{"id":9813,"date":"2014-04-16T00:24:52","date_gmt":"2014-04-15T22:24:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=9813"},"modified":"2014-04-16T08:59:15","modified_gmt":"2014-04-16T06:59:15","slug":"der-krieg-ist-der-vater-aller-dinge-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2014\/04\/16\/der-krieg-ist-der-vater-aller-dinge-teil-2\/","title":{"rendered":"Der Krieg ist der Vater aller Dinge &#8211; Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>So, heute kommt nun der zweite Teil &uuml;ber skurrile Erfindungen und Entwicklungen des deutschen Milit&auml;rs im dritten Reich. Ich habe mich wie im ersten Teil auf die Dinge beschr&auml;nkt die nicht nur auf Papier oder Holzmodell gebaut wurden, sondern von denen zumindest ein Prototyp gebaut wurde. Zusammen mit Teil 1 gibt es das auch als Artikel auf der <a href=\"\/skurille-erfindungen-drittes-reich.shtml\">Webseite<\/a>. Dann noch eine kleine Ank&uuml;ndigung: vom 22. bis 30.4 bin ich mal weg, vielleicht f&uuml;llen die Gastautoren den Blog. Ich werde allerdings erstmals einen Computer mitf&uuml;hren mit dem ich zumindest mal reinschauen kann (Raspbery Pi).<!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"28 cm Kanone\" src=\"\/img\/28cm-kanone.jpg\" width=\"800\" height=\"600\" align=\"left\" \/>Nicht nur in der Luft gab es skurrile Erfindungen, sondern auch an Land. Fangen wir an mit Gesch&uuml;tzen. An und f&uuml;r sich gab es bei Gesch&uuml;tzen seit dem ersten Weltkrieg (bis heute) zumindest was Kaliber angeht, nicht mehr viel zu verbessern. F&uuml;r Gesch&uuml;tze an Land gibt es Grenzen f&uuml;r die Gr&ouml;&szlig;e und damit auch die Masse, die gezogen werden, durch die Forderung dass die Gesch&uuml;tze transportiert werden m&uuml;ssen, entweder gezogen oder in ein Panzerfahrwerk eingebaut. Daneben muss man die Granaten transportieren und ins Rohr einbringen k&ouml;nnen. Bis heute ist das gr&ouml;&szlig;te Standardkaliber bei landgest&uuml;tzten Gesch&uuml;tzen 150 bis 155 mm. Eine Granate wiegt dann schon 45 bis 50 kg und muss von zwei Mann getragen werden. Das Gesch&uuml;tz selbst wiegt 8 t und nur sehr leistungsstarke Zugmaschinen k&ouml;nnen es bewegen.<\/p>\n<p>Gr&ouml;&szlig;ere Kaliber haben eine geringe Mobilit&auml;t und wegen der schweren Granaten eine geringe Feuerrate. Zudem verschlei&szlig;en die Rohe um so schneller, je h&ouml;her das Kaliber ist. Daher war der allgemeine Trend nach dem ersten Weltkrieg keine gr&ouml;&szlig;eren Gesch&uuml;tze zu bauen, daf&uuml;r Reichweite, Treffgenauigkeit und Feuerrate zu steigern. Bei Schiffen gab es die Einschr&auml;nkungen nicht. Hier stand mit dem Schiffsmotor eine Antriebsquelle zur Verf&uuml;gung um Granaten bis zu 1 t Gewicht zu bewegen und so wuchsen zwischen den Kriegen die Kaliber weiter an. An Land gab es nur eine Ausnahme und das waren Eisenbahngesch&uuml;tze. Sie waren trotz gro&szlig;en Kalibers noch bedingt transportabel, da sich das Gewicht auf die gesamte Zugl&auml;nge verteilte, doch passten sie nicht in die Strategie des mobilen Kriegs, des Blitzkriegs. Sie mussten erst zum Ort gefahren werden, dort musste das Gleisbett vorbereitet werden und meistens Drehscheiben angelegt werden und auch das Beladen der Gesch&uuml;tze dauerte lange. Es gab w&auml;hrend des zweiten Weltkriegs kaum Stellungskriege und nur selten wurden Befestigungen &#8222;belagert&#8220; f&uuml;r die sich gro&szlig;kalibrige Gesch&uuml;tze lohnten, denn nur um Sch&uuml;tzeng&auml;ben zu befeuern braucht man keine Kaliber &uuml;ber 200 mm Durchmesser. Gro&szlig;e Gesch&uuml;tze waren zudem teuer um Unterhalt. Machte die kurze Lebensdauer von Rohren bei gro&szlig;en Kalibern von etwa 100 Schuss bei Schiffen nicht so viel, aus, zerst&ouml;rte doch ein Volltreffer ein Handels- oder Kriegsschiff mit hohem Wert, so feuerte man nun auf befestigte Stellungen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"38 cm Kanone\" src=\"\/img\/38cm-kanone.jpg\" width=\"650\" height=\"418\" align=\"left\" \/>Trotzdem fertigte Deutschland im zweiten Weltkrieg die gr&ouml;&szlig;ten jemals gebauten Gesch&uuml;tze, noch gr&ouml;&szlig;er als die gr&ouml;&szlig;ten Schiffsgesch&uuml;tzte mit Kaliber 456 mm. Deutschland baute drei 38 cm Eisenbahngesch&uuml;tze indem sie die Gesch&uuml;tze der 38 cm Klasse der Schlachtschiffe Tirpitz und Bismarck an Land einsetzten. Diese als &#8222;Siegfried&#8220; bekannte Kanone wog 294 t, so viel 10 bis 20 Panzer, schoss 450 und 800 km schwere Granaten 55 bzw. 42 km weit. Seltsamerweise baute die Kriegsmarine keine weiteren Schlachtschiffe und verzichtete auch auf die Aufr&uuml;stung der Scharnhorst und Gneisenau auf das 38 cm Kaliber. (zweites Bild) Dazu gab auch noch kleinere Eisenbahngesch&uuml;tze wie die 28 cm Kanone Leopold (255 kg schwere Granaten die &uuml;ber 62,4 km (mit Raketenzusatzantrieb 86,5 km) erreichten. 25 dieser Gesch&uuml;tze wurden eingesetzt, anders als die 38 cm Riesen auch regelm&auml;&szlig;ig. Einige wurden dann zum Start der bei der V3 eingesetzten R&ouml;chlin Speere &#8222;Peenem&uuml;nder Pfeilgeschoss\u201c umger&uuml;stet, da diese eigentlich f&uuml;r ein kleineres Kaliber vorgesehen waren und so nicht mal halb so schwer waren erreichte man eine h&ouml;here Endgeschwindigkeit von 1420 m\/s und damit eine Reichweite von 160 km.(erstes Bild)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" alt=\"M&ouml;rser Karl\" src=\"\/img\/moerser-karl.jpg\" width=\"589\" height=\"367\" align=\"right\" \/>Viel gr&ouml;&szlig;ere Gesch&uuml;tze scheinen auch f&uuml;r Schienen nicht geeignet zu sein. So hatte die Wehrmacht zwar noch die M&ouml;rser Karl mit einem 54 bzw. 60 cm Kaliber im Einsatz, doch aufgrund des kurzen Rohres, der niedrigen Geschwindigkeit der Granate und dadurch der leichten Granate war diese Kanone mit 124 t noch leichter als die Siegfried-Schiffskanonen. (Bild rechts) Sie konnten von einer mobilen Selbstfahrlafette gezogen werden. Trotzdem baute Deutschland ein Gesch&uuml;tzmonster mit dem enormen Kaliber 800 mm.\u00a0 Zwei Gesch&uuml;tze, &#8222;Gustav&#8220; und &#8222;Dora wurden gefertigt. Sie waren aber nicht mehr uneingeschr&auml;nkt transportabel. Das Gesch&uuml;tz musste zerlegt und mit f&uuml;nf Eisenbahnz&uuml;gen transportiert werden, am Zielort wurde es wieder zusammengebaut wof&uuml;r man weitere drei bis vier Bauz&uuml;ge brauchte. Weiterhin mussten Gleisstrecken verst&auml;rkt und eine Drehstrecke verlegt werden. Das gesamte Gesch&uuml;tz wog 1350 t, 2000 Personen brauchte man f&uuml;r den Aufbau. Zusammen mit unterst&uuml;tzenden Truppen (Flak) und der Gesch&uuml;tzbesatzung braucht man 4500 Mann, nur um ein einziges Gesch&uuml;tz einzusetzen. Es kam nur zu einem der Dora Einsatz bei der Belagerung von Sewastopol, bei dem das Gesch&uuml;tz an 5 Tagen 48 Granaten abfeuerte, also nur rund 10 Schuss pro Tag. Die Treibladung von 1850 kg Gewicht bewirkte eine starke Reduktion der Treffgenauigkeit schon nach dem 15-ten Schuss (projektierte Lebensdauer des 400 t schweren Rohrs: 100 Schuss). 10 Einschl&auml;ge lagen n&auml;her als 60 m vom Ziel, der entfernteste 740 m entfernt. Eine Granate riss einen 32 m tiefen Krater in den Boden, konnte 10 m Beton, 7 m Stahlbeton und 1 m Stahl durschlagen. Die Reichweite betrug je nach Treibladung zwischen 28 und 47 km bei Granaten die 4,8 bis 7,1 t wogen, also so viel wie ein Sp&auml;hpanzer. Es gab noch weitere Pl&auml;ne f&uuml;r Gesch&uuml;tze mit kleinerem Kaliber wodurch man l&auml;ngere Rohre einsetzen konnten und Reichweiten bis zu 100 km erreichte, um England zu beschie&szlig;en, doch dazu kam es nicht mehr: Lancasterbomber zerst&ouml;rten die Bunker, die daf&uuml;r gebaut wurden und beweisen, das man mehrere Meter Beton auch mit Bomben durchschlagen konnte und nicht ein riesiges Gesch&uuml;tz daf&uuml;r brauchte. (Bild unten: Modell)<\/p>\n<h3>Die V3<\/h3>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"80 cm Kanonen (Modell)\" src=\"\/img\/80cm-kanone.JPG\" width=\"800\" height=\"296\" align=\"left\" \/>Die skurrilsten Gesch&uuml;tze waren wohl die V3, die auch verschiedene andere Namen hatte wie &#8222;flei&szlig;iges Lieschen&#8220; oder &#8222;Englandkanone&#8220;. Es waren station&auml;re Gesch&uuml;tze nach dem Prinzip der Mehrkammerkanone. Bei einem herk&ouml;mmlichen Gesch&uuml;tz wird eine Treibladung gez&uuml;ndet die sich am Boden der Granate befindet. Sie beschleunigt das Gescho&szlig;. Je l&auml;nger das Rohr ist, und je h&ouml;her die Treibladung, desto h&ouml;her die Endgeschwindigkeit und damit auch die Reichweite. Bei den deutschen Panzern gab es z.b. anfangs im Panzer IV die Kanone 7,5 cm L\/24 mit einer M&uuml;ndungsgeschwindigkeit von 385 m\/s und der Panther eine mit demselben Kaliber aber einem l&auml;ngeren Rohr (L\/70) und einer M&uuml;ndungsgeschwindigkeit von 700 bis 1120 m\/s je nach Granatentyp. Weiterhin ist die Reichweite von dem Kaliber abh&auml;ngig, da der Luftwiderstand nur von der Oberfl&auml;che, die Reduktion der Geschwindigkeit aber von der Gesamtmasse abh&auml;ngt. So erreichen Schiffsgesch&uuml;tze mit M&uuml;ndungsgeschwindigkeit von rund 800 m\/s nicht h&ouml;here Geschwindigkeiten als Feldartillerie, doch die gr&ouml;&szlig;eren Granaten werden viel weniger abgebremst und fliegen weiter.<\/p>\n<p>Ein Mehrkammergesch&uuml;tzt hat nun neben dem Hauptrohr weitere Kammern, mit weiteren Treibladungen, die nach der Hauptreibladung in kurzem Abstand gez&uuml;ndet werden. Sie erh&ouml;hen die Treibgasmenge. Diese Vorgehensweise erh&ouml;ht nicht nur die Geschwindigkeit, sondern verringert auch den Verschlei&szlig;: schlie&szlig;lich wird im Rohr Sprengstoff gez&uuml;ndet. Hat man davon viel (um eine h&ouml;here Geschwindigkeit zu erreichen), so dehnt er mit der Zeit das Rohr, die Treffgenauigkeit nimmt ab. Beim Z&uuml;nden nach der Haupttreibladung ist das Manko geringer, denn die Granate hat schon ein St&uuml;ck des Wegs zur&uuml;ckgelegt, die erste Treibladung hat sich ausgedehnt und bringt nur noch wenig Schub auf, richtet aber auch weniger Schaden an. In der Summe ist es so, dass zehn kleine Ladungen effektiver sind als eine gro&szlig;e.<\/p>\n<p>Die V3 sollte eine Endgeschwindigkeit von 1500 m\/s. erreichen. Ohne den Luftwiederstand w&auml;re eine Granate dann 162 km weit geflogen, mit Luftwiderstand basierend auf Erfahrungswerten wahrscheinlich etwa 120 km weit. Das Kaliber war mit 15 cm relativ klein und entsprach dem gr&ouml;&szlig;eren Standardgesch&uuml;tz der Artillerie, dem schweren Feldgesch&uuml;tz 18. Daf&uuml;r war das Rohr mit 58 m extrem lang. Es kamen spezielle &#8222;R&ouml;chlin-Speere&#8220; mit ausfaltbaren Stabsilierungsfinnen von 140 kg Gewicht (geplant) zum Einsatz. Das war f&uuml;r eine 150 mm Granate relativ schwer. Eventuell ist dies auch die Ursache, dass die Zielgeschwindigkeit nicht erreicht wurde. Die Granaten wurden auf maximal 1100 m\/s beschleunigt, was die Reichweite auf die H&auml;lfte, rund 60 km verk&uuml;rzte. Dazu trug aber auch die Reduktion der Rohrl&auml;nge von 130 auf 58 m bei. Die Granaten wogen auch nur noch 97 kg, davon 25 kg Sprengstoff der beim Aufprall detonierte. Es waren die Kanonen extrem unbeweglich und gaben nur drei Schuss pro Tag ab. Zwei St&uuml;ck wurden w&auml;hrend der Ardennenoffensive eingesetzt, waren aber aufgrund der gro&szlig;en Streuung von 4 km milit&auml;risch wirkungslos. Das ist das Grundproblem jeder Fernwaffe, die keine aktive Steuerung zur Kompensation der Abweichung hat, auch die A-4 hatte eine sehr hohe Streuung. Eine Abweichung von 3% in der Geschwindigkeit f&uuml;hrt bei 60 km Reichweite schon zur Steuerung &uuml;ber 4 km. Auch f&uuml;r diese Kanonen wurde enorm viel investiert, ohne das sie einen milit&auml;rischen Nutzen hatten. Eine dritte Anlage wurde vor der Fertigstellung durch britische Bombenangriffe zerst&ouml;rt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"Sturmtiger\" src=\"\/img\/sturmtiger.jpg\" width=\"800\" height=\"589\" align=\"left\" \/>Gelernt hat man aus dem Fiasko mit Supergesch&uuml;tzen nichts, denn zum Ende des Krieges wurden einige Tiger Panzer umgebaut: Anstatt der normalen 8,8 cm Kanone erhielten diese einen 38 cm M&ouml;rser! (Bild links) Das ging, weil die Laufl&auml;nge nur 200 cm betrug, bei einer echten Kanone w&auml;ren es 16 m gewesen und das Gewicht viel zu hoch. Obwohl der Turm entfiel waren die Sturmtiger mit 65 t nicht leichter als die normalen Tiger &#8211; kein Wunder jede der 15 Granaten wog 345 kg und war 149 cm lang. Davon entfielen 250 kg auf den Treibsatz, der erst nach Verlassen des Rohrs einen Feststoffantrieb z&uuml;ndete, um die Granate von 45 auf 200 m\/s zu beschleunigen, anders w&auml;re de Abschuss in dem Panzer nicht m&ouml;glich gewesen. Gedacht waren die Sturmtiger f&uuml;r den H&auml;userkampf auf kurze Entfernung und der Forderung steil zu schie&szlig;en (die Reichweite betrug maximal 5,6 km). Sie sollen auch eingesetzt worden sein, z.B. bei der Niederschlagung des Aufstands im Warschauer Ghetto, sie waren aber logistische Monstren und von geringem Nutzen.<\/p>\n<p>Deutschland produzierte auch die schwersten Kampfpanzer des zweiten Weltkriegs. Der Tiger I wog 57 t, der Elefant 65 t, genauso wie der oben erw&auml;hnte Sturmtiger, die zweite Version des Tigers, der Tiger II schon 69,7 t und der Jagdtiger mit seiner 12,8 cm Kanone schon 71,7 t. (ein Leopard 2 wiegt mit 62 t weniger). der Jagdtiger ist der schwerste jemals in Serie gebaute Kampfpanzer. Doch ist er nur ein Zwerg verglichen mit dem Panzerkampfwagen VIII. Was meinen sie wie dieser hei&szlig;t? In der Wehrmacht gab es den Panzersp&auml;hwagen Luchs, den mittleren Kampfpanzer Panther und den schweren Tiger, dazu bei den Sturmgesch&uuml;tzen den Brummb&auml;r, das Nashorn und den Elefant. Wie w&uuml;rde man wohl einen noch gr&ouml;&szlig;eren Panzer nennen? L&ouml;we? Ozelot? Wolf? Nein, der gr&ouml;&szlig;te jemals gebaute Panzer hie&szlig; &#8230;<\/p>\n<p><strong>Maus<\/strong><\/p>\n<p>Kein Witz: der jemals gr&ouml;&szlig;te zumindest in einem Exemplar gebaute Panzer hie&szlig; &#8222;Maus&#8220;. Nur war die &#8222;Maus&#8220; 188 t schwer, alleine der Turm wog mit 55 t soviel wie ein Tiger der ersten Generation. Er war &uuml;ber 10 m lang, 3,68 m breit und 3,89 m hoch, also in etwa so gro&szlig; wie ein Einfamilienhaus. Siehe Bild, ein wahres Monster&#8230; Als Hauptbewaffnung w&auml;hlte man die gr&ouml;&szlig;te serienm&auml;&szlig;ig hergestellte Kanone f&uuml;r die Bek&auml;mpfung von Punktzielen, das war die 12,8 cm Flak die auch der Jagdtiger hatte (dort konnte sie die alliierten Panzer noch aus 2,5 bis 4 km Entfernung ausschalten). Als Sekund&auml;rwaffe gab es eine koaxial (nur begrenzt schwenkbare) 7,5 cm Kanone mittlerer L&auml;nge, das Standardgesch&uuml;tz der Panzer IV. F&uuml;r die Serienexemplare war eine Neuentwicklung, eine 15 cm Kanone vorgesehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft\" alt=\"Maus\" src=\"\/img\/panzer-viii-maus.jpg\" width=\"768\" height=\"586\" align=\"left\" \/>Die Panzerung war mit 50 bis 240 mm St&auml;rke nicht viel dicker als beim Tiger, aber wog wegen der Gr&ouml;&szlig;e des Panzers entsprechend mehr. Selbst ein eigens f&uuml;r den Panzer konstruierter 12 l Dieselmotor mit 1080 PS\u00a0 (sp&auml;ter 1200 PS) konnte ihn nur auf 14 km\/h im Gel&auml;nde (20 km\/h auf der Stra&szlig;e) beschleunigen, womit der Panzer extrem tr&auml;ge gewesen w&auml;re. Vor allem d&uuml;rfte es am ben&ouml;tigten Benzin (3800 l auf 100 km im Gel&auml;nde) gemangelt haben. Auch bei guter Panzerung muss ein Panzer mobil sein, auch ein nicht zu leichtes Ziel zu sein. Es gibt ja noch Infanterie mit Hohlladungssprengladungen und die wirksamste Waffe der US-Armee gegen den Tiger war der Beschuss mit gro&szlig;kalibriger Artillerie, die wegen der geringen Mobilit&auml;t dieser Gesch&uuml;tze auch bessere Chancen bei einem langsamen Panzer hatte. Nicht umsonst wird als bester deutscher Panzer des zweiten Weltkriegs nicht der tiger angesehen, sondern der Panther der zwar nicht so gut gepanzert und eine Kanone mit kleinerem Kaliber hatte, aber beweglicher war (und zudem weitaus weniger st&ouml;ranf&auml;llig: die meisten Tiger gingen nicht durch Feindbeschuss verloren sondern mussten aufgegeben werden, weil sie mechanische Defekte hatten)<\/p>\n<p>Es gibt gute Gr&uuml;nde, warum Panzer nicht schwerer wurden, als die gr&ouml;&szlig;ten Exemplare des zweiten Weltkriegs. Mit fast 190 t Gewicht h&auml;tte die Maus die meisten Br&uuml;cken nicht passieren k&ouml;nnen. Auch das Verladen auf die Eisenbahn d&uuml;rfte problematisch gewesen sein und wer sich die Sch&auml;den bei Stra&szlig;en ansieht die nur von 60 t schweren Leopard angerichtet werden kann sich vorstellen wie problematisch erst die Maus in dieser Hinsicht ist. Es wurden nur zwei Exemplare bis Kriegsende fertiggestellt. 11 weitere gab e in verschiedenen Stadien des Baus. Andere Kampfpanzer der 75 und 100 t Klasse kahmen &uuml;ber das Projektstadium nicht hinaus.<\/p>\n<p>Der\/die Maus ist wohl das beste Beispiel des Gigantismus den die Wehrmacht bei manchen Projekten verfolgte. Es ist bezeichnend, das man von drei Entw&uuml;rfen die f&uuml;r den Panzer E100 (E= Entwicklung 100: 100 t Gewicht) den schwersten w&auml;hlte, es gab auch konkurrierende Entw&uuml;rfe von Krupp (&#8222;L&ouml;we&#8220; mit 76 bzw. 90 t Gewicht (bewaffnet mit einer 10,5 bw. 15 cm Kanone)<\/p>\n<h2>Zusammenfassung<\/h2>\n<p>Ich habe in diesem Artikel nur ein par Projekte beleuchtet, es g&auml;be sicherlich noch mehr zu berichten, denn das ist nur die Spitze des Eisbergs. es gab zahlreiche Projekte die nicht das Prototypstadium erreichten oder die es nur auf dem Papier gab, so z.B. Landkreuzer mit Gesch&uuml;tzen die man normalerweise nur auf Schiffen findet von bis zu 1500 t Gewicht. Auf der anderen Seite, war wie im Eingang schon angedeutet die Entwicklung auch sehr produktiv, es wurden Vorl&auml;ufer zahlreicher Waffen erfunden, so die Gleitbombe, das Cruise Missile, nat&uuml;rlich die taktisch einsetzbare Gro&szlig;rakete, die D&uuml;senj&auml;ger etc. Es war aber auch kennzeichnend f&uuml;r die deutsche Industrie zu dieser Zeit sehr viele Prototypen und Varianten zu entwickeln. Deutschland wandelte auch schon existierende Flugzeuge und Fahrzeuge in einem Ma&szlig;e ab, wie dies die anderen Nationen nicht taten, die mehr auf homogene Gro&szlig;serien setzten. So entstanden aus den Fahrgestellen und Wannen der deutschen Panzer zahlreiche Sturmgesch&uuml;tze, Jagdpanzer, und mobile Artellerielafetten. Zahlreiche Flugzeuge wurden f&uuml;r die unterschiedlichsten Rollen modifiziert. So war die Ju 88 mittlerer Bomber, Torpedo Bomber, Aufkl&auml;rer und schlie&szlig;lich sogar Nachtj&auml;ger.<\/p>\n<p>Die teilweise &uuml;berlegene Technik, wie z.B. bei den Jagdflugzeugen Me-262, den Panzern Panther und Tiger konnte aber nicht das Missverh&auml;ltnis der Kr&auml;fte ausgleichen, zumal die vielen Entwicklungen ja auch Ressourcen kosteten. Dazu kam gerade in den letzten beiden Jahren der Mangel an ausgebildeten Piloten oder Soldaten, ohne die auch die beste Waffe ihre Wirkung verliert. Schlussendlich gewannen die Alliierten durch die materielle &Uuml;berlegenheit, h&ouml;here St&uuml;ckzahlen anstatt besserer Technik.<\/p>\n<p>Im Endeffekt sorgten diese skurrilen Entwicklungen daf&uuml;r, das der Krieg verk&uuml;rzt wurde, denn sie banden Ressourcen die man sonst f&uuml;r R&uuml;stungsg&uuml;ter gebraucht h&auml;tte. Das gr&ouml;&szlig;te Projekt war die A-4, von den Nazis &#8222;V-2&#8220; genannt. Ihre Entwicklung und Produktion sollen 2 Milliarden Reichsmark gekostet haben. Wenn ich die Schilderungen meiner Mutter &uuml;ber Preise und Arbeitsl&ouml;hne zu dieser Zeit nehme entspricht dies heute der zehnfachen Summe in Euro. Nur als Vergleich: Die Panzer IV,V und VI kosteten zwischen 103.000 und 250.000 Reichsmark pro St&uuml;ck, Flugzeuge gab es ab 100.000 Reichsmark, U-Boote ab 3 Millionen Reichsmark und ein Schlachtschiff wie die Bismarck und Tirpitz kosteten rund 196 Millionen Reichsmark. Das bedeutet man h&auml;tte alleine f&uuml;r diese Summe rund 20.000 Panzer IV (gesamte produzierte St&uuml;ckzahl:\u00a0 8525), 2000 ME 109 (Produktionszahl: 30.500) oder zehn Schlachtschiffe (nur zwei gebaut) bzw. 700 U-Boote (gebaut ungef&auml;hr 1.200). Daran sieht man, dass man mit diesen Mitteln durchaus erheblich mehr R&uuml;stungsg&uuml;ter h&auml;tte herstellen k&ouml;nnen.<\/p>\n<p>Schlussendlich f&uuml;hrten die Entwicklungen so nicht zu einer Verl&auml;ngerung des Krieges, sondern seiner Verk&uuml;rzung, Zum Gl&uuml;ck f&uuml;r uns, denn die ersten beiden Atombomben wurden entwickelt um &uuml;ber Deutschland abgeworfen zu werden.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/17c09f3c70d64adab9167e5805160611\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, heute kommt nun der zweite Teil &uuml;ber skurrile Erfindungen und Entwicklungen des deutschen Milit&auml;rs im dritten Reich. Ich habe mich wie im ersten Teil auf die Dinge beschr&auml;nkt die nicht nur auf Papier oder Holzmodell gebaut wurden, sondern von denen zumindest ein Prototyp gebaut wurde. 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Als ich an ihm arbeitete, fielen mir die Paralellen zur heutigen Trumpregierung auf und ich habe meinen Text unten noch um einen Absatz \u00fcber heute erg\u00e4nzt, der im Buch fehlt und dort auch nicht erscheint, es\u2026","rel":"","context":"In &quot;Allgemein&quot;","block_context":{"text":"Allgemein","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/allgemein\/"},"img":{"alt_text":"","src":"https:\/\/vg06.met.vgwort.de\/na\/e4f9253ed58c476b8b2cfc206b9a6fb5","width":350,"height":200},"classes":[]},{"id":18643,"url":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2026\/04\/22\/reiches-endlager\/","url_meta":{"origin":9813,"position":5},"title":"Reiches Endlager","author":"Bernd Leitenberger","date":"22. April 2026","format":false,"excerpt":"Man ist ja von der derzeitigen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche einiges gewohnt. Mal will sie 40 neue Gaskraftwerke bauen, dann die F\u00f6rderung regenerativer Energien ab dem 1. Januar 2027 einstellen, schon jetzt bekommen nach einer Gesetzesreform Betreiber von Windkraftanlagen keine Verg\u00fctung mehr f\u00fcr Strom. den sie nicht einspeisen k\u00f6nnen, weil die\u2026","rel":"","context":"In &quot;M\u00fcnchhausens Kolumne&quot;","block_context":{"text":"M\u00fcnchhausens Kolumne","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/category\/satire\/muenchhausen\/"},"img":{"alt_text":"","src":"","width":0,"height":0},"classes":[]}],"jetpack_sharing_enabled":true,"amp_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9813","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/169"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9813"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9813\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9813"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9813"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9813"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}