{"id":7203,"date":"2012-11-05T00:31:48","date_gmt":"2012-11-04T23:31:48","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=7203"},"modified":"2012-10-17T12:33:59","modified_gmt":"2012-10-17T10:33:59","slug":"die-erforschung-der-venus-und-die-spekulationen-uber-leben-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2012\/11\/05\/die-erforschung-der-venus-und-die-spekulationen-uber-leben-3\/","title":{"rendered":"Die Erforschung der Venus und die Spekulationen &uuml;ber Leben \u2013 3"},"content":{"rendered":"<h2>Leben auf der Venus<\/h2>\n<p>Wenn man heute nach Orten im Sonnensystem sucht, wo es Leben geben k&ouml;nnte, dann sucht man sicher nicht auf der Venus danach. Die Temperaturen auf der Oberfl&auml;che sind so hoch, dass selbst einige Metalle schmelzen w&uuml;rden, der Druck ist so hoch wie im Meer in 900 m Tiefe und in h&ouml;heren Wolkenschichten gibt es &auml;tzende Minorbestandteile wie Schwefeldioxid und Flusss&auml;ure. (Nicht wie immer behauptet wird an der Oberfl&auml;che, was herunter regnet verdampft und dissoziiert l&auml;ngst bevor es den Boden erreicht). Doch w&auml;hrend man heute Leben auf Mars und Europa vermutet und sich welches auf Titan in einer fernen Zukunft vorstellen kann (wenn sie Sonne zum roten Riesen wird, wird es auf Titan gem&uuml;tlich warm und dort liegt alles was sich f&uuml;r eine ordentliche Ursuppe ben&ouml;tigt wird in rauen Mengen vor). so war es fr&uuml;her en Vogue &uuml;ber Leben auf der Venus zu spekulieren.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"\/img\/venera14.jpeg\" alt=\"Venera 13 Panorama\" width=\"992\" height=\"207\" align=\"right\" \/>Daf&uuml;r sprach, dass die Venus fast genauso gro&szlig; ist wie die erde, fast die gleiche Masse aufweist und so dieselbe Schwerkraft aufweist und auch eine &auml;hnlich gro&szlig;e Oberfl&auml;che. Die Wolken bildeten einen dichten Schleier, der aber auch vor zu intensiver Sonneneinstrahlung sch&uuml;tzt, sonst w&auml;re es wegen des geringeren Abstandes zur Sonne zu hei&szlig; und wenn wie man lange annahm, die Wolken aus Wasserdampf bestehen, so muss dort viel Wasser vorhanden sein und damit alle Grundvoraussetzungen f&uuml;r Leben.<\/p>\n<p>In der Tat gab es die meisten Spekulationen &uuml;ber au&szlig;erirdisches Leben auf der Venus. Noch in diesem Jahrhundert gab es Spielfilme wo Raumfahrer auf der Venus landeten und dort eine tropische, urweltliche Flora mit Dinosauriern vorfanden. Die Spekulationen sind aber viel &auml;lter. Die ersten &Uuml;berlieferungen kamen von Bernard de Fontenelle, der 1686 ein Buch ver&ouml;ffentlichte &uuml;ber dem er &uuml;ber au&szlig;erirdisches Leben sprach. Demnach sind die Venusbewohner kleine schwarze M&auml;nnchen, vergleichbar den Mauren von Grenada, voller Feuer, bewandert in Poesie und Gesang und geistreich und amour&ouml;s. Sie verfassen vor allem Gedichte in denen sie ihre Frauen r&uuml;hmen.<\/p>\n<p>Eine erstaunliche Beschreibung, die eigentlich nur durch die Bewohner des Merkurs &uuml;bertroffen wird, die durch die Hitze v&ouml;llig verr&uuml;ckt geworden sind. Fontenelles Schrift k&ouml;nnte man als Gegenentwurf zum geozentrischen Weltbild sehen &#8211; w&auml;hrend die Kirche damals noch meinte nur auf der Erde g&auml;be es Leben und sie h&auml;tte eine herausragendes Stellung (auch in der Himmelsmechanik), postuliert Fontanelle praktisch &uuml;berall Leben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"\/img\/ishtar-terra.jpg\" alt=\"Ishtar Terra\" width=\"620\" height=\"394\" align=\"left\" \/>Camille Flammarion publizierte 1894 ein Buch &#8222;Popular Astronomy&#8220;, in dem er sich auch &uuml;ber die Venusbewohner auslie&szlig;. Etwa zu dieser Zeit kam auch ein Marsboom auf, ausgel&ouml;st durch die Entdeckung von Kan&auml;len auf dem Mars und ein Hobbyastronom Percival Lowell ver&ouml;ffentlichte zahlreiche Schriften &uuml;ber den Mars und die Marsianer. Damit schien auch h&ouml;heres (intelligentes) Leben auf der Venus wieder m&ouml;glich. So spekulierte C.E Housden &uuml;ber die bekannten Tatsachen welche Einfl&uuml;sse diese auf die Entwicklung von Leben haben m&uuml;ssten. Die 225 Tagesrotation die man annahm hat z.B. zur Folge, dass sich Wasser auf der Nachtseite auskondensiert, dort Gletscher wachsen, die dann irgendwann in die Region kommen, wo der Tag anbricht. Nur dort schmilz das Wasser (auf der Tagseite ist es dann wieder zu hei&szlig; f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere Gew&auml;sser) und die Venusbewohner m&uuml;ssen dann ein Leitungsnetz bauen um das Wasser in die Regionen zu leiten in denen sie es brauchen. Er kam zu dem Schluss, dass siw wohl Kan&auml;le betrieben wie sie auch die Marianer in jeder Zeit noch hatten.<\/p>\n<p>Selbst Svante Arrhenius lies sich &uuml;ber die Venus und ihr Klima aus. Er erkannte als erster den Treibhauseffekt und postulierte eine Venus die so aussieht, wie die Erde vor 300 Millionen Jahren im Karbon. Die Durchschnittstemperatur berechnet er zu 47\u00b0C, die Luftfeuchtigkeit sei sechsmal so gro&szlig; wie bei der Erde. Bis in 5 km H&ouml;he sei die Atmosph&auml;re mit Wasserdampf ges&auml;ttigt und alles w&auml;re daher v&ouml;llig nass und es w&uuml;rde viel regnen. Die Wolkengrenze w&uuml;rde in 10 km H&ouml;he liegen und den Planeten vor direktem Sonnenlicht sch&uuml;tzen. Nachschub bek&auml;men die Wolken von der ges&auml;ttigten Bodenschicht. Es g&auml;be eine rasche Rotation der oberen Wolkenschicht angetrieben durch die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, aber keine Winde an der Oberfl&auml;che. Dagegen w&uuml;rde es viel regnen (&uuml;brigens violetter Regen) und alles w&uuml;rde sich achtmal schneller auf der Oberfl&auml;che zersetzen (was eine Vegetation impliziert).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"\/img\/venus.jpeg\" alt=\"Venus gesehen von Pioneer Venus\" width=\"499\" height=\"537\" align=\"right\" \/>Die Oberfl&auml;che sei mit S&uuml;mpfen &uuml;berzogen, vergleichbar denen auf der Erde nur 30\u00b0 warmer. Durch die Hitze g&auml;be es eine viel Vegetation, aber nur primitive Formen, vor allem Pflanzen der einfacheren Art, wahrscheinlich dachte er an Schachtelhalme oder andere Pflanzen wie wir sie aus dem Karbon kennen, ohne geschlechtliche Vermehrung und ohne Bl&uuml;ten. Sie w&uuml;rden rasch zu Graphit und dann Kohle werden &#8211; hier dachte er nicht weiter, denn wenn dem so ist so m&uuml;sste es bald keinen freien Kohlenstoff mehr geben, da er dann vollst&auml;ndig fossil gebunden ist. An den Polen wo es 10 Grad k&auml;lter ist m&ouml;gen sich h&ouml;here Formen von Leben gebildet haben, die sich dann Richtung &Auml;quator ausbreiten. Er prophezeit sogar f&uuml;r die Zukunft, wenn seiner Ansicht nach die Temperaturen sinken das Auftreten noch h&ouml;heren Lebens, ja vielleicht sogar intelligenten Lebens.<\/p>\n<p>Noch 1955 schrieb der Russe Tikhow, dass seiner Ansicht nach das gelbe Licht darauf hindeutet dass die Venus belebt ist. Es w&uuml;rde von den Pflanzen stammen, die sich wegen der gr&ouml;&szlig;eren N&auml;he zur Sonne mehr auf den energiereicheren gelben Spektralbereich konzentriert haben. Auch er vertrat die Meinung die Venus w&auml;re wie die Erde vor 100 Millionen Jahren. Nun ja nun wissen wir immerhin woher die Spielfilmmacher die Ideen mit den Dinosauriern herhaben.<\/p>\n<p>Im selben Jahr versuchte Sir Fred Hoyle eine Erkl&auml;rung warum man keinen Wasserdampf\u00a0 in der Atmosph&auml;re fand. Er postulierte wie andere, zumindest fr&uuml;her eine reiche Vegetation die viel Erd&ouml;l produzierte. Ohne Ozonschicht zersetzt die UV-Strahlung aber Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff. Der Wasserstoff ist zu leicht, das der kleine Planet ihn halten kann, er entweicht und der Sauerstoff verbindet sich mit dem &Ouml;l, er oxidiert es. Das ganze endet wenn entweder Wasser oder &Ouml;l aufgebraucht ist. Bei der Venus sei das erste der Fall. Immerhin liefert die Theorie eine erste Erkl&auml;rung f&uuml;r eine reine Kohlendioxidatmosph&auml;re. Er begr&uuml;ndet auch die langsame Rotation mit dem &Ouml;l. Es g&auml;be ganze Ozeane davon und die Gezeitenreibung h&auml;tte die Venus auf die langsame Rotation abgebremst &#8211; was er &uuml;bersah ist dass man f&uuml;r Gezeiten einen Mond ben&ouml;tigt und den hat die Venus nicht. Ohne Mond w&uuml;rde sich auch unsere Erde noch in 6 Stunden um die eigene Achse drehen<\/p>\n<p>Sir Fred Whipple D.H. Menzel wiedersprachen dem und zogen die alten Messungen von Lyot heraus, der 1929 Wasser in der Atmosph&auml;re nachweis. Demnach w&auml;re die Venusoberfl&auml;che vollst&auml;ndig mit Wasser bedeckt, da man dann noch Kohlendioxid entdeckte mutierten die Ozeane zu einem riesigen 12000 km gro&szlig;en Sodawasserozean. H.C. Urey, der zur gleichen Zeit Experimente &uuml;ber die Bedingungen der fr&uuml;hen Erde machte, widersprach dem und schrieb, dass eine heutige Kohlendioxidatmosph&auml;re nicht m&ouml;glich sei, wenn es nennenswerte Mengen an Wasser geben w&uuml;rde.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"\/img\/venus-express-virtis2.jpeg\" alt=\"Venus im UV und IR\" width=\"436\" height=\"464\" align=\"left\" \/>Neuerdings gehen manche optimistischen Autoren davon aus, dass vielleicht sich auf der Venus sich fr&uuml;her Leben als auf der Erde bilden konnte, weil sie sonnenn&auml;her war. es dann aber von der Oberfl&auml;che fl&uuml;chten musste und sich heute ind en Wolken wiederfindet. In der Mitte der Wolkenschicht gibt es in der Tat eine d&uuml;nne Zone, die Temperaturen und Druck wie auf der Erde aufweist. Doch fehlt auch dort Wasser und die Winde tragen die Lebewesen auch nach unten wo es sehr schnell sehr hei&szlig; wird und nach oben, wo die UV-Strahlung alles abt&ouml;tet.<\/p>\n<p>Was gab es nun an Beweisen f&uuml;r Venusbewohner? Es gab nur einen, das war das immer wieder beobachtete &#8222;aschfarbene Licht&#8220;, Es tauchte immer wieder auf. Es war ein fahles Leuchten des Hemisph&auml;re die eigentlich dunkel sein musste. Es wurden viele Beobachtungen 1759 und 1806 gemacht, wobei dies einer Differenz von 47 Erd- oder 76 Venusjahren entspricht, was eventuell zu einer religi&ouml;sen Zeremonie passte, die alle 75 Venusjahre abl&auml;uft oder eine Festbeleuchtung zur Einf&uuml;hrung des neuen Venusmonarchen. Daraus wurde eine Lebenszeit von 130 Venusjahren (80 Erdjahre) f&uuml;r die Venusianer) abgeleitet und passt nat&uuml;rlich gut zu einer Regierungszeit von 76 Venusjahren. Andere Erkl&auml;rungen sahen darin das Abbrennen riesiger Urwaldgebiete die es ja auf der Venus in H&uuml;lle und F&uuml;lle geben musste um mehr urbares Land zu gewinnen. Das aschgraue Licht ist Realit&auml;t, es wurde auch beobachtet nachdem man wusste das die Venus biologisch tot ist und erfahrene Amateurbeobachter haben es bis heute immer wieder gesehen.<\/p>\n<p>Eine weniger prosaische Erkl&auml;rung ist die, dass das aschgraue Licht eine &Auml;hnlichkeit zu unseren Polarlichtern darstellt, auch diese kann man aus dem All beobachten. Die Venus sollte je nach Autor bis zu f&uuml;nfzigmal mehr geladene Teilchen erhalten. Nur entstehen unsere Polarlichter an den Polen, weil der Sonnenwind vom Magnetfeld umgelenkt wird und nur an den Polen auf die Atmosph&auml;re trifft, er wird also quasi fokussiert. Ohne diese Fokussierung trifft er die ganze Venusatmosph&auml;re und das ist dann zu weit verteilt um es noch wahrzunehmen.<\/p>\n<p>Heute scheint die beste Erkl&auml;rung zu sein dass es Blitze sind deren Leuchtschein wir wahrnehmen. Alternativ k&ouml;nnte, wenn die Venus vulkanisch aktiv ist es auch der Widerschein sehr gro&szlig;er Eruptionen sein, die zus&auml;tzlich auch noch Blitze ausl&ouml;sen k&ouml;nnen.<\/p>\n<h2>Nach 50 Jahren Erforschung mit Raumsonden<\/h2>\n<p>&#8230; ist man heute zwar viel schlauer, aber vieles ist noch immer r&auml;tselhaft. W&auml;hrend wir vom Mars inzwischen eine sehr gute Vorstellung seiner Fr&uuml;hgeschichte haben und auch aktuelle Ereignisse interpretieren k&ouml;nnen, ist noch nicht gekl&auml;rt wie sich die Venus entwickelt und ob sie heute noch unter dem Wolkenmantel geologisch aktiv ist. Das einzige was feststeht ist das es einen sich verst&auml;rkenden Treibhauseffekt gab. Das bedeutet die Temperaturnzunahme f&uuml;hrte zu weiterer Gasfreisetzung (z.B. Verdampfen von Wasser, Freisetzung aus Gestein) und das steigerte die Temperatur weiter doch wie dies genau verlief, ist noch ungekl&auml;rt. Jede Theorie muss erkl&auml;ren, warum es kein Wasser auf der Venus gibt und so viel Kohlendioxid. Das Kohlendioxid selbst ist noch am besten zu erkl&auml;ren. Wir gehen von unserem heutigen Kohlendioxidgehalt in unserer Atmosph&auml;re aus, wo es einen Anteil von 0,03% ausmacht. Das sind rund 800 Gt (Gigatonnen). Doch das ist nur der Rest des Kohlenstoffs der auf der Erde zumeist in anderen Senken steckt: Vegetation und Boden enthalten 2200 GT, also die dreifache Menge und gel&ouml;st im Wasser stecken 38.000 Gt, rund die 50-fache Menge. Fossiler Kohlenstoff findet sich in Erd&ouml;l, Erdgas, Kohle und vor allem &Ouml;lschiefer. Das sind auf der Erde 15 Millionen GT. Dazu muss man dann auch einen Teil der Sedimente aus Kalkgesteinen z&auml;hlen, die von Meeresorganismen gebildet wurden. Die Schw&auml;bische Alb besteht praktisch nur aus Kalkgestein, das von Algen und Kalkskelettbildenden Organismen im Jura ausgef&auml;llt wurde. Auch die Kreidefelsen von R&uuml;gen und Dove sind so entstanden und nicht umsonst hei&szlig;en zwei ganze Erdzeitalter nach solchen Stoffen. Selbst wenn man dies wegl&auml;sst, w&uuml;rde der mit Sicherheit einmal von Biomasse aus der Atmosph&auml;re gezogener Kohlenstoff &uuml;ber 15 Millionen Gigatonnen umfassen. Das reicht f&uuml;r reine Kohlendioxidatmosph&auml;re von 6 Bar Druck, mit dem Kalkgesteinen sogar f&uuml;r 30 Bar. Da ist man in einer &auml;hnlichen Dimension wie bei der Venus. Ber&uuml;cksichtigt man, das noch mehr Kalkgesteine und fossiler Kohlenstoff durch dei Plattentektonik wieder in den Erdmantel gelangte so ist wahrscheinlich, dass die gesamte Kohlendioxidmenge die &uuml;ber die Erdgeschichte sich einmal in der Atmosph&auml;re bfeand auch bei der Menge der Venus liegt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"\/img\/venus-express9.gif\" alt=\"Wpolkenschichten\" width=\"700\" height=\"590\" align=\"right\" \/>Problematischer ist es das fehlende Wasser zu erkl&auml;ren. Die Erlkl&auml;rung der Photodissoziation durch UV-Strahlung ist verf&uuml;hrerisch, sie ignoriert aber weitgehend, dass auch die erde &uuml;ber vier F&uuml;nftel ihrer Geschichte keine Ozonschicht hatte, Sie entstand erst als zwischen 1 Milliarden Jahren und 500 Millionen Jahren der Sauerstoff nicht mehr im Wasser gel&ouml;st werden konnte und an die Atmosph&auml;re abgegeben wurde. Solange brauchten Organismen, um eine f&uuml;r uns atembare Atmosph&auml;re aufzubauen. W&auml;re der Wasserverlust so hoch, dann h&auml;tte auch die Erde viel wasser verloren und das kann bei den derzeitigen Ozeanen nicht der Fall sein, denn sonst w&auml;ren diese nur der k&uuml;mmerliche Rest der &uuml;brig blieb.<\/p>\n<p>Eine M&ouml;glichkeit ist, dass die Venus durch ihre Sonnenn&auml;he weniger des leichten Wassers hatte. Wir wissen das im Urnebel sich eine Fragmentierung einstellte. Im inneren die schweren Elemente und au&szlig;en die leichten. Jupiter bis Neptun bestehen vorwiegend aus Gasen und die Monde und Plutoide auch vorwiegend aus Eis, mit nur wenig Gestein und fast keine Metalle wie der Eisenkern der Erde.<\/p>\n<p>Eine zweite Erkl&auml;rungsm&ouml;glichkeiten haben sowjetische Wissenschaftler skizziert. Demnach hatte die Venus urspr&uuml;nglich eine noch dichtere Atmosph&auml;re aus Wasserdampf und Kohlendioxid mit einem Druck von 260 Bar. Sie bewirkte einen so gro&szlig;en Treibhauseffekt, dass die Oberfl&auml;che sich bei 800\u00b0C verfl&uuml;ssigte und das Wasser konnte bei diesen Temperaturen mit dem heraustretenden unedlen Metallen wie Eisen reagieren. Es oxidierte diese, dadurch wurde der Sauerstoff gebunden und der Wasserstoff konnte die Venus verlassen. Als das Wasser aufgebraucht war, fiel die Absorption des Wasserdampfes weg und die Temperaturen sanken wieder.<\/p>\n<p>Derzeit sind aber auch dies nur Spekulationen. Genauso r&auml;tselhaft ist die junge Oberfl&auml;che, ob die Venus noch aktiv ist (die Konzentrationen von Spurengasen nahmen zwischen Pioneer Venus und Venus Express ab) und warum sie so langsam retrograd rotiert. F&uuml;r letzteres spricht eine Kollision mit einem Himmelsk&ouml;rper kurz nach oder bei der Entstehung des Protoplaneten. Dabei k&ouml;nnte die Venus auch viele fl&uuml;chtige Stoffe wie Wasser verloren haben. Doch gegen diese Theorie spricht, dass die Rotationsachse nur um 3 Grad zur Senkrechen geneigt ist. Diese ideale Ausrichtung w&auml;re doch sonst ein sehr gro&szlig;er Zufall.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leben auf der Venus Wenn man heute nach Orten im Sonnensystem sucht, wo es Leben geben k&ouml;nnte, dann sucht man sicher nicht auf der Venus danach. 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