{"id":5781,"date":"2012-01-02T00:00:11","date_gmt":"2012-01-01T23:00:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=5781"},"modified":"2012-01-03T11:25:07","modified_gmt":"2012-01-03T10:25:07","slug":"luftschiffe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2012\/01\/02\/luftschiffe\/","title":{"rendered":"Luftschiffe"},"content":{"rendered":"<p>Heute ein Gastblog von Manuel, der unfreiwillig (den Gastbeitrag habe ich schon am 30.12 bekommen), der erste Kandidat bei &#8222;<a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/12\/31\/bernd-sucht-den-superblogger\/\" target=\"_blank\">Bernd sucht den Superblogger<\/a>&#8220; ist. Nun fehlt ja eigentlich nur noch einen von Verkehrsvision &uuml;ber Tr&auml;gerflugzeuge f&uuml;r Raketen&#8230;.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Nachdem in den Kommentaren zu <a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2011\/12\/26\/stratolaunch\/\">Stratolaunch <\/a> auch einiges &uuml;ber Luftschiffe geschrieben wurde m&ouml;chte ich mich mal des Themas annehmen.<\/p>\n<p>Die Idee Luftschiffe zu bauen ist schon recht alt, bereits bevor es die ersten Ballone gab wurden Luftschiffe erdacht, allerdings wie so viele Ideen nicht umgesetzt. So gab es etwa 1670 die Idee Kugeln leer zu pumpen und an diesen ein Boot zu befestigen.<!--more--><\/p>\n<p>Nachdem es dann gelang mit Ballonen erstmals in die Luft aufzusteigen wurde schon bald der eigentlich logische Versuch unternommen diese Ballone steuerbar zu machen um nicht in seinem Reiseziel so sehr vom Wind abh&auml;ngig zu sein. W&auml;hrend des 19. Jahrhunderts gab es einige mehr oder weniger erfolgreiche Versuche. Zun&auml;chst wurde mit Rudern oder Segeln an Ballonen experimentiert, was aus heutiger Sicht klar ist das es scheitern musste. Aber bereits relativ fr&uuml;h war klar das Propeller zum Ziel f&uuml;hren w&uuml;rden. Das erste Luftschiff war dann die &#8222;Giffard I&#8220; von 1852. Dieses Luftschiff war mit einer 3 PS starken Dampfmaschine nat&uuml;rlich etwas schwach motorisiert. Es wurden dann verschiedene Motoren und Konstruktionen entwickelt, aber erst 1884 konnte das Luftschiff &#8222;La France&#8220; zu seinem Startpunkt zur&uuml;ckkehren, was f&uuml;r einen sinnvollen Einsatz nat&uuml;rlich notwendig war.<\/p>\n<p>Ende des 19. Jahrhunderts begann man damit Starluftschiffe zu entwickeln da diese versprachen wetterfester zu sein und auch bei Gasverlust ihre Form nicht zu verlieren, da Aussenh&uuml;lle und Gaszellen voneinander getrennt sind, zudem konnte man mehrere Gaszellen in der Aussenh&uuml;lle unterbringen, so das ein Gasverlust nicht so dramatische Auswirkungen h&auml;tte. Bei den ersten Zeppelin-Entw&uuml;rfen ist das noch etwas st&auml;rker zu erkennen, da Zeppelin sich zun&auml;chst so etwas wie eine Luftbahn, mit einer Einheit mit Motoren die andere Einheiten hinter sich her ziehen konnte, vorstellte. Interessant ist auch hier das, wie auch schon bei dem Flugzeugen, im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts der Durchbruch erzielt werden konnte, offenbar war auch hier die L&ouml;sung des Motorenproblems entscheidend. Die ersten Zeppeline entstanden wobei das Luftbahnprinzip zugunsten eines einzigen gr&ouml;&szlig;eren Schiffsrumpfs mit mehreren Gaszellen aufgegeben worden war. Mit den Zeppelinen entstand dann auch der erste mehr oder weniger regelm&auml;ssige Luftverkehr, zun&auml;chst vor allem innerhalb Deutschlands.<\/p>\n<p>Vor allem in diesem Jahrzehnt und auch noch in den Folgenden zeigten sich bereits die gro&szlig;en Vorteile von Luftschiffe gegen&uuml;ber Flugzeugen, da man ja schon relativ lange Erfahrung mit Ballonen hatte und die Steuerung kein so gro&szlig;es Problem darstellte, ausserdem f&uuml;hrte ein Maschinenausfall nicht zwingend zu einem Absturz, da ein Luftschiff ja auch ohne Antrieb in der Luft bleiben konnte, der Ausfall eines Motors bei mehren Motoren auch nicht so kritisch war und durch die Gr&ouml;&szlig;e kleinere Reparaturen auch w&auml;hrend des Fluges m&ouml;glich waren. Zudem konnte man durch die Gr&ouml;&szlig;e mehr Passagiere und Fracht bef&ouml;rdern und auch mehr Treibstoff mitnehmen so das man eine gr&ouml;&szlig;ere Reichweite hatte.<\/p>\n<p>Dann kam der erste Weltkrieg und auch wenn w&auml;hrend des Krieges die meisten Luftschiffe gebaut wurden und sie aus oben genannten Gr&uuml;nden zun&auml;chst auch als Bomber relativ erfolgreich waren zeigte sich doch relativ schnell das Luftschiffe eigentlich nicht als Kriegsger&auml;t geeignet waren. Durch ihre Gr&ouml;&szlig;e waren sie sehr gut zu entdecken und ziemlich tr&auml;ge, so das sie entweder durch Flak oder im Laufe des Krieges auch durch Flugzeuge relativ leicht abzuschiessen waren. Als Langstreckenaufkl&auml;rer und zur Versorgung eingeschlossener Truppen waren sie vermutlich etwas erfolgreicher.<\/p>\n<p>Nach dem Krieg kam dann die gro&szlig;e Zeit der Zeppeline, auch wenn zun&auml;chst einige als Reparationsleistung an die Alliierten abgegeben werden mussten. Aber gerade das war nat&uuml;rlich auch eine Chance. Zwar bauten auch andere L&auml;nder Luftschiffe, etwa die Engl&auml;nder, deren R34 als erstes Luftschiff den Atlantik &uuml;berquerte, allerdings war z.B. dieses Luftschiff ein Nachbau eines deutschen Kriegszeppelins. Ber&uuml;hmt geworden ist die Amerikafahrt des Reparationsluftschiffs LZ126, die erste Atlantik&uuml;berquerung eines Zeppelins. LZ127 &#8222;Graf Zeppelin&#8220; wurde ber&uuml;hmt unter anderem durch seine Weltumrundung und den regelm&auml;ssigen Liniendienst nach Amerika. Das Ende der Zeppeline kam als die LZ129 Hindenburg (Zusammen mit ihrem Schwesterschiff LZ130 &#8222;Graf Zeppelin 2&#8220; das gr&ouml;&szlig;te je gebaute) 1937 bei der Landung in Lakehurst in Flammen aufging. Der Fehler war hier offenbar die Lackierung welche nicht leitend war und der brennbare Wasserstoff, allerdings waren Flugzeuge bereits eine echte Konkurrenz geworden und die Luftschiffe zu gro&szlig; zu teuer und mit ein paar prinzipiellen Problemen behaftet.<\/p>\n<p>Die prinzipiellen Probleme von Luftschiffen sind anders als man bei den Bildern von Lakehurst denkt nicht etwa der brennbare Wasserstoff, was man z.B. an den Abst&uuml;rzen der mit Helium gef&uuml;llten amerikanischen Luftschiffe ZRS-4 &#8222;USS Akron&#8220; und ZRS-5 &#8222;USS Macon&#8220; und anderen Luftschiffen bemerkt sondern die extreme Anf&auml;lligkeit f&uuml;r Unwetter. Luftschiffe k&ouml;nnen prinzipiell nicht so hoch aufsteigen wie Flugzeuge da irgendwann durch den geringeren Luftdruck die H&uuml;lle platzt oder &uuml;ber &Uuml;berdruckventile Gas abgibt. Zwar gab es im ersten Weltkrieg Versuche f&uuml;r H&ouml;henluftschiffe um den feindlichen Flugzeugen auszuweichen aber diese Luftschiffe mussten daf&uuml;r leichter und damit fragiler gebaut werden, was die Engl&auml;nder merkten als ihre R38 abst&uuml;rzte welche auf einem deutschen Entwurf f&uuml;r ein solches H&ouml;henluftschiff basierte. Allerdings ist hier mit H&ouml;henluftschiff vermutlich ein Luftschiff gemeint welches mehrere tausend anstatt mehrere hundert Meter Gipfelh&ouml;he erreichen konnte. Also k&ouml;nnen Luftschiffe nicht nach oben vor dem Wetter ausweichen wie es heutige Flugzeuge k&ouml;nnen. M&ouml;glicherweise k&ouml;nnte ein Prallluftschiff oder ein halbstarres Luftschiff hier mehr heraus holen als ein Starrluftschiff. Allerdings sind Luftschiffe sogar am Boden relativ anf&auml;llig f&uuml;r Wind. Solange ein Luftschiff nicht in einer Halle ist und eine solche Halle ist teuer weil sie gro&szlig; sein muss ist es nicht sicher vor dem Wind. Ein Luftschiff bietet einfach eine zu gro&szlig;e Angriffsfl&auml;che. Die Luftschiffe hatten ihre gro&szlig;e Zeit und damals sicher ihre Berechtigung und sie haben auch sicher ihre Vorteile aber dieser prinzipielle Nachteil macht es auch nicht so einfach sich heutige sinnvolle Verwendungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r Luftschiffe auszudenken.<\/p>\n<p>Luftschiffe werden heutzutage vor allem f&uuml;r Luftwerbung, Rundfl&uuml;ge, &Uuml;berwachung, Forschung, Geologie, Minensuche und als Relaisstation f&uuml;r Funkverkehr eingesetzt. Ob Luftschiffe sinnvoll f&uuml;r Transportaufgaben eingesetzten werden k&ouml;nnen wie es etwa Cargolifter plante ist unter diesen Umst&auml;nden fraglich, f&uuml;r Kurzstrecken ist es wahrscheinlich nicht kosteng&uuml;nstig genug und bei gro&szlig;en Strecken ist eben der genannte Nachteil ein echtes Problem. Zum anderen war Cargolifter ja eine Firma die &auml;hnliche Versprechungen machte wie SpaceX, die angek&uuml;ndigte Nutzlast wurde laufend weniger, die Reichweite geringer und die Kosten stiegen. Anderseits k&ouml;nnte ein Luftschiff wie es in dem oben genannten Thread erw&auml;hnt wurde, n&auml;mlich ferngesteuert und mit Wasserstoff bef&uuml;hlt tats&auml;chlich die Kosten so weit dr&uuml;cken das es rentabel werden k&ouml;nnte, allerdings w&uuml;rde ich solch einem Ger&auml;t dann keine extrem teuren Lasten anvertrauen wollen. Als Verkehrsmittel sehe ich vielleicht eine Zukunft wenn irgendwann das &Ouml;l ausgeht und man dann Solarluftschiffe baut, oder m&ouml;glicherweise als Kreuzfahrtschiff in Windarmen Gegenden. In beiden F&auml;llen m&uuml;sste man allerdings mit den Nachteilen irgendwie zurechtkommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute ein Gastblog von Manuel, der unfreiwillig (den Gastbeitrag habe ich schon am 30.12 bekommen), der erste Kandidat bei &#8222;Bernd sucht den Superblogger&#8220; ist. Nun fehlt ja eigentlich nur noch einen von Verkehrsvision &uuml;ber Tr&auml;gerflugzeuge f&uuml;r Raketen&#8230;. 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