{"id":7165,"date":"2012-10-07T00:22:36","date_gmt":"2012-10-06T22:22:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=7165"},"modified":"2012-10-06T23:24:00","modified_gmt":"2012-10-06T21:24:00","slug":"aus-der-praxis-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2012\/10\/07\/aus-der-praxis-lernen\/","title":{"rendered":"Aus der Praxis lernen"},"content":{"rendered":"<p>Das hei&szlig;t es ja immer. Doch geht dies auch wenn die Praxis recht teuer ist? Nun wir alle wissen, dass Satelliten teuer sind. Aber wie lernen die Studenten sie zu bauen? Schaut man sich an den Unis rum, so hat jede irgendwelche Kleinsatellitenprojekte die sie gerne umsetzen k&ouml;nnte, nur finanzieren kann sie es nicht. Das ist ein Novum, denn sonst versucht man &uuml;berall Praxis zu vermitteln. Der Mitteleinsatz ist unterschiedlich. Wenn man Chemie studiert braucht man Labore und einige nicht gerade billige Apparate. Bei Softwaretechnik reicht ein PC. Programmiersprachen gibt es heute als OpenSource. Da sind die Investitionskosten &uuml;bersehbar.<\/p>\n<p>Die Frage ist, warum es nicht eine Partnerschaft zwischen ESA \/ nationalen Weltraumagenturen und den Universit&auml;ten gibt. Das teuerste ist bei einem Raumfahrtprojekt die Arbeitszeit und Studenten werden nicht bezahlt und Doktoranten und Hiwis nur sehr schlecht. W&uuml;rde die ESA die Hardware bezahlen und die Unis die Studenten, so k&ouml;nnte man etwas auf die Reihe stellen. Beide h&auml;tten einen Nutzen davon. Letztendlich profitiert die ESA, wie auch alle Firmen und nationalen Institute von gut ausgebildeten Studenten. In Deutschland gibt es einige Unis\/Fachhochschulen mit dem Schwerpunkt Raumfahrt. Stuttgart, M&uuml;nchen, Aachen fallen mir spontan ein. Bremen und Berlin haben auch Ausbildungsg&auml;nge. Das ist nur ein ESA-Land. Nimmt man alle zusammen kommt man sicher auf 20 Unis. Schon alleine daran kann man sehen, dass es immer noch etwas besonderes sein wird einen Satelliten zu starten. nicht jeder Student wird daran teilnehmen k&ouml;nnen. Aber ich denke es ist m&ouml;glich.<!--more--><\/p>\n<p>Hier zwei Gr&uuml;nde wie dies relativ preiswert f&uuml;r die ESA werden k&ouml;nnte. Ein Stichwort in der Raumfahrt ist ja COTS. Wer nun an Subvention von der NASA an Orbital und SpaceX denkt, nein der Begriff wird viel &ouml;fter als Abk&uuml;rzung f&uuml;r &#8222;Commercial off the Shelf verwendet&#8220;. Kurzum: wir entwickeln nichts neues, sondern nutzen etwas was schon da ist und woanders funktioniert. Viele elektronische Bauteile, aber auch andere Dinge wie Kameras, Solarmodule etc. k&ouml;nnte man in kleinen Technologiesatelliten die von Studenten gebaut werden testen. Bew&auml;hrt es sich, so kann die ESA und Raumfahrtindustrie Kosten sparen indem sie diese Erkenntnisse &uuml;bernimmt.<\/p>\n<p>Doch woher kommt das Geld her, auch wenn es wenig ist? Nun die ESA hat viel Geld. So viel Geld, dass sie seit drei&szlig;ig Jahren den einzigen Sektor in der Weltraumfahrt der wirklich von nichtstaatlichen Auftragsgebern subventioniert indem sie die Entwicklungskosten bezahlt. Sie ordert n&auml;mlich in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden neue experimentelle Kommunikationssatelliten. Das fing 1978 (Startjahr) an mit OTS. Dann kam die ECS-Serie, die nachdem sie im Orbit war, privatisiert wurde (Eutelsat), dann kam Olympus als Hochleistungskommunikationssatellit der schweren Generation, Artemis zum Erproben von Ionentriebwerken und Laserkommunikation und nun steht Alphasat\/Alphabus vor dem Start, die dies operationell einsetzen sollen. Da k&ouml;nnte man ein bisschen sparen und schon h&auml;tte man das Geld zusammen. Satelliten m&uuml;ssen nicht teurer sein. Proba-1 ein kleiner Technologiesatellit ist seit 2001 aktiv und kostete nur 13,5 Millionen Euro &#8211; als ESA Projekt, wenn dann noch die Arbeitskosten weitgehend wegfallen, m&uuml;sste es noch billiger werden und den Start sollten wir auch noch umsonst hinbekommen. (bei Proba-1 musste man ihn bezahlen).<\/p>\n<p>Umsonst? Ja, wir zahlen jedes Jahr\u00a0 Arianespace 120 Millionen Euro. Daf&uuml;r k&ouml;nnte man verlangen die ASAP-5, die Struktur f&uuml;r Sekund&auml;rnutzenlasten bei den Fl&uuml;gen mitzuf&uuml;hren die die Nutzlast nicht voll ausnutzen. Damit kann man dann die Satelliten bef&ouml;rdern, wenn die Maximalnutzlast nicht erreicht wird und das ist bei den meisten Starts der Fall. Eine ASAP kann bis zu acht Satelliten von 120 kg Gewicht, zwei von 300 und sechs mit 120 kg oder vier im Gewicht von 300 kg transportieren. Bei vier Starts 2011 gab es zwischen 900 und 1100 kg Reserve die man so nutzen k&ouml;nnte. Bisher hat Arianespace die ASAP-5 kaum eingesetzt. Manchen Ger&uuml;chten (nichts offizielles sondern in Foren gepostet) wollen sie wohl nicht. Macht wohl zu viel Aufwand f&uuml;r zu wenig Einnahmen. Dazu w&uuml;rde auch passen, dass der letzte Einsatz bei der letzten Ariane 5G nur dazu diente Ballast mitzuf&uuml;hren, weil sonst wegen dem viel leichtne Helios 2B die EPC auch einen Orbit erreicht. Dass die Satelliten im GTO landen w&uuml;rden, w&auml;re f&uuml;r Erdbeobachtung zwar dumm, aber f&uuml;r verschiedene Technologieexperimente, um die es ja prim&auml;r geht, egal und vom GTO kommt man mit Ionenantrieben oder einem kleinen chemischen Antrieb leicht zum Mond, vieleicht mal als Anregung &#8230;.<\/p>\n<p>Aber dazu wird&#8217;s nicht kommen, denn das w&auml;re unb&uuml;rokratisch, unkonventionell, w&uuml;rde mit der Tradition brechen, dass man nur die Raumfahrtindustrie f&ouml;rdert und dann muss man ja auch noch ganz genau den geographical Return achten. Also nichts f&uuml;r den unbeweglichen Dinosaurier ESA.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das hei&szlig;t es ja immer. Doch geht dies auch wenn die Praxis recht teuer ist? Nun wir alle wissen, dass Satelliten teuer sind. Aber wie lernen die Studenten sie zu bauen? Schaut man sich an den Unis rum, so hat jede irgendwelche Kleinsatellitenprojekte die sie gerne umsetzen k&ouml;nnte, nur finanzieren kann sie es nicht. 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