{"id":9712,"date":"2014-03-23T10:39:03","date_gmt":"2014-03-23T09:39:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=9712"},"modified":"2014-03-23T10:40:43","modified_gmt":"2014-03-23T09:40:43","slug":"was-ist-kostbar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2014\/03\/23\/was-ist-kostbar\/","title":{"rendered":"Was ist kostbar?"},"content":{"rendered":"<p>Heute weils Sonntag ist. mal ein kurzweiliges Intermezzo. Es gab als die Diskussion um die Managergeh&auml;lter und jemand machte den Vorschlag das Gehalt in Bar und zwar in 5 Euro Scheinen auszuzahlen. Schon beim im Kopf &uuml;berschlagen kann wird drauf kommen, dass dies bei schon mittelgro&szlig;en Summen eine Menge Papier ist. Ich nehme es mal als Aufh&auml;nger zu beleuchten wie teurer verschiedene Dinge sein k&ouml;nnen, im Verh&auml;ltnis zum Gewicht. Nehmen wir mal Geld. Irgendwo habe ich geh&ouml;rt, das bei den kleinsten M&uuml;nzen das Material mehr kostet als die M&uuml;nzen wert sind. Eine 1 ct M&uuml;nze wiegt 2,3 g. 100 Euro in 1 ct M&uuml;nzen also schon 23 kg. Das erinnert mich an den Witz &uuml;ber den d&auml;mlichsten Bankr&auml;uber der Welt: er wurde geschnappt als er den Sack mit 205 Euro in 1 ct M&uuml;nzen aus der Bankt&uuml;r wuchtete. Schon ein normales Monatsgehalt, sagen wir mal 2000 Euro netto zu transportieren wird dann schon aufwendig, das sind 460 kg. Mit 2 Euro M&uuml;nzen sinkt das Gewicht dann auf 8,5 kg, trotzdem werden dann die Managergeh&auml;lter, selbst wenn es &#8222;nur&#8220; 1 Million sind, schwer zu transportieren.<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"Eine milliarde\" src=\"\/img\/eine-milliarde-mark.jpg\" width=\"1001\" height=\"635\" \/>Papier ist leichter, doch auch hier wiegt ein 5 Euro Scheint 0,68 g. Bezieht man 1 Million pro Jahr, oder 40.000 Euro netto pro Monat, dann sind das tragbare 5,44 kg. Das Volumen betr&auml;gt 7.736.000 mm\u00b3, das entspricht einem W&uuml;rfel von 200 mm Kantenl&auml;nge. Kein Problem ist es wenn man die 500 Euro Noten nimmt. Dann wiegt selbst eine Million nur 2,24 kg.<\/p>\n<p>W&auml;hrend Geld einen k&uuml;nstlich festgelegten Wert hat, der sich rapide &auml;ndern kann (ich habe noch Banknoten von 1923, w&uuml;rden die noch gelten, ich w&auml;re mehrfacher Milliard&auml;r) ist es etwas anders bei anderen Dingen. Wir haben zum einen seltene Dinge die ihren Wert aufgrund der Nachfrage haben und ihrer Seltenheit. Nur wenn beides zusammen kommt ist etwas wertvoll. Das zeigt sich am besten beim hold, dessen Preis in der Immobilien Krise enorm anstieg und seitdem wieder langsam f&auml;llt. Das die Nachfrage wesentlich ich, zeigt auch, das Gold durchaus nicht so selten ist. Es gibt eine reihe von Platinelementen (die Gruppe in der Gold eingestuft ist), die noch seltener sind, wie Iridium, Rhenium und Rhodium, die aber vor allem als Katalysatoren verwendet werden und nicht als Schmuckmetall oder um W&auml;hrungsreserven abzusichern. Die Bevorzugung von Gold als &#8222;Wert an sich&#8220;, hat auch dazu gef&uuml;hrt, dass Gold inzwischen wertvoller ist als Platin, das seltener ist und genauso als Schmuckmetall genutzt wird. Anbei &uuml;brigens mein Liebling: einfach ein neuer Stempel drauf und schon werden aus 1000 Mark eine Milliarde &#8211; vielleicht einen Vorschlag f&uuml;r unseren Finanzminister<\/p>\n<p>Die Seltenheit alleine macht etwas nicht kostbar. Es ist auch die Gewinnung. So sind die Edelgase Helium und Xenon seltener als Gold, aber leicht aus der Luft gewinnbar. Gold kostet heute 1334 Dollar pro Unze (28,25 g), ein Kilogramm hat also einen Wert von 47.000 Dollar oder rund 34.000 Euro. Immerhin ist es bei einer Dichte von fast 20 g\/cm\u00b3 sehr kompakt. Das obige 40.000 Euro Gehalt (netto) pro Monat nur etwas mehr als ein Kilo und das ist ein kleiner Barren, mit einem Volumen von nur etwa 60 cm\u00b3. Nur wenn es um Milliarden geht also die W&auml;hrungsreserven eines Landes wirds doch etwas volumin&ouml;s. Ein Kubikmeter Gold wiegt rund 20 t und hat einen Wert von 680 Millionen Euro.<\/p>\n<p>Noch teurer k&ouml;nnen normale Dinge sein, wenn man sie extrem rein braucht. Mir als Chemiker fallen da sofort unsere Chemikalien ein. Relativ kosteng&uuml;nstige Substanzen wie Salz (Natriumchlorid), Alkohol (Ethanol) oder Acton k&ouml;nnen sehr teuer werden, wenn man sie in hoher Reinheit ben&ouml;tigt. Das ist n&ouml;tig wenn man sie als L&ouml;sungsmittel oder Standards f&uuml;r genaue Bestimmungsverfahren braucht, weil sonst Spuren von anderen Stoffen als zus&auml;tzliche Peaks erscheinen. Im Alltag g&auml;ngiger ist wohl die sp\u00b3-Konfiguration des Kohlenstoffs die Diamant genannt wird. Aber auch hier zeigt sich das die Nachfrage den Preis bestimmt. Diamanten k&ouml;nnen sehr billig sein &#8211; wenn sie klein und nicht rein sind, findet man sie sogar auf Schleifpapier. Je gr&ouml;&szlig;er ein Stein ist und je reiner (ohne Eigenfarbe, ohne Einschl&uuml;sse oder Kristalldefekte) um so teurer wird er. Auch findet man beim Diamanten die Tatsache vor, das k&uuml;nstliche Diamanten preiswerter als nat&uuml;rliche sind , auch hier weil die Nachfrage nach (angeblich) Millairden Jahren alten Diamanten gr&ouml;&szlig;er sein soll.<\/p>\n<p>Aber auch die fortschreitender Bearbeitung eines Materials kann es enorm verteuern. Silizium gibt es wie Sand am Meer, rund 28% der Erdkruste besteht aus diesem Element. Doch gewonnen aus Sand, mehrfach hoch gereinigt und zuletzt mit anderen Halbleitern dotiert kann ein Xeon Prozessor mit einer Masse von nur etwa einem Gramm &uuml;ber 1000 Euro kosten.<\/p>\n<p>Die Gewinnung macht auch k&uuml;nstliche Elemente teuer. Plutonium 238 f&uuml;r RTG kostet z.b. pro Kilogramm rund 10 Millionen Euro. ein Kilogramm w&uuml;rde also ausreichen um selbst ein gutes Managergehalt von einem Jahr zu verg&uuml;ten. Als Nebeneffekt spart es noch Heizkosten ein, densn es gibt 4,4 kW W&auml;rme ab. Leider zerf&auml;llt es und zus&auml;tzlich zur Inflation verliert es pro Jahr 0,6% an Wert, weil es radioaktiv ist. &Auml;hnlich sieht es wahrscheinlich bei anderen Isotopen aus die in der Medizin in kleinen Mengen eingesetzt werden wie Cobald-68 oder Technetium.<\/p>\n<p>Ganz teuer macht Material auch die Gewinnung. Normales Felsgestein kann ziemlich teuer sein, wenn es vom Mond kommt. Rechnet man die Kosten des Apolloprogrammes auf die 384 kg Gestein um, so kostet ein Kilogramm 66 Millionen Dollar (Wert 1969), selbst wenn man nur die Flugkosten nimmt sind es 7 Millionen Dollar. Die wenigen Hundert Gramm die die Luna Sonden zur Erde brachten d&uuml;rften noch teurer gewesen sein. Phobos Grund sollte maximal 0,2 kg Gestein zur Erde bringen und kostete 120 Millionen Euro, das sind 600 Millionen Euro pro Kilogramm!<\/p>\n<p>Der absolut teuerste Stoff den es gibt ist der Sonnenwind. Die Raumsonde <a href=\"\/genesis.shtml\" target=\"_blank\">Genesis<\/a> sollte &uuml;ber Jahre rund 0,4 mg einsammeln und kostete 264 Millionen Dollar. Das sind 660 Milliarden Dollar pro Kilogramm.<\/p>\n<p>\u00b4Das allerteuerste sind Banken, die kosten Billionen und man hat nichts, absolut gar nichts als Gegenwert &#8230;.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/fbc1345b130a4a188a84fae9f25fa593\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute weils Sonntag ist. mal ein kurzweiliges Intermezzo. Es gab als die Diskussion um die Managergeh&auml;lter und jemand machte den Vorschlag das Gehalt in Bar und zwar in 5 Euro Scheinen auszuzahlen. Schon beim im Kopf &uuml;berschlagen kann wird drauf kommen, dass dies bei schon mittelgro&szlig;en Summen eine Menge Papier ist. 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