{"id":8966,"date":"2013-12-01T00:00:47","date_gmt":"2013-11-30T23:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=8966"},"modified":"2013-11-24T13:34:37","modified_gmt":"2013-11-24T12:34:37","slug":"berufe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2013\/12\/01\/berufe\/","title":{"rendered":"Berufe"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">und die Frage ihrer gerechten Bezahlung. Vor kurzem war es Gegenstand eines Tests in der Schule, die Meinung des &Ouml;konoms Friedrich Heyeks zum Thema Soziale Gerechtigkeit und Umverteilung zu bewerten, die uns als Interview vorlag. Zusammengefasst lautete sie folgenderma&szlig;en: Soziale Umverteilung f&uuml;hrt nicht zu mehr Gerechtigkeit, da jeder am (Arbeits)Markt seine Arbeitskraft anbieten kann und den Lohn erh&auml;lt, der seinem Beitrag zum Volkseinkommen entspricht. Jede staatliche Intervention w&uuml;rde diesen Prozess nur verzerren. \u00a0Ich finde diese Ansicht ziemlich zweifelhaft, aber dazu sp&auml;ter. Mich regte dieser Test jedenfalls dazu an, sich &uuml;ber das Thema der gerechten Verteilung des Wohlstands und damit einhergehend die gerechte Bezahlung von Arbeit Gedanken zu machen.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Lohnverteilung k&ouml;nnte zum Einen nach der geleisteten Arbeitszeit erfolgen. Wenn man nach dem Grundsatz &#8222;Alle Menschen sind gleich, somit muss auch die Arbeit gleich bezahlt werden&#8220; herangeht, so ist dieser Ansatz gerechtfertigt. Nicht mit einbezogen wird allerdings der Aufwand zur Vorbereitung des Berufs, das hei&szlig;t die Ausbildungszeit. Somit w&uuml;rden, auf die gesamte Lebenszeit gesehen, Berufe mit langer Lehrzeit eine schlechtere Gesamteinkunft verursachen. Somit k&ouml;nnten sich f&uuml;r genau diese Berufe zu wenig Menschen entscheiden, selbst wenn sie dazu die F&auml;higkeit h&auml;tten. Zudem k&ouml;nnten sich dadurch zu viele Leute f&uuml;r weder geistig noch k&ouml;rperlich anstrengende oder riskante Berufe entscheiden, was wiederum zu teilweisem Arbeitskr&auml;ftemangel oder &Uuml;berschuss f&uuml;hren w&uuml;rde. F&uuml;r beide Probleme mag es durch leichte Abwandlungen L&ouml;sungen geben (es bekommt dann eben nicht mehr jeder den gleichen Lohn, der von den Kriterien Anstrengung und Gef&auml;hrlichkeit des Berufs abh&auml;ngig ist), aber diese sind dann mit einem enormen Verwaltungsaufwand verbunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diesem Ansatz geradezu entgegengerichtet ist nun Heyeks Idee einer gerechten Verteilung, die wie eingangs erw&auml;hnt &uuml;ber den freien Markt erfolgt. Damit die so erfolgende Verteilung wirklich gerecht ist, muss der omin&ouml;se Markt ann&auml;hernd perfekt funktionieren. Damit das gew&auml;hrleistet ist, m&uuml;ssten f&uuml;r jeden Bewerber f&uuml;r eine Stelle dem Unternehmen komplette Informationen &uuml;ber die zuk&uuml;nftige Leistung vorliegen. Wie aber soll ein Unternehmen (oder auch der Staat) in die Zukunft blicken und dann auch noch die tats&auml;chliche Leistung jedes einzelnen Menschen herausdestillieren? Im perfekten Markt d&uuml;rften au&szlig;erdem kein Seilschaften existieren, die nach dem Prinzip &#8222;Eine Hand w&auml;scht die andere&#8220; \u00a0zu einer Verzerrung der Entlohnung f&uuml;hren. Weiterhin gibt es Berufe, die f&uuml;r den Fortbestand und das Wachstum des Wohlstandes unabdingbar sind, die f&uuml;r die Gesellschaft aber nichts wirklich neues schaffen. Ein Beispiel w&auml;ren &Auml;rzte: Sie retten Leben, und erm&ouml;glichen der jeweiligen Person, weiterhin produktiv t&auml;tig zu sein. Wie ist nun ihre Leistung zu bewerten? Sollten sie eher schlecht bezahlt werden, da sie ja nichts produzieren oder eine unterhaltende Dienstleistung erbringen, oder sollte man sie nicht an der zuk&uuml;nftigen Wertsch&ouml;pfung der geretteten Personen beteiligen, was einen enormes Gehalt verursachen w&uuml;rde? Ich denke nicht, dass ein komplett unregulierter Markt auf solche Fragen sinnvolle Antworten liefern k&ouml;nnte. In den angloamerikanischen L&auml;ndern sollen in den vergangenen Jahren, besser Jahrzehnten gro&szlig;e Deregulierungsma&szlig;nahmen durchgef&uuml;hrt worden sein. Ob und in welchem Ma&szlig;e dem so ist, kann ich nicht wirklich beurteilen. Zum einen habe ich zu Beginn des politischen Kurses noch lange nicht gelebt, zum anderen habe ich alles Wissen nur aus Zeitungen und verst&auml;ndlicherweise nicht durch Studium irgendwelcher Gesetzestexte oder wissenschaftlicher Aufs&auml;tze zu diesem Thema. Nehmen wir aber an, das es diese Deregulierung der Finanzm&auml;rkte wirklich in sehr gro&szlig;em Ma&szlig;e gab, und f&uuml;hren wir die Geschehnisse danach auf diesen Prozess zur&uuml;ck. In diesem Fall entstand so nicht nur eine Finanzkrise, sondern auch ein Kreis von Menschen, die f&uuml;r unglaubliche Summen Geld den ganzen Tag Betr&auml;ge &uuml;ber die ganze Welt verschieben. Das ist sicher sehr vereinfacht dargestellt, und an dieser T&auml;tigkeit wird vielleicht sogar das eine oder andere sinnvoll sein, aber es stellt sich wirklich die Frage, ob ein Investmentbanker oder Fondsmanager im Jahr wirklich f&uuml;nf Millionen Euro + x verdient hat, beziehungsweise ob er zum realen Volkswohlstand soviel beitr&auml;gt. Wohlgemerkt kam diese Verteilung durch einen unregulierten Markt zustande, auf dem sich die Banken global die besten, mitunter vielleicht auch zerst&ouml;rerischsten Mitarbeiter &#8222;einkaufen&#8220; k&ouml;nnen. Gerade dieses Beispiel zeigt eine Schw&auml;che der Heyek-Denkweise auf, denn wie soll wertvolle Arbeit allgemeing&uuml;ltig bewertet werden? \u00a0Ich denke, diese Frage sollte man nicht allein einem Markt &uuml;berlassen, sondern einer Regierung, die das Wohlergehen aller Menschen im Blick hat. Eine soziale Marktwirtschaft, die vom auf dem Arbeitsmarkt h&ouml;herbewerteten Menschen nimmt und weniger hoch bewerteten gibt, ist in meinen Augen f&uuml;r das Problem vielleicht keine perfekte L&ouml;sung (kann es die &uuml;berhaupt geben?), aber eine ganz brauchbare.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>und die Frage ihrer gerechten Bezahlung. Vor kurzem war es Gegenstand eines Tests in der Schule, die Meinung des &Ouml;konoms Friedrich Heyeks zum Thema Soziale Gerechtigkeit und Umverteilung zu bewerten, die uns als Interview vorlag. 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