{"id":5963,"date":"2012-02-25T00:02:29","date_gmt":"2012-02-24T23:02:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=5963"},"modified":"2012-02-21T09:04:29","modified_gmt":"2012-02-21T08:04:29","slug":"software-wird-schneller-langsam-als-hardware-schneller-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2012\/02\/25\/software-wird-schneller-langsam-als-hardware-schneller-wird\/","title":{"rendered":"Software wird schneller langsam, als Hardware schneller wird"},"content":{"rendered":"<p>Dieses von Nikolaus Wirth beschriebenen Ph&auml;nomen wird inzwischen auch als &#8222;Wirthsches Gesetz&#8220; bezeichnet. Demnach wird der Fortschritt bei der Hardwareentwicklung durch immer ineffizienter programmierte Software ausgeglichen. Nun ganz so schlimm w&uuml;rde ich es nicht sehen. Aber ich will mal dieses Thema aus einer anderen Perspektive aufgreifen. Und zwar will ich die Stationen der Benutzerfreundlichkeit von Anwendungen bei PC&#8217;s Revue passieren lassen.<\/p>\n<p>Als die 8-Bit-Rechner einen Hauptspeicherausbau von ann&auml;hernd dem Maximum was adressiert werden konnte, so 48 bis 64 Kbyte hatten, konnte man mit CP\/M die ersten Anwendungsprogramme betreiben. Wer mal mit Wordstar, DBASE oder Multiplan gearbeitet hat, wei&szlig; aber auch von den Einschr&auml;nkungen. Wordstar hatte kryptische Tastenkombinationen. Formatierungen gab es als Steuerzeichen auf dem Bildschirm und genauso wie bei Multiplan konnte man beim Scrollen sehen wie sich jede Zeile neu aufbaute. Dbase lieferte Datens&auml;tze langsam zur&uuml;ck, 1-2 pro Sekunde.<!--more--><\/p>\n<p>Unter MS-DOS und 16-Bit Rechnern wurde die Software schneller, konnte gr&ouml;&szlig;ere Datenmengen bearbeiten und zum Ende hin gab es sogar eine Andeutung des Ausdrucks durch fett, Unterstreichen oder Kursiv auf dem Bildschirm, wenn allerdings nicht im richtigen Font.<\/p>\n<p>Die n&auml;chste Stufe war die grafische Oberfl&auml;che. Erstmals war es m&ouml;glich die reale Welt irgendwie auf dem Computer abzubilden, wenn auch mit Kr&uuml;cken wie Icons f&uuml;r Dateien. Aber immerhin musste man sie nicht mit Befehlen kopieren, sondern konnte sie mit der Maus verschieben, wie im richtigen Leben. F&uuml;r die Anwendungen bedeutete dies auch, dass nun der Bildschirm den Ausdruck wiedergeben konnte, angefangen von Texten &uuml;ber Bildschirmmasken.<\/p>\n<p>Wie bei der Textoberfl&auml;che dauerte es dann Jahre bis Jahrzehnte bis diese Oberfl&auml;che perfektioniert wurde. Wenn ich zum Beispiel die Grundfunktionalit&auml;t von Winword 2 nehme und sie mit Openoffice heute vergleiche, so ist letzteres nat&uuml;rlich schicker, es geht heute Online-Rechtschreibpr&uuml;fung und Grammatikpr&uuml;fung, aber die Grundfunktionen haben sich kaum ge&auml;ndert. Dabei ist heute ein Rechner 100-1000 mal schneller als der, auf dem WinWord 2 lief.<\/p>\n<p>Nun scheint es den n&auml;chsten Schritt zu geben, nicht auf dem PC sondern einem Smartphone. Es wird mit Gesten gesteuert, erkennt Sprache und antwortet mit Sprache, was dazu gef&uuml;hrt hat dass nun nach den zahllosen Leuten die bisher schon alleine redend durch die Gegend gelaufen sind, weil sie mit jemanden anderen telefonieret haben noch viel mehr dazu kommen werden, die bald mit niemanden mehr telefonieren, sondern ihrem Smartphone reden. Aber es ist eine weitere Stufe der Benutzerfreundlichkeit, denn nun muss ich keine Men&uuml;punkte mehr lernen, nicht mehr selbst suchen, sondern ich kann eine umgangssprachliche Frage stellen.<\/p>\n<p>Betrachtet man sich diese Entwicklung, so ist sicher der Computer seitdem um den Faktor 10.000 schneller geworden. Wenn man nur die Anzahl der Transistorfunktionen nimmt, dann liegen zwischen einem Z80 und dem schnellsten Intel Prozessor heute rund der Faktor 200.000. Ist die Software um so viel leistungsf&auml;higer geworden? Oder ist sie viel langsamer geworden? Ich denke man kann es nicht allgemein beantworten. Nehmen wir nur mal den Desktop von Windows. Er war unter Windows 3 einfarbig, heute ist er\u00a0 transparent, Fenster scheinen durch, es gibt Verl&auml;ufe. Wer sich technisch auskennt wei&szlig;, das es viel einfacher ist eine Fl&auml;che monochrom auszuf&uuml;llen, als jedes Pixel transparent in Abh&auml;ngigkeit vom Hintergrund zu setzen. Daf&uuml;r geht sicher viel der Mehrrechenleistung drauf. Das n&auml;chste ist die Perfektionierung von Anwendungen. Bei Textverarbeitung erkennbar in Hintergrundformatierung, Grammatikpr&uuml;fung und Assistenten die Hilfestellung geben und den Anwender &uuml;berwachen. Auch daf&uuml;r braucht man mehr Rechenleistung. Irgendwann ist dann ein Stadium der &#8222;Vervollkommnung&#8220; erreicht und mehr Leistung bringt nicht mehr Nutzen, dann denke ich, ist der Schritt reif f&uuml;r ein v&ouml;llig neues Bedienkonzept wie eb4m heute die Sprachsteuerung und das Parsen umgangssprachlicher Ausdr&uuml;cke.<\/p>\n<p>Das zweite ist nat&uuml;rlich auch, dass die Softwareentwicklung sich &auml;ndert. Fr&uuml;her wurde sie in Assembler programmiert, dann in C. Heute dominieren interpretierte Sprachen wie Java, C# oder es wird gar der Code vom Anwendungsprogramm interpretiert wie bei Javascript oder Flash. Bibliotheken wachsen an und damit auch der Overhead. Man muss sich nur ansehen wie gro&szlig; ein &#8222;Hello World&#8220; mal war und wie gro&szlig; es heute ist.<\/p>\n<p>Zuletzt entwickeln sich Systeme historisch. Altlasten werden weiter geschleppt, es wird nur erweitert und selten neu begonnen. Alleine dadurch werden sie langsam. Es ist kein Zufall, das die Sprachsteuerung bei Smartphones eingef&uuml;hrt wurde und funktioniert, w&auml;hrend man auf dem PC seit 20 Jahren erst mal das Sprachsystem trainieren muss und wenn dann kann der PC Text erkennen und abtippen, aber er kann nicht den Inhalt verstehen und dann mir eine Auskunft erteilen. Es ist viel einfacher ein Ger&auml;t vom Tabula Rasa aus zu entwickeln das genau dies kann, als das alte System Windows um diese Funktionen zu erweitern. Dabei ist der Prozessor in einem IPhone um ein vielfaches leistungsschwacher als ein aktueller Prozessor von AMD oder Intel.<\/p>\n<p>Ich denke die letzten beiden Punkte, die Altlasten und die immer st&auml;rkerer Programmierung in interpretierenden Sprachen sind die Hauptgr&uuml;nde f&uuml;r das Wirtsche Gesetz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieses von Nikolaus Wirth beschriebenen Ph&auml;nomen wird inzwischen auch als &#8222;Wirthsches Gesetz&#8220; bezeichnet. Demnach wird der Fortschritt bei der Hardwareentwicklung durch immer ineffizienter programmierte Software ausgeglichen. Nun ganz so schlimm w&uuml;rde ich es nicht sehen. Aber ich will mal dieses Thema aus einer anderen Perspektive aufgreifen. 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