{"id":9752,"date":"2014-04-06T09:14:46","date_gmt":"2014-04-06T07:14:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=9752"},"modified":"2014-04-06T09:14:46","modified_gmt":"2014-04-06T07:14:46","slug":"kleinsatelliten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2014\/04\/06\/kleinsatelliten\/","title":{"rendered":"Kleinsatelliten"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem die USAF einen Tr&auml;ger f&uuml;r den Start von Minisatelliten baut und die NASA auch angek&uuml;ndigt hat, ver&ouml;ffentlichte die NASA, dass sie acht Satelliten mit einer Pegasus starten will, jeder nur 18 kg schwer. Die <a href=\"http:\/\/science.nasa.gov\/missions\/cygnss\/\">CYGNSS Satelliten <\/a>sollen die Ozeane &uuml;berwachen indem sie direkte und reflektierte GPS Signale vermessen. Die reflektierten Signale sind ein Indikator f&uuml;r die Rauigkeit der Ozeanoberfl&auml;che.<\/p>\n<p>Nun werden Satelliten immer leistungsf&auml;higer. Nehmen wir den chilenischen Erderkundungssatelliten <a href=\"https:\/\/directory.eoportal.org\/web\/eoportal\/satellite-missions\/s\/ssot\">SSOT<\/a>. Er wurde als Sekund&auml;rnutzlast mit einem Plejades Satelliten in einen 620 km hohen Orbit gestartet. Er macht Aufnahmen mit einer Aufl&ouml;sung von 1,45 m. Computer zur Datenverarbeitung brauchen immer weniger Strom und werden immer leistungsf&auml;higer, niedrigempfindliche und schwere Videocon R&ouml;hren und Scanner auf der Basis weniger lichtempfindlicher Elemente wurden durch CCD abgel&ouml;st. Das hat Folgen f&uuml;r andere Systeme. Wenn man weniger Strom f&uuml;r Computer und Experimente braucht braucht man kleinere Solarzellen, leichtere Experimente reduzieren die Anforderungen an das Strukturgewicht und das Antriebssystem. so erreicht ein kleiner Satellit heute eine gr&ouml;&szlig;ere Aufl&ouml;sung als die erste Generation der SPOT Satelliten.<!--more--><\/p>\n<p>Das ganze hat Grenzen. Optische Instrumente werden um den Faktor 6-8 schwerer be verdoppelter Aufl&ouml;sung und da der Nutzlastanteil meist konstant ist steigt so das Satellitengewicht analog an. Doch f&uuml;r viele nicht milit&auml;rische Zwecke sind Aufl&ouml;sungen von wenigen Metern ausreichend. Schon ein Teleskop mit 114 mm Durchmesser, das ist so bei Amateurastronomen die &#8222;Einstiegsklasse&#8220; kann man aus 500 km H&ouml;he dann rund 3 m gro&szlig;e Details abbilden. Der optische Tubus wiegt dann weniger als 5 kg. Vielmehr braucht man f&uuml;r bestimmte Zwecke wie z.B. der schnellen Reaktion bei Katastrophen oder wenn es Krisen mit Truppenaufmarsch wie in der Krim gibt eine hohe Revisitzeit also ein erneutes Ablichten nach kurzer Zeit. Das ist das Konzept von Rapideye, die mit 5 Kleinsatelliten die Erde jeden Tag umkreisen. Sie versprechen eine Revitszeit von einem Tag. Die Extremform ist die von Planetlabs gebauten <a href=\"http:\/\/www.planet.com\/flock1\/\">Dove Satelliten<\/a>. 28 sind im Orbit, es sind Cubesats mit 3 H&ouml;heneinheiten L&auml;nge, also 3 kg Gewicht, sie sind im Prinzip um die Kamera herum gebaut. Ein Investor hat nun 100 Millionen f&uuml;r weitere 72 Satelliten locker gemacht. Zwar sind die Satelliten f&auml;hig Aufnahmen mit 5 m Aufl&ouml;sung zu machen, was ein Rekord f&uuml;r diese Gewichtsklasse ist, aber die Grenzen sind auch un&uuml;bersehbar. Man kann die Bahn nicht beeinflussen. Wie die meisten Cuebsats werden sie in niedrigen Erdumlaufbahnen entlassen, 28 St&uuml;ck z.B. im Februar von der ISS, wo sie in weniger als einem Jahr vergl&uuml;hen. So spart man im Endeffekt nicht so viel weil man viele Satelliten laufend starten muss.<\/p>\n<p>Ich glaube in der Summe, das bedeutet was bekommt man an Ergebnissen verglichen zum Aufwand d&uuml;rfte man mit einem Satelliten von 100 kg Mindestmasse am besten fahren. Die Instrumentelle Nutzlast betr&auml;gt dann rund 20-30 kg. Das reicht f&uuml;r ein gro&szlig;es oder zwei bis drei kleinere Experimente. Die Masse ist ausreichend um ein kleines Antriebssystem mitzuf&uuml;hren um die Bahn oder Ausrichtung zu ver&auml;ndern, Auf einem kleinen Quader ist gen&uuml;gend Platz f&uuml;r Solarzellen welche dann eine h&ouml;here Sendeleistung erlauben und mehr Daten k&ouml;nnen dann transferiert werden. Trotzdem kann selbst eine Pegasus vier dieser Satelliten transportieren und f&uuml;r einen Transporter zu ISS sind auch 100 kg kein Gewicht, das viel Nutzlast kostet. Das macht allerdings nur sinn, wenn man sie auch preiswert bauen kann.<\/p>\n<p>Sinnvoll ist in jedem Falle kleine Flotten zu bauen &#8211; nicht nur um eine gr&ouml;&szlig;ere Abdeckung der Erde zu erreichen, sondern auch weil man einen einheitlichen Bus verwenden kann. SSOT kostete 72 Millionen Dollar,\u00a0 die f&uuml;nf Rapid-Eye Satelliten dagegen 150 Millionen Euro, also pro Satellit bei in etwa gleicher Gr&ouml;&szlig;e sind sie deutlich billiger und kosten nur 60% des einzeln gefertigten chilenischen Satelliten. Dabei basiert dieser schon auf einem standardisierten Bus. Das geht auch mit wissenschaftlichen Satelliten, wie die ESA mit den Proba Serie zeigt. Drei sind im Orbit, jede etwas &uuml;ber 100 kg schwer. Proba 1 kostete 13,5 Millionen Euro, Probe 2, 18 Millionen, Proba V 65 Millionen.<\/p>\n<p>Es gibt aber auch naheliegende Gr&uuml;nde warum man nicht zu viele Satelliten haben sollte. Die Daten m&uuml;ssen ja empfangen werden. Sinnvoll, zumindest wenn man sonnensynchrone Orbits hat sind Bodenstationen nahe der Pole, also z.B. in Kanada, Alaska, Gr&ouml;nland, Norwegen oder Chila, Argentinien, der Antarktis. Je nach Bahnh&ouml;he hat man dann einige Minuten bis ungef&auml;hr eine Viertelstunde Funkkontakt und das im Idealfall bei jedem Orbit, zumindest aber alle zwei bis drei Orbits wenn die Empfangsstation in Poln&auml;he ist. Wenn man zu viele Satelliten hat, dann schafft man das mit einer Empfangsstation nicht mehr. Das gilt allerdings nur f&uuml;r sonnensynchrone Orbits. Setzt man sie bei ISS Missionen aus, so braucht man wegen der um 51,6 Grad geneigten Bahn sowieso Empfangsstationen auf der ganzen Welt. Die Nutzung von TDRSS oder andere geostation&auml;ren Satelliten als Empf&auml;nger setzt die Datenrate ab (Hochgewinnantennen scheiden meist wegen dem Gewicht und der Nachf&uuml;hrgenauigkeit aus) und diese d&uuml;rften mit dem Empfang von vielen Signalen &uuml;berfordert sein.<\/p>\n<p>Meiner Ansicht nach ist der sinnvollste Start solcher Kleinsatelliten als Sekund&auml;rnutzenlasten. Hier w&auml;re mehr internationale Kooperation sinnvoll, die Startgelegenheiten in sonnensynchrone Orbits sind nicht so zahlreich. Warum macht man hier kein internationales Abkommen, so nach dem Motto: Wenn ich einen SSO Start habe nehme ich deine Satelliten mit, daf&uuml;r Du bei n&auml;chster Gelegenheit meinen. Weniger sinnvoll sind dezidierte Tr&auml;ger wie die Pegasus weil sie das ganze ziemlich verteuern.<\/p>\n<p>Eine Dom&auml;ne von Minisatelliten ist nat&uuml;rlich auch das Testen von Technologien, das ist eine Aufgabe der Proba Serie der ESA. Daneben kann man einzelne Untersuchungen machen f&uuml;r die man keinen eigenen gr&ouml;&szlig;eren Satelliten starten will. Manchmal erg&auml;nzen sie auch gr&ouml;&szlig;ere Satelliten Proba V sollte z.B. als L&uuml;ckenb&uuml;&szlig;er dienen. An Bord von SPOT 4+5 waren Instrumente zur &Uuml;berwachung der Vegetation auf der ganzen Erde. Nach deren Betriebsende gab es eine L&uuml;cke bis Sentinel 3A+B mit &auml;hnlichen Instrumenten starten und da hat man den relativ preiswerten Kleinsatelliten mit diesem Instrument ausger&uuml;stet. Normale Erderkundungsdaten liefern ja auch andere Satelliten.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/5bacd45c8b4e44a98c32b0137d6270a6\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem die USAF einen Tr&auml;ger f&uuml;r den Start von Minisatelliten baut und die NASA auch angek&uuml;ndigt hat, ver&ouml;ffentlichte die NASA, dass sie acht Satelliten mit einer Pegasus starten will, jeder nur 18 kg schwer. Die CYGNSS Satelliten sollen die Ozeane &uuml;berwachen indem sie direkte und reflektierte GPS Signale vermessen. 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