{"id":6825,"date":"2012-11-15T00:47:15","date_gmt":"2012-11-14T23:47:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=6825"},"modified":"2012-10-31T17:12:57","modified_gmt":"2012-10-31T16:12:57","slug":"fragen-zu-vitaminen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2012\/11\/15\/fragen-zu-vitaminen\/","title":{"rendered":"Fragen zu Vitaminen"},"content":{"rendered":"<p>An dieser Stelle zusammengefasst einige Fragen rund um Vitamine<\/p>\n<h2>Verlieren Gem&uuml;se alle ihre Vitaminen beim Kochen?<\/h2>\n<p>Die Hauptn&auml;hrstoffe Eiwei&szlig;, Kohlenhydrate und Fette sind chemisch stabil. W&auml;ren sie es nicht, so w&auml;re dies schlecht f&uuml;r unseren K&ouml;rper, denn er m&uuml;sste dauernd die sonst auftretenden Abbauprozesse stoppen. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen Mikroorganismen alles abbauen, doch alleine durch Licht und Sauerstoff dauert es Jahrzehnte, bis unser K&ouml;rper zersetzt ist. Das demonstrieren auch die Mumien, bei denen durch verschiedene Einfl&uuml;sse die mikrobiellen Prozesse unterbunden sind.<\/p>\n<p>Der einzige N&auml;hrstoff, der durch Umgebungseinfl&uuml;sse sehr schnell ver&auml;ndert wird, sind die essenziellen Fetts&auml;uren. Ihre Doppelbindungen k&ouml;nnen leicht gespaltet und oxidiert werden. Das Vitamin E ben&ouml;tigt der K&ouml;rper vor allem, um diese Sch&auml;den zu reparieren.<!--more--><\/p>\n<p>Anders sieht es bei den Vitaminen aus. Viele ihrer Strukturen sind chemisch sehr reaktiv. Da sie oft bei Stoffwechselvorg&auml;ngen beteiligt sind, ist dies auch n&ouml;tig. Durch die chemische Reaktivit&auml;t k&ouml;nnen sie Reaktionen beschleunigen oder erst m&ouml;glich machen. Die Hauptfeinde der Vitamine sind W&auml;rme, Sauerstoff, Licht und Wasser.<\/p>\n<p>Fangen wir mit dem offensichtlichsten und dem am meisten vergessenen Feind an: dem Wasser. Vitamine sind keine Makromolek&uuml;le wie das Eiwei&szlig; oder St&auml;rke. Sie sind wie Zucker und Salz leicht l&ouml;slich. Schon durch das Waschen werden die wasserl&ouml;slichen Vitamine ausgelaugt. Je k&uuml;rzer und weniger intensiv dies erfolgt, desto besser ist dies. Also eher Gem&uuml;se kurz &uuml;ber flie&szlig;endem Wasser waschen, als lange in stehendem Wasser einweichen. Das gilt dann auch f&uuml;r das Erhitzen, hier wandert das Vitamin in die Kochfl&uuml;ssigkeit, weshalb man diese, wenn es geht, weiterverwenden sollte. Umgekehrt sind fettl&ouml;sliche Vitamine f&uuml;r den K&ouml;rper nur verf&uuml;gbar, wenn das Nahrungsmittel Fett enth&auml;lt. Sonst k&ouml;nnen sie aus dem Lebensmittel gar nicht herausgel&ouml;st werden.<\/p>\n<p>Wird ein Lebensmittel erhitzt, so werden Reaktionen zwischen den Vitaminen und anderen Nahrungsbestandteilen forciert und die ver&auml;nderten Vitamine sind dann f&uuml;r unseren K&ouml;rper unwirksam. Daher gibt es auch beim Erhitzen Verluste. Wenn es mehrere Zubereitungsarten gibt, dann ist oftmals die g&uuml;nstigere die, welche eine k&uuml;rzere Garzeit hat, auch wenn die Spitzentemperatur h&ouml;her ist. Also ist es besser Gem&uuml;se im Dampfdrucktopf kurz hoch zu erhitzen als in einem normalen Topf lange bei niedrigerer Temperatur. Vor allem ist unter diesem Gesichtspunkt das Warmhalten nicht zu empfehlen. Auf der anderen Seite ist der Aufschluss zahlreicher Nahrungsmittel durch die Hitze eine Voraussetzung daf&uuml;r, dass die Vitamine f&uuml;r uns verf&uuml;gbar sind. So betr&auml;gt die Aufnahme von \u03b2-Carotin, dem Provitamin A, das in M&ouml;hren vorkommt nur 10%, wenn diese roh und ohne Fett gegessen werden. Weich\u00adgekocht und mit Fett verzehrt, k&ouml;nnen es bis zu 80% sein.<\/p>\n<p>Da beim Erhitzen die meisten Vitamine oxidiert werden, ist Sauerstoff ein Feind vieler Vitamine. In dem Lebensmittel oder der \u201ebiologischen Matrix\u201c sind sie vor dem direkten Kontakt mit Sauerstoff gesch&uuml;tzt. Fleisch ist von der Haut bedeckt. Die Schalen von Obst und Gem&uuml;se sind mit Wachsen belegt und Korn hat &auml;u&szlig;ere Spelzen, die es sch&uuml;tzen. Mit der Zerkleinerung der Lebensmittel kommt Sauerstoff an die Zellen und die Vitamine werden oxidiert, gehen also eine Verbindung mit dem Sauerstoff ein und verlieren ihre biologische Wirkung.<\/p>\n<p>F&uuml;r manche Vitamine ist auch Licht gef&auml;hrlich, vor allem UV-Strahlung. Sie liefert die Energie die Doppelbindungen aufspaltet und dann kann es auch zu Oxidationen kommen, die alleine nur bei Anwesenheit von Sauerstoff nicht stattfinden w&uuml;rden. Analog wirken Metalle. Sie sind Katalysatoren, welche die obigen Reaktionen beschleunigen, damit diese nicht nur bei der Hitze stattfinden, sondern auch bei Zimmertemperatur. Auch das Milieu spielt eine Rolle. Manche Vitamine werden in sauren oder alkalischen Lebensmitteln schneller abgebaut als in einem neutralen Milieu. Die meisten Lebensmittel sind jedoch sauer.<\/p>\n<p>Die einzelnen Vitamine sind unterschiedlich empfindlich. Die folgende Tabelle informiert &uuml;ber die durchschnittlichen Verluste bei der Nahrungszubereitung. Diese sind &uuml;brigens bei den Empfehlungen schon ber&uuml;cksichtigt.<\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Vitamin<\/th>\n<th>S&auml;ure<\/th>\n<th>Alkali<\/th>\n<th>Sauerstoff<\/th>\n<th>Licht<\/th>\n<th>UV<\/th>\n<th>Hitze<\/th>\n<th>Verluste<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Vitamin A (Retinol)<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>10-30<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Vitamin D (Calciferol)<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>Gering<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Vitamin E (Tocopherol)<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>50<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Vitamin K<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>5<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Vitamin B<sub>1<\/sub> (Thiamin)<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>30-50<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Vitamin B<sub>2<\/sub> (Riboflavin)<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>0-50<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Vitamin B<sub>6<\/sub> (Pyridoxin)<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>0-40<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Vitamin B<sub>12<\/sub> (Cobalamin)<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Pantothens&auml;ure (Vitamin B<sub>9<\/sub>)<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>0-45<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Fols&auml;ure<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>0-90<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Niacin (Nicotinamid)<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>0-30<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Vitamin C (Ascorbins&auml;ure)<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>20-80<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Vitamin H (Biotin)<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<td>0-70<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Tabelle ist so zu lesen: \u201e+\u201c bedeutet das Vitamin ist empfindlich gegen&uuml;ber diesem Einfluss. Die H&ouml;he der Verluste h&auml;ngt aber nicht nur von der Empfindlichkeit ab (man vergleiche nur die Werte f&uuml;r Vitamin K und Niacin), sondern auch in welchen Lebensmitteln das Vitamin vorkommt und wie dieses typischerweise verarbeitet wird. Bei Niacin entstehen die Verluste vor allem durch das Auswaschen. Vitamin K ist fettl&ouml;slich und kann nicht ausgewaschen werden.<\/p>\n<p>Daraus ergeben sich folgende Regeln f&uuml;r eine die vitaminschonende Ern&auml;hrung:<\/p>\n<ul>\n<li>Verwenden Sie Garmethoden mit kurzen Garzeiten \u2013 besser einen Dampfdrucktopf als einen normalen Topf benutzen. Essen sollte nicht lange warmgehalten werden.<\/li>\n<li>Verzichten Sie auf &uuml;berfl&uuml;ssiges Wasser beim Waschen (nicht in Wasser einlegen) und Kochen (wenig Wasser verwenden und nicht weggie&szlig;en).<\/li>\n<li>Lassen sie zerkleinerte Speisen nur so lange wie n&ouml;tig stehen, decken Sie diese ab! (Schutz vor Licht und Sauerstoff).<\/li>\n<li>Das Lagern in K&uuml;hlschrank verringert den Abbau von Vitaminen. Tiefgefrieren stoppt den Abbau ganz. Tiefgefrorenes Gem&uuml;se weist oft mehr Vitamine auf als Gem&uuml;se, welches erst zum Supermarkt transportiert wurde.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Braucht der Mensch Vitaminpillen?<\/h2>\n<p>Verteufelt von zahlreichen Verbrauchersch&uuml;tzern sind Vitaminpr&auml;parate. Sei es als Multi\u00advitaminsaft, Tabletten oder Zusatz zu Lebensmitteln. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen vitaminisierte Lebensmittel oder Pr&auml;parate keine Ern&auml;hrungsfehler beheben. Dies wird am deutlichsten am Beispiel der USA, welche durch die gesetzlich vorgeschriebene Vitaminisierung von Brot und anderen Lebensmitteln zwar keinen Vitaminmangel, aber den h&ouml;chsten Anteil an &Uuml;bergewichtigen in der Welt haben.<\/p>\n<p>Richtig eingesetzt k&ouml;nnen Vitaminpr&auml;parate Schwankungen der Tagesaufnahme abfedern. Eine falsche Ern&auml;hrung machen sie aber nicht zu einer richtigen. Zu viel schadet nicht: &Uuml;bersch&uuml;ssige Vitamine scheidet der K&ouml;rper aus und Vitamine, die in &Uuml;berdosierung gef&auml;hrlich werden k&ouml;nnen, (Vitamin A, D, K) sind in solchen Pr&auml;paraten nicht zugelassen, in der Menge begrenzt oder durch die ungef&auml;hrlichen Vorstufen (<strong>Provitamine<\/strong>) ersetzt.<\/p>\n<p>Wichtig bei der Einnahme von solchen Pr&auml;paraten sollte es sein, etwas dazu zu essen. Zum einen k&ouml;nnen die fettl&ouml;slichen Vitamine (und Provitamine) nur mit Fett aufgenommen werden, zum anderen f&ouml;rdert das Vitamin C selbst die Aufnahme von Spurenelementen, wie Eisen, aus der Nahrung.<\/p>\n<p>Das gilt auch f&uuml;r Kombinationspr&auml;parate, die noch Spurenelemente und Mineralstoffe enthalten. Zur F&ouml;rderung der Aufnahme der Mineralstoffe, die ja teilweise nur zu einem geringen Prozentsatz aus der Nahrung aufgenommen wird, sollte man die Pillen mit resorptionsf&ouml;rdernden Stoffen aufnehmen. Das sind z.B. organische S&auml;uren, die in Fruchtsaft enthalten sind. Aber auch Milch enth&auml;lt resorptionsf&ouml;rdernde Proteine, welche die Aufnahme zahlreicher Spurenelemente erleichtern. Ideal ist daher unter diesem Gesichtspunkt die Pille mit einem fermentierten Milchprodukt (enth&auml;lt Milchs&auml;ure) wie Buttermilch, Sauermilch oder Joghurt aufzunehmen. Umgekehrt k&ouml;nnen vor allem Stoffe in pflanzlichen Lebensmitteln im Darm Mineralstoffe binden. Sie werden dann nicht aufgenommen. Das ist die Phytins&auml;ure in den &auml;u&szlig;eren Kornschichten (Vollkornprodukte) und die Oxals&auml;ure in zahlreiche Gem&uuml;searten wie Rhabarber oder Spinat. F&uuml;r die Aufnahme von fettl&ouml;slichen Vitaminen muss man mit der Vitaminpille Fett aufnehmen, und zwar nicht zu wenig. Bei Vitamin A stellte sich eine gleichbleibend hohe Resorptionsrate erst ein, als man gleichzeitig 10 g Fett a&szlig;.<\/p>\n<h2>Welche Sch&auml;den treten bei zu viel Vitaminen \/ Spurenelementen auf?<\/h2>\n<p>Schon Paracelsus erkannte, dass ob ein Stoff giftig wirkt, eine Frage der Dosis ist. Jede Substanz, die wir verzehren, kann ab einer bestimmten Menge f&uuml;r uns gef&auml;hrlich sein und uns sogar krankmachen. Zum Gl&uuml;ck f&uuml;r uns liegt zwischen der optimalen Dosis und der Menge, ab der eine sch&auml;dliche Wirkung eintritt, bei vielen Vitaminen und Mineralstoffen ein sehr hoher Sicherheitsspielraum. Diesen Sicherheitsspielraum w&uuml;rden wir uns gerne auch bei Cholesterin, Kochsalz und Alkohol w&uuml;nschen.<\/p>\n<p>Am kritischsten ist bei den Mineralstoffen das Fluor. Empfohlen wird eine Zufuhr von 1,0 mg Fluor pro Tag. Fluor scheint zumindest bei den S&auml;uglingen essenziell sein. Bei Fluormangel kommt es im ersten Lebensjahr zu Wachstumsverz&ouml;gerungen. F&uuml;r den Erwachsenen ist es nicht mehr lebensnotwendig. Doch die H&auml;rte des Zahnschmelzes nimmt bei steigender Fluorzufuhr zu, deswegen findet man es auch in Zahnpasta und die Aufnahme wird empfohlen. Bei h&ouml;heren Dosen kommt es zu Ver\u00adf&auml;rbungen der Z&auml;hne (\u201eZahnfluorose\u201c), die jedoch nur ein kos\u00admetisches Problem sind. Ab 10 mg\/Tag und Aufnahme &uuml;ber mindestens 10 Jahre, kommt es zu der Einlagerung von Fluor in das Skelett, der \u201eSkelettfluorose\u201c. Die &auml;u&szlig;ere Knochenschicht wird verh&auml;rtet und eventuell versteifen die Gelenke. Da der Gehalt an Fluor im Trinkwasser innerhalb der BRD stark schwankt, (es kann bis zu 1,6 mg\/l Fluor enthalten) wird empfohlen die Fluoraufnahme auf unter 3,1 mg (Frauen) bzw. 3,8 mg (M&auml;nner) zu beschr&auml;nken.<\/p>\n<p>Bei zahlreichen anderen Mineralstoffen sind auch Intoxikationen bei hohen Dosen bekannt, doch sind diese auch mit Pr&auml;paraten nicht zu erreichen, da diese noch zu niedrig dosiert sind und die Aufnahme sinkt, je gr&ouml;&szlig;er das Angebot ist.<\/p>\n<p>Bei den wasserl&ouml;slichen Vitaminen ist es so, dass der K&ouml;rper sie &uuml;ber den Urin wieder ausscheiden kann, sodass sie selbst bei extremen &Uuml;berdosierungen keine Probleme bereiten. Bei Vitamin C kann es bei empfindlichen Personen zu Problemen kommen, wenn sie dauerhaft mehr als 10 g pro Tag aufnehmen. Das ist mehr als der 100fache Tagesbedarf. Es kommt dann zu Durchfall, weil das Vitamin Wasser im Darm bindet. Weiterhin steigt der Oxalspiegel im Blut und Harn an, da das Vitamin C zu Oxals&auml;ure abgebaut wird. Oxals&auml;ure kann mit dem Calcium im Harn zu einem schwerl&ouml;slichen Salz reagieren, dass sich dann in den Nierenkan&auml;lchen ablagert und diese verstopft.<\/p>\n<p>Anders sieht es bei den fettl&ouml;slichen Vitaminen aus. Dieser kann der K&ouml;rper nicht ausscheiden und akkumuliert sie so. Bekannt sind daher von Vitamin A und D Hypervitaminosen (Krankheiten, verursacht durch zu viel Vitamin). Vitamin E und K werden dagegen auch bei hohen Dosen gut vertragen. &Uuml;bersch&uuml;ssiges Vitamin A wird in der Leber eingelagert und kann bei dauerhaftem hohen Konsum zu einer Vitamin-A Vergiftung f&uuml;hren. Daher darf Vitamin A nicht in h&ouml;heren Dosen Lebensmitteln zugesetzt werden oder in Vitaminpr&auml;paraten verwendet werden. Dies gilt nicht f&uuml;r das Provitamin A (die Pflanzenfarbstoffe aus der Carotingruppe), weshalb diese als Ersatzstoff verwendet wird. Vitamin-A Pr&auml;parate sind bei h&ouml;herer Dosierung rezeptpflichtig.<\/p>\n<p>Das \u03b2-Carotin (zugelassen als Lebensmittelfarbstoff E160) galt lange Zeit als unbedenklich und es gab keinen Grenzwert f&uuml;r den Zusatz zu Lebensmitteln. Eine Studie zeigte 2003 bei \u03b2-Carotin, das von Rauchern aufgenommen wurde, bei hohen Dosen (&uuml;ber 20 mg\/Tag, etwa der drei- bis vierfache Tagesbedarf) eine Zunahme der Dick\u00addarm\u00adcarcinome um 44%. Seitdem muss bei hohen Dosen ein Warnhinweis angebracht werden. Es sollte die Aufnahme von \u03b2-Carotin auf 2 mg\/Tag begrenzt werden.<\/p>\n<p>Vitamin D ist mitverantwortlich f&uuml;r die Einlagerung von Calcium in die Knochen. Ein Mangel f&uuml;hrt vor allem bei Kleinkindern zur Knochenerweichung, der Rachitis, bei Erwachsenen wird diese Krankheit als Osteomalazie bezeichnet. Bei ausreichender Calciumversorgung ist dies bei Erwachsenen vor allem bei Schwangeren und Stillenden beobachtet worden. Bei einer zu hohen Vitamin D Zufuhr (ab dem f&uuml;nf bis zehnfachen der Tagesdosis) kommt es bei einigen Menschen zu Calciumeinlagerung in die Gewebe und Entmineralisierung der Knochen, weshalb Pr&auml;parate, die mehr als die Tagesdosis an Vitamin D enthalten, rezeptpflichtig sind.<\/p>\n<p>Aufgrund der Regelungen wird man im freien Handel keine Pr&auml;parate finden, die fettl&ouml;sliche Vitamine in solcher Menge enthalten, dass es zu einer Hypervitaminose kommen kann. Auf der anderen Seite ist der Nutzen von hohen Dosen der Vitamine auch nicht gegeben. Besonders popul&auml;r sind ja die antioxidativ wirkenden Vitamine A, C und E. Sie sollen Sch&auml;den durch freie Radikale verhindern, die f&uuml;r Alterung, Absterben von Zellen, aber eventuell auch f&uuml;r die Entstehung von Krebs verantwortlich sind.<\/p>\n<p>Die bisher umfangreichste Auswertung dieser Wirkstoffe, eine Meta-Studie der Universit&auml;tsklinik Kopenhagen, untersuchte 68 Studien mit 232.606 Teilnehmern. Das Ergebnis war ern&uuml;chternd: Die Aufnahme von hohen Dosen von \u03b2-Carotin erh&ouml;ht das Sterberisiko um 7%, die Aufnahme von Vitamin A sogar um 16% und bei Vitamin E steigt es um 4%. Vitamin C und Selen scheinen wirkungslos zu sein. Es gibt also keinen Nutzen von &uuml;berdosierten Vitaminen, wohl aber Risiken. Das ist auch nicht so verwunderlich. Nat&uuml;rlich ist unser Stoffwechsel angepasst an den nat&uuml;rlichen Gehalt der Nahrung. Bei praktisch allen Inhaltsstoffen der Nahrung kennen wir Krankheiten, die ausgel&ouml;st werden, wenn wir sie in zu gro&szlig;er Menge aufnehmen wie z.B. Salz (Bluthochdruck), Alkohol (Leberzirrhose), Cholesterin (Arteriosklerose), Protein (Gicht). Sehr oft braucht man noch eine genetische Vorpr&auml;gung, doch solche Mechanismen sind auch bei Vitaminen zu erwarten.<\/p>\n<h1><\/h1>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>An dieser Stelle zusammengefasst einige Fragen rund um Vitamine Verlieren Gem&uuml;se alle ihre Vitaminen beim Kochen? Die Hauptn&auml;hrstoffe Eiwei&szlig;, Kohlenhydrate und Fette sind chemisch stabil. W&auml;ren sie es nicht, so w&auml;re dies schlecht f&uuml;r unseren K&ouml;rper, denn er m&uuml;sste dauernd die sonst auftretenden Abbauprozesse stoppen. 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Ich habe das Thema \u201eSaturn\u2026","rel":"","context":"In &quot;Raumfahrt&quot;","block_context":{"text":"Raumfahrt","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/raumfahrt\/"},"img":{"alt_text":"","src":"http:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/7f9f0465c933497ebc396f676650eb5d","width":350,"height":200},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6825","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6825"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6825\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6825"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6825"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6825"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}