{"id":9315,"date":"2014-01-27T00:38:15","date_gmt":"2014-01-26T23:38:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=9315"},"modified":"2014-01-27T00:38:15","modified_gmt":"2014-01-26T23:38:15","slug":"die-crux-eines-landers-oder-eines-rovers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2014\/01\/27\/die-crux-eines-landers-oder-eines-rovers\/","title":{"rendered":"Die Crux eines Landers oder eines Rovers"},"content":{"rendered":"<p>Vor wenigen tagen konnte <a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/mer.shtml\">Opportunity<\/a> seinen zehnten Geburtstag auf dem Mars feiern. Das ist sehr lange, alle Systeme haben l&auml;ngst ihre Designlebensdauer &uuml;bertroffen. Zuallererst nat&uuml;rlich der Rover der nur drei Monate arbeiten sollte (eine Prognose basierend auf Pathfinder bei dem Staub innerhalb dieser kurzen Zeit zur Abnahme der Leistung der Solarzellen f&uuml;hrte &#8211; gl&uuml;cklicherweise verstauben die h&ouml;her abgebrachten Solarpaneele der Rover weniger und sie werden ab und an durch Windhosen gereinigt), dann Fahrwerk und auch Instrumente, auch wenn einige wie das RAT nicht mehr nutzbar sind. Trotzdem kommt Opportunity kaum in den Nachrichten vor, anders als der inzwischen auch Zehn Jahre den Mars umkreisende Mars Express.<!--more--><\/p>\n<p>Warum? Es ist die Crux der Lander, aber jedes Rovers: W&auml;hrend ein Orbiter in den meisten F&auml;llen den ganzen Planeten &uuml;berfliegen kann und so Dinge an verschiedenen Orten entdecken kann (mit hochaufl&ouml;senden Kameras wie an Bord des MRO sogar Ver&auml;nderungen wie Sandd&uuml;nen, Hangabrutsche oder abgetautes Eis) ver&auml;ndert sich die Landschaft am Boden nicht. Ein Rover kann zwar sich vom Landeort entfernen, doch wenn er wie Opportunity inzwischen 35 km weit gefahren ist. Er ist in einer weiten Ebene gelandet und bis auf einige Einschlagskrater sieht die auch in einigen Kilometern Entfernung noch gleich aus.<\/p>\n<p>Das mag nun f&uuml;r die Bilder gelten, doch wie sieht es beiden anderen Instrumenten aus? Etwas besser, aber nicht fundamental. Man kann mit Spektrometern oder direkten Probennamen die chemische Zusammensetzung einzelner Steine oder Felsen bestimmen. Solche&nbsp; mit einer vom Rest abweichenden Zusammensetzung kann man auch in einer Schwemmebene finden, entweder durch fr&uuml;here Fluten mitgetragen oder durch Einschl&auml;ge aus dem Untergrund freigelegt und sie k&ouml;nnen von dem sonst gleichf&ouml;rmigen Material abweichen. ansonsten zeigte sich der Landeplatz von Opportunity mehr oder wenig auch chemisch eint&ouml;nig, was jetzt nicht so verwunderlich ist, es war ja mal ein &uuml;berschwemmtes Gebiet, da haben die fluten die Sedimente &uuml;berall gleich verteilt.<\/p>\n<p>Doch ohne Tektonsiche Aktivit&auml;t wird die Zusammensetzung der meisten Gebiete nicht gro&szlig; variieren sein. Mehr Variation wird man in Gel&auml;nde erwarten das durch Naturgewalten ver&auml;ndert wurde, auf dem Mars w&auml;ren dies das Valles Marineris oder das chaotische Gel&auml;nde, doch aus Sicherheitsgr&uuml;nden wird man dort nicht landen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Was folgert daraus: die Forderung nach mehr Mobilit&auml;t. So wie es bisher l&auml;uft wird es nicht gehen. Heute bewegt sich ein Rover nur einige Meter, wenn das Gel&auml;nde absolut flach und ohne Hindernisse ist auch bis zu 100 m. Danach wird von der Bodenkontrolle eine neue Route auf Basis der ermittelten Aufnahmen ermittelt. Damit man von einem sicheren Landeplatz zu einem interessanten, aber riskanten Gebiet aufbrechen kann wird man aber viel gr&ouml;&szlig;ere Strecken zur&uuml;cklegen m&uuml;ssen. Daf&uuml;r muss der Rover viel autonomer sein und selbst die beste Strecken finden k&ouml;nnen. Es besteht Hoffnung das man dieses Problem l&ouml;sen kann, den f&uuml;r das Milit&auml;r werden Roboter entwickelt, die genau das k&ouml;nnen m&uuml;ssen. Ob man aber dass Regime &auml;ndert? Ich wette sp&auml;testens wenn man in unwegsamen Gel&auml;nde angekommen ist wird es vorbei mit der Autonomie sein. Fr&uuml;her war man da optimistischer, wenn ich da in ein &auml;lteres Buch schaue finde ich dort den Vorschlag f&uuml;r einen Post-viking Rover der t&auml;glich bis zu 500 m und in 6 Monaten 50 km zur&uuml;cklegt &#8211; mehr als Opportunity in 10 Jahren schaffte&#8230;.<\/p>\n<p>Die L&ouml;sung k&ouml;nnte es sein in die Luft auszuweichen. Doch das ist gerade beim Mars sehr schwierig. Der Bodendruck ist bei Normal-Null (es gibt ja keine Meeresoberfl&auml;che) bei 6,1 mb &#8211; einem 160-stel des irdischen auf Meeresh&ouml;he Das macht sowohl das Segeln (mit oder ohne antrieb) wie auch Ballons schwierig. Die Dichte der Atmosph&auml;re liegt im Mittel so hoch wie auf der Erde in 30 bis 34 km H&ouml;he. Um dorthin zu gelangen braucht man riesige Ballons mit Helium gef&uuml;llt, was auf dem Mars ausscheiden wird, dort denkt man eher an Segler oder Hei&szlig;luftballons (Solarballons). An der Umsetzung habe ich meine Zweifel.<\/p>\n<p>Eher umsetzbar d&uuml;rfte es auf dem Titan sein, auch wegen der gro&szlig;en Dichte. Da man nicht richtig durch die Atmosph&auml;re schauen kann w&auml;re dort ein Lander auch sinnvoll, aber es ist auch aufwendig dorthin zu kommen, auch wenn die Landung ziemlich einfach ist, wie auch Huygens bewies.<\/p>\n<p>Trotzdem sind weitere Lander geplant. Das europ&auml;isch-russische Exomarsprojekt (falls es mal dazu kommt), 2016 Insight, ein station&auml;rer Lander, &auml;hnlich <a href=\"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/phoenix.shtml\">Phoenix<\/a> und 2020 oder 2022 ein Nachbau vom MSL. Alles was nach 2016 geplant ist muss man als offen ansehen, so findet man auf den NASA Webseiten z.B. noch die Beteiligung an Exomras, obwohl da die NASA letzte Jahr ausstieg.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/3246dd5cf10d402f994bdf4b2317bb95\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor wenigen tagen konnte Opportunity seinen zehnten Geburtstag auf dem Mars feiern. Das ist sehr lange, alle Systeme haben l&auml;ngst ihre Designlebensdauer &uuml;bertroffen. 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