{"id":8650,"date":"2013-10-14T00:51:49","date_gmt":"2013-10-13T22:51:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=8650"},"modified":"2013-10-13T12:56:21","modified_gmt":"2013-10-13T10:56:21","slug":"in-memoriam-scott-carpenter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2013\/10\/14\/in-memoriam-scott-carpenter\/","title":{"rendered":"In Memoriam Scott Carpenter"},"content":{"rendered":"<p>Am 10. Oktober starb Scott Carpenter im Alter von 88 Jahren. Scott Carpenter war der zweite IS-Amerikaner im Orbit. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es erst drei bemannte Raumfl&uuml;ge durch die USA, keiner war lang. Al Shepard hatte einen ersten H&uuml;pfer in einer suborbitalen Bahn (so was wird heute als Weltrautrourismus f&uuml;r 200.000 Dollar angeboten) die Kapsel erprobt, bei der aber noch nicht alle Systeme einsatzbereit waren. Ihm folgte Gus Grisson mit der Kapsel in Orbitalkonfiguration, bei dem sich die T&uuml;r vorzeitig nach der Landung &ouml;ffnete &#8211; die Kapsel versank und Grissom, bei dem ein Ventil im Anzug offen war, sodass Wasser eindrang w&auml;re fast ertrunken, weil der Pilot de Helikopters die Kapsel f&uuml;r wichtiger hielt und sie erst abtrennte als sie durch das eingedrungene Wasser zu schwer wurde.<!--more--><\/p>\n<p>John Glenns Fliug war auch nicht problemlos gewesen. Bei ihm zeigte im Kontrollzentrum ein Schalter an, dass sich der Hitzeschutzschild gel&ouml;st hatte, was wenn dies der Fall ist, die Kapsel beim Wiedereintritt h&auml;tte vergl&uuml;hen lassen. Das Kontrollzentrum versuchte vergeblich von Glenn den Status zu erfragen, ohne ihn zu beunruhigen. So wurden die Retroraketen an der Kapsel gelassen die den Hitzeschutzschild fixieren sollten bis ihn der aerodynamische Widerstand in Position h&auml;lt. Es stellte sich sp&auml;ter als ein defekter Sensor heraus.<\/p>\n<p>Glenn war 3 Erdumkreisungen, knapp 5 Stunden im Orbit gewesen. Carpenters Mission sollte nicht l&auml;nger dauernd, war aber anders als Glenns vollgestopft mit wissenschaftlichen Beobachtungen, unter anderem sollte er einen Ballon im Orbit absetzen und dessen Bewegung beobachten. Urspr&uuml;nglich sollte Deke Slayton diese Mission fliegen, doch bei ihm wurde eine Herzst&ouml;rung diagnostiziert und um kein Risiko einzugehen wurde ihm der Flugstatus entzogen.<\/p>\n<p>Wie die Mission zu bewerten ist, dar&uuml;ber gibt es zwei unterschiedliche Meinungen. Objektiv war es so, dass Carpenter w&auml;hrend des ersten Umlaufs zu viel Treibstoff verbrauchte. Er aktivierte mehrmals das manuelle Kontrollsystem das Treibstoff verbrauchte ohne das es daf&uuml;r Gr&uuml;nde gab. Er besch&auml;ftigte sich mit den wissenschaftlichen Experimenten, so dem Ph&auml;nomen der &#8222;Gl&uuml;hw&uuml;rmchen&#8220;, leuchtende Partikel die John Glenn auf der Nachtseite beobachtete und die das Raumschiff umgaben. Die daf&uuml;r notwendigen Bewegungen des Raumschiffs erforderten weiteren Treibstoff. W&auml;hrend des zweiten Umlaufssollte er den Ballon freisetzen, doch es hatte sich die Leine um die Nase gewunden. Anstatt nun dies zu belassen bewegte er die Kapsel um ihn frei zubekommen. Dabei hatte er schon nach dem ersten Umlauf eine Warnung wegen des Treibstoffs bekommen. Nun verbrauchte er weiteren Treibstoff. Hinzu kam dass ein Horizont Sensor versagte und damit die Ausrichtung der Kapsel durch das automatische System nicht korrekt war. Kabinentemperatur und Anzugtemperatur waren auch zu hoch, allerdings weniger hoch als nach den zum Boden &uuml;bermittelten falschen Signalen, die eine Hauttemperatur von 38,9 Grad anzeigten.<\/p>\n<p>Den dritten Orbit verbachte er im Drift um Treibstoff zu sparen, als der Wiedereintritt anstand gab es weitere Probleme. Die Kapsel war durch den defekten Horizontsensor falsch ausgerichtet,. Carpenter musste nachkorrigieren. Schlie&szlig;lich z&uuml;ndeten die Retrotriebwerke nicht automatisch. Carpenter aktivierte sie manuell, was jedoch auch Zeit kostete. Die Kombination beider Faktoren f&uuml;hrte dazu dass er 400 km vom geplanten Landepunkt (wo sich die Bergungsflotte befand) niederging und erst nach Stunden geborgen werden konnte.<\/p>\n<p>&Uuml;ber die Einstufung der Leistung Carpenters gibt es verschiedene Beurteilungen. Carpenter selbst sah sie Experimente als wichtig an und er h&auml;tte sie nur durchgef&uuml;hrt. Er konnte auch kl&auml;ren das es sich bei den Gl&uuml;hw&uuml;rmchen um Teile an der Au&szlig;enseite des Raumschaffes handelte, wenn wenn er gegen die Wand boxte, erschienen sie. Dass der Treibstoffverbrauch so hoch gewesen sei, (ohne Treibstoff w&auml;re die Kapsel nicht in die korrekte Ausrichtung f&uuml;r den Wiedereintritt zu bringen gewesen, was mit Sicherheit sie beim Wiedereintritt besch&auml;digt h&auml;tte) l&auml;ge nicht nur an ihm sondern auch am defekten Sensor. Dagegen h&auml;lt Chris Kraft, der die Mission leitete, Carpenter f&uuml;r den Schuldigen. Er w&auml;re schon beim Training aufgefallen als er bei CapCom Simulationen Schalter in zuf&auml;lliger Reihenfolge ohne Verstand bet&auml;tigte. Er wurde damals durch Deke Slayton ersetzt. zudem h&auml;tte er die Anweisungen Treibstoff zu sparen. die es schon am Ende des ersten Umlaufs gab. missachtet. Noch w&auml;hrend der Mission sagte Kraft, das Carpenter nie wieder fliegen w&uuml;rde.<\/p>\n<p>Selbst Deke Slayton konnte in seinen Memoiren Kritik nicht zur&uuml;ckhalten. Unterschwellig h&ouml;rt man heraus, dass Carpenter sich zu sehr den Experimenten widmete, w&auml;hrend man eigentlich noch das Flugsystem qualifizieren sollte. Da kja auch Glenns Flug nicht ohne Probleme war. Das w&auml;re oberste Priorit&auml;t gewesen.<\/p>\n<p>Wally Schirra schaffte beim n&auml;chsten Flug die doppelte Dauer mit einem Bruchteil des Treibstoffverbrauchs von Carpenters, das hatte er sich auch vorgenommen. Eines ist sicher: Carpenter war zusammen mit Glen der einzige Mercury Astronaut der das Astroanautenchor schnell verlie&szlig;. Glenn nutzte seine Popularit&auml;t als erster Amerikaner im All. um sich um ein politisches Amt zu bewerben, das er auch bekam und in dem er Jahrzehnte sp&auml;ter durchdr&uuml;cken konnte das er 35 Jahre nach seinem ersten Raumflug nochmals ins All starten konnte. Carpenter wurde dagegen in das Sealab, eine Unterwasserstation abgeschoben. Selbst Deke Slayton, dem die &Auml;rzte den Flugstatus entzogen, blieb bei der NASA und wurde Leiter des Astronautenchors und der Astronautenausbildung,<\/p>\n<p>Scott Carpenter starb am 10. Oktober an den Folgen eines Herzinfarktes. John Glenn ist damit der letzte noch lebende Mercury-Astronaut.<!--VG WORT Beginn--><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/7d778ce670834b10a5f92b39842f1393\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><br \/>\n<!--CRC: 208dc9da01934491a99b3e75868774de; --><br \/>\n<!--VG WORT Ende--><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 10. Oktober starb Scott Carpenter im Alter von 88 Jahren. Scott Carpenter war der zweite IS-Amerikaner im Orbit. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es erst drei bemannte Raumfl&uuml;ge durch die USA, keiner war lang. 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