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Die größten Raubsaurier

CoelophysisEs üben auf viele die großen Raubsaurier eine große Anziehung aus. Jurassic Park geht nicht ohne Tyrannosaurier, auch wenn Deinonychos die Hauptrolle speilt (war nur in Wirklichkeit gerade mal halb so groß). Daher in diesem Aufsatz eine kleine Geschichte der großen Raubsaurier, es gab natürlich auch kleinere, gemeint sind aber die zu ihrer jeweiligen Zeit größten, auch wenn sie zu verschiedenen Arte´  gehören.

 Fangen wir erst mal mit den Grundlagen an: Was sind Dinosaurier? Viele meinen ja Dinosaurier wären alle großen Reptilien aus dem Jura und der Kreide. Das ist falsch. Alle Dinosaurier waren Landtiere, sie haben nichts mit den großen Flugsauriern, Fischsauriern und Meeresechsen zu tun. Auch waren nicht alle groß, die kleinsten waren so groß wie ein Huhn. Gerade bei den fleischfressenden Raubsauriern gibt es eine enge Arten die maximal so groß wie ein Mensch wurden. Anatomisch macht man die Zugehörigkeit einer Art zu den Dinosauriern an einem Detail fest, das bei allen Dinosauriern gegeben ist: sie haben wie Säugetiere Beine, die unter dem Körper sind, anstatt wie bei anderen Reptilien, welche die quer abstehen, so wie dies heute noch bei den Krokodilen der Fall ist. Damit waren sie viel beweglicher als andere Reptilien ihrer Zeit.

Aufgrund des Becksen kann man dann noch zwei Untergruppen, die Saurischier (dazu gehören die Raubsaurier, aber auch die langhalsigen Sauropoden wie der Brachiosaurus) und die Ornithitscher (alle anderen Saurier, nur pflanzenfressende Arten) festlegen.

MegalosaurusEine zweite Sache die zu klären ist, warum die meisten Dinosaurier so groß waren. Das liegt aber nicht an den Sauriern, sondern dem Klima. Wir wissen auch von anderen Perioden der Erdgeschichte, das bei einem sehr warmen Klima, das eine üppig wachsende Vegetation ermöglicht, die Tiere recht groß waren. Im Karbon gab es Libellen mit einer Spannweite von 70 cm, Tausendfüßler von 1 m Länge und Lurche von 1,5 m Größe, im Miozän, der wärmsten Periode in der Erdneuzeit, lebten die größten Säugetiere die es je gab. Auch das Jura und die Kreide machen da keine Ausnahme. Flugsaurier erreichten bis 17 m Spannweite Krokodile wurden bis 15 m lang und Meeressaurier bis zu 20 m. Kurz: damals waren alle Tiere riesig. Die Begründung ist relativ einfach, nur wenn genügend Futter zur Verfügung steht sind so große Tiere überhaupt denkbar. Umgekehrt kennt man das Phänomen des Zwergenwuchses, wenn eine Art isoliert wird. Das kennt man von Fossilien von Mittelmeerinseln die dort einwanderten als es das Mittelmeer noch nicht gab und dann nicht mehr weg konnten. Da gab es Elefanten die nur noch so groß wie ein Kalb wurden, weil die Inseln gar nicht die Nahrung für große Elefanten boten. Die Dinosaurier entwickelten sich aus Arten die gar nicht mal so groß waren. Im Trias als sie aufkamen gab es nur wenig Vegetation, vor allem an den Küsten.

Doch gehen wir zurück zum Anfang. Der Urahn aller fleischfressenden Dinosaurier ist Coelophysis. (Bild oben) Er lebte in der Obertrias, vor 228 bis 203 Millionen Jahren, war etwa 1-3 m lang und maximal 20 bis 30 kg schwer. Er hatte hohle Knochen, die man sonst nur bei Vögeln findet, vielleicht ein früher Hinweis, dass sich die Vögel aus den Dinosauriern entwickelt haben. Coelophysis unterscheidet sich noch deutlich von den späteren großen Raubsauriern wie dem Tyrannosaurus als letztem Vertreter. Er ist relativ schlank und hat einen relativ langen Hals, aber verhältnismäßig große und bewegliche Arme. Das Bauprinzip bewährte sich und in der Folge gab es bis zum Ende der Kreidezeit neben den großen Räubern auch Arten, die aussahen wie Coelophysis, wie Struthiomimus, die auch nicht viel größer als Coelophysis wurden. Mit Federn hätte man einige von Ihnen wohl für Sträuße mit Händen gehalten. Allosaurus

 Danach änderten sich die Klimabedingungen. In der Trias waren noch alle Kontinentalplatten zu einem großen Kontinent verbunden. das bedeutete im inneren regnete es kaum, es gab dort wüstenähnliches Klima. Im Jura begannen sich die Kontinente zu trennen. Zum Ende des Juras gab es vier Kontinente die durch verhältnismäßig kleine Ozeane getrennt waren: Europa und Asien, Nordafrika, Grönland und Island, Südamerika und Afrika und die Antarktis, Australien und Indien. Dadurch entstanden wieder Meeresströmungen und im Jura gab es ein sehr warmes, subtropisches Klima weltweit. Obwohl die Antarktis an der heutigen Position war lebten auf ihr Dinosaurier - die Pole waren eisfrei und der Meeresspiegel deutlich höher als heute, was dazu führte das Deutschland weitgehend unter Wasser lag. Es gab siebenmal so viel Kohlendioxid in der Luft und auch der Sauerstoffgehalt war mit 26% deutlich höher als heute -ideale Bedingungen für die Entwicklung einer reichen Vegetation, nur war sie anders als heute, Es dominierten Palmfarne (sie sehen aus wie Palmen, sind aber Nadelgehölze) und andere Nadelgehölze. Mammutbäume, Kiefern und Gingkobäume gab es damals schon.

Im Mitteljura, vor 189 Millionen Jahren taucht dann der erste große Raubsaurier mit dem typischen Bau den man mit dieser Gattung verbindet auf: Megalosaurus. (zweites Bild von oben) Er ist zum einen erheblich großer als die bisherigen Raubsaurier (bis 9 m lang und 900 kg schwer), er unterscheidet sich auch im Bau. Der Hals war kürzer, die Vorderbeine kleiner, dafür der Schwanz länger und die Hinterbeine muskulöser. In dieser Zeit schein die Natur etwas zu experimentieren, denn andere Vertreter der Gruppe der Megalosauridae, zu der Megalosaurus gehörte, trugen ein kleines Horn auf der Schnauze (Proceratosaurus und Ceratosaurus) oder Knochenkäme auf dem Kopf (Dilophosaudus). Betrachtet man sich die Vertreter an, so wird aber die Entwicklung zu den großen Raubsauriern deutlich. Der Kopf wurde größer, Vorderbeine kleiner, das Tier insgesamt größer und auch robuster, nicht so grazil wie es noch Coelophysis war. Auch werden die Arten größer. Megalosaurus ist schon der größte Vertreter seiner Gruppe, wurden nur 5-7 m lang. Je weiter die Zeit fortschritt, desto größer wurden die Raubsaurier

GiganotosaurusIm Oberjura, vor 160 Millionen Jahren taucht dann der Allosaurus  auf drittes Bild von oben), der der Namensgeber einer ganzen Gruppe ist, die sich bis in die Unterkreide halten sollte. Gegenüber Megalossaurus ist er noch etwas größer (Allosaurus wurde bis 10 m lang), vor allem aber schwerer (bis zu 2). Der Kopf ist noch größer, das Tier massiver. Allosaurus war weltweit verbreitet, auch das eine Ausnahme, oftmals findet man bestutimmte Raubsaurier nur in einer Region. Verschiedene Vertreter der Gattung Allosauridae wurden noch größer, bis 13 m. Allosaurus war ein relativ agiler Saurier trotz seines Gewichts. Er verfügte über kleine Arme, sie waren aber noch nicht so zurückentwickelt wie bei den Tyrannosauriern. In der Unterkreide gingen aus ihnen die Carcharodontosauridae hervor, die nochmals an Größe zulegten und bei Giganotosaurus 13cm Länge erreichten. Sie näherten sich im Körperbau den Tyrannosauriern, behielten aber drei Zehen in den Vorderklauen, ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.  Die Carcharodontosauridae als Nachfolger der Allosaurier entstehen von 131 Millionen Jahre in der unterkreide und starben vor etwa 90 Millionen Jahren aus.  Giganotosaurus als größter Vertreter der Gruppe (Bild rechts mit einem Menschen als Vergleich) ist von einem Tyrannosauriden eigentlich nur noch durch die dreizehige Hand unterscheidbar.

Danach erschienen die Saurier, die wohl viele mit dem Raubsauriern verbinden, die Tyrannosauriden. Diese Gruppe hat einige sehr einprägsame Merkmale, die sie von den früheren Raubsauriern unterscheiden. Zum einen sind die Vorderbeine extrem stark zurückgebildet. Damit konnte der Saurier kaum Bette festhalten, und auch das Aufstehen eines liegenden Tieres muss mühsam gewesen sein. Sie haben nur zwei arme. Dagegen ist der Kopf sehr massiv und groß, der Körper ebenfalls, von Grazie kann nun Keine rede mehr sein. Tyrannosaurus als größer Vertreter war mit 12,4 m Länge zwar 30% größer als Allosaurus, aber mit 6,8 t Gewicht rund viermal so schwer. Charakteristisch ist der S-förmige Hals, denn man bei Skeletten sehr deutlich sieht. Die Form, so wurde gemutmaßt federt einen Aufprall des Kopfes gegen eine Beute recht gut ab, denn ohne lange Arme mit Krallen müssen die Tiere vor allem mit dem Kopf große Stücke aus der Beute gerissen haben.

AlbertosaurusBei allen großen Raubsauriern gibt es die Diskussion ob die Tiere Aasfresser waren oder gejagt haben und beim Tyrannosaurus sind sie naturgemäß am heftigsten gewesen, eben weil mit den kleinen Armen und dem großen Gewicht das Tier seine Beute nur mit einem gezielten Biss verletzen konnte und bei 6,8 t Gewicht (es gibt auch Schätzungen von 8 bis 9,5 m Gewicht und die Länge wird auch bis zu 15 m angegeben, da man kein komplettes Skelett hat ist wie bein anderen Größenangaben da oft auch Spekulation mit dabei). ist man nicht gerade flink. Nur am furchterregenden Gebiss mit 60 bis 64 Zähnen von Steakmessergröße kann man es nicht festmachen, denn auch Hyänen die Aas fressen oder anderen Raubtieren die Beute abjagen haben ein furchterregendes Gebiss mit hoher Bisskraft - damit sie die Knochen brechen können. So mutmaßte man auch Tyrannosaurus würde anderen Raubsauriern wie Deinonychus die Beute abjagen.

Da man aber Riefen von den Zähnen eines "T-Rex",  die verheilt sind, in Triceratops Nackenschutzschilden fand, weiß man dass der Tyrannosaurus diese recht wehrhafte Art jagte und zumindest dieses eine Tier das überlebte. Tyrannosaurus ist der größte seiner Gruppet, es gab aber auch kleinere wie Albertosaurus (Bild links) oder Daspletosaurus die 8 bis 9 m lang wurden. Die Tyrannosauriden tauchten vor 80 Millionen Jahren auf und Tyrannosaurus ist nicht nur der größte, er war auch die letzte Art, die es gerade mal 3 Millionen Jahre gab als die Kreide durch den Einschlag eines Asteroiden zu Ende ging und alle Dinosaurier ausstarben. Die Größe ist etwas verwunderlich, weil zum Ende der Kreidezeit viele Gattungen wieder kleiner wurden. Es kamen neue Pflanzen auf, die ersten modernen Blütenpflanzen. In der Kreidezeit setzte sich die Kontinentalbewegung fort, nun trennten sich auch Afrika und Südamerika, Australien und Indien gingen auf Reise und der Atlantik bildete sich. Das Klima war immer noch warm, 4 Grad wärmer als heute, aber schon deutlich kühler als im Jura. Es gab sechsmal mehr Kohlendioxid und der Sauerstoffgehalt erreichte rekordverdächtige 30%. Die Pole waren nun zumindest zweitweise wieder vereist. In der Oberkreide kühlte das Klima noch weiter ab, wodurch die Nahrung nicht mehr in dem Maße zur Verfügung stand und viele Arten wieder kleiner wurden. Die großen Sauropoden wie Apatosaurus (Brontosaurus) gab es nur im Jura, in der Oberkreise wurden die Sauertöpfen nur noch zwischen 12 und 15 m lang, im Jura dagegen noch bis zu 26 m. Schuld daran war auch dass viele der vorher die Erde bedeckende Pflanzen mit vergleichsweise weichen Blättern durch die erstmals auftauchenden Grässer verdrängt wurden.

AlioramusInteressant ist übrigens, das die Tyrannosauriden sich in Asien und dem westlichen Nordamerika bildeten - nur waren die Kontinente als dies begann schon getrennt. Sie müssen sich also parallel aus einem gemeinsamen Vorläufer gebildet haben. Allerdings ist Tarbosaurus die einzige Gattung die Tyrannosaurus ähnelt, die zweite asiatische Gattung Alioramus (Bild rechts) unterscheidet sich deutlich, hat z. B. etwa 10 bis 14  Zähne mehr, einen kleineren und länglicheren Kopf und ist mit 6 m Länge gerade mal halb so lang wie Tarbbosaurus.

Der wohl ungewöhnlichste Raubsaurier ist Deinocheirus ("schreckliche Hand"). Denn nichts mehr kennt man von diesem Saurier: zwei Hände von 2,4 m Länge mit  20-24 cm langen Krallen. Nur zum vergleich: Die Arme des T-Rex sind gerade mal einen Meter lang. Da man den Rest des Tieres nicht kennt muss vieles Spekulation bleiben. Manche halten Deinocheirus auch nicht für einen Raubsaurier sondern einen wehrhaften Pflanzenfresser, der auf allen vieren geht und daher gar nicht mal so groß sein muss wie ein Raubsaurier, bei dem naturgemäß die Hände eher klein waren.

Erst in den letzten Jahren hat man weitere Fossilien gefunden. Vorher hielt man Deinocherius für einen sehr großen Raubsaurier, manche meinten er wäre größer als Tyrannosaurus. Heute weiß man, das er zu einer anderen fleischfressenden Sauriergruppe den Ornithominiden. Diese Saurier sind schlanker, haben einen langen Hals und viele keine Zähne mehr. Manche lebten als Eierdiebe oder sie jagten sehr kleine Tiere, aber keine Saurier in ihrer Größe. Deinocheirus ernährte sich nach den Untersuchungen wahrscheinlich von Fisch und Kopffüsslern. Er hatte ein zahnloses Maul und fing sie wohl mit den Klauen. Das Tier wird heute auf 11 m Länge und 6,36 t Gewicht geschätzt. Nach Ansicht einiger Forscher ist der Riesenwuchs wohl vor allem ein Schutz vor größeren Raubsauriern.

Die Carbosaurier waren übrigens nicht immer die größten Saurier. Ein weiterer fischfressender Saurier, der Spinosaurus, so benannt nach seinem charakteristischen Rückensegel der Spinosaurus könnet der größte Saurier und das größte Landraubtier gewesen sein. Da kein komplettes Skelett vorliegt gibt es nur Schätzungen über die Länge (12,8 bis 18 m) und Gewicht (7 bis 20,6 t). Neuere Untersuchungen legen eine Länge von mindestens 15 m nahe, damit wäre er so groß wie Tyrannosaurus, aufgrund des massiven Körperbaus aber deutlich schwerer (das gilt auch für Deinocheirus). In jedem Falle war er der größte seiner Zeit, denn als er vor 112 bis 97 Millionen Jahre lebte, den Tyrannosaurus tauchte erst 20 Millionen Jahre später auf.

Wie es wohl weiter gegangen wäre, wenn nicht durch Asteroideneinschlag eine globale Katastrophe eingetreten wäre? Nun man Weiß heute, das es den Dinosauriern schon zu ende der Kreidezeit schlecht ging. Die Zahl der arten hatte schon vor dem Einschlag abgenommen, vielleicht hätten sie überlebt, aber ich bin mir relativ sicher, auch die Raubsaurier wären wieder kleiner geworden denn schon vor dem Einschlag des Asteroiden, de den Chicxulub-Krater hinterließ veränderte sich das Klima und es wurde kälter. der immer größer werdende Atlantik führte zu mehr kalter Luft, während vorher vor allem seichte und warme Binnenmeere das Klima bestimmten. Als das Paläozän, als erste Epoche der Neuzeit anbrach war das Klima 2-3 Grad kälter am zum Ende der Kreidezeit. Mehr über das Masseaussterben am Ende der Kreidezeit in einem eigenen Artikel.

Artikel verfasst am 7.2.2014. Artikel geändert am 20.9.2016


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.

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