen Situationen thematisiert werden. Stargate schliesslich eher ein Sammelsurium an Abenteuergeschichten. Zumindest die beiden ersten Serien, also Stargate SG-1 und Stargate Atlantis. SG-Universe entwickelte sich meiner Ansicht nach immer mehr zum Drama hin. Als solches endet es im Prinzip auch, da die Serie ja nach der zweiten Staffel abgebrochen und mit vielen offenen Fragen beendet wurde.<\/p>\n<p>Bei James Bond ist zumindest die Figur v&ouml;llig &uuml;berzogen. Aber Agenten mit der &#8222;Lizenz zum T&ouml;ten&#8220; gibt es meiner Ansicht nach wirklich. Die heissen dann aber nicht James Bond, sondern haben mehr &Auml;hnlichkeit mit Jason Bourne aus &#8222;Die Bourne Identit&auml;t&#8220;. Und auch so Typen, wie sie im Film &#8222;Codename Nina&#8220; gezeigt werden, halte ich f&uuml;r realistisch. Bei letzterem wird eine zum Tode verurteilte nur scheinbar hingerichtet, weil ein Agent vorher das Gift austauscht. Sie wacht dann in einem geheimen Ausbildungslager wieder auf, und wird vor die Wahl gestellt, entweder Du machst hier mit oder Du stirbst diesmal wirklich. Sie macht mit, und wird zur geheimen Auftragskillerin ausgebildet. Nebenbei erh&auml;lt sie noch eine praktische Schulung um sich in verschiedenen Gesellschaftkreisen weitgehend unauff&auml;llig bewegen zu k&ouml;nnen. Nach der Ausbildung wird sie mit einer neuen Identit&auml;t in die Welt entlassen, wo sie ein scheinbar normales Leben f&uuml;hrt. Nur das sie zwischendurch immer wieder mal von der Organisation angerufen und zu einem Einsatz geordert wird. Dann muss sie jemanden umlegen, meisst erschiessen.<\/p>\n<p>Mac Gyver kenn ich nun wieder nicht, aber wer zum staatlichen Auftragskiller ausgebildet ist, kann sich tats&auml;chlich aus vielen allt&auml;glichen Gegenst&auml;nden eine Waffe machen. Da sind die Bourne-Filme recht nah an der Realit&auml;t, wie auch neulich noch in einer Doku gezeigt wurde. Eine interessante Frage w&auml;re noch: wie realistisch sind eingentlich die CSI-Serien? &#8211; Ein Teil der Antwort wurde mal ein einer Quarks &amp; Co. Sendung gegeben, als man erkl&auml;rte, das Spurensicherung, Kriminaltechnik und T&auml;terbefragungen in jedem Fall immer getrennt sind, d.h. von unterschiedlichen Leuten durchgef&uuml;hrt werden. In diesem Fall ist die Serie Navy CIS etwas n&auml;her an der Realit&auml;t, weil deren Labortechnikerin selten zu den Leichenfundorten heraus f&auml;hrt.<\/p>\n<p>Dann gibt es da auch noch die gut gemachte, aber leider nicht sehr erfolgreiche Serie Firefly. Da ist SF mit Western kombiniert und man hat, was die Gegebenheiten des Weltraums angeht verschiedenes richtig gemacht. Zum Beispiel gibt es da keine Ger&auml;usche im Weltall. Aber wie Bernd in seinem urspr&uuml;nglichen Beitrag schon schrieb: &#8220; Eine gigantische Star Wars Schlacht in kompletter Stille kommt beim Publikum aber wohl einfach nicht so gut an.&#8220; Da hat er wahrscheinlich recht. Man kann das kannst ja einfach mal bei sich selbst testen, indem man sich die Sequenzen ohne Ton ansiehst. Da geht einfach ein Teil der Dramatik verloren. Und dann m&uuml;sste den Tontechnikern oder &auml;hnliches unter den Lesern doch besonders bewusst sein, wie sehr &#8222;der Ton die Musik macht&#8220;.<\/p>\n<p>Neben den Leuten die vieles glauben, das in SF-Filmen gezeigt wird, gibt es aber auch noch einige, die gar nichts glauben. So hab ich z.B. mal gelesen, das einige Teenies unserer Zeit die Verfilmung der Apollo 13 Ereignisse f&uuml;r Science Fiction halten.<\/p>\n<p>Um aber mal wieder auf mir bekanntes Terrain zur&uuml;ck zu kommen: Die Autoren der Stargateserien hatten z.B. wirkliche Unterst&uuml;tzung durch die US-Luftwaffe. So hat da hin und wieder mal ein h&ouml;herer Unteroffizier &uuml;berpr&uuml;ft, ob die Strukturen weitgehend richtig wiedergegeben werden. Und in zwei Folgen hat auch der gerade auf dem Posten befindliche <em>Chief of Staff<\/em>, das ist der rangh&ouml;chste Offizier der U.S. Air Force einen Kurzauftritt. Und zwar Michael E. Ryan in Folge 4.19: <em>Das Wunder<\/em> und John P. Jumper in den Folgen 7.21 und 7.22: <em>Die verlorene Stadt<\/em>, Teil 1+2.<\/p>\n<p>Das &auml;ndert allerdings auch nichts daran dass auch ich die Stargates f&uuml;r utopische, d.h. unm&ouml;gliche Ger&auml;te halte, die es sehr wahrscheinlich nie geben wird. Ebenso halte ich die ganzen Episoden, die Zeitreisen behandeln f&uuml;r v&ouml;llig unm&ouml;glich, d.h. v&ouml;lligen Unsinn. Ausserdem kann ich mit Parallelwelten nicht viel anfangen, die Stargate auch hin und wieder mal thematisiert hat. Schliesslich ist mir am Sonntag noch aufgefallen, das man &uuml;ber die Lage des Gleises 9\u00be am Londoner Bahnhofs King\u2019s Cross, auch lieber nicht genauer nachdenken sollte. &#8211; Aber das ist ja wieder Fantasy, in diesem Fall Harry Potter.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute wieder ein Gastbeitrag von Hans. Ansonsten gibt es derzeit keine weiteren Gastbeitr&auml;ge, also wenn sich jemand angesprochen f&uuml;hlt &#8230; nichts wie her damit! (Dieser Beitrag war urspr&uuml;nglich mal als Antwort auf Bernd&#8217;s Blog vom 27. M&auml;rz, 2011, Selektive Wahrnehmung bei Science Fiction Filmen gedacht. 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