{"id":6900,"date":"2012-08-13T00:32:57","date_gmt":"2012-08-12T22:32:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=6900"},"modified":"2012-08-12T20:33:54","modified_gmt":"2012-08-12T18:33:54","slug":"nachschlag-pedelecs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2012\/08\/13\/nachschlag-pedelecs\/","title":{"rendered":"Nachschlag Pedelecs"},"content":{"rendered":"<p>Vor zwei Monaten gab es diesen Kommentar zu einem &auml;lteren Artikel &uuml;ber Pedelecs oder Elektrofahrr&auml;dern:<\/p>\n<p>&#8222;Sie wollen doch wohl nicht im ernst behaupten Henry Ford h&auml;tte als erstes ein Recyclingsystem f&uuml;r Autos entwickelt bevor er seine Autos in Serie gebaut hat? Das ist ja mal eine ganz neue These.&#8220;<\/p>\n<p>Nun sind wir aber nicht mehr Anfang des letzten Jahrhunderts und Elektrofahrr&auml;der sind nicht so neu. Das man Elektromotoren einsetzt ist wirklich nicht gerade als der neueste Schrei zu bezeichnen und Akkus sind es auch nicht. In anderen Branchen hat man die Akkus standardisiert. Es gibt AA, AAA, C und D Akkus und wer eine l&auml;ngerlebige oder hochpreisige Kamera kauft, wird auch diese vorfinden. Bei Ger&auml;ten die man nicht so lange nutzt, wie billigere Kameras aber auch Notebooks, dominieren dann Spezialanfertigungen, zum Teil auch der Platzarmut (Geh&auml;useh&ouml;he bei Notebooks und Tabletts) geschuldet, wobei ich mir sicher bin, dass man sicher Akkus f&uuml;r Notebooks genauso standardisieren k&ouml;nnte.<!--more--><\/p>\n<p>Ich z&auml;hle Elektrofahrr&auml;der zu den langlebigen G&uuml;tern. Mein letztes Fahrrad hat 12 Jahre gehalten, das vorletzte 9 Jahre. Entsprechend sollte man sich Gedanken machen dass die Akkus zum einen genauso standardisiert sind, wie wir es bei den Kleinakkus kennen (was spricht gegen drei bis vier Standardgr&ouml;&szlig;en, die man ja auch wie heute bei anderen Gebieten parallel oder in Serie schaltet?) und weil diese mit Lithium best&uuml;ckt sind, einem recht teuren und nicht gerade h&auml;ufigen Metall. Es verbraucht sich nicht und muss nur aufgearbeitet werden.<\/p>\n<p>Ich finde es befremdlich wenn man es heute noch normal h&auml;lt dass man bei einem Produkt nicht die Entsorgung und das Recycling ber&uuml;cksichtigt. Das muss heute jede Branche vom Hersteller von Autos &uuml;ber Elektroger&auml;te, etc. Die Akkus f&uuml;r Kleinger&auml;te kann ich heute bzw. muss ich im Supermarkt abgeben, und da ist es eine &#8222;neue These&#8220; das bei viel teureren und brandgef&auml;hrlichen Akkus (Lithium entz&uuml;ndet sich bei Luftkontakt) nicht sein soll?<\/p>\n<p>Die Frage ist nat&uuml;rlich, wie teuer das wird. Also ich habe mal nachgeforscht. Ein typsicher Pedelec Ersatzakku kostet 399 Euro und h&auml;lt 1500 Ladezyklen durch. Allerdings nur wenn man, wie ich gelesen hab,e ihn nach sp&auml;testens 20 km aufl&auml;dt, also nie voll entl&auml;dt. Sonst nur 500 Zyklen. Macht dann bei 20 km pro Teilzyklus rund\u00a0 0,02 Euro pro Kilometer. Also klingt das doch sehr billig. Selbst wenn man dann noch die Strommenge (0,25 KWh + Verluste) dazurechnet (man kommt dann auf rund 0,03 Euro\/km).<\/p>\n<p>Die Sache ist nat&uuml;rlich die, wie praktikabel das ist. Ich denke die meisten die heute ein Pedelec kaufen sind Freizeitfahrer. Also Leute denen sonst Fahrradfahren zu anstrengen ist oder nicht hipp genug. F&uuml;r die ist es wahrscheinlich Wurst wie viel ein Ersatzkakku kostet weil sie nicht auf gro&szlig;e Strecken kommen und mit den rund 8000 bis 25000 km die der Erstakku je nach Pflege durchh&auml;lt, auskommen.<\/p>\n<p>Wenn ich wirklich mal das als alternatives Bef&ouml;rderungsmittel sehe, dann kommen mir doch Fragen auf. Alternativen Bef&ouml;rderungsmittel hei&szlig;t: Das Fahrrad sollte das Auto auf kurzen Stecken, sagen wir mal alles was man so in 30-45 Minuten erreichen kann, ersetzen. Also bei meinem City Fahrrad mit eher gem&auml;chlichem Tempo und hier in etwas h&uuml;geliger Landschaft, w&auml;ren das rund 9-14 km einfache Strecke. Wenn ich in die beiden Nachbarorte (3,5 und 5,6 km entfernt) fahre brauche ich 12 bzw. 18 Minuten dazu. Wer wurklich sportlich unterwegs ist wird wahrscheinlich deutlich h&ouml;here Strecken ansetzen. Die Zeit ist praktikabel, viel l&auml;nger wird man wohl nicht fahrradfahren wollen.<\/p>\n<p>Dann ist es aber so, dass man den Akku t&auml;glich schon aufladen muss. Bei 14 km hin und zur&uuml;ck kommt man schon deutlich &uuml;ber die 20 km raus, wenn man zur Arbeit hin und zur&uuml;ck f&auml;hrt. Eine gro&szlig;e Mobilit&auml;t ist das nicht, von einer gr&ouml;&szlig;eren Fahrradtour mal ganz zu schweigen. Man k&ouml;nnte ja sagen &#8222;Okay, dann trebbele ich einfach&#8220;. Das Problem ist nur: Das Fahrrad ist deutlich schwerer als ein normales. Also ich bemerke bei meinen R&auml;dern nur wenige Kilos mehr oder weniger schon deutlich und so fallen die rund 8-10 kg, die ein Pedelec mehr wiegt, schon auf.<\/p>\n<p>Ideal w&auml;re es doch wenn es in beide Richtungen gehen w&uuml;rde. Also warum geht es nicht, dass man wenn man bergab f&auml;hrt und schnell wird, dass der Elektromotor als Motorbremse wirkt und den Akku aufl&auml;dt? Schon jetzt ist es ja so, dass der Motor sich abschaltet wenn man schnell genug ist und das w&auml;re dann einfach nur eine Zusatzfunktion. Da man bei regelm&auml;&szlig;igen Strecken immer den fall hat dass wenn der Hinweg bergauf ging, der R&uuml;ckweg bergab sollte man so die Reichweise deutlich erh&ouml;hen k&ouml;nnen. Stra&szlig;enbahnen k&ouml;nnen das, aber die &#8222;innovative&#8220; Fahhradbranche wartet wohl noch drauf, f&uuml;r die ist ja schon ein Recyclingsystem f&uuml;r Akkus unzumutbar, wie soll man dann erst Bewegungsenergie recyclen, obwohl das technisch recht einfach ist.<\/p>\n<p>Das zweite sind Solarzellen. Die Idee kam mir diesen Sommer. Eigentlich k&ouml;nnte man doch auf dem Fahrrad ein Dach installieren. Nicht gro&szlig;, so breit wie der Lenker und vom Lenker bis zum Ende des Gep&auml;cktr&auml;gers gehend. Das w&auml;ren bei meinem Fahrrad 1,2 x 0,6 m also 0,72 m\u00b2. Da habe ich mal nachgeschaut welche Leistung man da bekommt. Bei Konrad stie&szlig;e ich auf <a href=\"http:\/\/www.conrad.de\/ce\/de\/product\/110513\/Phaesun-Monokristallines-Solarmodul-PN-SPR-S85S-Leistung-85-W-Nennspannung-168-V\/0509081&amp;ref=list\"> diese Solarzellen<\/a>. Bei 0,54 m\u00b2 Fl&auml;che liefern die 85 Watt Spitzenleistung und sind mit 299 Euro noch bezahlbar. Kleiner Wehrmutstropen &#8211; sie machen das Fahrrad um 7,5 kg schwerer. Immerhin hochgerechnet auf 0,72 m\u00b2 Fl&auml;che w&auml;ren das 113 Watt. Genug, um selbst bei bedecktem Himmel und nicht senkrechter Strahlung den Akku w&auml;hrend eines typischen Arbeitstages wieder aufzulassen und bei Sonnenschein k&ouml;nnte man erheblich l&auml;nger fahren. Wenn man das Dach dann noch kippen k&ouml;nnte um die Sonne optimal auszunutzen (geht bei einer Gartenliege ja auch) dann w&auml;re das fast ideal, wenn nur nicht die 7,5 kg Zusatzgewicht w&auml;ren &#8230; Aber vielleicht gibt es ja mal leichtere Konstruktionen. Als Nebeneffekt w&uuml;rde es auch vor Regen sch&uuml;tzen.<\/p>\n<p>Das Aufladen soll wohl eine Gefahrenquelle sein. K&uuml;rzlich sah ich in WDR3 einen Bericht &uuml;ber einen Akku bei dem die Abschaltautomatik versagte und der fast einen Schuppen in Brandt setzte. Er h&auml;tte es wohl nicht in die Nachrichten geschafft, h&auml;tte der Hersteller des Fahrrades nicht einen Austausch verweigert, was v&ouml;llig unverst&auml;ndlich ist. Denn sowohl nach Bedienungsanleitung, wie auch der Erfahrung von anderen Akkuladeger&auml;ten beaufsichtigt man so was ja nicht. Wenn die Enderkennung versagt, dann sollte das Ladeger&auml;t eben nach einer bestimmten Zeit automatisch abschalten, wenn man z.B. davon ausgehen kann das auch ein fast leerer Akku dann ann&auml;hernd voll ist. Unverst&auml;ndlich das so eine Funktion nicht drin, ist die heute jedes 20 Euro Ladeger&auml;t bietet und das bei einem Systempreis eines Pedelec von 2000 bis 300 Euro, als viermal so teuer wie ein normales Fahrrad.<\/p>\n<p>Der Preis ist sicher der Knackpunkt (Solarzellen auf dem Dach w&uuml;rden ihn ja noch anheben). Vor allem wenn ein Mofa, bei dem man nicht treten muss, mehr zuladen kann nur ein Drittel dieses Preises kostet &#8211; klar hier muss man dann nachtanken, doch die 1300 bis 2000 Euro Preisunterschied reichen doch f&uuml;r etliche Tankf&uuml;llungen. Bei rund 30 km\/l so wird die Reichweite eines Mofas angegeben, muss man schon 26000 bis 40000 km fahren, bis man den Preisunterschied drin hat (mit den Kosten f&uuml;r die Ersatzakkus sind es es sogar noch mehr). Also wer t&auml;glich 28 km zur Arbeit f&auml;hrt, 230 Arbeitstage im Jahr hat erst nach 4-5 Jahren einen Vorteil von einem Pedelec, der Freizeitfahrer wohl gar nicht und ein Mofa ist noch viel bequemer und kann mehr Zuladung packen &#8230;.<\/p>\n<p>Vielleicht liegt die Zukunft woanders &#8211; in dem gemieteten Pedelec. Das gibt es ja schon mit Fahrr&auml;dern. Das Prinzip: Man mietet ein Fahrrad f&uuml;r eine Strecke. Das kenn per Handybezahlung oder &uuml;ber EC Karte oder Dauerkarte gehen. Einmal gebucht, wird das Schloss freigeschaltet, man f&auml;hrt zum Zielort und stellt es dort in der N&auml;he bei einem weiteren Sammelpunkt ab. Danach wird der Betrag abgebucht und das Fahrrad neu gesperrt. Ein Service transportiert dann abends Fahrr&auml;der von Knotenpunkten wo es viele sind wieder zu Punkten wo sie fehlen. Irgendwo bei unseren Nachbarn gibt es so was und es soll unheimlich geschickt in der Gro&szlig;stadt sein. Das Abstellen kann man dann mit dem Neuauflagen kombinieren. Da hier nur Kurzstrecken zustande kommen, ist das sogar ideal und w&uuml;rde viel mehr Leute zum Fahrradfahren animieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zwei Monaten gab es diesen Kommentar zu einem &auml;lteren Artikel &uuml;ber Pedelecs oder Elektrofahrr&auml;dern: &#8222;Sie wollen doch wohl nicht im ernst behaupten Henry Ford h&auml;tte als erstes ein Recyclingsystem f&uuml;r Autos entwickelt bevor er seine Autos in Serie gebaut hat? 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