{"id":7253,"date":"2012-10-29T00:34:44","date_gmt":"2012-10-28T23:34:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=7253"},"modified":"2012-10-28T15:36:27","modified_gmt":"2012-10-28T14:36:27","slug":"bigelow-teil-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2012\/10\/29\/bigelow-teil-3\/","title":{"rendered":"Bigelow &#8211; Teil 3"},"content":{"rendered":"<p>So und nun zum dritten und letzten Teil zu Bigelow, ich mache weiter bein der\u00a0Er&ouml;rterung\u00a0der Strategie und den Gesch&auml;ftsaussichten.<\/p>\n<p>Das zweite ist, dass das Modul selbst alleine nutzlos ist. Es wird ja noch die Inneneinrichtung ben&ouml;tigt. Vor allem schwere Teile wird man erst nach dem Start zur Station bringen m&uuml;ssen. Bei der Forschung die Racks, bei Wohnteilen sperrige Dinge, die man nicht zusammenfalten kann oder nicht beim Start aus Gewichtsgr&uuml;nden transportieren kann. Industrieunternehmen werden ihre Fragestellung mit eigener Hardware untersuchen wollen, auch diese muss erst transportiert werden.<!--more--><\/p>\n<p>Diese wird man mit einem Transporter wie der Cygnus oder Dragon transportieren m&uuml;ssen, eher mit der Cygnus, weil die Dragon durch ihre Kapselform f&uuml;r sperrige G&uuml;ter eine ung&uuml;nstige Form hat. Doch dann handelt man sich einen weiteren Nachteil ein: Dieses kostet ungleich mehr, als gleich ein voll ausgestattetes kleines Modul zu starten. Eine Dragon als g&uuml;nstigstes Gef&auml;hrt kostet 133 Millionen Dollar und transportiert im Druckbeh&auml;lter maximal 3 t. Ein Falcon Start ohne Dragon dagegen 59 Millionen Dollar mit etwa 12 t Nutzlast f&uuml;r die ISS-Bahn. Also f&uuml;r den doppelten Preis kann ich nur ein Viertel der Nutzlast starten. &Ouml;konomisch sinnvoller sind daher voll ausger&uuml;stete kleine Labore anstatt ein ausblasbares Modul, dass man dann erst nachr&uuml;sten muss.<\/p>\n<table>\n<colgroup>\n<col \/>\n<col \/>\n<col \/> <\/colgroup>\n<tbody>\n<tr class=\"thlined\">\n<th>&nbsp;<\/th>\n<th>Dragon<\/th>\n<th>Cygnus<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"linedtable\">Kosten Transporter (nach COTS Kontrakt)<\/td>\n<td class=\"linedtable\">133 Millionen Dollar<\/td>\n<td class=\"linedtable\">237,5 Millionen Dollar<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"linedtable\">Nutzlast: (nur Druckmodul)<\/td>\n<td class=\"linedtable\">3.000 kg<\/td>\n<td class=\"linedtable\">2.700 kg<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"linedtable\">pro Tonne Nutzlast:<\/td>\n<td class=\"linedtable\">44,3 Millionen Dollar<\/td>\n<td class=\"linedtable\">88 Millionen Dollar<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"linedtable\">Startpreis nur Tr&auml;gerrakete<\/td>\n<td class=\"linedtable\">59 Millionen Dollar<\/td>\n<td class=\"linedtable\">100 Millionen Dollar<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"linedtable\">Nutzlast Tr&auml;gerrakete (ISS Bahn)<\/td>\n<td class=\"linedtable\">15<\/td>\n<td class=\"linedtable\">6 t<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"linedtable\">Pro Tonne Nutzlast<\/td>\n<td class=\"linedtable\">4 Millionen Dollar<\/td>\n<td class=\"linedtable\">16,6 Millionen Dollar<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Wie die Daten zeigen, ist es viel sinnvoller eine Station gut ausgestattet zu starten, anstatt sie nachher auszur&uuml;sten. Das geht bei dem BA-330 Konzept aber eigentlich gut nur bei dem Kern, der nicht entfaltet werden muss. Denkbar ist es immerhin, andere Ausr&uuml;stung beim Start an diesem anzubringen, und dann sp&auml;ter an den W&auml;nden zu montieren. Zwischenb&ouml;den sind ja nicht vorgehen. So gesehen w&auml;re eine kleinere Station (Sundancer) sinnvoller als eine gr&ouml;&szlig;ere (BA-330), da diese nur mehr Volumen bietet, aber keinen echten Zusatznutzen und sie daf&uuml;r schwerer ist.<\/p>\n<p><!--werbungbeginn--> <!--#include virtual=\"nav\/werbung2.html\"--> <!--werbungend--><\/p>\n<p>Wenn die Module f&uuml;r die zuk&uuml;nftigen bemannten Transporter ausgelegt sind, dann ist der Kopplungsadapter aber einer f&uuml;r bemannte Missionen mit einer vergleichsweise kleinen Luke (maximal 80 cm Durchmesser). Die f&uuml;r von der Besatzung gesteuerte Ankopplung vorgesehenen CBM Anschl&uuml;sse, wie sie HTV, Dragon und Cygnus haben, erlauben dagegen bis zu 2 m gro&szlig;e Teile zu transportieren. Nur mit Letzteren w&auml;re ein Innenausbau &uuml;berhaupt m&ouml;glich.<\/p>\n<p>F&uuml;r wissenschaftliche Forschung steht vom ganzen Volumen der BA-330 nur der Mittelteil mit versteifter Struktur zur Verf&uuml;gung. Er war beim Transhab in etwa so lang wie ein kleineres Labormodul, z.B. Columbus. Das bedeutet, dass gemessen an der m&ouml;glichen Besatzungsst&auml;rke nur ein Drittel des Volumens der ISS f&uuml;r Experimente zur Verf&uuml;gung stehen, wobei ich hier nur die f&uuml;r Experimente vorgesehene Racks z&auml;hle (die Labors, wie auch andere Knoten der ISS, enthalten noch andere Racks die Umweltkontrollsysteme, Computer, Stromverteiler etc. aufnehmen und die es auch bei der BA-330 geben muss).<\/p>\n<p>Der dritte Punkt ist, das gemessen an den laufenden Kosten die Startkosten des Moduls minimal sind. Die ISS wird 2012 mit insgesamt 24 t Fracht versorgt werden. Dies ist schon deutlich weniger als urspr&uuml;nglich geplant, weil es gelang Wasser und Luft in h&ouml;herem Ma&szlig;e wiederzugewinnen. Die ISS hat sechs Personen, diese Anzahl k&ouml;nnte auch die Dragon als g&uuml;nstigster Zubringer zur Bigelow-Station bringen. Nur ben&ouml;tigt diese dann auch in etwa so viel Fracht, vor allem im Druckmodul (bei der NASA macht Fracht die au&szlig;en an der Station befestigt werden, vor allem Ersatzteile, nur ein Viertel der Gesamtmenge aus, und die Partner, die auch die Station versorgen, transportieren fast keine dieser Fracht. Es kann bei der BA-330, wenn der Austausch von Hardware in der Station wegf&auml;llt und man ihre Bahn auf geringen Treibstoffverbrauch minimiert (siehe unten) etwas weniger sein, doch die Gr&ouml;&szlig;enordnung stimmt.<\/p>\n<p>Nimmt man eine nutzbare Frachtkapazit&auml;t von 4 t pro Dragon (3 t intern, 1 t extern) an, so braucht man sechs Versorgungsfl&uuml;ge pro Jahr. Bei zwei Mannschaftswechseln pro Jahr kommen zwei weitere Fl&uuml;ge hinzu. Damit w&uuml;rde die Raumstation j&auml;hrliche Kosten von 1064 Millionen Dollar bedeuten, die von den Nutzern erbracht werden m&uuml;ssten. Dazu k&auml;men noch die Ger&auml;tschaften der Nutzer, die auch bef&ouml;rdert werden m&uuml;ssten. Verglichen dazu sind die einmaligen Startkosten und die Herstellungskosten gering, schlie&szlig;lich soll eine Station 12 Jahre lang betrieben werden. Nimmt man die Ank&uuml;ndigungen von Gesamtinvestments und geplanten Investments von Bigelow, so rechnen sie mit 860 Millionen bis zum ersten Start. Das erste Jahr Betrieb w&uuml;rde aber viel teurer werden. Das ist kein Einzelfall, auch bei der ISS machen die Module nur ein Viertel der Gesamtkosten bis 2015 aus. Wie die Firma dies mit 23 Millionen Dollar f&uuml;r 30 Tage finanzieren will, ist mir ein R&auml;tsel. Eine Dragon kann maximal 7 Astronauten bef&ouml;rdern. Nur wenn alle bezahlte Kunden sind (ohne einen \u201eProfi\u201c an Bord ein durchaus hohes Risiko) ist ein Dragonstart pro Person billiger als diese 23 Millionen Dollar (19 Millionen). Dann werden dann noch Verbrauchsg&uuml;ter ben&ouml;tigt, die auch transportiert werden m&uuml;ssen. Die Dragon wird dies zwar vom Gewicht her noch k&ouml;nnen, doch der Platz wird daf&uuml;r in der kleinen Kapsel (10 m\u00b3 Innenvolumen, in etwa soviel wie Apollo f&uuml;r drei Personen bot) fehlen.<\/p>\n<p>Eine R&uuml;ckblende: 2001 waren NASA und ESA noch zuversichtlich, einen guten Teil ihrer Unterhaltskosten durch &#8222;Vermietung&#8220; der ISS zur&uuml;ckzuerhalten. Es gab von der NASA einen Katalog der Kosten f&uuml;r die Nutzung der Station. Ein Standardrack h&auml;tte inklusive 86 Crewstunden Arbeitszeit 20,8 Millionen Dollar pro Jahr gekostet. Der Transport w&auml;re noch extra hinzugekommen. Bei einem Standardrack w&auml;ren das weitere 10 Millionen Dollar gewesen. Das Interesse der Industrie war f&uuml;r diesen Preis gleich Null. Es gibt immer wieder kommerzielle Experimente an Bord der ISS, doch ist es nur ein Teil der Gesamtkapazit&auml;t, der von der Industrie genutzt wird, und daf&uuml;r gibt es heute Sonderkonditionen.<\/p>\n<p>Auf der ISS gibt es 33 Racks, die mit Experimenten best&uuml;ckt werden k&ouml;nnen. In der Bigelow werden es weniger sein, ich vermute so viele nutzbare wie Columbus, da der Mittelteil in etwa gleich gro&szlig; ist. Das w&auml;ren 10 Racks. Da die gesamte Station f&uuml;r 88 Millionen Dollar zu mieten ist, w&auml;ren dies nur 8,8 Millionen Dollar pro Rack. Doch das ist nur die eine Seite. Wie bei der ISS muss das Rack in den Orbit gebracht werden. Eine Dragon kann zwei Racks neben anderer Fracht bef&ouml;rdern. Das macht bei bis zu 1 t Gewicht pro Rack schon Startkosten von 33 Millionen Dollar, womit schon die Summe sch&ouml;n h&ouml;her ist wie bei der ISS (30,8 zu 40,8 Millionen Dollar). Nehmen wir mal den g&uuml;nstigsten Fall aller F&auml;lle, die Mannschaft w&uuml;rde nur einmal pro Jahr gewechselt werden und die Kosten w&uuml;rden sich auf 10 Racks aufteilen, so macht dies bei 6 Personen und 24 t Fracht weitere 66,5 Millionen Dollar aus. Der Betrieb eines Racks &uuml;ber ein Jahr w&uuml;rde einen Interessenten also nahezu 110 Millionen Dollar kosten, rund dreimal teurer als das NASA-Angebot, das kein Interesse fand. Zu dem Preis den Bigelow angibt kann man es nur durchf&uuml;hren, wenn der Nutzer fest installierte Experimente nutzt und z.B. nur Materialproben gewinnt und wenn kein eigener Transporter f&uuml;r die Versorgung gestartet werden muss.<\/p>\n<p>F&uuml;r die Industrie wird es nur attraktiv, wenn sie die Arbeit der Besatzung nicht zahlen muss, also z.B. Astronauten aus Drittl&auml;ndern sie erledigen und sie die Forschung mit vorhandenen Apparaturen durchf&uuml;hren kann oder nur wenig Fracht hochtransportieren muss.<\/p>\n<p>Sehr schwierig zu beurteilen ist die Nachfrage nach Drittl&auml;ndern.<\/p>\n<p>F&uuml;r uns ist ein Flug eines weiteren Deutschen ins All sicher nur eine kleine Bemerkung in den Nachrichten, f&uuml;r ein Entwicklungsland kann es dagegen eine Schlagzeile sein. Das bedeutet, dass sicher f&uuml;r das eine oder andere Land es ein Ziel sein kann, einen Astronauten ins All zu bringen, das zeigte Yi So-yeon, die als Forschungskosmonautin von S&uuml;dkorea den Flug in einer Sojus bezahlt bekam &#8211; f&uuml;r die Konditionen eines Weltraumtouristen, denn S&uuml;dkorea ist nicht an der ISS beteiligt.<\/p>\n<p>Das ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite sind von vielen L&auml;ndern schon mit Shuttles und Sojus viele Astronauten, die nicht aus den USA und Russland stammen, ins All bef&ouml;rdert worden. Vom saudi-arabischen &Ouml;lprinz bis zum israelischen Armeeangeh&ouml;rigen. So viele Staaten, die es sich leisten k&ouml;nnen (siehe oben bei den Kosten) gibt es nicht. Die finanzkr&auml;ftigsten Staaten sind an der ISS beteiligt oder streben ein eigenes, bemannten Raumfahrtprogramm wie China und Indien an. Es bleiben Zweifel, ob damit auch nur eine Station ausgelastet werden kann. Bei weniger Astronauten pro Start steigen die Kosten pro Astronaut an, bei Reduktion der Aufenthaltsdauer kann man immerhin an den Versorgungskosten sparen. Hier mal eine kleine Tabelle welche Kosten beim Einsatz einer Dragon nur f&uuml;r Fl&uuml;ge und Versorgung anfallen.<\/p>\n<table>\n<colgroup>\n<col \/>\n<col \/>\n<col \/> <\/colgroup>\n<tbody>\n<tr class=\"thlined\">\n<th>Kosten pro Person<\/th>\n<th>\u00a0Dragon mit 3 Mann<\/th>\n<th>Dragon mit 7 Mann<\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"linedtable\">30 Tage Aufenthalt<\/td>\n<td class=\"linedtable\">45 Millionen Dollar Startkosten + 11 Millionen Dollar Fracht = 56 Millionen<\/td>\n<td class=\"linedtable\">19 Millionen Dollar Startkosten + 11 Millionen Dollar Fracht = 30 Millionen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"linedtable\">60 Tage Aufenthalt<\/td>\n<td class=\"linedtable\">45 Millionen Dollar Startkosten + 22 Millionen Dollar Fracht = 67 Millionen<\/td>\n<td class=\"linedtable\">19 Millionen Dollar Startkosten + 22 Millionen Dollar Fracht = 41 Millionen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"linedtable\">90 Tage Aufenthalt<\/td>\n<td class=\"linedtable\">45 Millionen Dollar Startkosten + 33 Millionen Dollar Fracht = 78 Millionen<\/td>\n<td class=\"linedtable\">19 Millionen Dollar Startkosten + 33 Millionen Dollar Fracht = 52 Millionen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"linedtable\">180 Tage Aufenthalt<\/td>\n<td class=\"linedtable\">45 Millionen Dollar Startkosten + 66 Millionen Dollar Fracht = 111 Millionen<\/td>\n<td class=\"linedtable\">19 Millionen Dollar Startkosten + 66 Millionen Dollar Fracht = 85 Millionen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"linedtable\">360 Tage Aufenthalt<\/td>\n<td class=\"linedtable\">45 Millionen Dollar Startkosten + 133 Millionen Dollar Fracht = 178 Millionen<\/td>\n<td class=\"linedtable\">19 Millionen Dollar Startkosten + 133 Millionen Dollar Fracht = 152 Millionen<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Es bleiben noch die &#8222;Weltraumtouristen&#8220;. Die ISS besuchten bis zum Vollausbau, als Russland dies einstellen musste, durchschnittlich ein bis maximal zwei Weltraumtouristen pro Jahr, die zwischen 10 und 25 Millionen Dollar daf&uuml;r zahlten. G&auml;be es eine deutlich h&ouml;here Nachfrage, so h&auml;tte Russland sicher mehr gestartet, denn die Kapazit&auml;ten hatten sie ja. Stattdessen nahmen sie dann ESA-Astronauten f&uuml;r Kurzzeitfl&uuml;ge mit. Das kann daher nur eine Erg&auml;nzung sein. Eine Dragon kann sechs bis sieben Personen transportieren, eine CST-100 von Boeing ebenfalls. Die Mitnahme w&auml;re kein Problem, wenn die Stammbesatzung z.B. 6 Personen betr&auml;gt, kann der siebte Sitz von dem Touristen genutzt werden, der dann nach wenigen Tagen mit der alten Besatzung zur&uuml;ckkehrt. Theoretisch denkbar w&auml;re es auch mehr Touristen zu bef&ouml;rdern, doch w&uuml;rde dies sukzessive die Stammbesatzung absenken. Als Weg nur gangbar, wenn die Nachfrage gegeben ist oder die Besatzung eh nur 30-60 Tage an Bord bleibt. Dann g&auml;be es auch die Astronauten f&uuml;r die Industrieexperimente, denn die Touristen w&uuml;rden sicherlich keine eigenen Experimente mitf&uuml;hren.<\/p>\n<p>Was auch die Station nicht &auml;ndern kann, ist dass bemannte Raumfahrt teuer bleibt. Dies ist alleine dadurch gegeben, dass man ein Raumfahrzeug der 10 t Gewichtsklasse konstruieren muss, um rund 7 Personen ins All zu bef&ouml;rdern und sie dann auch noch Versorgungsg&uuml;ter ben&ouml;tigen. Wie ist dies zu minimieren?<\/p>\n<p>Nun die obige Rechnung basiert auf der ISS, es gibt aber einige Unterschiede und hier M&ouml;glichkeiten zur Optimierung:<\/p>\n<p>Bei den Verbrauchsg&uuml;tern erscheint es kaum noch m&ouml;glich weiter einzusparen. Wasser wird auf der ISS schon zu 93% recycelt. 6 kg Verbrauchsg&uuml;ter pro Tag (2190 kg pro Person\/Jahr) sind das Minimum. M&ouml;glich ist es noch, den Treibstoffverbrauch zu senken. Die BA-330 wird wie die ISS in einer erdnahen Bahn ihre Kreise ziehen. Bedingt durch die gro&szlig;e Oberfl&auml;che wird sie sogar st&auml;rker als die ISS abgebremst. Eine h&ouml;here Bahn, wie die von Genesis I+II, 100 km h&ouml;her, w&uuml;rde den Treibstoffverbrauch drastisch absinken lassen. Es w&uuml;rde reichen, mit den angekoppelten Besatzungstransportern sie kurz anzuheben. Das w&uuml;rde rund 1-2 t Treibstoff pro Jahr einsparen. Etwa ein Viertel bis ein Drittel der Nutzlast der heutigen Transporter sind Ersatzteile und neue Experimente. Kann man diese reduzieren, so kann mehr gespart werden, doch auch bei &#8222;Null Ersatz&#8220; bleibt ein Bedarf von rund 2,2 t Fracht pro Person\/Jahr.<\/p>\n<h2>Mein pers&ouml;nliches Fazit<\/h2>\n<p>Die letzten 30 Jahre zeigten, dass bemannte Raumfahrt prim&auml;r eines ist: ein Prestigeunternehmen. Die Zahl der Beispiele, bei denen zu vertretbaren Kosten Forschungsergebnisse gewonnen wurden, die von der Industrie in Produkte umgesetzt werden konnten, sind an den H&auml;nden abzuz&auml;hlen. Daher verwundert es nicht, wenn das industrielle Interesse an der ISS gering ist, obwohl mittlerweile die Anlagen weitaus g&uuml;nstiger vermietet werden, auch um eine Existenzberechtigung der ISS zu begr&uuml;nden. Die Firma Nanoracks zahlte z.B. nur 1,5 Millionen Dollar f&uuml;r 10 Racks von 40 x 10 cm Gr&ouml;&szlig;e, das ist gemessen an den Abmessungen, nur ein Drittel des Preises, der noch 2001 verlangt wurde.<\/p>\n<p>Bigelow kann also da Kunden gewinnen, wo das Prestige wichtig ist. Entweder bei Einzelpersonen (Weltraumtouristen) oder kleineren L&auml;ndern, bei denen noch ein eigener Astronaut eine Bedeutung hat. Nur ist deren Zahl auch begrenzt. F&uuml;r Entwicklungsl&auml;nder ist auch dieser Trip noch zu teuer. F&uuml;r kleinere industrialisierte Staaten mit einer gut gebildeten Bev&ouml;lkerung wie z.B. Holland, Belgien, Schweiz ist es zwar finanzierbar, aber das Prestige nur als Passagier von anderen bef&ouml;rdert zu werden und auf einer fremden Station zu arbeiten, ist nicht gegeben. Bleiben noch die Schwellenl&auml;nder, die es sich leisten k&ouml;nnen bei denen aber noch ein Gro&szlig;teil der Bev&ouml;lkerung nicht dieses Selbstbewusstsein hat. Ob sich hier so viele finden, dass dieses Konzept tragf&auml;hig ist, wird sich zeigen. Ich bein eher skeptisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So und nun zum dritten und letzten Teil zu Bigelow, ich mache weiter bein der\u00a0Er&ouml;rterung\u00a0der Strategie und den Gesch&auml;ftsaussichten. Das zweite ist, dass das Modul selbst alleine nutzlos ist. Es wird ja noch die Inneneinrichtung ben&ouml;tigt. Vor allem schwere Teile wird man erst nach dem Start zur Station bringen m&uuml;ssen. 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