{"id":9292,"date":"2014-01-21T00:50:39","date_gmt":"2014-01-20T23:50:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=9292"},"modified":"2014-01-21T01:03:15","modified_gmt":"2014-01-21T00:03:15","slug":"zeit-fuer-den-nachhaltigen-pc","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2014\/01\/21\/zeit-fuer-den-nachhaltigen-pc\/","title":{"rendered":"Zeit f&uuml;r den nachhaltigen PC"},"content":{"rendered":"<p>Es musste mal so kommen, auch wenn es mehr als 30 Jahre nach dem ersten PC erst dazu kam: Die PC-Branche ist da angekommen wo andere Branchen auch sind , bei einer nur inkrementellen Verbesserung des Produktes. Wer heute einen PC neu kauft und sich die Datenbl&auml;tter anschaut wird kaum Unterschiede zu vor vier Jahren sehen, da hatte mein aktueller PC z.B. folgende Ausstattung:<\/p>\n<ul>\n<li>Doppelkernprozessor mit 2,6 GHz<\/li>\n<li>4 GB RAM<\/li>\n<li>1 TB Festpatte<\/li>\n<li>DVD Brenner<\/li>\n<\/ul>\n<p><!--more--><br \/>\nSchaut man sich f&uuml;r den Preis (499 Euro) um, so wird man in wesentlichen nicht viel leistungsf&auml;higere Hardware bekommen. weder Prozessorgeschwindigkeit, noch Speicherdichte noch Festplattenkapazit&auml;t konnten so gesteigert werden wie in den vergangenen Jahren als sie sich alle zwei Jahre verdoppelten. Zeit w&auml;re es f&uuml;r die Branche nun auf Nachhaltigkeit zu setzen. Das macht sie derzeit nicht, vielmehr gibt es nun mehr Rechner in schicken Geh&auml;usen oder Bauformen als fr&uuml;her, z.B. um ihn hinter dem Monitor anzubringen (fr&uuml;her Unsinn, wenn der PC viel schneller veraltet ist als der Monitor) oder im Design eines HiFi Bausteins (macht auch nur Sinn, wenn er lange genutzt wird, denn seine HiFi Anlage tauscht man nicht alle 3-4 Jahre aus).<\/p>\n<p>Was sich aber nicht ge&auml;ndert hat ist das Grundkonzeption den PC billig zu bauen, und das meine ich auch so. Meine drei letzten PC haben alle nach 4-5 Jahre das zeitliche gesegnet indem es immer mehr unerkl&auml;rliche Hardwareabst&uuml;rze, Windows mit Blue Screen oder ganz eingefroren gab. In der ct stand vor einigen Jahren, Hauptgrund f&uuml;r diese ausf&auml;lle seien Elektrolytkondensatoren die man auf dem Motherboard in Masse findet um die Spannungen f&uuml;r Prozessor und Speicher aus den angelieferten 3,3 5 und 12 V abzuleiten. Man sollte das Konzept &uuml;berdenken. Entweder Festk&ouml;rperkondensatoren einsetzen oder wenn das nicht geht das Risiko senken indem man die 12 V Spannung (wird glaube ich nur noch vom Floppy ben&ouml;tigt) wegl&auml;sst und daf&uuml;r eine niedrige Spannung die der Prozessor braucht so um die 1,2 bis 1,5 V einf&uuml;hrt.<\/p>\n<p>Das zweite ist die Datensicherheit. Hier ist es sogar schlimmer geworden. eine SATA-Festplatte f&uuml;r einen PC hat eine Fehlerrate von 1 Bit pro 10<sup>14<\/sup> Bits. Das klingt toll, doch eine 4 TB Platte, die gr&ouml;&szlig;te momentan erh&auml;ltliche hat schon 3,2&#215;10<sup>13<\/sup> Bits. Wenn man den Inhalt dreimal kopiert hat (z.B. f&uuml;r ein Backup) so hat man statistisch das erste fehlerhafte Bit. Abhilfe geht &#8211; es gibt ja auch SATA Platten f&uuml;r Server mit einem fehlerhaften Bit pro 10<sup>16<\/sup> bis 10<sup>17<\/sup> &uuml;bertragenen Bits, nur kosten die eben mehr. Trotzdem hat eine Festplatte eine begrenzte Lebensdauer und bei einem privaten PC scheint man sich darum einen Teufel zu scheren. Fr&uuml;her war das noch einfach. Als man mit Disketten hantierte, konnte man die einfach kopieren &#8211; na ja einfach wenn man nicht die Reihenfolge verwechselte. Doch wenn man auch Diskjockey war, das war in 1-2 Minuten erledigt und auf eine Diskette passte eine Menge Text drauf &#8211; damals sammelte man ja nicht so viele Daten, sondern musste die noch selbst alle eingeben&#8230;<\/p>\n<p>Sp&auml;ter bei den ersten Festplatten nutzte man Disketten als Backup, was aber so ab 20 St&uuml;ck zu umst&auml;ndlich wurde. Seitdem war jedes bezahlbare Backupmedium nicht von Dauer. Die bezahlbaren Halbzoll-Streamer hatten bald nicht gen&uuml;gend Kapazit&auml;t, die CD und DVD erweisen sich auch bald als zu klein. Da eine Festplatte irgendwann aber mal kaputt geht muss ein Backup her (ich rede hier nur zur Absicherung gegen Hardwareausf&auml;lle, nicht gegen Viren und Fehler des Users). Derzeit kann das nur eine zweite Festplatte sein, die automatisch gespiegelt wird. Da dann viele Daten bewegt werden ist die Problematik der hohen Bitfehlerate noch gr&ouml;&szlig;er. Gegen das hilft eine andere Kodierung der Daten, indem man Pr&uuml;fsummen oder redundante Bits einf&uuml;hrt um bei einem Fehler diese zu korrigieren, das geht aber nur wenn man das gleich beim Schreiben macht, denn sonst k&ouml;nnen ja schon die Daten verf&auml;lscht werden, also man gleicht die geschriebenen Daten mit denen im Puffer ab.<\/p>\n<p>Eventuell wird die Cloud das &uuml;berfl&uuml;ssig machen. Doch zumindest GoogleDrive und Skydrive, die ich ausprobiert habe sind keine L&ouml;sung nicht mal nur f&uuml;r Benutzerdaten. Beide erwarten dass man einen eigenen Ordner anlegt, anstatt dass man den schon vorhandenen Ordner benutzt soll man nun Daten alle doppelt haben. Weiterhin ist nicht beeinflussbar dass die Daten sofort in der Cloud landen, auch wenn man die Bandbreite daf&uuml;r hat. Doch wenn man die M&auml;ngel abstellt kann man sicher daran denken, das man zumindest f&uuml;r die wichtigen Benutzerdaten die Cloud nutzt. Immerhin gibt es ja beim Betriebssystem eine gute eingebaute Sicherung. Die habe ich bei meinem Bruder, der sich die M&uuml;he gibt alle Viren die es im Netz gibt, zu suchen beim letzten Totalausfall genutzt und so eine Menge Arbeit gespart.<\/p>\n<p>Das leitet &uuml;ber zum n&auml;chsten Problem: Die Daten aus dem Speicher m&uuml;ssen nat&uuml;rlich auch korrekt sein. Die L&ouml;sung ist daf&uuml;r schon alt &#8211; Pr&uuml;fbits. So was hatten NASA Rechner in den Sechzigern, Cray Gro&szlig;rechner in den Siebzigern und Server haben den ECC Speicher auch &#8211; einziger unterschied: 9 anstatt 8 Chips pro Modul und eine kleine Elektronikschaltung. Er ist etwas teurer, aber das war&#8217;s schon.<\/p>\n<p>Nat&uuml;rlich wird der PC teurer &#8211; das Motherboard etwas bisschen, der ECC Speicher kostet auch etwas mehr und die zweite Festplatte auch, aber ich denke das sind bei einem 500 Euro PC dann vielleicht 150 Euro mehr &#8211; maximal, daf&uuml;r h&auml;tte er das Potenzial so lange zu leben wie andere Ger&auml;te der Unterhaltungselektronik. Dazu geh&ouml;rt nat&uuml;rlich auch ein Konzept das nachhaltiger ist, also es erm&ouml;glicht etwas auch nach Jahren auszutauschen, das geht mit Festplatten, Brennern, aber bei Speichern wechseln die Sockel dauernd ab und bei Prozessoren in noch schnellerem Tempo, selten ist ein Motherboard l&auml;nger als 2 Jahre lang lieferbar.<\/p>\n<p>Meiner Ansicht nach wird es dazu aber nicht kommen. Selbst teure Mediacenter-PC die &uuml;ber 1000 Euro kosten sind nicht anders aufgebaut als andere PC. Stattdessen hat sich die Branche einem anderen, lukrativen Markt zugewandt, den mobilen Ger&auml;ten wie Smartphones oder Tabletts. Die werden in noch schnelleren Zyklen als PC&#8217;s verkauft und bringen noch mehr Geld, denn die Leute legen daf&uuml;r mehr auf den Tisch.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/2e7041c86c2343eaaf26ed45d43d8179\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es musste mal so kommen, auch wenn es mehr als 30 Jahre nach dem ersten PC erst dazu kam: Die PC-Branche ist da angekommen wo andere Branchen auch sind , bei einer nur inkrementellen Verbesserung des Produktes. 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