{"id":859,"date":"2007-07-24T13:59:15","date_gmt":"2007-07-24T12:59:15","guid":{"rendered":"http:\/\/bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=859"},"modified":"2010-09-08T10:53:11","modified_gmt":"2010-09-08T08:53:11","slug":"atomkraft-ist-sicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2007\/07\/24\/atomkraft-ist-sicher\/","title":{"rendered":"Atomkraft ist sicher!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/img\/atomkreft-nein-danke.jpeg\"><img decoding=\"async\" class=\"alignright\" src=\"\/img\/atomkreft-nein-danke.jpeg\" alt=\"Atomkraft nein danke!\" \/><\/a>Ich sah vor einigen Tagen einen Beitrag &uuml;ber die &Uuml;bungen die das Personal in der Leitwarte eines Atomkraftwerkes regelm&auml;&szlig;ig in einem Simulator abhalten muss. In Essen sind die Leitst&auml;nde von allen 12 deutschen Kernkraftwerken nachgebaut (allen deswegen, weil keines dem anderen gleicht &#8211; tolles Vorbild f&uuml;r saubere Planung9. Dort wurde gezeigt wie das ablaufen sollte wenn es eine St&ouml;rung gibt: Wenn etwas nicht funktioniert so ist die Technik so ausgelegt, das der Reaktor sich selbst abschaltet und dann gehen die Leute dran den Fehler zu suchen. Dazu holen sie im Falle von Philippsburg am Neckar eines von 68 Bedienungshandb&uuml;chern (BHB), legen es auf einen roll baren Tisch und folgen den Anweisungen darin. In diesen BHB sind alle m&ouml;glichen Ernstf&auml;lle, Komplikationen und St&ouml;rungen von deutschen Ingenieuren im Voraus durchdacht und alle Dinge die man tun muss um sie zu beseitigen akribisch abgelegt worden.<\/p>\n<p>Nein, das ist keine Realsatire, das ist die Wirklichkeit. Wir alle wissen, das man nicht alles voraussehen kann und selbst wenn man dies mal getan hat so ver&auml;ndert sich doch die Welt. Vor 30 Jahren war vielleicht der Angriff des Wahrschauer Paktes eine Bedrohung heute wohl eher die von Terrorristen. Vor allem aber: wir wissen alle ganz genau, dass man nicht alles sich ausdenken kann was passieren kann. Selbst wenn, m&uuml;ssen die dort angegebenen Vorgehensweisen nicht unbedingt die richtige sein, da diese ja den Einzelfall nicht ber&uuml;cksichtigt und selbst wenn &#8211; h&auml;lt sich das Personal daran. Vor allem: Ist es im Ernstfall wirklich so, dass die Technik sich selbst abschaltet oder gibt es nicht Situationen in denen sie versagen kann?<\/p>\n<p>Die Vorf&auml;lle bei Kr&uuml;mel und Brokdorf lassen Zweifel aufkommen, dass &uuml;berhaupt das Personal so fachlich qualifiziert ist wie es eine Anlage dieser Art n&ouml;tig macht. Wir haben bei uns eine sehr komische Konstellation: W&auml;hrend sie beim T&Uuml;V beweisen m&uuml;ssen, das ihr Auto keinerlei Fehler hat muss man um ein Atomkraftwerk abschalten zu k&ouml;nnen dem Betreiber nachweisen, das er einen Fehler gemacht hat &#8211; Eine Umdrehung der Beweislast!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Und trotzdem gibt es (wenn auch nun nicht mehr so laut) immer wieder Stimmen, die nicht nur f&uuml;r einen l&auml;ngeren Betrieb der deutschen Atomkraftwerke sind, sondern sogar f&uuml;r einen Neubau um die Ziele des Kyoto Protokolls einzuhalten. Nun es gab bislang zwei wirklich gro&szlig;e Unf&auml;lle: 1979 in Free Miles Island (Harrisburg) in den USA, als der Reaktorkern so &uuml;berhitzte, das er so viel Gas aus dem K&uuml;hlwasser entwickelte, dass der Druckbeh&auml;lter kurz vor der Explosion stand und Tschernobyl 1986 wo das bei einer anderen Kraftwerkstechnologie ohne Druckbeh&auml;lter passierte. Beim letzten wurde eine 30 km breite Zone bis heute als Sperrzone eingerichtet, in ihr d&uuml;rfen sich nur Arbeiter des Kraftwerks (das mit den anderen Bl&ouml;cken nach wie vor betrieben wird) aufhalten und in einer 60 km breiten Zone wohnen nur wenige Leute, der gr&ouml;&szlig;te teil ist ger&auml;umt.<\/p>\n<p>Die folgen waren bis zu uns sp&uuml;rbar: Salat und Gem&uuml;se wurde untergepfl&uuml;gt und radioaktive Molke von der milch wurde durch die Republik kutschiert bis sie irgendwo verschwand (wahrscheinlich in die dritte Welt exportiert). In Schweden und Norwegen wo mehr runter kam konnte man viel l&auml;nger kein Renntierfleisch und Pilze mehr essen als bei uns.<\/p>\n<p>Ein Unfall oder besser gesagt der GAU (gr&ouml;&szlig;ter anzunehmender Unfall &#8211; was ist eigentlich mit den Unf&auml;llen zu denen die Fantasie nicht gereicht hat?) mag zwar sehr unwahrscheinlich sein, aber die Folgen sind eben dramatisch. Wo bitte in Deutschland kann man es sich leisten einen Kreis von 30 km Radius zu evakuieren?<\/p>\n<p>Nun ja ich weis wo&#8230;. Und hier mein Ketzerischer vorschlag an alle Kernkraftbef&uuml;rworter: Wir bauen neue Kernkraftwerke und decken damit den gesamten Strombedarf, beziehungsweise die Grundlast. Am besten baut man sie da wo sie niemanden st&ouml;ren: Also im Ausland. Frankreich hat ja da eine andere Einstellung. Man kann sie entlang des Rheins, 30 km von der Grenze entfernt bauen und damit sogar die franz&ouml;sische Wirtschaft dort ankurbeln. Auch ein paar Atomkraftwerke in Polen w&auml;ren nicht schlecht, dann w&auml;ren die Versorgungsleitungen nach Berlin und Ostdeutschland nicht so lang. Was sie meinen das w&auml;re unfair? aber ich bitte sie, die sind doch so sicher, es kommt ja nie zu einem Unfall <img decoding=\"async\" src=\"..\/emoticons\/icon_smile.gif\" alt=\"\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/d\/d0\/Helgoland_Vogelperspektive_sx.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"340\" \/>Alternativ k&ouml;nnte man sie geballt in einer Region unterbringen die sowieso schon fast leer ist: Mecklenburg Vorpommern an der Oder und der Ostsee um gen&uuml;gen K&uuml;hlwasser zu haben. Vorsorglich sollte man um sich gegen eventuelle Anspr&uuml;che nach einem Gau abzusichern einfach die Region in 30 km Umkreis evakuieren. Daher auch mein Vorschlag die an die Ostsee zu legen &#8211; dieses enorme Reservoir an K&uuml;hlfl&uuml;ssigkeit erlaubt es die Atomkraftwerke &ouml;rtlich nah zu platzieren und so auf einigen Kilometern alle Meile unterzubringen. Das evakuierte Gebiet k&ouml;nnte dann die Bundeswehr als Truppen&uuml;bungsplatz benutzen (oder f&uuml;r Tieffl&uuml;ge die sonst kaum m&ouml;glich sind) und dabei gleichzeitig die Atomkraftwerke besch&uuml;tzen. alternativ w&auml;re es auch ein sch&ouml;nes Naturschutzgebiet. Wollte man nicht schon immer bei uns W&ouml;lfe ansiedeln &#8211; Da h&auml;tten wir den Platz daf&uuml;r.<\/p>\n<p>Bin ich ketzerisch oder Zynisch? Nein &#8211; ich denke nur eine Risikoabw&auml;gung z&uuml;nde. Hier die offiziellen Zahlen: Nach der Studie?&#8220;Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke &#8211; Phase B&#8220; von der Gesellschaft f&uuml;r Reaktorsicherheit kommt es in einem deutschen Atomkraftwerk bei einer Betriebszeit von rund 40 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,1 Prozent zum Super-GAU. Das sind also reale Zahlen einer Risikobewertung einer unabh&auml;ngigen Vereinigung mit Fachkenntnissen. Deutschland hat 17 Reaktoren in Betrieb. Das Risiko liegt also bei 1.7 % in 40 Jahren (realistischer weise muss man die Reaktoren in en Grenzregionen der Nachbarl&auml;nder vor allem von Frankreich am Rhein hinzuz&auml;hlen und kommt so auf ein noch h&ouml;heres Risiko) und das ist nicht von der Hand zu weisen. Eine Eintrittswahrscheinlichkeit von 1.7 % bedeutet immerhin die Chance steht 1:60 und welches wirtschaftlichen Schaden h&auml;tte man dann wenn man mitten in Deutschland einen Kreis mit 60 km Durchmesser r&auml;umen m&uuml;sste und in einem Kreis von 120 km Durchmesser nur eingeschr&auml;nkt leben kann?<\/p>\n<p>Wenn ich noch mehr dar&uuml;ber nachdenke dann lohnt es sich ja fast noch eher Helgoland mit einigen Milliarden zur Reaktorinseln auszubauen und dort alle neuen Reaktoren unterzubringen. Ewa 30 vom Typ Neckarwestheim br&auml;uchte man um 100 % des ben&ouml;tigten Stroms aus Kernkraftwerken zu decken. Helgoland ist 43 km von der n&auml;chsten Insel und 70 km vom Festland entfernt. Das ist ausreichend sicher f&uuml;r einen GAU Wenn man die beiden Inseln die derzeit aus einer 1 km? Insel und einer 0.7 km gro&szlig;en D&uuml;ne besteht verbinden w&uuml;rde k&ouml;nnet man spielend eine etwa 3 km? gro&szlig;e Insel schaffen mit einem Umfang von etwa 6-7 km. Alle 200 m ein Atomkraftwerk &#8211; das w&auml;re machbar. Dann w&auml;ren doch alle zufrieden. Wir h&auml;tten Atomstrom. Die Atomlobby k&ouml;nnte wieder neue Kraftwerke bauen und die angeblich so fortgeschrittene deutsche Technologie dann ins Ausland verkaufen, die CDU bekommt ihre Klimaziele hin ohne wirklich was f&uuml;r den Klimaschutz tun zu m&uuml;ssen. Die SPD k&ouml;nnte unter diesen Umst&auml;nden ihren Atomausstieg &uuml;berdenken, denn die Risikobewertung w&auml;re eine andere. Die FDP w&uuml;rde sich &uuml;ber die Ankurbelung der Wirtschaft freuen. Nur die Gr&uuml;nen und die 1472 Einwohner von Helgoland w&uuml;rden mosern&#8230; Aber man kann es ja auch nicht jedem recht machen&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sah vor einigen Tagen einen Beitrag &uuml;ber die &Uuml;bungen die das Personal in der Leitwarte eines Atomkraftwerkes regelm&auml;&szlig;ig in einem Simulator abhalten muss. In Essen sind die Leitst&auml;nde von allen 12 deutschen Kernkraftwerken nachgebaut (allen deswegen, weil keines dem anderen gleicht &#8211; tolles Vorbild f&uuml;r saubere Planung9. 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