{"id":6836,"date":"2012-08-02T00:26:50","date_gmt":"2012-08-01T22:26:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=6836"},"modified":"2012-07-30T11:32:17","modified_gmt":"2012-07-30T09:32:17","slug":"militarische-bemannte-us-raumfahrt-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2012\/08\/02\/militarische-bemannte-us-raumfahrt-2\/","title":{"rendered":"Milit&auml;rische bemannte US-Raumfahrt 2"},"content":{"rendered":"<p>So, heute geht es weiter im Artikel &uuml;ber bemannte millit&auml;rsische US-Raumfahrt und zwar mit den Projekten Blue Gemini und MOL. Im dritten und letzten Teil &uuml;bermorgen geht es um die Einflussnahme des Milit&auml;rs auf die Konzeption des Space Shuttle.<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<img decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"\/img\/geminib.jpg\" alt=\"\" align=\"right\" \/><\/p>\n<p>So begann die Air Force mit ihrem Blue Gemini Programm. Die NASA sagte unter der Bedingung zu, das Gemini nach Plan verl&auml;uft. Auf diese Weise k&ouml;nnten USAF-Astronautenkandidaten ab Gemini 8 in den Flugplan eingeflochten werden. Fr&uuml;her als Gemini 8 w&auml;re keine Option gewesen, weil f&uuml;r Apollo gen&uuml;gend Astronauten mit EVA und Docking Training im Weltraum verf&uuml;gbar sein mussten. Urspr&uuml;nglich wollte die Air Force die erste Gruppe bis zum September 1964 auslesen, damit sie noch bei Gemini mitfliegen konnten. Doch im Laufe des Jahres 1964 hatte die Air Force ihre Planungen ge&auml;ndert: Die US Luftwaffe plante jetzt eine kleine Raumstation mit einer Titan 3C zu starten. Diese w&auml;re von Gemini Kapseln versorgt worden. Zwei Typen von modifizierten Gemini Raumschiffen wurden zuerst untersucht. Zum einen ein reines Versorgungsraumschiff, bei dem McDonnell alle Systeme entfernt hatte, welche nur f&uuml;r die Besatzung notwendig waren. Dieses Raumschiff h&auml;tte die Bahn der Raumstation periodisch angehoben und Verbrauchsg&uuml;ter wie Gase und Wasser transportiert. Es w&auml;re ein amerikanisches Gegenst&uuml;ck zu den Progress Raumkapseln gewesen. Diese Idee eines reinen Versorgungsraumschiffs wurde sp&auml;ter wieder verworfen. Ein zweites Gemini Raumschiff h&auml;tte die Besatzung zur Raumstation gebracht.<\/p>\n<p>Damit war eine Beteiligung am zivilen Programm hinf&auml;llig. Auch die Beziehungen zwischen NASA und DoD hatten sich verschlechtert, als das DoD forderte, Gemini sollte vom DoD durchgef&uuml;hrt werden und die NASA sollte sich auf Missionen beschr&auml;nken, die einen Erdorbit verlie&szlig;en. Die erste Astronautengruppe f&uuml;r das Projekt wurde im November 1965 rekrutiert. Die Raumstation selbst sollte nach sechs Testfl&uuml;gen der Titan 3C starten. Zu diesem Zeitpunkt war dies f&uuml;r das Jahresende 1966 vorgesehen. Es folgten zwei weitere Gruppen im Juni 1967 und Juni 1968. Insgesamt 17 Astronauten wurden f&uuml;r das Programm rekrutiert, darunter Robert Lawrence, der erste Astronaut afroamerikanischer Herkunft. Er starb bei einem Flugzeugabsturz im Dezember 1967.<\/p>\n<p>Die modifizierte Gemini f&uuml;r milit&auml;rische Zwecke wurde \u201eGemini B\u201c (\u201eB\u201c f&uuml;r Blue) genannt. Die ersten Planungen sahen ein Fahrwerk f&uuml;r Landungen auf festem Boden und einen Rettungsturm vor. Daf&uuml;r entfielen die Schleudersitze, um mehr Platz in der Kapsel zu haben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"\/img\/mol-1.jpeg\" alt=\"\" width=\"232\" height=\"267\" align=\"left\" \/>Da die Besatzung bei den Gemini Kapseln durch Luken ein- und ausstieg, und dies bei einer Raumstation nicht sinnvoll war, machte dies den Einbau eines Verbindungstunnels durch das Servicemodul notwendig. Dadurch war auch der Hitzeschutzschild nicht mehr aus einem St&uuml;ck. Es gab eine 0,635 m durchmessende Luke im Schild, durch die die Astronauten in die Station wechseln konnten. Anfangs war ein aufblasbarer Verbindungstunnel geplant. Doch diese Idee wurde verworfen.<\/p>\n<p>Die Gemini B Kapsel wurde mit der Station in einen Orbit gebracht. Sie musste also nicht an diese ankoppeln und ben&ouml;tigte nur Reserven f&uuml;r die Zeit nach dem Abkoppeln, dem dann sehr bald die Landung folgte. Die Kapsel wurde daher f&uuml;r Kurzzeitmissionen umger&uuml;stet. So war es beispielsweise die Energieversorgung mittels Batterien geplant und Druckgas ersetzte das Fl&uuml;ssiggas. Andererseits mussten alle Systeme f&uuml;r eine Missionsdauer von 30-40 Tage ausgelegt werden. Die Kapsel wurde strukturell verst&auml;rkt, um die Integrit&auml;t im Falle eines Einsatzes des Rettungsturmes gew&auml;hrleisten zu k&ouml;nnen. Der Hitzeschutzschild wurde dicker, um auch steilere Wiedereintrittstrajektorien durchfliegen zu k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Diese Kapsel und die Luke im Hitzeschutzschild wurden bei einem unbemannten Start erprobt, als am 3.11.1966 die daf&uuml;r umgebaute Gemini 2 Kapsel beim Jungfernflug der Titan 3C erprobt wurde. Dabei wurde ein Profil geflogen, das den Hitzeschutzschild st&auml;rker belastete als bei einem normalen Gemini Flug. Anstatt der Raumstation wurde bei diesem Testflug ein leerer Titan 2 Treibstofftank genommen und dieser mit Ballast gef&uuml;llt. Das System erf&uuml;llte die Kriterien und wurde als tauglich befunden.<\/p>\n<p>Nach dem Flug von Gemini 6 wurde die Kapsel f&uuml;r Trainingszwecke dem MOL-Programm zugeordnet.<\/p>\n<table class=\"style2\">\n<tbody>\n<tr>\n<th colspan=\"3\"><strong>Gemini B Kapsel<\/strong><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Startgewicht (mit Rettungsturm)<\/td>\n<td>3.851 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Gewicht im Orbit:<\/td>\n<td>2.767 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>L&auml;nge:<\/td>\n<td>4,91 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Durchmesser Kapsel:<\/td>\n<td>2,32 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Durchmesser Ausr&uuml;stungseinheit:<\/td>\n<td>3,05 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Betriebsdauer:<\/td>\n<td>14 Stunden<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Orbit Verweildauer:<\/td>\n<td>Maximal 40 Tage<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wiedereintrittseinheit<\/td>\n<td>1.983 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Struktur<\/td>\n<td>638 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Hitzschutzschild<\/td>\n<td>144 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Lageregelungssysteme<\/td>\n<td>163 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon R&uuml;ckkehrsystem, Fallschirme, Bergungsausr&uuml;stung<\/td>\n<td>98 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Navigationsausr&uuml;stung<\/td>\n<td>62 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Steuerungssystem<\/td>\n<td>51 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Stromversorgungssystem<\/td>\n<td>126 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Kommunikationssystem<\/td>\n<td>26 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Besatzung und ihre Ausr&uuml;stung<\/td>\n<td>426 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Verschiedenes und Reserven<\/td>\n<td>100 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Adaptermodul<\/td>\n<td>738 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Struktur<\/td>\n<td>131 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Transfertunnel<\/td>\n<td>82 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Bremstriebwerke<\/td>\n<td>231 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Stromversorgung<\/td>\n<td>92 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Umweltkontrollsystem<\/td>\n<td>117 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Fernsteuerungssysteme<\/td>\n<td>40 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Verschiedenes und Reserven<\/td>\n<td>50 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Rettungsturm<\/td>\n<td>1.134 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>Davon Restmasse nach Abtrennung<\/td>\n<td>90 kg<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h2>MOL<\/h2>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"\/img\/mol_cutaway_big.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/><\/p>\n<p>Das eigentliche Kernst&uuml;ck war die zusammen mit der Gemini B Kapsel gestartete milit&auml;rische Raumstation MOL (<strong>M<\/strong>anned <strong>O<\/strong>rbital <strong>L<\/strong>aboratory). Im USAF-System der Aufkl&auml;rungssatelliten des Keyhole Programmes erhielt sie das K&uuml;rzel \u201e<a href=\"kh-2.shtml\">KH-10<\/a>\u201c. Das MOL h&auml;tte einen Durchmesser von 3.05 m und eine L&auml;nge von 11.24 m gehabt. Ein Teleskop in der Raumstation h&auml;tte Aufnahmen von hoher Aufl&ouml;sung erm&ouml;glicht. Die manuelle Bedienung durch die Besatzung sollte eine h&ouml;here Ausbeute an brauchbaren Aufnahmen ergeben. Der Film w&auml;re in vier R&uuml;ckkehrkapseln w&auml;hrend einer Mission zur Erde zur&uuml;ckgebracht worden, bevor die Besatzung das MOL verlassen h&auml;tte. Mindestens f&uuml;nf Raumstationen waren geplant. MOL sollte modular aufgebaut sein; bestehend aus einem austauschbaren Experimentalteil, der bis zu 2.700 kg an Instrumenten aufnehmen sollte, einer zweiteiligen Mannschaftskabine und einem Versorgungsteil. Urspr&uuml;nglich bestand MOL aus je einem Drittel Mannschaftskabine, &Uuml;berwachungs- und Kontrollraum mit dem Teleskop sowie einem Ausr&uuml;stungsteil mit den Gasen, Treibstoffen und den Triebwerken. Das erste Konzept hatte in dem Ausr&uuml;stungsteil noch einen zweiten Einstiegstunnel. Ob er f&uuml;r ein Rettungsraumschiff oder den Besatzungsaustausch vorgesehen war, ist offen.<\/p>\n<p>Im Laufe der Zeit wurde MOL immer komplexer und schwerer. Der Tunnel entfiel und die Mannschaftskabine wurde deutlich gr&ouml;&szlig;er. Die dritte Stufe der Titan 3C sollte mit der Station verbunden bleiben und die Bahn bei Bedarf korrigieren. Auf den ver&ouml;ffentlichten Bildern war die Gemini Kapsel beim Start schon an MOL angebracht gewesen. Wahrscheinlich w&auml;re jede Station von nur einer Besatzung benutzt worden. Die Startmasse stieg von 11,34 auf 14,47 t, wodurch MOL eine gr&ouml;&szlig;ere Tr&auml;gerrakete gebraucht h&auml;tte, genannt \u201eTitan 3M\u201c. Dabei h&auml;tte es sich um eine Titan 3C mit verl&auml;ngerten Boostern gehandelt, welche aus sieben anstatt f&uuml;nf Segmenten bestanden. Das Konzept der Titan 3M wurde bei der Titan 4 erneut aufgegriffen.<\/p>\n<p>Die Kosten des Programms steigen stetig von 1,5 bis auf 3 Milliarden Dollar. Der sich ausweitende Vietnamkrieg machte den Tr&auml;umen von einer milit&auml;risch genutzten Raumstation ein Ende. Im Juni 1969 wurden die Arbeiten an der Raumstation eingestellt. Wesentliche Details des Projektes unterliegen heute noch der Geheimhaltung. Die Sowjetunion baute dagegen eine milit&auml;rische genutzte Raumstation unter der Bezeichnung \u201eAlmaz\u201c und startete diese zusammen mit zivilen Modellen im Saljut Programm. Almaz hatte eine Gemeinsamkeit mit MOL: Die fr&uuml;hen Stationen waren nicht f&uuml;r eine Versorgung ausgelegt. Sie waren nach Verbrauch der Treibstoffe, der Nahrung und Gasvorr&auml;te nutzlos. Auch dieser Aspekt f&uuml;hrte wahrscheinlich zur Einstellung des Programmes: Es war schlicht und einfach un&ouml;konomisch. Die Kamera DORIAN von MOL war enorm gro&szlig;.&nbsp; Das Teleskop hatte einen Durchmesser von 50-60 Zoll (127-152 cm). 1965 schlug der Hersteller Perkin-Elmer vor, sogar einen Prim&auml;rspiegel von 70-72 Zoll Gr&ouml;&szlig;e zu verwenden. Ein solches Teleskop kann aus einer typischen Flugh&ouml;he von 220 bis 310 km Details von 10 cm Gr&ouml;&szlig;e aufl&ouml;sen (je nach Spiegel). Limitierend war vielmehr das Filmmaterial, was die praktisch erreichbare Aufl&ouml;sung deutlich reduzierte. Die Satelliten des Corona-Programmes erreichten mit Teleskopen von 61 cm Objektivgr&ouml;&szlig;e eine Bodenaufl&ouml;sung von 1,8 m. Hexagons Aufl&ouml;sung betrug 60 cm und dieser Satellit war in etwas genauso schwer und gro&szlig; wie MOL.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"\/img\/mol-teststart.jpg\" alt=\"\" align=\"left\" \/>Gedacht war an eine Arbeitsteilung: HEXAGON, der nach MOL genehmigt wurde, sollte wie CORONA und GAMBIT gr&ouml;&szlig;ere Gebiete aufnehmen, daher wurde die Aufl&ouml;sung begrenzt um trotz der &uuml;ber 90 km Film gro&szlig;e Gebiete ablichten zu k&ouml;nnen. Die Astronauten an Bord von MOL sollten dann nur von den Zielen detaillierte Aufnahmen machen. Doch um diese zu entdecken brauchte man eben HEXAGON.<\/p>\n<p>Der KH-9 Satellit bot die wesentlichen Vorteile von MOL, ohne eine bemannte und teure Raumstation zu bauen. Er arbeitete auch mit Film in vier, sp&auml;ter sechs, R&uuml;ckkehrkapseln. Die Lebensdauer war bedeutend h&ouml;her als bei MOL und betrug im Durchschnitt 138 Tage, das letzte Exemplar war zwei Jahre lang aktiv. Der einzige Vorteil von MOL gegen&uuml;ber dem KH-9 war, dass die Besatzung entscheiden konnte, ob es sich lohnte, ein Ziel zu fotografieren und daher die Aufl&ouml;sung h&ouml;her war. Sp&auml;ter wurden Fernsehkameras in die Satelliten eingebaut auf denen Beobachter in der Missionskontrolle entscheiden konnten, ob es Ver&auml;nderungen am Boden gab oder Wolken gute Bilder verhinderten. Das Akronym \u201eKH-10\u201c f&uuml;r MOL wurde niemals neu vergeben. Auf den KH-9 Satelliten folgte das Modell KH-11. Dieser hatte dann auch die F&auml;higkeit von MOL &uuml;bernommen, sehr hochaufl&ouml;sende Bilder anzufertigen.<\/p>\n<p><!--werbungbeginn--> <!--#include virtual=\"nav\/werbung2.html\"--> <!--werbungend--><\/p>\n<p>Die US Luftwaffe hatte zum Zeitpunkt der Einstellung der MOL-Entwicklung schon eigene Astronautengruppen f&uuml;r diese milit&auml;rischen Missionen rekrutiert. Die 17 Astronauten wechselten dann teilweise zur NASA. Robert Crippen wurde erster Copilot einer Shuttle-Mission und flog dreimal ins All. Karol J. Bobko flog auf drei Shuttle Missionen ins All. Gordon C. Fullerton und Robert F. Ovenmeyer absolvierten zwei Shuttle Missionen. Don H. Peterson startete einmal auf der sechsten Space Shuttle Mission ins All. Am h&ouml;chsten stieg Richard H. Truly auf. Nachdem er Copilot von STS-2 und Kommandant von STS-8 war, wurde er 1986 Direktor der Abteilung bemannte Raumfahrt und von 1989-1992 Leiter (Administrator) der NASA.<\/p>\n<p>Wenige Jahre nach dem Ende des MOL Programmes machte die Erfindung des CCD die Benutzung von fotografischem Film zu einer veralteten Technik. Damit wurde eine bemannte Raumstation zu Aufkl&auml;rungszwecken &uuml;berfl&uuml;ssig.<\/p>\n<p>Kurz nach der Einstellung von MOL ver&ouml;ffentlichte McDonnell das Ergebnis der \u201eBig-G\u201c oder \u201eBig Gemini\u201c Studie. Dies war das zivile Gegenst&uuml;ck zu MOL. Eine verl&auml;ngerte und auf 3,98 m Durchmesser verbreiterte Kapsel h&auml;tte bis zu neun Astronauten zu einer Raumstation gebracht. Die Astronauten sa&szlig;en in vier Reihen (2,3,2,2 Astronauten) in der Kapsel, es folgte ein Antriebsmodul und ein begehbares Frachtmodul. Ein Fluchtturm, &uuml;bernommen von Apollo, war als Rettungsm&ouml;glichkeit vorgesehen. Die Landung sollte an einem Paraglider erfolgen. Dieses Raumschiff h&auml;tte eine Raumstation mit astronomisch genutzten Teleskopen versorgt. Ein zylindrisches Modul dieser Raumstation sollte 8,54 m lang und 6,58 m durchmessend sein. Die Startmasse wurde auf 18.600&nbsp;kg gesch&auml;tzt. Als Tr&auml;gerraketen wurden die Saturn 1B, Saturn V und Titan 3M untersucht, die Saturn 1B aber verworfen. Das Konzept war somit eine Minimalanpassung des MOL Konzepts f&uuml;r eine gro&szlig;e Raumstation. Modernere Systeme sollten sp&auml;ter sogar eine Besatzung von 12 Astronauten zulassen.<\/p>\n<table style=\"width: 100%;\">\n<tbody>\n<tr>\n<th colspan=\"2\">MOL<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>L&auml;nge:<\/td>\n<td>11,24 m (anfangs), sp&auml;ter 21,90 m mit Gemini-B Kapsel<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Maximaler Durchmesser:<\/td>\n<td>3,05 m<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Startgewicht:<\/td>\n<td>11.340 kg anfangs, sp&auml;ter 14.470 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Kamera DORIAN<\/td>\n<td>1,52 m Durchmesser anfangs, sp&auml;ter auf 1,78 m vergr&ouml;&szlig;ert<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Orbit:<\/td>\n<td>mindestens 160 km H&ouml;he, sonnensynchrone Umlaufbahn<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Missionsdauer:<\/td>\n<td>40 Tage<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nutzlast:<\/td>\n<td>2.700 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Druckvolumen:<\/td>\n<td>11,3 m\u00b3<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, heute geht es weiter im Artikel &uuml;ber bemannte millit&auml;rsische US-Raumfahrt und zwar mit den Projekten Blue Gemini und MOL. Im dritten und letzten Teil &uuml;bermorgen geht es um die Einflussnahme des Milit&auml;rs auf die Konzeption des Space Shuttle.<\/p>\n","protected":false},"author":169,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[2801,2153],"class_list":["post-6836","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-raumfahrt","tag-blue-gemini","tag-mol","entry"],"a3_pvc":{"activated":false,"total_views":209,"today_views":0},"jetpack-related-posts":[{"id":18888,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/08\/27\/die-ki-nachlese-nach-drei-jahren\/","url_meta":{"origin":6836,"position":0},"title":"Die KI &#8211; Nachlese nach drei Jahren","author":"Bernd Leitenberger","date":"27.08.2026","format":false,"excerpt":"Als die KI vor einigen Jahren aufkam, konnte man ihr noch etliche Tatsachen unterschieben. 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