{"id":90,"date":"2008-01-11T13:17:24","date_gmt":"2008-01-11T12:17:24","guid":{"rendered":"http:\/\/bernd-leitenberger.de\/blog\/2008\/01\/11\/bevolkerungswachstum\/"},"modified":"2008-01-11T13:17:24","modified_gmt":"2008-01-11T12:17:24","slug":"bevolkerungswachstum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2008\/01\/11\/bevolkerungswachstum\/","title":{"rendered":"Bev&ouml;lkerungswachstum"},"content":{"rendered":"<p>  <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/2\/27\/Population_growth_rate_world.PNG\"   width=\"50%\" height=\"50%\" style=\"float: left\"\/><\/p>\n<p>Wie &quot;Der K.&quot; andeutete, und auch ich schon mal erw&auml;hnt   habe, liegt in dem Bev&ouml;lkerungswachstum auf der Erde das Grundproblem. Die landwirtschaftlich   nutzbare Fl&auml;che ist nicht unendlich vermehrbar, heute schon macht der Mensch an &quot;Biomasse&quot; mehr   aus als die meisten S&auml;ugetierarten zusammen wiegen. Vor allem wollen wahrscheinlich alle Menschen   mal den Lebensstandard erreichen, den wir heute in den Industriel&auml;ndern haben, und was dies f&uuml;r   Klima, Rohstoffverbrauch und Nahrungsversorgung bedeutet kann man sich ausmahlen.<\/p>\n<p>Ein paar Zahlen: Die Weltbev&ouml;lkerung betrug 2006 gesch&auml;tzte 6060 Millionen, bei einem ebenfalls   gesch&auml;tzten Wachstum von 1.14 Prozent. Das ist sogar eine gute Nachricht &#8211; das Wachstum hat sich   abgeschw&auml;cht. Als ich noch zur Schule ging sprach man von einer Verdoppelungsrate von 35 Jahren,   nun sind es 61 Jahre. Doch besser w&auml;re eine stagnierende, oder noch besser r&uuml;ckl&auml;ufige   Weltbev&ouml;lkerung, auch wenn dies f&uuml;r alle Gesellschaften f&uuml;r einen &Uuml;bergangszeitraum durch mehr   Alte als Junge problematisch wird.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Wie kann man es angehen? China hat Erfolge mit seiner &quot;Ein-Kind Politik&quot;. Zwar wird dieses   gesetzlich indoktrinierte Gebot oft umgangen, doch das Wachstum hat sich deutlich abgeschw&auml;cht.   Der Weg ist aber nur f&uuml;r Diktaturen gangbar. Meiner Erfahrung nach ver&auml;ndert Wohlstand die   Einstellung der Menschen. Sei es weil sie dann nicht Kinder zur Sicherung ihres Lebens im Alter   brauchen, sondern selbst vorsorgen k&ouml;nnen, sei es weil Wohlstand meist auch aus einer h&ouml;heren   Bildung resultiert. Deutschland hat zum Beispiel seit 100 Jahren eine nahezu konstante   Bev&ouml;lkerung. Es waren vor dem ersten Weltkrieg 100 Millionen und heute sind es 82, wobei   Deutschland aber kleiner ist (Elsass Lothringen und die deutschen Ostgebiete z&auml;hlten 1914 noch zu   Deutschland). Das zeigt, dass es geht und einen &auml;hnlichen Trend hat man in den meisten anderen   Industriestaaten auch. <\/p>\n<p>Gleichzeitig sehen wir auch, dass in dieser Zeit Deutschland in einer Zeit des Wohlstandes lebte   und dies trotz zweier Weltkriege. Ich glaube das kann man auch auf andere Staaten &uuml;bertragen.   Schaut man sich die Staaten an wo die Bev&ouml;lkerung am schnellsten w&auml;chst, so sind diese Staaten bei   denen die Menschen am &auml;rmsten sind.<\/p>\n<p>Ich habe da so eine &quot;dumme&quot; Idee: Wie w&auml;re es, wenn die Industriestaaten anfangen   w&uuml;rden, Menschen dort direkt zu unterst&uuml;tzen, dass die Bev&ouml;lkerung abnimmt? Mal ein   Rechenbeispiel: Wenn Deutschland etwa 10 % seines Staatshaushaltes (eine durchaus entbehrliche   Summe, geringer als die Neuverschuldung in den letzten Jahren) daf&uuml;r aufwendet, so sind dies zirka   30 Milliarden Euro. Deutschland ist nur ein Industriestaat, zusammen haben alle etwa 1 Milliarde   Einwohner, die meisten davon in den beiden reichsten L&auml;ndern USA und Japan. Bei einer gleichen   Quote wie bei Deutschland m&uuml;ssten so etwa 360 Milliarden Euro jedes Jahr zusammenkommen &#8211; klingt   nach viel Geld, doch die USA haben alleine f&uuml;r den Irakkrieg 455.7 Milliarden Dollar ausgegeben.   Das Geld ist also da.<\/p>\n<p>Nun mein Vorschlag. In den L&auml;ndern mit dem h&ouml;chsten&nbsp;Bev&ouml;lkerungsanstieg bezahlt man die   Sterilisation von Frauen, sp&auml;testens nach dem ersten Kind, verbunden mit Ma&szlig;nahmen zur   Verbesserung der Lebensverh&auml;ltnisse genau der Frauen\/Familien die sich dieser Operation   unterwerfen und einem Fond aus dem im Alter dann Unterst&uuml;tzung fliest. Man kompensiert also   Kinder, die in diesen L&auml;ndern als &quot;Altersvorsorge&quot; gelten, weil sie einen sp&auml;ter versorgen sollen,   mit einem anderen System und tut etwas f&uuml;r die Leute. Nimmt man 10.000 Euro pro Frau (das ist in   Afrika, wo die meisten Staaten mit einem hohen Bev&ouml;lkerungswachstum sind, viel Geld), so kann man so   36 Millionen Frauen pro Jahr sterilisieren. Bei einem angenommenen Bev&ouml;lkerungswachstum von 2.5 %   in diesen Staaten w&uuml;rden diese normalerweise 3,7 Kinder pro Frau bekommen. (Eine Generationszeit   von 25 Jahren vorausgesetzt). Man reduziert so also die Bev&ouml;lkerung &uuml;ber 25 Jahre (eine   Generation) um 36 Millionen * 25 Jahre * 2.7 Kinder = 2430 Millionen Personen. Okay, in der   Realit&auml;t wahrscheinlich bedeutend weniger, weil nat&uuml;rlich sobald man damit anf&auml;ngt der Zuwachs   sinkt und damit 3.7 Kinder zu hoch angesetzt sind. Erreicht man aber nur 1730 Millionen in 25   Jahren (entsprechend 2.9 Kinder pro Frau) so kann man damit wenigstens ein Einfrieren der Bev&ouml;lkerung auf dem heutigen Stand erreichen.<\/p>\n<p>Ich glaube, wenn man wirklich zu direkter Hilfe &uuml;bergehen w&uuml;rde, anstatt weitgestreuter   Entwicklungshilfe, wenn die Familien w&uuml;ssten, sie haben nur ein Kind, aber dieses hat dann mehr   Chancen im Leben, weil man das Geld hat, eine gute schulische Ausbildung zu bezahlen und die   Familie raus aus der Armut kommt, dann wird   auch in den Gesellschaften dort eine Ver&auml;nderung eintreten. Klar, man verlangt daf&uuml;r etwas, einen gravierenden Eingriff ins Leben, doch es erm&ouml;glicht den Betroffenen aber auch ein anderes Leben, ein   Entkommen aus der Armut (es d&uuml;rfte unwahrscheinlich sein, dass die schon reicheren Kreise dieses   Angebot annehmen d&uuml;rften). Solange dies auch auf freiwilliger Basis geschieht, sehe ich auch kein   ethisches Problem.<\/p>\n<p>Trotzdem weis ich dass dies nicht geschehen wird. 2007 hat Deutschland die Entwicklungshilfe   um 750 Millionen Euro aufgestockt, das ist viel &#8211; 14 % &#8211; doch damit betr&auml;gt der Gesamtetat eben   auch nur etwa 5350 Millionen &#8211; Erwartet w&uuml;rde mehr als die sechsfache Summe und dies nur f&uuml;r   einen bestimmten Zweck. Aber wahrscheinlich k&ouml;nnte man so viel gr&ouml;&szlig;ere Kosten vermieden, die dann   entstehe,n wenn noch mehr hungernde Menschen versorgt werden m&uuml;ssen, oder noch mehr Menschen&nbsp;   noch mehr Rohstoffe brauchen und noch mehr Umwelt zerst&ouml;ren und das Klima noch st&auml;rker ver&auml;ndern.<\/p>\n<p>Noch eine Anmerkung zum Rest des Kommentars von &quot;der K.&quot; Nat&uuml;rlich kann man aus Kunststoffen   sehr einfach wieder Alkane und Aromaten erzeugen, daraus bestehen sie ja auch. Ein Nebeneffekt der   Besch&auml;ftigung mit dem Klimawandel und Alternativen zu Erd&ouml;l und Erdgas ist z.B. dass ich nun weis,   das der Erd&ouml;lpreis nicht ewig steigen wird. Strom kann man aus Sonne heute schon wirtschaftlich   produzieren, wenn bislang auch nur in Spaniens Halbw&uuml;ste Grenadas. Die Kohleverfl&uuml;ssigung nach   Fischer\/Tropsch, mit der die gesamte deutsche Kriegswirtschaft versorgt wurde und S&uuml;dafrika seinen   Benzinbedarf w&auml;hrend der Apartheid und des damaligen Embargos deckte, ist verf&uuml;gbar und rechnet   sich je nach Preis der Kohle, wenn Erd&ouml;l dauerhaft im Preis &uuml;ber 60-70 Dollar pro Barrel ist.   Kohle ist zwar auch nicht unbegrenzt verf&uuml;gbar, doch die Reserven sollen nach derzeitigen   Sch&auml;tzungen etwa 800 Jahre halten, w&auml;hrend Erd&ouml;l und Erdgas deutlich unter 100 Jahren liegen.   Leider werden diese &quot;Alternativen&quot; (die ja keine echten sind &#8212; man braucht mehr als 1 kg Kohle um   1 kg Kohlenwasserstoff zu bilden, so steigt der Kohlendioxidaussto&szlig; sogar noch). einen Wechseln zu   alternativen Energien eher erschweren als erleichtern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie &quot;Der K.&quot; andeutete, und auch ich schon mal erw&auml;hnt habe, liegt in dem Bev&ouml;lkerungswachstum auf der Erde das Grundproblem. Die landwirtschaftlich nutzbare Fl&auml;che ist nicht unendlich vermehrbar, heute schon macht der Mensch an &quot;Biomasse&quot; mehr aus als die meisten S&auml;ugetierarten zusammen wiegen. 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