{"id":991,"date":"2006-09-04T08:58:31","date_gmt":"2006-09-04T06:58:31","guid":{"rendered":"http:\/\/bernd-leitenberger.de\/blog\/?p=991"},"modified":"2009-06-01T08:59:20","modified_gmt":"2009-06-01T06:59:20","slug":"gibt-es-intelligentes-leben-auf-der-erde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.bernd-leitenberger.de\/blog\/2006\/09\/04\/gibt-es-intelligentes-leben-auf-der-erde\/","title":{"rendered":"Gibt es intelligentes Leben auf der Erde?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/img\/near-saudiarabien.jpeg\" border=\"0\" alt=\"Saudi ariabische W&uuml;ste fotographiert von NEAR\" width=\"412\" height=\"537\" align=\"left\" \/>In einem anderen Artikel schrieb ich wie man die Vorbeifl&uuml;ge von <a href=\"near.shtml\">NEAR<\/a> und Galileo an der Erde um Schwung zu holen nutzte um festzustellen, ob es auf unserer Erde intelligentes Leben gibt. Heute will ich erkl&auml;ren an welchen Tatsachen man dies festmachen kann.<\/p>\n<p>Fangen wir mit dem einfachsten an:?Man sieht es. Nat&uuml;rlich kann man mit einer Raumsonde wenn sie die Erde in kurzer Distanz passiert Fotos der Oberfl&auml;che machen. Wie gut diese sind h&auml;ngen von der G&uuml;te des Objektives und der Entfernung ab. Doch Cassini und Galileo hatten so gute Teleskope und passierten die Erde in so naher Entfernung, dass man mit Aufnahmen mit einer Aufl&ouml;sung von 10-20 m rechnen konnte, also vergleichbar der welche auch Erderkundungssatelliten haben. Auf solchen Aufnahmen kann man gr&ouml;&szlig;ere Stra&szlig;en wie Autobahnen, Orte und nat&uuml;rlich die verschiedenen Farben von bestellten Feldern gut erkennen.<\/p>\n<p>Doch es ist reiner Zufall, ob man im Flugpfad &uuml;ber bewohntes Gebiet fliegt. Denken wir daran: 60 % der Erdoberfl&auml;che sind mit Meeren bedeckt. Fliegt man &uuml;ber Europa oder die USA so wird man sicherlich spuren menschlicher Aktivit&auml;t entdecken, doch bei einem Flug &uuml;ber Australien, Afrika, Sibirien und S&uuml;damerika ? Zudem k&ouml;nnen Wolken die Sicht verstellen. So konnte nur die Raumsonde NEAR Spuren menschlicher Besiedlung feststellen &#8211; kreisf&ouml;rmige bew&auml;sserte dunkle Fl&auml;chen in der saudiarabische W&uuml;ste.<\/p>\n<p>Was gibt es noch ??Nun wir verbreiten enorme Mengen an Funksignalen &#8211; Langwelle, Kurzwelle, Mittelwelle, UKW und VHF?Band. Sendungen zu Satelliten im C und K?Band. Diese senden wir mit hoher Sendeleistung aus und viele davon auch ungerichtet. Die Signale sind moduliert, entweder Frequenzmoduliert oder Amplitudenmoduliert und unterscheiden sich so von nat&uuml;rlichen Quellen. Man m&uuml;sste diese also leicht erkennen k&ouml;nnen &#8211; Ja wenn man weis wonach man suchen muss. Planetensonden haben in der Regel Breitbandempf&auml;nger an Bord. <a href=\"galileo.shtml\">Galileo<\/a> zum Beispiel einen mit einem Frequenzbereich von 5-5.6 MHz. In diesem k&ouml;nnen maximal 25200 Messungen pro Sekunde gemacht werden. Die Frequenzaufl&ouml;sung betr&auml;gt wegen der hohen Bandbreite in der Regel 0.1 der Zentralfrequenz, d.h. bei 1 MHz ist der Frequenzbereich der abgetastet wird 100 kHz breit.<!--more--><\/p>\n<p>Das ist ein Problem:?Wir benutzen die Signale ja effektiv, d.h. in der Regel schmalbandige Frequenzb&auml;nder und hohe Datenraten. Eine Raumsonde soll nicht die Signalmenge in VHF?Bereich eines engbandigen Fernsehkanals in Echtzeit analysieren, das w&auml;ren einige Megabit\/sec. Sie soll nach Signalen aus der Ionosph&auml;re suchen und daf&uuml;r reichen wenige Messungen pro Sekunde aus. In der Folge vermischen sich Signale, die feine Modulation kann nicht zeitlich aufgel&ouml;st werden und es ist schwer die k&uuml;nstliche Natur zu erkennen. Es ist als versuchen sie in einem Saal voller Menschen die durcheinander sprechen eine Stimme zu h&ouml;ren &#8211; Sie h&ouml;ren nur Gemurmel, Ger&auml;usch. Zudem sind die Frequenzb&auml;nder welche Raumsonden benutzen auf der Erde unbeliebt. Schlie&szlig;lich soll nach Signalen der Ionosph&auml;re gesucht werden &#8211; das ist es hinderlich f&uuml;r irdische Kommunikation, denn die wird durch dieselben Signale gest&ouml;rt.<\/p>\n<p>So verwundert es nicht, das Galileo zwar ein moduliertes Signal empfing, aber man anhand dessen nicht sicher sagen konnte, das es k&uuml;nstlicher Natur ist.<\/p>\n<p>Zuletzt gibt es nat&uuml;rlich die Ver&auml;nderungen die der Mensch verursacht. Neben den visuell sichtbaren ist es nat&uuml;rlich die Ver&auml;nderung der Atmosph&auml;re. Doch sie ist subtil:?F&uuml;r die Emission von Kohlendioxid, Methan und Lachgas die durch Verbrennung und Landwirtschaft entstehen gibt es auch nat&uuml;rlich Ursache. &Uuml;brig bleiben nur eine Reihe von Spurengasen die k&uuml;nstlich sind, vor allem die Fluorchlorkohlenwasserstoffe.?Diese nachzuweisen von einem Satelliten ist m&ouml;glich, wenn dieser den Horizont beobachtet wo durch die dickeren Luftschichten man ein deutliches Signal bekommt und gegen das All schaut, d.h. kein Hintergrundspektrum vorliegt. Doch damit man dies von einer Planetensonde aus gegen das Spektrum der Oberfl&auml;che nachweisen kann, braucht man schon empfindliche Instrumente. Das ist bislang noch nicht gelungen.<\/p>\n<p>Anders sieht es aus, wenn man nicht nach intelligentem Leben sucht, sondern nur nach Leben. Auch hier fanden die ersten Untersuchungen durch Galileo statt. Galileo konnte molekularen Sauerstoff in der Atmosph&auml;re nachweisen. Das ist nach unserem Verst&auml;ndnis ein starkes Indiz f&uuml;r Leben, denn Sauerstoff reagiert mit Metallen und kommt daher frei kaum in vulkanischen Gasen vor. Vor allem fehlt aber dass dort reichlich vorkommende Kohlendioxid. Doch damit weis man nicht ob es heute Leben gibt oder es nur mal Leben gab und der Sauerstoff geblieben ist, jedoch das Leben heute nicht mehr existiert. Galileo lieferte daf&uuml;r einen Indiz, indem es die spektrale Signatur einer Substanz auffing die nicht zu den Gasen und Mineralien passte und die wir auf der Erde als Chlorophyll bezeichnen. Zur Aufl&ouml;sung der Natur war Galileos Infrarotspektrometer jedoch nicht empfindlich genug.<\/p>\n<p>Als <a href=\"mars-express.shtml\">Mars Express<\/a> nach dem Start zur&uuml;ckschaute machte es nicht nur Aufnahmen mit der Kamera, sondern auch Spektren der Erde und in diesen fand man einen deutlichen Hinweis f&uuml;r Leben auf der Erde:?Neben dem oxidierenden Sauerstoff, Wasser und dem Kohlendioxid gab es auch Signaturen von Lachgas und Methan. Die letzten beiden Gase sind aber in einer Sauerstoffatmosph&auml;re instabil und werden zu Stickoxiden und Kohlendioxid in der Stratosph&auml;re oxidiert. Sie m&uuml;ssen also laufend nachgeliefert werden. F&uuml;r Methan sind die wesentlichen Quellen G&auml;rungen sowohl in S&uuml;mpfen aber vor allem in den M&auml;gen von Wiederk&auml;uern und &uuml;berfluteten Reisfeldern die der Mensch angelegt hat. F&uuml;r Lachgas ist die wesentlichste Quelle ebenfalls eine anaerobe G&auml;rung in S&uuml;mpfen oder Reisfeldern.<\/p>\n<p>So ist es nicht leicht auf unserem Planeten Leben nachzuweisen, wenn man Pech hat oder das Instrumentarium nicht ausreichend empfindlich ist, kann es einem auch entgehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem anderen Artikel schrieb ich wie man die Vorbeifl&uuml;ge von NEAR und Galileo an der Erde um Schwung zu holen nutzte um festzustellen, ob es auf unserer Erde intelligentes Leben gibt. Heute will ich erkl&auml;ren an welchen Tatsachen man dies festmachen kann. Fangen wir mit dem einfachsten an:?Man sieht es. 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