{"id":8683,"date":"2013-10-23T00:16:23","date_gmt":"2013-10-22T22:16:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=8683"},"modified":"2013-10-23T01:17:07","modified_gmt":"2013-10-22T23:17:07","slug":"wie-viel-microcontroller-brauche-ich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2013\/10\/23\/wie-viel-microcontroller-brauche-ich\/","title":{"rendered":"Wie viel Microcontroller brauche ich?"},"content":{"rendered":"<p>Ich muss sagen, Microcontroller waren bisher nicht auf meinem Schirm. Sie sind f&uuml;r Programmierer irgendwie unsexy und sie machen ohne Hardware, die sie kontrollieren k&ouml;nnen auch wenig Sinn. Mit einem Artikel &uuml;ber &#8222;Hardware-Hacking&#8220; wurde ich auf das Thema vor einiger Zeit gesto&szlig;en und weil viele digitale Me&szlig;geber heute billig sind, genauso wie direkt abfragebare Chip-Kameras, GPS Sensoren oder Bewegungssensoren gibt es etliches, was man heute auch las Privatperson mit einem Microcontroller anstellen kann.<\/p>\n<p>Ich hatte mich als n&uuml;tzliches Projekt f&uuml;r eine <a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2013\/07\/22\/ich-brauche-ein-neues-projekt-das-noch-offene-ratsel\/comment-page-1\/\">Wetterstation<\/a> entschieden. Das ist programmtechnisch was relativ einfaches: in regelm&auml;&szlig;igen Abst&auml;nden Sensoren abfragen. Die Daten speichern und auf einen Reset warten der signalisiert das man sie abgeholt hat und man von neuem anfangen kann, eventuell noch erg&auml;nzt um Routinen f&uuml;rs &Uuml;bertragen.<!--more--><\/p>\n<p>Meine Wetterstation sollte die Daten jede Minute aufzeichnen. Von den Sensoren bin ich inzwischen vom Drucksensor abgekommen und denke eher an Feuchtigkeit, Temperatur und Licht. Daf&uuml;r gibt es auch preiswerte Sensoren, w&auml;hrend die meisten Drucksensoren eher zur Gewichtsbestimmung als zur Bestimmung des Luftdrucks gedacht sind.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/10039a7597a843ac8fc13a182eedaf87\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n<p>Nun soll aber meine Wetterstation auf dem Balkon sein, das hei&szlig;t der Controller ist nicht direkt an den Computer angeschlossen. Das bedeutet: der Microcontroller muss die Daten zwischenspeichern k&ouml;nnen und es muss eine bequemer &Uuml;bertragungsm&ouml;glichkeit geben. Entweder WLAN oder ein Speichermedium. Da ich auch mal in Urlaub fahre, sollten die Daten auch zwei Wochen vorgehalten werden. Daraus kann man leicht folgende Rechnung anstellen: 1440 Minuten x 14 Tage x 3 Sensoren x 2 Bytes pro Wert = 120 kByte Speicher ben&ouml;tigt.<\/p>\n<p>Das knockte die meisten der Arduino Plattformen aus. Wenn ein Sensor nur 8-Bit Werte liefert oder man z. B. drei 12 Bit Werte zusammen packt w&uuml;rde ein Arduino Due ausreichen. Ich habe mich dann an einen ct&#8216; Artikel erinnert dort wurde ein um einen Microcontroller herum entwickelter Retro-Heimcomputer erw&auml;hnt. Der <a href=\"http:\/\/www.circuitgizmos.com\/products\/cgcolormax2\/cgcolormax2.shtml\">Color Maximite<\/a> hat ARduino kompatible Anschl&uuml;sse aber auch 128 kbyte Speicher, er kann einen Monitor ansteuern, ein Keyboard kann angeschlossen werden, es gibt eine Echtzeituhr und einen SD-Slot. das hei&szlig;t er erf&uuml;llt von der Hardware her die Anforderungen.<\/p>\n<p>Er setzt den PIC32 Microcontroller ein, der hat einen MIPS M4K-Kern und l&auml;uft mit 80 MHz, was selbst einen BASIC Interpreter rund 30-mal schneller als ein C64 laufen l&auml;sst. Ich bin ja noch mit 8 Bit Rechnern gro&szlig; geworden und habe die auch in Assembler programmiert und irgendwie sehe ich das f&uuml;r diese Aufgabe als &#8222;Verschwendung&#8220; an. Im Prinzip brauche ich die Rechenleistung nicht, von der Rechenleistung w&uuml;rde ein ATMega, ein 8 Bit Prozessor wie er in den meisten Arduinos steckt vollkommen ausreichen. Doch der kleine Speicher von 2-8 Kbyte schlie&szlig;t diese aus, und wenn man einen Massenspeicher wie einen SD-Kartenanschluss anschlie&szlig;t ist man im Preis auch gleich bei dem Color Maximite.<\/p>\n<p>Ich habe das nach hinten geschoben, weil ich gerade noch so viel zu tun habe, (das habe ich eigentlich immer). Doch dann kam die Meldung, dass nun Intel auch ein Arduino-kompatibles Entwicklungsbaord namens <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/ct\/artikel\/Der-Neue-in-der-Klasse-1980629.html\">Galileo<\/a> herausbringt. Es basiert auf dem Quarks X1000 SOC. Der Name wird keinem was sagen, doch es ist ein alter Bekannter: Ein 486DX Kern mit 16 kbyte Cache. er versteht aber den Pentium Befehlssatz. Er ist mit 400 MHz getaktet und anhand der ver&ouml;ffentlichten Daten kann man ableiten das er in etwa so schnell wie ein 150 MHz Pentium ist. Dazu kommen 512 Kbyte OnBoard RAM und 8 MByte Flash-RAM. Auf dem Board dann noch 256 MByte RAM. Das ist dann nochmals eine Stufe h&ouml;her. Die Rechenleistung h&auml;ngt alle anderen Arduinos ab, aber die Abfrage der Pins verl&auml;uft langsamer selbst als bei den 8-Bit ATMegas. Ich habe mir in Gedanken &uuml;berlegt wof&uuml;r man so viel Rechenleistung braucht, kombiniert mit der Langsamkeit bei I\/O Operationen. Vielleicht f&uuml;r eine &Uuml;berwachungskamera, die R&auml;ume &uuml;berwacht und nur Aufnahmen mit Bewegungen speichert, sich aber nicht von wechselnden Lichtverh&auml;ltnissen irref&uuml;hren l&auml;sst. Da m&uuml;sste man einige Megapixel verarbeiten. Doch auch hier k&ouml;nnte man das Problem einfacher l&ouml;sen wenn man einen Bewegungsmelder zus&auml;tzlich anschlie&szlig;t.<\/p>\n<p>Boch eine stufe h&ouml;her ist ein <a href=\"http:\/\/www.raspberrypi.org\/\">Raspberry Pi <\/a>mit einem ARM Prozessor mit 700 MHz und bis zu 512 MByte RAM, doch er ist nicht direkt ein Microcontroller, auch wenn es Erweiterungen daf&uuml;r gibt, sondern mehr ein Mini-PC.<\/p>\n<p>Der klassische Microcontroller verarbeitet die Daten einiger Sensoren und steuert einige Aktoren. Er kommt daher mit wenig RAM aus. Weder ist das Verarbeiten gro&szlig;er Daten, noch das Speichern eine Dom&auml;ne von Microcontroller. Daher sitzen RAM und FLAH-ROM meist auf dem Chip. Das ist zum einen eine Herausforderung f&uuml;r die Fertigung, es ist aber auch der Grund warum es so wenig RAM ist. Es wird als SRAM ausgelegt. Da braucht man pro Bit sechs Transistoren, was bei einem Kbyte Speicher schon 49152 Transistoren sind &#8211; bei rund 5000 bis 7000 Transistoren, die ein 8 Bit CPU Kern hat, eine durchaus nicht vernachl&auml;ssigbare Gr&ouml;&szlig;e.<\/p>\n<p>Die L&ouml;sung w&auml;re es die Kits mit externem RAM und externem Flash ROM auszuliefern. Beides ist heute billig zu haben. Ein Speicherchip hat heute rund 64 MByte Gr&ouml;&szlig;e und kostet unter 2 Euro, Gro&szlig;e Flash Speicher f&uuml;r SSD haben heute 4 und 8 GB Kapazit&auml;t, aber es gibt auch kleinere ab 1 MB Gr&ouml;&szlig;e. Bei den ATMega scheint externes RAM aber nicht vorgesehen zu sein, anders als beim Intel X1000. Dasselbe gilt f&uuml;r den PIC32. Die Architekturen sind geschlossen, nicht auf externes RAM und ROM ausgelegt.<\/p>\n<p>So k&ouml;nnte f&uuml;r Hardware-Hacking die eigentlich &uuml;berdimensionieren ARM und 486DX Prozessoren doch die besseren L&ouml;sungen sein, zumindest wenn eine Anwendung mal mehr als 100 KByte Speicher braucht. Ich bin ja mal gespannt ob jemand um den Rechner von Intel herum auch so was wie einen Raspberry Pi baut &#8211; Mit der Leistung eines 150 MHz Pentium 256 MByte RAM und einem SD-Kartenanschluss f&uuml;r das Betriebssystem k&ouml;nnte man ohne Probleme ein &auml;lteres Windows (Windows 98)&nbsp; oder Linux drauf laufen lassen. Das w&auml;re dann ein neuer Mini-PC oder Thin Client. So was k&ouml;nnte ich mir auch zulegen f&uuml;rs Surfen in den Werbepausen (an den Fernseher angeschlossen). Ein Notebook ist mir daf&uuml;r zu umst&auml;ndlich und teuer. Eigentlich schriet das System nach einer solchen Nutzung.<\/p>\n<p>Noch ein Blick zur Raumfahrt. Die 80 bzw. 84 MHz 32-Bit Microcontroller in einem Arduiono Duo oder Color Maximite sind leistungsf&auml;higer als der ERC-32, dem derzeitigen Stahdardrechner in europ&auml;ischen Raumfahrtprojekten und die Quark SOC bzw. der ARM im Rapberry Pi d&uuml;rften den weltweit schnellsten Prozessor RAD 750 in der Leistung weit &uuml;bertreffen. Der verarbeitet immerhin die Bilder des hochaufl&ouml;senden Satelliten Wourldview in Echtzeit &#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich muss sagen, Microcontroller waren bisher nicht auf meinem Schirm. Sie sind f&uuml;r Programmierer irgendwie unsexy und sie machen ohne Hardware, die sie kontrollieren k&ouml;nnen auch wenig Sinn. 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