Jesco von Puttkamer ist sicher einer der in Deutschland bekannteren Raumfahrtautoren. Er kam 1961 nach Huntsville und arbeitete seitdem für die NASA und hatte auch einige Gastprofessuren in Deutschland. er ist vielen sicher bekannt als Autor über die bemannte Raumfahrt. Meiner Ansicht nach kann man die Bücher von ihm in zwei Teile aufteilen: Die Bücher vor 1981 die sich vor allem mit der schon verwirklichten Raumfahrt beschäftigen und die nach 1981, die sich vor allem mit der Rechtfertigung der bemannten Raumfahrt und Visionen beschäftigen, was kommen könnte. Das Negativbeispiel ist hier wohl „Der erste Tag der neuen Welt“, mit den Kolonien auf Titan, Kommunikationssatelliten mit 64 m Antennen, Atommüllentsorgung im All und anderem, was alles der Space Shuttle ermöglichen wird… (Scheiße, nun wird das Ding eingemottet und wir haben immer noch nicht den Atommüll auf eine Umlaufbahn zwischen Erde und Venus entsorgt).
Uneingeschränkt empfehlenswert ist das Buch „Columbia hier spricht der Adler!“ Der Report der ersten Mondlandung“
Weil der Autor das weiß, gibt es das Buch auch in regelmäßigen Abständen neu aufgelegt (konkret: immer zu einem Jahrestag der Apollo 11 Landung). Die letzte Ausgabe habe ich mir nach Amazons „Blick ins Buch“ geschenkt, die 1999 Ausgabe lässt nochmals das Apolloprogramm im Anhang Revue passieren und ist auch um Einsichten in das Erprobungsprogramm Russlands ergänzt, wobei der Schwerpunkt auf den Trägerraketen liegt, also dem Bereich in dem der Autor damals mitarbeitete.
Das hat für mich den Vorteil, dass ich ein aktuelles Buch empfehlen kann: Abenteuer Apollo 11: Von der Mondlandung zur Erkundung des Mars
Apollo 11: Wir sehen die Erde. Der Weg von Apollo 11 zur internationalen Raumstation
Apollo 11, ‚Wir sehen die Erde‘
Das Buch ist empfehlenswert. Es ist gut lesbar, packend geschrieben und es fehlt (zumindest im Teil von 1969, der >80% des Umfangs ausmacht) die spätere Tendenz des Autors die bemannte Raumfahrt als das Nonplusultra und die Lösung nahezu aller Menschheitsprobleme anzupreisen. Es ist auch für Laien lesbar, da es sich an ein allgemeines Publikum wendet, dass 1969 noch in größerem Maße an der Raumfahrt interessiert ist.