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Der Weltraumlift

Seit Jahrzehnten geistert immer wieder das Konzept des Weltraumliftes durch die Weltraumszene. Andere Bezeichnungen für das Konzept sind z. B. "geostationäres Seil" oder "Space elevator", also Weltraum-Aufzug. Er spielte eine Rolle bei Science Fiction Filmen und in Romanen. Diesrr kurze Artikel will das Konzept beleuchten.

Die Idee

Wir spannen ein Seil hinaus in den Weltraum. Es sollte bei allen Überlegungen bis zum geostationären Orbit in 35786 km Höhe reichen. Dort befindet sich dann ein Gegengewicht, das die Belastungen durch die Nutzlast die wir an ihm hochziehen kompensiert. Am Seil kann man dann wie an einem Lift hochfahren. Im geostationären Orbit angekommen wird der Satellit einfach weggeschubst und verbleibt auf der Umlaufbahn. So funktioniert das - zumindest in der Theorie. Längere Seile können sogar interplantare Missionen möglich machen.

Betrachtungen der Himmelsmechanik

Wenn man von einem rotierenden Körper ein Seile oder eine Strebe nach außen bringt, so rotiert die Spitze mit der gleichen Winkelgeschwindigkeit wie der Körper. Unter Winkelgeschwindigkeit versteht man welchen Winkel in einer Sekunde überstrichen wird. Die Rotationsgeschwindigkeit auf der kreisförmigen Bahn um den Körper ist aber um so höher, je weiter man vom Zentrum entfernt ist. Das bedeutet die Geschwindigkeit, die ein Körper hat, wenn man ihn von der Spitze schleudert, wird irgendwann so groß wie die nach den physikalischen Gesetzen berechenbare Geschwindigkeit einer Umlaufbahn in dieser Höhe, die sogenannte Kreisbahngeschwindigkeit. Dann genügt ein Schubs und der Körper verbleibt in einer Kreisbahn. Dies ist bei der Erde in 35786 km Höhe der Fall. Die Bahn ist auch praktisch wichtig, weil natürlich aufgrund des Zusammenhangs dann die Umlaufdauer gleich lang ist wie die Dauer der Erdrotation (86164 s, es sind nicht 86400 s, weil die Erde in einem Jahr um die Sonne kreist und pro Tag so 1/365 der Strecke aufholen muss. Ein Sonnentag dauert daher 86.400 s, ein Sterntag, also gegenüber den Sternen die unbeweglich sind, dagegen nur 86.164 s). Die Umlaufbahn in 35786 km Höhe wird daher auch geostationäre Bahn oder kurz GEO-Bahn genannt, da durch dieselbe Winkelgeschwindigkeit der Rotation des Satelliten wie die Rotation der erde er von der Erdoberfläche aus gesehen gar nicht bewegt.

Zur Vorstellung, was passiert zuerst ein Experiment unter "Idealbedingungen", d.h. ohne Materialprobleme, ohne Luftreibung, ein sogenanntes Gedankenexperiment zur Verdeutlichung der Ansätze.

Wir beginnen zuerst mit einem 500 m hohen Turm, das könnte ein Wolkenkratzer sein. Wie steigen auf den Turm und lassen einen Stein fallen. Die Geschwindigkeit gegenüber einem äußeren Beobachter, der sich nicht bewegt, sieht so aus:

So beschreibt die Turmspitze einen Kreis von (2 x 6.371.000 m + 500 m) * π gemäß der Berechnung eines Kreisumfanges. Das sind 40.033.315 m. Diese werden in 86.164 s durchlaufen. Das entspricht also einer Geschwindigkeit von 40.033.325 m / 86.164 s = 464,4 m/s.

Das wir diese Geschwindigkeit nicht bemerken, liegt daran, dass auch die Turmspitze sich so schnell bewegt. Doch sieht ein Beobachter vom Erdboden aus den Stein so schnell bewegen? Nein, denn auch er rotiert, denn auch die Erdoberfläche bewegt sich mit (2 x 6371.000 m * π) / 86.164 s = 464.58 m/s. Relativ zur Erdoberfläche bewegt sich der Stein also nur mit 0,03 m/s das sind 3 cm/s. Immerhin müsste er, in den 10 s die er braucht, bis er auf dem Erdboden angekommen ist, sich um 30 cm bewegt haben, also nicht genau unterhalb des Gebäudes auftreffen, sondern 30 cm weiter.

Er beschriebt eine Wurfparabel, die wir auch als eine Bahn ansehen könnte, die vom Erdmittepunkt bis zum Turm reicht. Nur ist dummerweise die Erde im Weg, sodass wir nur noch das letzte Teilstück der Bahn sehen.

Machen wir nun einen Gedankensprung zu einem 200 km langen Turm. Dessen Spitze ist nun so hoch, dass sie außerhalb der Atmosphäre ist. Hier können Satelliten die Erde umkreisen, Gemäßen den Himmelsgesetzen ist die Kreisbahngeschwindigkeit in einer x km hohen Bahn berechenbar nach v = √ (GM/x) wobei GM das Produkt aus Erdmasse (5,976x1024 und Gravitationskonstante (6,6726x10-11) ist, also 3,987x1013). r ist der Radius der Bahn, vom Erdmittelpunkt aus gerechnet (das gilt generell) also 6.371.000 + 200.000 = 6571.000 m. Man erhält eine Kreisbahngeschwindigkeit von 7786 m/s. Dagegen ist die Geschwindigkeit des Steins klein, sie beträgt in dieser Höhe nun 479 m/s. Das sind zwar 15 m/s mehr als beim Erdboden, doch fehlen noch 7200 m/s zur Orbitalgeschwindigkeit. Das Ergebnis wäre das gleiche wie beim Wurf vom 500 m hohen Turm - der Stein trifft in einer Wurfparabel auf den Erdboden, nur etwas weiter von dem Turm entfernt.

Je weiter man sich nun von der Erdoberfläche entfernt, desto höher wird die Rotationsgeschwindigkeit und - das ist erfreulich - gleichzeitig sinkt durch das "r" im Teiler bei der Berechnung der Geschwindigkeit auf einer Kreisbahn die Geschwindigkeit ab. In 1000 km höhe beträgt die Kreisbahngeschwindigkeit nur noch 7329 m/s, die Geschwindigkeit des Steins liegt dagegen nun bei 537 m/s. Das bedeutet, die Differenz ist auf 6791 m/s gesunken. Man kann nun sich leicht vorstellen, dass irgendwann eine Höhe erreicht ist, in der die Kreisbahngeschwindigkeit für eine Umlaufbahn der Rotationsgeschwindigkeit der Spitze des Turms entspricht. In dieser Höhe wird also ein losgelassener Stein die Erde auf einer Kreisbahn umkreisen. Von der Turmspitze aus gesehen sieht es aber so aus, als würde er sich gar nicht bewegen, da auch sie sich mit dieser Geschwindigkeit bewegt. Das ist in der oben angesprochenen GEO-Bahn der Fall.

 Doch schon vorher wird eine Grenze erreicht, und zwar eine, in der der Ball eine Bahn um die Erde beschreibt, aber eben keine Kreisbahn. Dieser Punkt liegt in 30.010 km Entfernung vom Erdmittelpunkt. In dieser Entfernung beträgt die Geschwindigkeit der Turmspitze 2189 m/s. Die Kreisbahngeschwindigkeit beträgt zwar 3632 m/s in dieser Höhe, aber die einer Umlaufbahn mit einem erdnächsten Punkt von 200 km und einem erdfernsten von 23.639 km (30.010 km - Erdradius) hat in diesem Punkt eine Geschwindigkeit von 2189 m/s. Das bedeutet: Der Satellit fällt zwar zur Erde, aber durch die Geschwindigkeit nur langsam und er bewegt sich deutlich nach vorn. Wenn er an dem theoretischen Aufschlagspunkt angekommen ist, hat sich die Erde soweit weitergedreht, dass dieser in 200 km Höhe 180 Grad vom Startpunkt  entfernt wird.

Alle Körper, die bei einem solchen Seil zwischen 23.639 km Höhe (30.010 km vom Erdmittelpunkt aus) und 35.786 km Höhe abgeworfen werden durchlaufen Ellipsen. Die Bahnen werden um so kreisförmiger je mehr man sich der Höhe der GEO Bahn nähert. Der erdfernste Punkt ist immer die Wurfhöhe und der erdnächste wird laufend höher. In 23700 km Höhe umrunden z.B. die Satelliten des Galileo Systems die Erde. Würde man sie in 23.700 km Höhe abwerfen, so resultiert eine 285 x 23.700 km Bahn. Der Satellit muss nun noch um weitere 1448 m/s beschleunigen um eine kreisförmige Bahn in 23700 km Höhe zu erreichen. Das ist zwar viel, aber verglichen mit den rund 11.350 m/s die man vom Erdboden aus braucht, um dieselbe Bahn zu erreichen ist es jedoch wenig.

Was passiert wenn man einen Satelliten oberhalb der GEO-Bahn abwirft, sagen wir in 40.000 km Entfernung von der Erde? In dieser Höhe beträgt die Rotationsgeschwindigkeit des Turms 3381 m/s, aber die Kreisbahngeschwindigkeit nur 2932 m/s. Es resultiert wieder eine Ellipse, diesmal eine in der der erdnächste Punkt in der Wurfhöhe liegt. Die Ellipsen weiten sich immer weiter auf und reichen immer weiter ins All hinaus. Bei 40.000 km Höhe reicht der zusätzliche Schwung schon aus, um einen erdfernsten Punkt von 86.000 km Höhe zu erreichen.

Erreicht die Rotationsgeschwindigkeit des Turms die √2-Fache Kreisbahngeschwindigkeit in dieser Höhe, so hat man die Fluchtgeschwindigkeit erreicht und der Satellit verlässt die Erde für immer. Das ist in 46.847 km Höhe der Fall. In dieser Höhe wird der Satellit auf eine Sonnenumlaufbahn geraten und die Sonne in derselben Entfernung wie die Erde umrunden, er kann später auch wieder von der Erde eingefangen werden.

Wird der Satellit noch höher abgesetzt so hat er noch eine Restgeschwindigkeit wenn er das Schwerefeld der Erde verlässt (bei Erreichen der Fluchtgeschwindigkeit ist die Restgeschwindigkeit 0, allerdings überwiegt, wenn der Satellit sich 1,5 Millionen von der Erde entfernt hat, die Sonnenanziehungskraft die ihn auf eine Sonnenumlaufbahn zwingt). Die Zusatzgeschwindigkeit führt dann zu einer Sonnenumlaufbahn die ihren sonnenfernsten Punkt außerhalb der Erdbahn hat und den sonnennächsten auf der Erdbahn. Ein Abwurf in maximal 55.000 km Höhe über dem Erdboden reicht z.B. aus um den Mars an jedem Punkt seiner Bahn zu erreichen. In 116.000 km Entfernung reicht die Geschwindigkeit schon aus Jupiter zu erreichen.

Bahnen ins innere Sonnensystem wird man so nicht erreichen, weil man dazu relativ zur Bewegung der Erde abbremsen muss, doch der Turm rotiert ja mit der Erde.

Die bisherigen Betrachtungen galten für einen Turm über dem Äquator. Entfernt man sich vom Äquator zu den Polen, so nimmt die Rotationsgeschwindigkeit ab. Die Pole selbst rotieren gar nicht. Daher wird man sinnvollerweise einen Lift über dem Äquator bauen.

Die Belastungen

An jedem Punkt des Seils greifen zwei Kräfte an. Das eine ist die Schwerkraft und das zweite ist die Zentrifugalkraft. Die Schwerkraft zieht zum Erdmittelpunkt, die Zentrifugalkraft zeiht nach außen. In Formeln:

Schwerkraft = MG / r²

Zentrifugalkraft = ω * r

MG ist das Produkt aus Erdmasse und Gravitationskonstante (etwa 3,98x1014)

r ist die Distanz zum Erdmittelpunkt

ω ist die Winkelgeschwindigkeit der Erdrotation (2*π/86.164 s)

Da die Gravitationskraft mit 1/r² abnimmt, die Zentrifugalkraft aber mit r zunimmt gibt es einen Punkt in dem die Kraft 0 ist, das ist genau in der Höhe des gesotationären Orbits gegeben.

Die Kraft die nun auf ein Material einwirkt ergibt sich einfach durch Integration der Kräfte über ein Wegstück (r1 bis r2) multipliziert jeweils mit der Masse.

Man erhält für das Integral:

∫ MG/r² - ω * r = - (2GM + ω*r³) / 2*r

Berücksichtigt man, dass das Seil noch eine Masse pro Längeneinheit hat (Symbolzeichen m) so wird aus diesem Term

∫ m * MG / r² - m * ω * r = - m (2*GM + ω*r³) / (2*r)

Man erhält für ein Seil, dass vom Erdboden bis in den GEO reicht eine Kraft von 63318293901 N. Das sind über 63 Milliarden Newton. Stahl hat eine Reißfestigkeit von 510 bis 2000 N/mm² und eine Dichte von 7,87 das bedeutet, ein Seil würde nur 1/248 stel der Länge abdecken. Man müsste 248 Seile hintereinander spannen.

Gängig ist es Materiale anhand ihrer Reislänge zu vergleichen. Sie ist als die Länge definiert bei der ein Seil unter dem Einfluss seines eigenen Gewichtes (vorgegeben durch die Erdanziehung) reist. Technisch verwendete Materialen wie Keflar, CFK-Werkstoffe oder Stahl haben Reislängen von maximal einigen Hundert Kilometern. Das bedeutet, wenn man an der Reislänge angelangt ist muss das Gewicht nun von einem Kabel getragen getragen werden, das einen größeren Durchmesser hat, dieses am Ende der Reisslänge wieder von einem Kabel mit noch größerem Durchmesser. Man kann leicht erkennen, dass die Masse so exponentiell ansteigt. Mit konventionellen Materialen haben wir keine Chance ein Seil auch nur bis zum Geo-Orbit aufzubauen. Von Dort an wird das Seil dann wieder dünner, weil nun die Kräfte nach außen gerichtet sind. Ohne Gegengewicht würde es bis in 143760 km Entfernung reichen. In dieser Entfernung heben sich die Kräfte die vom Erdboden bis zum GEO Orbit reichen genau auf. Alternativ kann man am GEO-Orbit auch ein Gegengewicht anbringen, dass die Masse bis dahin kompensiert.

Die Reislänge auf dem Boden ist nicht direkt ansetzbar für die Länge des Seils, weil durch die Höhe die Zentrifugalkraft zu und die Gravitationskraft abnimmt. So entspricht nach obiger rechnung bei Stahl dies einer durchschnittlichen Länge von 144 km, auf der Erde sind es baer nur 25,93 km. Doch auch mit den leistungsfähigsten Kunstfasern (Dyneema mit einer Belastungsgrenze von 3510 MN bei einer dichte von 0,97 bräuchte man noch 19 Segmente. Da jedes Segment dicker ist als das vorherige wird das Seil sehr schnell dicker. Die Dicke nimmt exponentiell zu. Wenn jedes Seil hnur die Hälfte der Reislänge lang ist und jedes Segment doppelt so lang ist wie das vorhergehende, dann kann man tatsächlich ein zumindest sich selbsttragendes Seil konstruieren. Es ist aber im günstigsten Fall (hier Dyneema) im geostationären Orbit 38-mal dicker als an der Basis und die Masse beträgt das 390-Fache des Seils mit Durchmesser 1. Ein am Erdboden 1 cm starkes Seil würde also 1063 Millionen kg wiegen. Das ist über 1 Million Tonnen.

Das einzige Material das daher realsitischerweise nicht enorm viele Transporte ins All nötig macht sind Nanoröhrchen aus Kohlenstoff. Doch hat niemand diese in der benötigten Länge und Menge hergestellt. Kohlenstoffnanoröhrchen haben eine Reisfestigkeit von 26000 km, es würden also zwei Stränge ausreichen. Damit wäre ein Kabel dann "nur" noch 5500 t schwer (wieder 1 cm Stärke). Doch haben diese Röhrchen andere Nachteile, so sind sie zwar sehr reisfest, zerfallen aber sehr schnell durch Scherspannungen die unvermeidlich sind, wenn eine Last an dem Seil hochgezogen wird. Derzeit gibt es Nanorörchen aber nur bis 20 cm Länge. Eine japanische Firma schätzte, dass sie 120 t prto Jahr zu Kosten von 100 Dollar pro Kilogramm produzieren kann. Damit wäre das Material noch relativ bezahlbar, es würde nur 550 Millionen Dollar kosten. Mit der derzeitigen Tehnologie wie diese hergestellt werden, wird man aber keine Nonanorörchen von rtausenden von Kilometern herstellen. Man muss die Nanoröhrchen verspinnen und dann verliert man wieder mechansiche Festigkeit und sie sind nur so belastbar wie Kohlefasern.

Ohne ein Materioal mit hoher Zugfestigkeit hjat man ein Problem: Nehmen wir an, wir fangen mit einem Stahlseil an. Nach 25 km würde das Stahlseil sein eigenes Gewicht nicht mehr tragen können. Wir müssen das Stahlseil mit zwei weiteren verflechten. Diese tragen nun neben dem Eigengewicht das Gewicht des Stahlseils mit Stärke 1. Doch schon nach 16,7 km kommt auich dieses an die Reisgrenze. Es sind nicht 25 km, weil dies nur gelten würde für ein Seil ohne Gewichtsbelastung. Doch an ihm hängt ja schon ein seil. In der nächsten Etappe brauchen wir ein noch dickeres Seil, wir könnten vier nehmen. Dann würde es nach 14,3 km Länge die Reislänge erreicht werden. Wenn man weiter hoch kommt wird es güntsiger weil G abnimmt, aber der Trend ist der, dass bei einer Verdopplung der Strangzahl die Reislänge sich bald der halben eines Strans nähert. Hier also 12,5 km. Das zeigt auch diese Tabelle

Querschjnittsverhältnis Masse bei der Erde in t/mm² Zugkraft in KN/mm² Masse beim Mars in t/mm² Zugkraft beim Mars in kN/mm²
1 1123 380 514 75
4 778 205 356 40
10 653 148 299 29
100 483 81 221 16
1000 399 56 183 11
10000 348 41 159 8
1 Million 286 27 130 5

Das ganze wurde auf der Basis von Stahl (Dichte 7,8 g/cm³) berechnet und ist so zu verstehen. Angenohmen wir haben ein Seil, das am Boden 1 mm² Fläche hat und im GEO Punkt 100 m² (1 cm²), dann liegt das Querschnittsverhältnis von 100 vor. Wir entnehmen, dass das Seil dann 100 x 483 t wiegen würde (48300 t) und das Material eine Zugfestigkeit von 81 KN/mm² aufweisen müsste. Die besten konventionellen Werkstoffe liegen zwischen 35 und 44 kN/m². Demnach wäre mit ihnen das Seil im Geo Orbit 100 mal dicker mit der 10.000-fachen Masse pro Meter. Selbst mit Kohlenstofffasern (ohne Matrix mit einer Belastungsgrenze von 43 kN/mm² und einer dichte von 1,75 käme man noch auf eine Masse von über 780.000 t. Deutlich ist auch das exponentielle Verhalten, denn geht man auf den 10-fachen Durchmesser im Geoorbit über (Querschnittsverhältnis 1:1 Million), so sinkt die Belastung nur von 41 auf 27, also 51%, die Masse aber um den Faktor 82!

Wie schon erläutert musss dann noch ein Gegengewicht platzioert werden oder man verlängert das Seil, sodass die Zentirfufalkraft des Seils die Kräfte die bis zum GEO wirken kompensieren. Der verlängerte Teil muss länger sein, weil die Schwerkraft mit 1/r² abnimmt. Die Verlängerung des Seils hätte einen entscheidnenden Vorteil gegenüber dem Gegengewicht: Das Seil kann man nachdem ein Pilotseil existiert langsam hochziehen. Das Gegengewicht wegen seiner Masse nicht. Weiterhin kann man wenn eine Last am Seil hochkriecht, so eine Verschiebung des Schwerpunktes verhindern. Wenn man es aus tahl oder einem konventionellen Material macht ist der Transport von Material an dem Seil unproblematisch, es wiegt zu viel, doch wenn man tatäschlich diese leichten Nanoröhrechen hat, dann bedeutet eine Nutzlast am unteren Teil des Seils eine Verschiebung des Schwerpunktes. Das führt zu eienr Welle die sich ausbreitet und dadurch Querbelastungen erzuegt, die Kohlenstofffasern leider nicht so gut abfedern wie Zug. Wenn man dagegen eine gleich große Masse vom GEO-Punkt aus nach außen bringt, so gleicht sich dies aus, es gibt eine kleinere Welle. Fährt der "Fahrstuhl" wieder zum, Boden so muss dann vom Ende des Seils die Masse wieder zum GEO-Punkt fahren.

Aufbau

Das Seil wird man nicht durch einen Raketenstart hochziehen, sondern konventionell in einen GEO-Orbit. Von Dort angekommen wird man es in beide Richtungen abrollen. Nach Außen und nach Innen. Nach Innen ist es relativ unproblematisch, da hier G immer weiter zunimmt. Hat man also eine Gewisse Strecke erreicht so zieht die Schwekraft das Seil von selbst herunter. Nach außen hin muss man Eneergie aufbringen um die erforerliche Zentrifugalkraft aufzubringen. Man wird das Seil aber nur vom GEO Punkt ausbringen müssen, denn es gibt, weil nur im GEO Punkt gegeben ist Bahngeschwindigkeit eines Satelliten = Rotationsgeschwindigkeit der Erde. Das heißt wenn man es stückweise aufbaut, so muss man jeweils zum GEO-Punkt die Verlängerung bringen, weiter unten kann man nicht ankoppeln undweiter oben auch nicht.

Alle konzepte gehen davon aus erst ein kleines "pilotseil" aufzuspannen, an dem man dann geringe Lasten hoch transportieren kann. Diese werden oben gelagert bis man aus ihnen ein zweiets, stärjeres Seil bauen kann, dass dann wiederum den Transport weiterer Lasten zulässt. Selbstverständlich könnte man von einem existierenden Seil dann noch weitere an weiteren Standpunkten errichten.

Auf der erde wäre es rewlativ unscheinbar. Ein Missverständnis ist z.B. das es keine große Basis auf der erde braucht. Das Seil bleibt straf weil ein Gleichgewicht zwischen Schjwerkraft und Zentrifugalkraft herscht. Das ist ein Unterschied zu einem Seil, das wenn man sich schnell dreht straf wird. Hier wirkt nur die Zugkraft, was man am Seilende in der Hand spürt. Am Boden würde es keinerlei Zug ausüben, nur wenn eine Last transportiert wird kann escetwas Zug sein. Daher gibt es auch Vorschläge als "Bodenstation" ein Schiff zu verwenden. Da das Seil mit der Geschwindigkeit der Erde rotiert ist auch der Luftwiderstand kein Problem. Natürlich können Stürme Kräfte ausüben, doch gemessen an der Länge und Gesamtmasse können sie das Seil kaum beeinflussen.

Energiekosten

Wenn es einen Aufzug gibt, so braucht man trotzdem noch Energie, wie man dies auch vom Aufzug kennt. Doch diese ist relativ einfach zu berechnen und sie ist überschaubar. Es idte Arbeit die im Gravitationsfeld verrichtet wird. Diese ist berechenbar nach

Epot = (1/r2-1/r1)*GM

Mit r1 = 6371.000 m (Erdoberfläche) und r2=42.157.000 m erhält man für 1 kg eine Arbeit von 53.13 Millionen Joule. Eine Kilowattstunde hat eine Energie von 3,6 Millionen Joule. Das sind also nicht mal 15 kWh. Allerdings muss man mit einem Gefährt das an dem Aufzug hochfährt noch Energie aufwenden. Es gibt Reibung. Diese Energie muss man aufbringen. Denkbar wäre die drahtlose Übertragung von Mikrowellen, doch wie efffektiv dies ist, ist noch offen. Eine Alternative, wenn man viel Zeit hat, wäre ein elektrischer Motor der am Anfang durch einen Akku angetrieben wird, dann sobald die Wolkenschicht überwunden ist durch Solarzellen. Solarzellen liefern nicht viel Strom so wird das Gefährt eher kriechen und am Anfang auch längere Zeit still stehen und sich "festkrallen" müssen, wenn man auf der Nachtseile ist. Doch es wäre damit möglich.

Nimmt man einen Haftreibungskoeffizienten von 0,04 (Teflon auf Stahl) und 1000 kg Masse so muss man um die Reibung zu überwinden nur 392,4 N aufwenden, das sind 392,4 Watt, eine Strommenge die 2 m² Fläche erzeugen können. Eine solarzellenfläche von 10 m² würde also ausreichen den Gleiter während Tag ist hochzuziehen. Bei 20% Wirkungsgrad würden dann noch 2300 Watt übrig bleiben was anfangs einer Geschwindigkeit von 0,234 m/s entspricht. Es wird aber schmneller werdden, denn g nimmt mit der Höhe ab. Bei 100 m² Fläche wären es schon 2,71 m/s. Ohne Pausen wäre das Gefährt dann nach 91 Tagen im GEO-Orbit angekommen. Etwas langsam, aber man kann ja viele Gleiter auf den Weg bringen.

Artikel zuletzt geändert am 7.7.2013


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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