{"id":9205,"date":"2014-01-01T00:23:16","date_gmt":"2013-12-31T23:23:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=9205"},"modified":"2013-12-30T17:26:55","modified_gmt":"2013-12-30T16:26:55","slug":"ein-ueberfluessiges-problem-und-seine-loesung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2014\/01\/01\/ein-ueberfluessiges-problem-und-seine-loesung\/","title":{"rendered":"Ein &uuml;berfl&uuml;ssiges Problem und seine L&ouml;sung"},"content":{"rendered":"<p>Auf den heutigen Artikel bin ich durch das Editional der neusten ct&#8216; gekommen. Obwohl diese noch am 30.12.2013 erscheint hat sie die Nummer 2 &#8211; es gibt eben 26 Ausgaben pro Jahr und durch Schaltjahre und weil das Jahr 365,2422 Tage hat und nicht 364 kann es ab und an soweit kommen, das eine Nummer 2 erscheint. Ein Vorschlag zur L&ouml;sung des Problems war auch die Umlaufbahn der erde zu verschieben, sodass das Jahr 364 Tage hat (genau 52 Wochen).<\/p>\n<p>Da dachte ich mir: das rechnest Du mal aus, und damit ihr auch was davon habt mache ich das im Blog. Es gibt zwei m&ouml;gliche L&ouml;sungen um die Tagesl&auml;nge anzupassen. Die eine ist es die Umlaufbahn&nbsp; der Erde zu verschieben, sodass die Erde in 364 Tagen die Sonne umrundet. Die zweite M&ouml;glichkeit ist es, die Rotation der Erde zu verlangsamen, sodass w&auml;hrend eines Jahres sie sich nur noch 364-mal dreht (wenn die Sekunde konstant bleibt h&auml;tte dann der Tag 86.694 s, also 294 s oder fast 5 Minuten mehr als heute. Man w&uuml;rde in diesem Falle einfach die Sekunde neu definieren.<!--more--><\/p>\n<p>Fangen wir mit der Verschiebung der Erdumlaufbahn an. Was ist die neue? Nun die Erdumlaufbahn ist nicht ganz kreisf&ouml;rmig. Sie hat im Mittel einen Abstand von 149.597.600 km von der Sonnenmitte. Aber dieser Abstand variiert um 2 Millionen km in beide Richtungen. Bald durchlaufen wir den sonnenn&auml;chsten Punkt, auch ein Grund warum die Winter auf der Nordhalbkugel etwas milder und die Sommer auf der S&uuml;dhalbkugel daf&uuml;r etwas hei&szlig;er als auf der anderen Halbkugel sind.<\/p>\n<p>Die mittlere Entfernung der neuen Umlaufbahn kann man nach Keplers dritten Gesetz: &#8222;Die Quadrate der Umlaufzeiten zweier Planeten verhalten sich wie die dritten Potenzen (Kuben) der gro&szlig;en Bahnhalbachsen.&#8220;. Es gilt also T\u00b3 = a\u00b2. Mit T= 31\u00b4.556.926 s und a = 149.597.600 km kann man die neue Umlaufbahn f&uuml;r 364 Tage (31.449.600 s) berechnen und kommt auf 148.835.070 km als mittleren Abstand.<\/p>\n<p>Die Energie die wir aufbringen m&uuml;ssen, ist berechenbar nach nach E=\u00bd m*v\u00b2, W&auml;hrend die Erdmasse m (5,976x10e24 kg) bekannt ist brauchen wir noch die Geschwindigkeits&auml;nderung. (1e24 bereutet eine 1 mit 24 Nullen, die Bundesverschuldung betr&auml;gt derzeit ungef&auml;hr 2,1e12) F&uuml;r eine einfache N&auml;herung gehen wir davon aus, dass die Erde vorher und nachher in einer Kreisbahn ist. Die Geschwindigkeit in einer Kreisbahn kann man leicht berechnen nach:<\/p>\n<p>v = Quadratwurzel(G*m\/r)<\/p>\n<p>Mit g = 6,6726e-11 und m = 1,989e30 kg (Sonnenmasse) und r = momentaner Abstand erh&auml;lt man in der alten Bahn ein v von 29.786,1 m\/s und in der neuen Bahn ein v von&nbsp; 29.862.2 m\/s.<\/p>\n<p>Die Differenz betr&auml;gt also nur 76,1 m\/s. Doch das muss man quadrieren und mit der Erdmasse multiplizieren und kommt dann auf 1,73xe28 kg m\u00b2\/s\u00b2. Das ist z.B. die gesamte Sonnenstrahlung die auf die Erde w&auml;hrend 3176 Jahren f&auml;llt.<\/p>\n<p>Dann gibt es noch die zweite L&ouml;sung: Wir verlangsamen die Erdrotation. Ein rotierende K&ouml;rper weist ein Massentr&auml;gheitsmoment auf. Wir nehmen zur Vereinfachung an, dass die Erde eine homogene Dichte hat. Das ist zwar eine ziemliche Vereinfachung, doch da wir keine Massen verschieben, sondern nur die Winkelgeschwindigkeit verschieben, eine zul&auml;ssige N&auml;herung weil der Fehler sowohl bei der Berechnung des aktuellen Massentr&auml;gheitsmoments wie auch des neuen auftritt, also sich herausk&uuml;rzt.<\/p>\n<p>Das Tr&auml;gheitsmoment einer homogenen Kugel ist:<\/p>\n<p>J = 2\/5 M*r\u00b2<\/p>\n<p>mit dem schon bekannten M von 5,96e24 und r = 63878000 m erh&auml;lt man J= 9,724e37 m\u00b2kg<\/p>\n<p>Die Rotationsenergie E ist nun gegeben als die Multiplikation des Massentr&auml;gheitsmomentes mit der Winkelgeschwindigkeit:<\/p>\n<p>E = \u00bd \u03c9\u00b2 * J<\/p>\n<p>Die Winkelgeschwindigkeit \u03c9 ist definiert in der Einheit rad\/s wobei 2 \u03c0 rad einer Umdrehung entsprechen. Bei der Erde erfolgt das Zur&uuml;cklegen eines Rad in 86400 s \/ 2 \u03c0 = 13751 s. (1\/13751). Wir m&uuml;ssen das &auml;ndern auf 1\/13797,8. Multipliziert man die Differenz (2,465e-6) mit dem Massentr&auml;gheitsmoment, so kommt man auf eine Energie&auml;nderung von 3,4826e27 kg m\u00b2\/s\u00b2.<\/p>\n<p>Es ist also effektiver die Erde abzubremsen als die Erde in der Bahn zu verschieben.<\/p>\n<p>Was w&auml;ren die Folgen?<\/p>\n<p>Nehmen wir mal, wir k&ouml;nnten das tats&auml;chlich durchf&uuml;hren. Was w&auml;ren die Folgen. Bei der Erde die rund 0,8 Millionen km n&auml;her an der Sonne ist, ist die Sonneneinstrahlung h&ouml;her. &Auml;ndert sich an der Albedo der Erde nichts, so w&uuml;rde nach dem Stefan-Bolzmannschen Gesetz die Oberfl&auml;chentemperatur um 1 Grad Celsius ansteigen. Das ist relativ wenig, verglichen mit dem was wir gerade als Klima Experiment an Erw&auml;rmung verursachen.<\/p>\n<p>Bei der beschleunigten Erde d&uuml;rfen wir nicht vergessen, dass die Erde nicht alleine ist. Erde und Mond bilden eine System, dessen Drehimpuls ebenfalls gesamt ist. Wird die Erde schneller, so muss der Mond n&auml;her an der Erde sein. Er war mal fr&uuml;her unterhalb des GEO-Orbits, allerdings rotierte damals auch die Erde in 6 Stunden.<\/p>\n<p>Den Drehimpuls, der im Mond steckt kann man berechnen nach:<\/p>\n<p>L = \u03c9 p<\/p>\n<p>Wobei P der Bahnimpuls ist. Das ist umformbar in:<\/p>\n<p>L = r m v<\/p>\n<p>mit r = Radius der Bahn (384.400.000 m)m v der Geschwindigkeit des Mondes (1018,5 m\/s) und m der Masse des Mondes (7,35e22 kg). Man erh&auml;lt einen Drehimpuls von 2,877e34 kg m\u00b2\/s. Dazu kommt der Drehimpuls der Erde der nach<\/p>\n<p>L = \u03c9 J berechnet werden kann mit der schon bekannten Winkelgeschwindigkeit der Erde und deren Massentr&auml;gheitsmoment. Er betr&auml;gt vor der Abbremsung 7,0714e33 kg m\u00b2\/s und danach 7,0475e33 kg m\u00b2\/s<\/p>\n<p>Wenn nun der Gesamtdrehimpuls von Erde und Mond konstant bleiben muss und die Erde einen um 3,1e30 niedriger ist, m&uuml;ssen wir dies vom Mond addieren und man erh&auml;lt als neuen Drehimpuls 2,87731e34. Die Masse des Mondes kann man rausk&uuml;rzen, doch Bahngeschwindigkeit und Abstand h&auml;ngen voneinander ab. Mit einer iterativen Berechnung kommt man drauf, das in einer neuen Distanz von 383.760 km wieder der Mond das richtige Drehmoment hat. Der Mond r&uuml;ckt also rund 640 km an die Erde heran.<\/p>\n<p>Das ist relativ wenig verglichen mit der Schwankung der Mondumlaufbahn die zwischen 363.300 und 405.500 km vom Erdmittelpunkt, hat also kaum Auswirkungen auf die Gezeiten. Da der Mond sich pro Jahr um 4 cm von der Erde entfernt hat er in 16 Millionen Jahren die Distanz wieder aufgeholt.<\/p>\n<p>Was lehrt uns das ? Man kann vergn&uuml;gliche Stunden damit zubringen v&ouml;llig verr&uuml;ckte Dinge durchzurechnen und das Physik und Mathematik als Schulf&auml;cher doch eine Existenzberechtigung haben.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/7011d82f66c64ab0b46b6fb725c4d8c8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den heutigen Artikel bin ich durch das Editional der neusten ct&#8216; gekommen. 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