{"id":9722,"date":"2014-03-27T00:37:19","date_gmt":"2014-03-26T23:37:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=9722"},"modified":"2014-03-26T09:39:24","modified_gmt":"2014-03-26T08:39:24","slug":"das-noetigt-mir-respekt-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2014\/03\/27\/das-noetigt-mir-respekt-ab\/","title":{"rendered":"Das n&ouml;tigt mir Respekt ab"},"content":{"rendered":"<p>und zwar folgende Passage aus der <a href=\"http:\/\/www.jaxa.jp\/press\/2014\/03\/20140325_rocket_e.html\">Presseinformation der JAXA:<\/a><\/p>\n<p lang=\"en\">Why do we need to develop a new flagship launch vehicle now?<\/p>\n<p lang=\"en\">As utilization of space is now imperative in various areas, such as using satellite data for our daily lives, it is important to secure the independent space transportation capability without relying on other countries to launch a satellite. Accordingly, the Japanese government also stipulates an autonomous space launch capacity as a basic space policy. The current flagship launch vehicle, H-IIA, is based on the conventional design concept of its predecessor, H-II, thus the H-IIA launch system applied many of the facilities built for the H-II. In other words, they are aging at over 30 years old since the H-II days, and they became so old that their maintenance costs are increasing year on year. In addition, no new launch vehicle development project has been conducted for about 15 years after the H-IIA development, hence skilled engineers who were involved in the actual development are graying. If we left this situation unattended, Japan will face difficulty to maintain our development and launch capability of launch vehicles in the future. Although our flagship launch vehicle technology is highly regarded, we need to lower the launch costs in order to procure commercial satellite launch demand from overseas in addition to our country&#8217;s government satellites.. We have to renovate the overall launch system and develop a new flagship launch vehicle with high competitiveness for overcoming the above challenges and making it sustainable.&#8220;<!--more--><\/p>\n<p>Also wir m&uuml;ssen die H-III oder H-X (einen Namen gibt es noch nicht) entwickeln weil zum einen Anlagen veralten, zum andern haben wir keine neue Tr&auml;gerrakete seit 15 Jahren entwickelt, so veraltet das wissen und so veraltet auch das wissen und die Operationskosten werden h&ouml;her.<\/p>\n<p>Nun ist Japan in einer anderen Situation als Europa. Es gelang nie die H-II kommerziell zu vermarkten zwei Starts wurden nur in 20 Jahren gewonnen. Japan braucht also nur ein Vehikel f&uuml;r nationale Starts, das waren in 20 Jahren 33 Starts also nicht mal zwei pro Jahr. W&auml;hrend man mit der Argumentation der Anlagen vielleicht noch recht hat, begibt man sich aber mit der Argumentation der Wissensbasis aufs Glatteis. Denn das hei&szlig;t im konkreten, dass man dauernd was neues entwickeln muss. Eine Argumentation die man auch bei der bemannten Raumfahrt in den USA findet, dort aber aus anderem Grund. Es gibt dort noch weniger als bei uns einen festen Mitarbeiterstamm &#8211; gibt es ein neues Projekt so werden Arbeiter angestellt auf ihren Job trainiert und danach wieder entlassen und zum anderen beruht bemannte Raumfahrt viel weniger auf technische Entwicklungen die man dokumentieren und die dann ein Ingenieur nach Einarbeitung verstehen kann, sondern Abl&auml;ufen die einstudiert und verstanden werden m&uuml;ssen, also mehr erfahrungswissen.<\/p>\n<p>Aber vielleicht w&auml;re das mal eine Argumentationshilfe f&uuml;r die ESA. Hier mal eine analoge Begr&uuml;ndung f&uuml;r die Entwicklung der Ariane 6<\/p>\n<p>&#8222;Wir m&uuml;ssen unser neues Flagschiff entwickeln um die technologische Entwicklung in Europa zu st&auml;rken und zu f&ouml;rdern. Seit der Entwicklung der Ariane 5 sind Drei&szlig;ig Jahre vergangen. Anlagen veralten und die Operationskosten steigen an. Zudem ist in Drei&szlig;ig Jahren die technologische Entwicklung nicht stehen geblieben und an die soll Ariane 6 wieder ankn&uuml;pfen. Die Entwicklung der Ariane 6 soll die Raumfahrtindustrie in Europa st&auml;rken, indem die Entwicklung mehr diversifiziert wird und jedes Land f&auml;hig ist nicht nur ein Teil, sondern mehrere Baugruppen zu fertigen. Damit beleben wir auch die Konkurrenz und senken die Kosten. Weiterhin wird Ariane 6 die Sojus abl&ouml;sen und durch Synergien die Vega verbilligen. Damit wird Europa auch in Zukunft f&uuml;hrend im Transport von geostation&auml;ren Satelliten sein, die neue Tr&auml;gerrakete wird aber auch ESA-Missionen die nicht in den GTO gehen entscheiden verbilligen.&#8220;<\/p>\n<p>Nur klappt das nur wenn man es auch umsetzt. Das Problem: Bisher achtete Frankreich drauf die Kernentwicklungen selbst zu machen und den Rest trat man dann an andere L&auml;nder ab. Italien hat das durchschaut und mit der Vega eine neue Rakete entwickelt, weitgehend selbst finanziert und ist nun im Besitz des Wissens wie man Filament-CFK Booster gro&szlig;er Baumlange baut. Bei der Konzeption der Ariane 6 bedeutet dass, das heute nur diese beiden L&auml;nder die Rakete bauen k&ouml;nnen, f&uuml;r den Rest bleiben ein paar Strukturteile oder Nutzlastverkleidungen \/ Elektronik &uuml;brig.<\/p>\n<p>Wenn man den Kreislauf durchbricht, Deutschland z.B. die D&uuml;sen der Booster und gleichgewichtige Tanks der Oberstufe, fertigt, Frankreich die H&uuml;lsen, Italien das Vinci Triebwerk, Schweden mal eine Nutzlastverkleidung und Belgien die Elektronik, dann w&auml;re viel geholfen. Wir h&auml;tten auch eine breitere Basis f&uuml;r die Industrie &#8211; ein Land hat die Entwicklung angesto&szlig;en und beherrscht sie und ein zweites produziert im Serienbau und eignet sich so die Technologie auch an. F&uuml;r die Zukunft kann man so auch zwischen verschiedenen Anbietern w&auml;hlen. Denn welche Wahl hat die ESA bei der Ariane 6? Triebwerke mit gr&ouml;&szlig;erem Schub und fl&uuml;ssigen Treibstoffen kann nur Snecma. Moderne Feststoffbooster k&ouml;nnen Fiat Avio und Snecma, leichte Tanks kann nur Air Liquide &#8211; so landet man immer bei den gleichen Firmen die immer mehr k&ouml;nnen und die anderen d&uuml;rfen dann Stahlrollen zu Zylindern walzten oder druckgef&ouml;rderte Triebwerke bauen die nicht viel komplexer als Satellitenantriebe sind.<\/p>\n<p>W&uuml;rde sich die ESA daf&uuml;r entschlie&szlig;en und auch ein modulares Konzept (mehrere Boosterkonfigurationen f&uuml;r unterschiedliche Nutzlasten, die auch die Sojus &uuml;berfl&uuml;ssig machen und so die Startzahl bzw. die Auftr&auml;ge f&uuml;r europ&auml;ische Firmen erh&ouml;hen) vorsehen, dann w&auml;re sogar ich f&uuml;r die Ariane 6. Leider sieht es nicht so aus: Im Gegenteil, DLR Chef <a href=\"http:\/\/www.spacenews.com\/article\/civil-space\/39918woerner-urges-esa-to-scrap-favored-ariane-6-design\">W&ouml;rner fordert eine &Auml;nderun<\/a>g der Konfiguration, dass die Ariane 6 wieder zum Portfolio der deutschen Industrie past anstatt daf&uuml;r zu k&auml;mpfen, dass Frankreich mal neue Technologien an Deutschland abtritt.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/b3252d69b03d4647bd03be94e7062639\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"\/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>und zwar folgende Passage aus der Presseinformation der JAXA: Why do we need to develop a new flagship launch vehicle now? 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