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Bernd Leitenbergers Ketzer Seite

Dummheit ist eine Konstante

Im neuen Jahrtausend verdoppelt sich das Wissen der Menschheit alle 5 Jahre. Noch nie gab es so viele Möglichkeiten zu informieren und noch nie stand der Zugang zur Bildung jedem zur Verfügung. Die Menschen sollten also schlauer als früher sein.

Privatfernsehen - Oder: Alles so schön bunt hier...

Doch schaut man sich intensiver um so sieht es anders aus. Werfen wir einen Blick ins Privatfernsehen und schauen wir uns mal eine dieser nachmittäglichen Talkshows an. Wer das einmal getan hat bekommt ein anderes Bild der Menschheit. Es scheint auf der Welt genug Bekloppte zu geben die diese Talkshows jeden Tag füllen und noch mehr Leute die sie ansehen. Es scheint so als müsste jedes Quäntchen an Bildung und Intelligenz das irgendwo erworben wird, einen Verlust derselben bei den Teilnehmern dieser Talkshows verursachen.

Um das auszugleichen gibt es bei den selben Sendern Quizshows. Doch vorbei sind die Zeiten als man im Großen Preis Experte sein musste um ein paar Tausend Mark für die Beantwortung von schwierigen Fragen zu bekommen. Heute ist der Bildungsstand so weit abgesunken, das man um 4000 DEM zu gewinnen nur wissen muss ob eine Studentin eine Epigone oder eine Kommilitonin ist. Ein Schimpanse oder ein Papagei haben dabei die Chance von 50 % diese Frage richtig zu beantworten!

Abgerundet wird die kommerzielle Verblödung durch Reality Shows. Da kann man im Fernsehen feststellen wie es in einer Fahrschule, Skischule oder im Friseursalon ist oder wie sich 12 Menschen verhalten die man 100 Tage in einen Container sperrt. Nun mag der eine oder andere einwenden, dies wäre nicht die Realität und unsere Bevölkerung wäre nicht so geistig minderbemittelt wie die Fernsehmacher vom Privatfernsehen. Doch wer schaut sich das dann an? Solche Sendungen halten sich doch nur weil es Leute gibt die sie ansehen. Meine Erfahrung ist das diese Sendungen unerträglich langweilig und uninteressant sind, außer vielleicht für Spanner und Klatschtanten. Es muss also einen großen Teil der Bevölkerung geben deren geistiges Niveau diesen Sendungen angepasst ist. (Gibt es einen IQ<0?). Im Zusammenhang mit den Ergebnissen der PISA Studie (siehe unten) muss man sich fragen: Verdummt die Bevölkerung durch das Sehen von Sendung mit dem Niveau des Toten Meeres oder können solche Sendungen nur Erfolg haben weil ein Großteil der Bevölkerung schon völlig verblödet ist?

Ergänzt wird dies durch Sendung deren Inhalt es ist sich vornehmlich über andere lustig zu machen: TV-Total, die Harald Schmidt Show oder sogar eine Show mit Ausschnitten aus den täglichen Talkshows. Angeblich sind dann Moderatoren wie Stefan Raab oder Harald Schmidt sogar "Stars". Es muss also genug Menschen geben die Freude haben sich über andere auf arrogante Weise über andere lustig zu machen und geschmacklose Witze anzuhören.

Denglish

Wen wundert es wenn eine Person wie Verona Feldbusch mit ihren fehlenden Sprachkenntnissen und wenig Verstand Karriere macht? Es ist doch anscheinend sogar Wurst ob man überhaupt Deutsch kann. Denn in ganzen Branchen kommt man ohne es aus: Beispiel aus der Mobilfunkbranche: "Call-Ya", "Connecting People", "Calling Card", "Talkline"... Dazu passt, das jeder der nichts zu sagen hat ein Handy hat.

Das ganze setzt sich auch in anderen Gebieten fort: Ist nicht das Internet eine Informationsfundgrube? Ja und Nein. Ja man findet zu allem einleitende Informationen. Nein es ist schwierig fundierte und tiefergehende Informationen zu finden. Ich interessiere mich zum Beispiel für Raumfahrt. Besuche ich aber eine NASA Website über eine Planetensonde so ist sie voll von Movies, Slide Shows und FAQ und Kids Page. Aber tiefergehende technische Details über die Raumsonde finde ich nicht. Im Plantetary Photojournal finden sich zum Beispiel 20 Jahre nach dem Vorbeiflug der Voyager an Saturn nur die damals veröffentlichten 100 Bilder, nicht die Gesamtheit der über 30.000 Aufnahmen. Ich versuche dem entgegenzuwirken und schreibe lange und ausführliche Artikel: Mit dem Ergebnis, das ich Dankschreiben bekomme von Leuten welche die Seiten ausgedruckt und als Fach- oder Semesterarbeit abgegeben haben. Das ist sicher ein bequemer Weg, aber widerspricht dem was man eigentlich tun sollte: Sich das Fachwissen selbst aneignen.

Ist es dann ein Wunder das die USA einen Präsidenten wählen der Slowenien mit der Slowakei verwechselt und als erste Amtshandlung eine Raketenabwehr aus dem Weltraum auflegt? Nun ja wie kann man auch von einem amerikanischen Präsidenten erwarten, das er weiß, das dies schon vor 17 Jahren unter Reagan viel Geld gekostet hat aber in der Summe keine Ergebnisse lieferte.

Nach der Pisa Studie - Sind unsere Schüler alle dämlich?

Pisa StudieIm Internationalen Vergleich sind die Leistungen unserer Schüler nur Mittelmaß. Das ergab die Pisa Studie. Demnach lesen 42 % der Schüler keine Bücher, außer sie müssen es. Was sagt das aus? Ist unser Schulsystem schlecht? Sind unsere Schüler dumm oder faul? Ja und Nein! Ich denke die Schüler sind noch dieselben wie die als ich vor 17 Jahren die Schule verließ Aber es hat sich seitdem im Umfeld vieles verändert. Man könnte nun einfach sagen das viel Fernsehen ablenkt, Computerspiele das Lesen von Büchern ersetzt haben und man nun anstatt Schularbeiten abzuschreiben sie direkt vom Internet herunterlädt. Doch das kann es nicht sein, denn in den USA haben wir das alles schon länger und die Leistungen sind dort nicht so abgesackt.

Was sich aber seitdem getan hat ist das gesellschaftliche Umfeld: Anders als zu der Zeit wo ich in die Schule ging spielt es heute eine viel größere Rolle wie viel Statussymbole man zur Schau stellt: Wer ohne Markenklamotten und technisches Spielzeug (Handy und Co) in die Schule geht ist Außenseiter. Als zweites bekommt man dann vermittelt das man das Wissen nicht braucht, das die Schule vermittelt: Siehe obigen Absatz über das derzeitige TV Programm der Privaten das vermittelt, das man nichts mehr können muss um ein Star zu sein, oder mit schlechten Witzen über andere Kultstatus bekommt. Viele Eltern sagen auch "das habe ich mein Lebtag nicht gebraucht....". Analoges hört man von Prominenten in Talkshows. Da hört man von Schauspielern und Politikern, sie wären schlecht in Fach xy gewesen und hätten das ja auch nicht gebraucht. (Gerade deswegen hat es ja auch nicht zu einem Beruf gelangt sondern nur dazu sich selbst dazustellen....). Was sagt das dem Schüler? Wer lernt, ist blöd. Man muss ja nichts können um durchzukommen, wer Facharbeiten sich erarbeitet und einen 2 er bekommt ist schlechter dran als der , der das Referat aus dem Internet ausdruckt und einen 1 er erhält. Das Copy&Paste Prinzip ersetzt eigene Leistung und eigene Gedanken. Auch sonst macht man sich zum Außenseiter wenn man lernt, besonders wenn es einen noch interessiert. Es ist erstaunlich das ihn einer Leistungsgesellschaft in der das Ellenbogenprinzip regiert, jemand als "Streber" gilt wenn er besser in der Schule als das Mittelfeld ist.

Dabei ist Wissen heute wichtiger denn je. Deutschland lebt als Nation davon, das die Produkte etwas ausgeklügelter als die von Korea und Taiwan sind, wo sie in 5 Jahren billiger kopiert werden. Wir sind heute mit komplexen naturwissenschaftlichen Fragen konfrontiert die jeden angehen: Sei es die Gentechnik, die Klimaveränderung, die Sicherheit von Atomkraft oder ob alternative Energien sie ersetzen können. Es gibt keinen Bereich wo man heute ohne Wissen mehr auskommt. Ich rate jedem der dies leugnet sich beim nächsten Einkauf mal die Zutatenliste einer Tütensuppe anzusehen.

Die Schule kann eines nicht leisten: Die Schüler in allen Dingen mit Wissen zu versorgen, es ist dafür einfach zuviel. Und natürlich: Vieles wird man im Beruf nicht brauchen. Das liegt aber nicht an der Schule, sondern daran, das man immer mehr Spezialwissen im Beruf braucht. Die Schule sollte zu ihrem Auftrag zurückkehren: Nicht in Leistungskursen Vorbereitung fürs Studium treffen sondern eine breite Allgemeinbildung vermitteln, Dazu gehört aber auch das wirklich aktuelle Themen angeschnitten werden. Dafür sollte man nicht so in die Tiefe gehen, aber auch Schüler ermutigen dies selbst zu tun, denn das ist das zweite was heute wichtig ist : Sich selbst ein Leben lang weiter Wissen anzueignen.

Vor allem aber ist es die Aufgabe der Schule nicht Wissen zu vermitteln sondern wie man es sich aneignet, wie man Probleme löst, aber auch Interesse zu wecken und zu zeigen, das Wissenschaft und Technik faszinierend sind. Was ich in der Schule immer vermisst habe war, das viele Dinge die mich angetrieben haben mich mit Chemie und Astronomie zu beschäftigen nur am Rande vorkommen. In vielen Gebieten der Forschung kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Die Natur ist faszinierend, liefert zum Teil. Antworten auf Fragen die sich jeder einmal gestellt hat und in den Schulen verkommen naturwissenschaftliche Fächer zum Faktenlernen.

Unbestreitbar gibt es Lehrer die mehr tun, aber auch welche die es genießen als Beamte sich nicht weiterzubilden zu müssen. Umgekehrt versperrt das Schulsystem Quereinsteigern mit beruflicher oder fachlicher Erfahrung die weit über die Ausbildung eines Lehrers geht das Ergreifen des Berufes. Natürlich haben es die Lehrer nicht leicht. Es ist an den Schulen in den letzten Jahren härter geworden. Nicht zuletzt weil dieselben Eltern die ihre Kinder mit Geld voll stopfen die Erziehung auf die Schule verlagern wollen. Das aber kann und soll sie nicht leisten.

Wir brauchen nicht nur neue Lehrpläne, sondern auch ein neues System, vor allem aber eine neue Einstellung in der Gesellschaft zur Schule.

Bei nichts ist die Menschheit so erfinderisch wie darin sich gegenseitig umzubringen

Atombombe Betrachtet man die Geschichte der Menschheit so ist auffällig wie viele Kriege es gab und wie grausam man in jeder Epoche miteinander umging. Schon im Altertum war es üblich bei eroberten Städten alle Einwohner abzuschlachten oder in die Sklaverei zu verkaufen. Daran hat sich im Laufe der Zeit nichts geändert. In der Renaissance zum Beispiel regte man sich in Europa darüber auf, das die Azteken Kriegsgefangenen bei lebendigem Leibe das Herz herausschnitten und selber folterte man munter Unschuldige um ein Geständnis zu erzwingen und diese dann anschließend als Hexer und Hexen lebendig zu verbrennen.

Die Behandlung von Leibeigenen und Sklaven als Ware endete erst vor 200 Jahren bei uns und 130 Jahren in Amerika (angeblich ein so fortschrittliches Land). Noch im letzten Jahrhundert wurden die Indianer ausgerottet, nur weil man ihr Land besiedeln wollte. Unser Jahrhundert ist auch nicht besser: Im Gegenteil: Im ersten Weltkrieg Entwicklung von Giftgas, im zweiten Krieg gegen die Zivilbevölkerung, die Atombombe und die Vergasung von Bevölkerungsgruppen.

Ist es seitdem besser geworden? Nein! Der Atombombe die eine ganze Stadt auslöscht ist die Wasserstoffbombe gefolgt, die nun einen ganzen Landstrich dem Boden klein macht und danach folgte die Neutronenbombe - sie tötet nur die Menschen und lässt die Infrastruktur. Im Vietnamkrieg wurde Napalm, und mit Dioxinen beladene Entlaubungsmittel eingesetzt die heute zu erheblich höherer Missbildungs- und Krebsrate geführt haben. Noch im Golfkrieg wurde auf sich zurückziehende Soldaten aus sicherer Entfernung "Wie im Videospiel" geschossen und irakische Soldaten lebendig in den Schützengräben mit Bulldozern begraben. Von dem angeblich "humanen Krieg" profitieren offensichtlich nur die welche technologisch weiter entwickelt sind. Die Gegenseite merkt nichts von Humanität.

Selbst im so zivilisierten Mitteleuropa gibt es Kriege: Von der ETA oder IRA oder die "ethnischen Säuberungen" in Jugoslawien. Offensichtlich kommt der Mensch nicht besonders gut mit seinesgleichen aus.

Wozu braucht man die Bundeswehr?

Nach dem Krieg scheinen die meisten Politiker etwas gelernt zu haben: Das die Aufrüstung und der Glaube "unbesiegbar" zu sein mit zu den beiden letzten Kriegen beitrugen. Die Bundeswehr verzichtete daher auf vieles was nicht nur die USA und Russland sondern auch unsere Nachbarn Frankreich und England haben: Atom, Bio und chemische Waffen sowie eine Armee die global operieren kann mit einer entsprechenden Marine und Infrastruktur.

Doch nach dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes wurden andere Töne laut. Zuerst wurde die Bundeswehr reduziert - wofür auch viele Soldaten wenn es keinen Gegner gibt. In den letzten Jahren hört man aber andere Töne. Die Bundeswehr soll eine "Krisen-Eingreifftruppe" sein. Mal abgesehen das dies überhaupt nichts sagt (Soll die Bundeswehr den Frieden wie im Kosovo sichern oder wie die Amis überall einmarschieren?) scheint unsere Armee darauf nicht gerüstet zu sein. So scheinen 2000 Soldaten für einen Afghanistan Einsatz zuviel zu sein, schließlich sind schon 8000 im Kosovo im Einsatz - und das bei einer Stärke von 360.000 Mann !

Was ist die Folgerung: Die Bundeswehr braucht mehr Geld für neue Waffen, neue Transportflugzeuge, neue Einheiten. Zusätzlich meinen die Amis wir wären technologisch rückständig und sollten doch bitte auch intelligente Waffen einführen. Man würde uns diese gerne verkaufen....

Ich halte diesen Weg für völlig falsch. In der gleichen Zeit in der so um eine militärische Aufrüstung debattiert wird erreicht die Deutsche Außenpolitik friedliche Erfolge:

Ist dies ein Zufall? Nein. Denn gerade wer nicht die militärische Karte ausspielen kann ist glaubwürdiger und gibt sich mehr Mühe bei der friedlichen Lösung von Konflikten. Wenn man in der Nachkriegsgeschichte nachdenkt so fallen einem nicht viele Beispiele ein in der ein militärisches Eingreifen die Situation verbessert hat. Dagegen schafften politische Mittel sogar das Ende des kalten Kriegs.

Nun gibt es manche die meinen wer zu den führenden wirtschaftlichen Staaten gehört müsste eine "schnelle Eingreifgruppe" besitzen. Doch ist dem wirklich so? Japan hat überhaupt keine Armee und steht wirtschaftlich und von der Bevölkerungszahl besser da. Wenn wir ehrlich sind : Es geht doch nur darum amerikanische Einsätze "international" zu machen. Ich höre z.B. nie davon das irgendwo indische, chinesische und russische Truppen mit beteiligt sind, obgleich diese Länder eine weit größere Armee als wir haben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, das unsere Armee einmal unabhängig eingesetzt wird, wenn die Amis was dagegen haben.

Als letztes stellt sich die Frage: Wozu brauchen wir noch eine Bundeswehr? Warum? Nun nach dem Afghanistankrieg wissen wir, das 10.000 Soldaten im Ausland für die BW zuviel sind. Sie haben nicht genug technische Ausrüstung und brauchen ein paar Milliarden mehr - obgleich sie der zweitgrößte Haushaltsposten sind. Nun was ist dann eigentlich bei einem Krieg? Wenn unsere Armee nicht 3% ihres Personals ausstatten kann dann sollten wir sie abschaffen anstatt Milliarden in ein schwarzes Loch zu pumpen, wie schon gesagt: Japan kommt ja auch ohne Armee aus.

Politiker

Was sind Politiker oder was ist aus Ihnen geworden?

Angela MerkelNun da sich Politiker weder an Moral, noch am Grundgesetz orientieren, kein Verantwortungsbewusstsein haben und anscheinend sowieso von den 600 Abgeordneten nur die Parteivorstände gebraucht werden (Die Spitze entscheidet wie abgestimmt wird und was gemacht wird), wird es Zeit die Dinge die man bei der Globalisierung von den Arbeitnehmern erwartet, auch auf unsere Politik anzuwenden.

Dies bedeutet: Kostenverringerung und Nach Außen verlagern. Wenn nur die Parteispitze entscheidet, so ist es absolut unnötig andere Politiker zu haben. Man kann diese also durch weitaus fleißigere Arbeitskräfte die auch der Parteispitze gehorchen in Indien oder China ersetzen. Damit kann man enorme Mittel sparen zumal diese keine Prunkbauten für sich errichten werden. (Sie können ja sofort durch andere ersetzt werden).

Da die Parteispitze sowieso dann von ihren Kollegen in China getrennt ist reicht auch eine Etage in einem Hochhaus und ein Internet Anschluss für den gesamten Bundestag, Bundesrat und die Ministerien. Flugbereitschaft und umfangreiche Beamtenschaft könnten ersatzlos gestrichen werden. Ich bin mir auch bei sicher das die relativ stereotypen Aussagen die immer wieder von Schröder, Merkel, Westerwelle und Co abgegeben werden mittelfristig durch ein Phrasen-Dresch Softwaresystem zu ersetzen sind, dann benötigt man diese Personen nicht mehr (Die Ansprachen zu Weihnachten und Neujahr werden ja offensichtlich schon mit einem solchen Programm erstellt....)

Ist die Gesellschaft besser?

Wenn man über die Politiker schimpft, so stellt sich natürlich die Frage ob die Gesellschaft besser ist. Oder ob es bei den Politikern nur um einen Spiegel unseres derzeitigen Systems handelt. Leider denke ich ist das letztere der Fall. Wir leben in einer Überfluss- und Spaßgesellschaft. Jeder Teenager muss mit Handys und Markenklamotten herumlaufen. Reisen müssen in die exotischsten Länder gehen und Sportarten werden immer extravaganter. Da ist es nur Konsequent wenn es eine Spaßpartei gibt, deren einziges Politisches Programm es ist an die Regung zu kommen.

Wo ist das Engagement der Bürger geblieben? In den Sechzigern demonstrierte man gegen Notstandsgesetze und Vietnamkrieg. In den Siebzigern gegen Kernkraftwerke und gegen einen Polizeistaat. In den Achtzigern immer noch gegen Kernkraftwerke, aber auch gegen Nachrüstung und Umweltverschmutzung. Bei allen Punkten wurden die Politiker einige Jahre nach den Bürgern auch schlau. Auch wenn man Katastrophen wie Tschernobyl oder das Ozonloch brauchte. Gegen was hat man in den Neunzigern demonstriert? Die größte "Demo" ist heute die Loveparade. Politischer Inhalt?

Dabei gibt es mehr Probleme denn je. Die Umweltproblematik ist dringender als je zuvor. Das Sozialsystem am Kippen. Die Arbeitslosenzahlen sind seit Jahrzehnten nur gestiegen (egal unter welcher Regierung) und durch die Wiedervereinigung auf Pump sind die Staatskassen leer. Trotzdem scheint das allgemeine Motto zu lauten "Ich geb Gas, Ich will Spaß". Was muss denn passieren, dass ein Ruck durch Deutschland geht und man endlich die Probleme anpackt? Die Deutsche Haut scheint sehr dick zu sein, denn auch der zweite Vers des Lieds von Markus ist nun bald Wirklichkeit "Und kosts Benzin auch Drei Mark Zehn, Scheissegal, es wird schon gehn - Ich will Spaß, ich geb Gas."...

Gandhi sagt "Du musst die Veränderung sein, die du in der Gesellschaft sehen willst". Das wäre ein besseres Motto. Ich versuche mit dem was ich kann - Wissen vermitteln - dies hier zu tun.

Weniger ist mehr....

Als man 1990 die DDR angliederte hatte man die einmalige Chance mal die Zahl der Bundesländer zu verkleinern. Die Größe und Bevölkerungszahl ist sehr unterschiedlich und liegt zwischen 0.68 Millionen (Bremen) und 17.76 Millionen (Nordrhein-Westfalen). Wenn man die DDR in zwei Bundesländer aufgeteilt hätte und dazu die Stadtstaaten Hamburg und Bremen zu Schleswig-Holstein zugeschlagen sowie Berlin zur DDR, so hätten wir heute 10 Bundesländer anstatt 16.

Das Problem liegt in der Politik. 16 Bundesländer, das heißt alle 3 Monate eine Landtagswahl. Und jede ist zumindest für die Öffentlichkeit bedeutend (auch wenn eine Wahl in Bremen weniger Stimmen im Bundesrat verschiebt als in Bayern). Keine Regierung kann wirkliche Reformen durchführen, wenn sie andauernd Wahlkampf führen muss oder auf die öffentliche Meinung reagieren. Es erscheint daher sinnvoll die Zahl der Bundesländer zu verkleinern und die Größe anzugleichen. Hierzu ein Vorschlag:

Die Zahl reduziert sich auf 7 Bundesländer, die nun mit 6.91-17.76 Millionen Einwohner in etwa gleich groß sind. Weiterhin ist es notwendig auch die Wahlen abzustimmen. Auch wenn ich von den USA nicht so viel halte ist es doch sinnvoller wie dort gewählt wird: Je die Hälfte des Senats mit dem Präsidenten und die andere Hälfte 2 Jahre später. Das würde jeder Regierung 2 Jahre Zeit geben um auch unpopuläre, aber nötige Maßnahmen zu erlassen, und nach 2 Jahren können die Bürger diese gut heißen oder regulierend eingreifen, wodurch das Regieren dann schwieriger wird. Dazu müssten die Landesverfassungen revidiert werden, dass diese gemeinsamen Wahltermine Pflicht sind. Bisher verschieben diese sich durch Rücktritte von Regierungen und Neuwahlen. Wenn eine Regierung abtreten muss, so muss das Parlament eben eine neue wählen und diese kann sich bei den nächsten regulären Wahlen vom Volk bestätigen lassen. Das Beispiel Österreich (Wahl 2002) hat auch gezeigt, dass man nach Neuwahlen nicht unbedingt schlauer ist, wenn wieder dieselben an der Regierung sitzen, obgleich der Wähler die FPÖ abgewatscht hat.

3 Wahlen zusammen mit den Bundestagswahlen, 4 2 Jahre später - das wäre eine saubere Lösung ohne dauernde Landtagswahlen, ohne dem Fischen von Wählerstimmen, ohne kleinen Mini Reformen. Natürlich wird dann auch mehr von der Regierung erwartet. Eine Regierung die 2 Jahre lang nichts tut wird dies genauso spüren wie eine die am Volke vorbei regiert und diese Macht missbraucht. Wir alle wissen aber auch, das Reformen die weh tun erst einmal zu Ablehnung führen (weshalb einem die Politiker in Wahlkämpfen auch das Blaue vom Himmel versprechen). Wenn man aber erst diese in der Praxis sieht und eventuell auch ein Nutzen eingetreten ist (bessere Konjunktur, niedrigere Arbeitslosigkeit?) dann kann sich auch die Stimmung ändern. Doch dazu muss man einer Regierung auch Zeit geben.

Steuern - Die Abzocke mit System

Früher waren die Zeiten hart: Der Steuereintreiber kassierte seinen Teil unerbittlich, egal ob der Rest für den Steuerzahlenden reichte oder nicht. Da dies bei ärmeren Bevölkerungsschichten zunehmend zu rebellischen Tendenzen führte (Französische Revolution), hat sich unser Staat ein kompliziertes Steuerrecht ausgedacht. Dabei zahlt man auf den ersten Blick nicht mehr als früher, aber dafür greift einem der Staat von Hinten in die Tasche.

Nummer 1: Heimliche Steuererhöhung bei der Lohnsteuer.

Bis zur Steuerreform 2000 blieben die Steuersätze lange Zeit konstant. Umgekehrt jedoch hat sich der Arbeitslohn in den letzten Jahren erhöht - nicht real sondern nur um der Inflation zu folgen. Wer 1975 ein Einkommen von 2500.- Monat hatte kam im Jahre 2000 auf 5000.-. Damit kann er ich aber nicht mehr kaufen als 1975 mit den 2500 Mark. Die Lohnsteuer für einen Alleinstehenden in Steuerklasse 1 dagegen stieg an: Von 142 auf 1032 DM. Da die Steuerprogression nie angepasst wurde sind die einzigen Nutzer dieses Systems diejenigen die schon immer über dem damaligen Höchstsatz von 53 % lagen.

Nummer 2: Abzocke beim Konsum

Doch wie einfach wäre das Leben, wenn damit die staatsbürgerliche Pflicht abgegolten wäre. Doch unser Staat ist so arm, das er nach Wegen suchte noch mehr Geld zu bekommen: Über Steuern auf das was der Mensch konsumiert.

Als erstes einmal ist alles was Sie kaufen 16 % "mehr wert". Das ist der Steuersatz der Mehrwertsteuer. Eigentlich ist es nur 16 % teurer, aber der Staat hat doppelten Mehrwert: Einmal sind mit der Inflationsrate die Preise und damit auch die Mehrwertsteuer angestiegen. Zum anderen wurde diese auch alle paar Jahre erhöht. Das spült Geld in Eichelts Säckel. Und die Steuer ist nur zu umgehen, wenn sie sich zu Tode hungern.

Natürlich gibt es auch Steuern auf Luxusgütern: Aber saftig, denn unsere Bürger sollen ja gesund und nicht zu dekadent leben. Zu den Luxusgütern zählen: Alkohol in jeder Form, Sekt (zweimal besteuert durch Alkohol- und Sektsteuer), Zigaretten und Benzin. Bei letzteren beiden macht die Steuer mehr als den Warenwert aus. Luxus sind auch Autos (KFZ Steuer), Kaffee, Tee, Spielkarten und Zucker - für all dieses gibt es extra Steuern. Selbst bei gebrauchten Luxusgegenständen schlägt Vater Staat zu. Denn die gute alte Mehrwertsteuer kommt selbst beim Gebrauchtwagen Ankauf zur Geltung. Obwohl bei etlichen alten Fahrzeugen von einem Mehrwert nicht mehr wirklich gesprochen werden kann. (Der Mehrwert liegt bei allen Steuern nur bei den Staatseinnahmen).

Selbst immaterielles wie Energie (Ökosteuer, Kohlepfennig), wird besteuert. Es gibt nichts wofür man Geld ausgeben kann was nicht besteuert wird. Ist einmal eine Steuer eingeführt, so bleibt sie - auch wenn der Grund für ihre Einführung längst nicht mehr existiert. Anfang dieses Jahrhunderts wurde z.B. die Sektsteuer eingeführt - zur Finanzierung der kaiserlichen Schlachtschiffe. Doch auch 80 -Jahre nachdem die letzten bei Scapa Flow von ihren eigenen Besatzungen versenkt wurden gab es noch die Sektsteuer bis Sie Ende des 20.sten Jahrhunderts wieder abgeschafft wurde.

Nummer 3: Verdienen am Ersparten

Wenn nun unser armer Steuerzahler noch was von dem Geld übrig hat so spart er es - für schlechtere Zeiten oder um sich etwas zu leisten. Der Staat begnügt sich aber nun nicht damit, das irgendwann jedes ersparte mal ausgegeben wird und er so zu Geld kommt, nein er will davon auch was haben und kassiert gleich doppelt ab

Nummer 4: Auch Immobilien sind kein Ausweg

Wer nun denkt in einem Häuschen wäre das Geld angelegt, der irrt: 2 % Grunderwerbssteuer, das sind bei 500.000 DM schon mal 10.000 DM die der Staat kassiert. Jedes Jahr dann noch Grundsteuer und natürlich müsste bei einem vermieteten Haus auch die Miete versteuert werden.

Nummer 5: Verdienen an den Toten

Hat es jemand geschafft trotz der Steuern ein Vermögen aufzubauen so hat er es schwer. Ohne Steuern zu zahlen kann er nichts mit dem Geld anfangen. Gibt er es aus, so fallen Konsumsteuern an. Lässt er es auf der Bank so werden Zinsen besteuert. Will man es verschenken, so muss man Schenkungssteuer bezahlen und hinterlässt man es Verwandten so zahlen diese Erbschaftssteuer.

Nummer 6: Verdienen an den Ausgaben

Das besonders perfide ist, das Du zwar von jeder Mark die Du verdienst nur einen Bruchteil bekommst, aber wenn Du jemanden anderen bezahlen musst genau das was man die Abgezogen hat noch mal drauf kommt. Es kommt dann zu dem perfiden Resultat, das jemand der gut verdient mehrere Stunden arbeiten muss um eine Stunde eine Handwerkerlehrlings bezahlen zu können! Selbst wenn dieser "Schwarz" arbeitet (und man so leicht 50 % der Kosten spart), dann verdient dieser immer noch mehr als Du netto bekommst. Daher auch der Spruch "Handwerk hat goldenen Boden".

Nummer 7: Steuerdschungel

Damit der Bürger nicht zu viel Geld übrig hat oder wenn möglich sogar zurückerstattet bekommt haben wir eine Gesetzgebung die so komplex ist, dass jemand, der nur Steuern zahlt, aber nicht von Morgens bis Abends sich nur mit den Gesetzen beschäftigt keine Chance hat alles zu überblicken. Damit verschenkt er Rückzahlungen. Wenn er dass vermeiden will so benötigt er einen Steuerberater, so dass auch hier der Staat verdient - an den Steuern die der Steuerberater zahlt und an den eingesparten Kosten für das Arbeitslosengeld für den sonst arbeitslosen Betriebswirt....

Ich habe jedes mal ein schlechtes Gewissen wenn ich meine Einkommenssteuererklärung unterschreibe. Da steht "Hiermit bestätige ich die Richtigkeit der gemachten Angaben". Nicht weil ich Steuern hinterziehe, sondern weil ich die Richtigkeit nicht kenne. Ich gestehe: Ich kenne nicht alle 300 Steuergesetze und alle 71000 Verordnungen, Erlasse und ähnlichen Vorschriften im Steuerrecht. Ich weiß nicht mal ob ich alle Angaben in den richtigen Feldern gemacht habe, geschweige denn ob ich nicht was übersehen habe oder mir weitere Vorteile verschaffen könnte. Aber bei jeder Steuererklärung weiß ich dass die Bundesrepublik nicht nur das komplexeste Steuerrecht der Welt hat, sondern auch einen anderen traurigen Rekord einnimmt: 60% der gesamten Literatur auf der Welt die sich mit Steuern und Steuerrecht beschäftigt, behandelt das deutsche Steuerrecht....

Abgerechnet wird am Schluss...

Rechnet man alle Steuern zusammen, so kassiert der Staat von jeder Mark die verdient wird den größten Teil - und dann kommen erst die Sozialabgaben. Wenn wundert es warum die Schwarzarbeit blüht, wenn ein Maler von 77.- Stundenlohn (für seinen Kunden) noch 14.84 übrig hat! Und reichen die Steuern nicht so werden einfach neue erfunden wie der "Solidaritätszuschlag". Bestimmt gibt es in 10 Jahren dann einen "Rückzahlungszuschlag Ost" in dem die Summen nochmals kassiert werden als Ausgleich dafür das der Westen Soli zahlen dürfte....

Bedenkt man dass man für Steuerhinterziehung ins Gefängnis wandern kann (Siehe Peter Graf), dann verwundert es mich sehr, dass der umgekehrte Fall - Steuerverschwendung - unbestraft bleibt. Angesichts der überall auftretenden Fälle in denen Millionen von Steuergeldern zum Fenster rausgeschmissen wurden - von 280 Millionen für ein Polizeiauskunftssystem das nicht funktioniert über 100 Milliarden die der Umzug unserer Politiker nach Berlin kostet - die Zahl der Beispiele ist endlos. Vielleicht sollte man das mal einführen, dann würde vielleicht mehr nachgedacht oder rechtzeitig die Notbremse gezogen.

1000 Jahre Geschichte

Von 1933 bis 1945 gab es das 1000 jährige Reich - gehalten hat es nur 12, doch es sind in anderer Hinsicht wirklich 1000 Jahre gewesen. In welcher? Nun werten Sie einmal die Themen von Geschichtsaus. Seit Guido Knopp im ZDF ist, hat seit Anfang der neunziger Jahre eine Hitler-Mannia eingesetzt. Es gibt seitdem Geschichte im Fernsehen- vorher war dies eher selten. Aber sie dreht sich nur um das Dritte Reich: Krieg im Osten, Hitlers Helfer, Hitlers Frauen, Hitlers Krieger, Hitlers Generäle, die großes Flucht... Es nimmt kein Ende. Um es klar zustellen: Ich schaue gerne Geschichtssendungen an, doch immer dasselbe aufgegossen wird langweilig. Sicher war das dritte Reich einschneidend und hat unser aller Leben bis heute beeinflusst. Doch es gab davor und danach auch schon deutsche Geschichte und es gibt auch internationale Geschichte. Von dem sieht man aber nur Sendungen über die Antike, dann hat es sich auch schon. Da das ganze offensichtlich ein Publikumsmagnet ist ziehen andere Sender nach und steigen auf den braunen Zug mit auf - so hat das Dritte Reich sicher mehr Raum im Fernsehen als die restlichen 2000 Jahre deutscher Geschichte - auch ein Tausendjähriges Reich...

Artikel verfasst: etwa 2001 (zumindest vor Einführung des Euro, siehe Bezug auf D-Mark). Wenn er heute noch gültig ist, dann hat sich wohl nichts geändert ...


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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