{"id":9702,"date":"2014-03-20T00:37:58","date_gmt":"2014-03-19T23:37:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=9702"},"modified":"2014-03-18T22:40:04","modified_gmt":"2014-03-18T21:40:04","slug":"das-wichtigste-hindernis-fuer-die-marsexpedition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2014\/03\/20\/das-wichtigste-hindernis-fuer-die-marsexpedition\/","title":{"rendered":"Das wichtigste Hindernis f&uuml;r die Marsexpedition"},"content":{"rendered":"<p>&#8230; kann man fast jeden Tag sehen, heute z.B. um 3:51 und 5:24. Es ist die ISS. Doch fangen wir mal an mit den Grundlagen. Was kann man bei einer bemannten Marsexpedition vorbereiten um sie sicherer zu machen und wie kann uns hierbei die ISS n&uuml;tzen? Skizzieren wir zuerst den Ablauf einer Expedition. Nachdem man schon schweres Ger&auml;t auf den weg gebracht hat, eventuell auch Treibstoff und R&uuml;ckehrstufen wird als letztes die Besatzung zum Mars aufbrechen. Die Reise dorthin dauert je nach Geschwindigkeit und Planetenkonstellation 6-10 Monate, je schneller, desto mehr Treibstoff braucht man. Beim Mars angekommen wird man auf dem Mars landen und dann etwa eineinhalb Jahre Lang ein Forschungsprogramm absolvieren. Danach steigt man wieder in einen Orbit auf und fliegt zur Erde zur&uuml;ck. Die gesamte Tour dauert dann fast drei Jahre.<\/p>\n<p>Klar ist das man sicher den gesamten Bodenaufenthalt besser auf der Erde trainieren kann, z.B. in der Antarktis. Die geringere Schwerkraft kann man durch leichterer Ausr&uuml;stung kompensieren und den geringen Gegendruck durch einen h&ouml;heren Innendruck im Anzug. Daf&uuml;r nutzt die ISS nichts. Was man an Bord der ISS simulieren kann ist der Aufenthalt jenseits der Erde, auch den Flug zum Mars der ja auch in einer Miniraumstation erfolgen muss.<!--more--><\/p>\n<p>Doch es gibt einige Unterscheide. So muss man heute die Astronauten aus ihren Sojus hieven, so viel Muskel- und Knochenmasse haben sie im All verloren. Das sie danach sofort arbeiten k&ouml;nnten wie dies auf dem Mars n&ouml;tig w&auml;re, oder nur f&uuml;r sich selbst sorgen k&ouml;nnten, ist heute nicht m&ouml;glich. Bisher gibt es keine M&ouml;glichkeit die Besatzung an Bord der ISS ad&auml;quat zu trainieren um die &#8222;irdische&#8220; Fitness zu erhalten. Eine vorgeschlagene Zentrifuge (die f&uuml;r einige stunden pro Tag Schwerkraft simuliert und so den Abbau verringert) wurde nie installiert.<\/p>\n<p>Auch sonst gibt es einige Unterscheide. so ist die ISS sehr ger&auml;umig. Man wird, weil die Behausung f&uuml;r den interplanetaren Teil der Reise zum Mars und zur&uuml;ck gebracht werden muss, dieses auf das elementarste zu reduzieren. BWenn man einen Vergleich mit den U-Booten zieht, auf denen die Besatzung auch monatelang zusammen lebte, dann hatte ein U-VIIC, der meistgebaute deutsche Typ eine Verdr&auml;ngung von 1040 t bei 44-52 Mann Besatzung bei der ISS sind es 915 m\u00b3 bei nur 6 Mann Besatzung und es geht weniger ab f&uuml;r Maschinen, Torpedos etc. Auch nach NASA Richtlinien braucht jemand f&uuml;r einen l&auml;ngeren Aufenthalt im All nur rund 15 m\u00b3 Raum. Mehr wird es sicher f&uuml;r die Marsfahrer nicht geben. Dabei hilft die ISS auch nicht. Denn bei wenig Platz nehmen meist die pers&ouml;nlichen Probleme zu, schlie&szlig;lich kann man sich nur schlecht aus dem weg gehen. Bei der ISS entf&auml;llt pro Besatzungsmitglied rein rechnerisch ein ganzes Modul da, gibt es diese Probleme nicht in dem Ma&szlig;e.<\/p>\n<p>Was man erproben k&ouml;nnte, w&auml;ren zwei wichtige Dinge einer Marsexpedition: es gibt keine laufende Versorgung mit Essen und Verbrauchsg&uuml;tern oder Ersatzteilen. W&uuml;rde man die Kreisl&auml;ufe an Bord der ISS mehr schlie&szlig;en, sodass man weniger Versorgungsg&uuml;ter braucht und mal probieren wirklich drei Jahre ohne neue Versorgung auszukommen und so einmal diesen Aspekt durchspielen, so w&auml;re dies sehr n&uuml;tzlich und man w&uuml;rde sicher eine Menge Erfahrungen sammeln die man f&uuml;r den Marsflug dringend braucht. Doch die ISS wird im Jahr von einem Dutzend Versorgern besucht &#8211; das genaue Gegenteil ist also der Fall.<\/p>\n<p>Das zweite ist das Problem der steigenden Entfernung. Heute sitzen in zwei gro&szlig;en und drei kleinen Kontrollzentren dutzende von Missionsspezialisten die die ISS betreuen. das wird auch bei einer Marsexpedition so sein, doch sie k&ouml;nnen nicht sofort reagieren, weil die Besatzung sich nicht in einer Erdumlaufbahn, sondern beim Mars befindet. Das sind Signallaufzeiten von bis zu 20 Minuten. Auch dies w&auml;re &uuml;ber eine einfache Schaltung, die jede Nachricht und jedes Videosignal um eine definierte Zeit verz&ouml;gert zur Bodenkontrolle oder ISS weiterleitet, sehr einfach simulierbar, doch auch dies macht man nicht.<\/p>\n<p>Der Nutzen der ISS bei der Verbreitung einer Marsexpedition ist also, seien wir genau und schauen noch mal nach &#8230; ist gleich Null. Daf&uuml;r leistet sie einen Beitrag, das es <strong>keine<\/strong> Marsexpedition gibt, denn sie kostet Geld. Im n&auml;chsten NASA-Finanzjahr sind zusammen mit CCDev, das programmatisch zur ISS geh&ouml;rt 3,9 Milliarden Dollar vorgesehen. Dazu kommen noch Aufwendungen bei den anderen Raumfahrtagenturen. Dieses Geld fehlt f&uuml;r eine Marsexpedition, die sehr kostspielig sein wird und die es nicht erlauben wird noch ein zweites bemanntes Programm parallel zu betreiben. Es ist nur folgerichtig dass Griffin als Bush eine Mondexpedition ank&uuml;ndigte, beschloss Shuttle und ISS ausmustern. Constellation sollte erst richtig beginnen wenn die ISS Geschichte ist. Auch so reichten die Mittel nicht, aber mit ISS w&uuml;rden die Amis noch in 100 Jahren an der Mondlandung 2.0 planen<\/p>\n<p>Da der Betrieb der Station bis 2024 von US-Seite aus weitergehen wird, kann man getrost annehmen das Expeditionen au&szlig;erhalb der Erdeinflusssph&auml;re wohl erst nach 2024 finanzierbar sind und dann vergehen auch noch ein paar Jahre bis sie erfolgen weil ja erst alles entwickelt werden muss. Wahrscheinlich sind die ersten Geborenen die noch keine Mondlandung erleben konnten, schon Rentner bevor dem so ist.\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/872db24f4368425bbd9a5159ea844dd8\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8230; kann man fast jeden Tag sehen, heute z.B. um 3:51 und 5:24. Es ist die ISS. Doch fangen wir mal an mit den Grundlagen. 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