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Cassini Mission im zweiten Halbjahr 2006

Einleitung

Die Cassini Mission ist die größte und komplexeste bisher entwickelte amerikanische Planetensonde. Um sie, mit der bei Artikeln auf meiner Seite, üblichen Genauigkeit zu beschreiben, habe ich den Artikel in mehrere thematisch gegliederte Unteraufsätze aufgeteilt:

Anders als meine anderen Aufsätze ist das kein abschließender Bericht, sondern er wird laufend ergänzt und so stehen die neuen Sachen chronologisch unten. Dass es ab und an einige abrupte Übergänge und auch Wiederholungen geben wird, bitte ich zu entschuldigen.

Die Mission 2006 wird keine gezielten Vorbeiflüge an den Eismonden beinhalten. Mit dem 22.7.2006 beginnt die vierte Phase der Saturnbeobachtungen, genannt "180 Grad Transfer, Ringe und MAPS". Jede Phase erfordert bestimmte Orbits und diese Phase die bis zum 30.6.2007 dauert (sie ist die längste während der Primärmission) umfasst zuerst eine Drehung der Bahn um 180 Grad. Da alle Monde von Saturn bis auf Phoebe gebunden rotieren konnte man bisher nur eine Hälfte aus der Nähe beobachten. Durch die 180 Grad Drehung sieht man dann die andere. Es schließen sich dann Bahnen mit sehr hoher Inklination an, bei denen man die Pole von Saturn und die Ringe von oben sieht. Zugleich werden die Umlaufszeiten immer kürzer, so dass man mit dem MAPS Instrument sehr gut die Umgebung um Saturn kartieren und ihre Veränderung protokollieren kann.

Orbit 27

RADARaufnahmen von SeenOrbit 27 beginnt mit dem Durchlaufen der Saturnperiapsis am 23.7.2006 und dauert bis zum 16.8.2006. Die niedrigste Entfernung zu Saturn beträgt 253000 km und die größte 2.96 Millionen km. Während dieses Orbits gibt es keinen nahen Vorbeiflug an einem der Monde. Durch die Nordpolpassage bei T16 hat nun die Bahn wieder eine Neigung von 14.9 Grad zum Saturnäquator, wodurch man bessere Ringbilder erhält.

Die ersten Ergebnisse von Cassinis Vorbeiflug bei T16 wurden wenige Tage nach diesem veröffentlicht. Man hatte in die Passage über den Nordpol große Hoffnungen gesetzt um endlich eindeutige Hinweise auf Seen zu finden, da es am Nordpol noch etwas kälter als in den mittleren Breiten und dem Südpol ist und dort auf jeden Fall Methan flüssig vorliegen müsste. Dies liegt daran, dass die Nordhalbkugel derzeit dauernd im Schatten liegt wie unserer Nordpol im Winter auf der Erde, nur dauert auf Titan ein Saturnjahr etwa 29.5 Erdenjahre.

Der erste SAR Pass über die visuell derzeit nicht beobachtbare Nordhalbkugel zeigte zahlreiche Seen, der kleinste etwa 0.8 km groß, der größte etwa 32 km groß. Die kleinsten Seen sind wahrscheinlich Krater die sich mit Flüssigkeit gefüllt haben, zu den größeren führen Kanäle. Ein etwa 100 km großes Exemplar scheint nur teilweise mit Flüssigkeit gefüllt zu sein und zeigt Spuren von Überflutungen. Anders als bei dem schon entdeckten See nahe des Südpols scheinen sich die Forscher recht sicher zu sein, dass es sich diesmal um Seen und nicht andere Strukturen handelt. Das liegt daran, dass es erstmals RADAR Daten sind die auf Seen hinweisen und keine optischen Aufnahmen die durch den dicken Smog gewonnen wurden. Auf einigen Bildern des Radars ist die Fläche komplett schwarz - das gesamte Signal wurde absorbiert und nichts zurückgestreut. Das weist sehr stark auf eine Flüssigkeit hin. Es könnte aber auch ein extrem glattes Gelände sein, dass zum Beispiel mit dem von Huygens entdeckten schlammigen Material bedeckt ist, doch die Wahrscheinlichkeit dafür ist gering.

Bei einigen der Seen laufen Kanäle auf diese zu oder von diesen weg. Bei anderen sieht man Strukturen die wie Ablagerungen wirken. Man vermutet dass die Seen temporäre Erscheinungen sind. Sie wachsen und schwinden je nach Niederschlag. Wind und Regen. Zukünftige Vorbeiflüge mit dem RADAR könnten daher Veränderungen zeigen. Der nächste Vorbeiflug an Titan bei dem es eingesetzt wird findet am 7.9.2006 statt. Im Oktober steht ein weiterer Pass an der Cassini noch näher an den Pol kommt. Für diesen wird gerade wegen dieser Entdeckungen das Beobachtungsprogramm geändert. Die Erforschung des Titan mit dem RADAR (das während der Primärmission nur etwa 30-35 % der Oberfläche erfassen wird) ist auch eines der Anliegen an eine erweiterte Mission.

Das linke Bild wurde bei 78 ° Nord und 18° West aufgenommen und zeigt einen Streifen von 475 x 150 km Breite. Das rechte Bild bei 80 ° Nord und 92 ° West. Es ist ein Streifen von 420 x 150 km Breite. Die Auflösung beträgt in beiden Fällen etwa 500 m.

Dione am 24.7.2006Etwas konträr dazu ist ein zeitgleich publizierter Artikel in Nature, der auf den Huygens Daten basiert. Demnach soll es - zumindest da wo Huygens landete - aus niedrigen, dünnen Methanwolken beständig nieseln - Jahresniederschlag lediglich 5 cm. Das reicht nicht aus um Erosion zu verursachen oder Seen zu bilden. Allerdings steht unser Verständnis der Atmosphäre und der Geologie von Titan noch am Anfang und beides (dauernder Nieselregen und kurzzeitiger intensiver Regen) muss sich ja nicht ausschließen.

Neues gibt es auch von den Ringforschern - Sie sehen zum zweiten Mal Speichen in den Ringen. Diese sind nur sichtbar, wenn Saturn seine Ringkante zur Sonne weist. Das war zum Beispiel im Februar 1980 der Fall, als Voyager 1 den Saturn passierte und zahllose dieser Speichen entdeckten. Für die Speichen ist es eigentlich zu früh - die nächste Ringkantenstellung tritt erst am 11.8.2009 auf.

Am 24.7.2006 passierte die Sonde Dione in 261000 km Entfernung und konnte nahezu die ganze Halbkugel aufnehmen. Das große Grabensystem welches diese durchzieht ist gut zu sehen. Einen Tag vorher wurde Tethys in 128000 km Entfernung passiert.

Orbit 28

Orbit 18 wird vom 16.8.1006 bis zum 9.9.2006 durchlaufen. Der Titanvorbeiflug hat die größte Saturnentfernung kaum verändert (2.94 Millionen km Entfernung anstatt 2.96 Millionen km). Vor allem aber rückt nun Cassini näher an den Saturn heran, bis auf 175000 km an das Zentrum. Vorher waren es 253000 km. Dadurch ist kann Cassini die inneren Monde ab Dione besser erfassen. Gleich am 17.8.2006 stand der bislang nächste Flug an Helene an die in 48759 km Entfernung passiert wurde. Zum Ende des Orbits gibt es am 9.9.2006 einen nahen Enceladus Vorbeiflug in 39290 km Entfernung. Kurz zuvor gibt es am 7.9.2006 wieder einen Titan Vorbeiflug in 1000 km Entfernung. T17 wird den saturnfernsten Punkt absenken.

Am 16.8.2008 gab es zudem Aufnahmen von Dione aus 155000 km Entfernung im Gegenschein des Saturns, von Rhea am 17.8.2006 in 190.000 km Entfernung.

Erstmals konnte man auch Ethan auf dem Titan in großen Mengen nachweisen. Ethan wurde von Voyager 1+2 detektiert. Da Methan durch ultraviolette Strahlung irreversibel in Ethan umgewandelt wird sollte es sehr viel davon geben, akkumuliert über die letzten 4.5 Milliarden Jahre. Schätzungen vor der Ankunft von Cassini gingen von einem 300 m tiefen Ozean aus, weil Ethan einen höheren Siedepunkt als Methan hat und daher vorwiegend flüssig vorliegen sollte. Doch bisher fand man kein Ethan in der Atmosphäre. Beim Vorbeiflug am 22.7.2006 konnte VIMS nun erstmals eine große Ethanwolke in dem Höhenbereich von 30 bis 60 km zwischen 51 und 69 Grad Nord nachweisen. Man vermutet dass diese viel größer als der beobachtbare Teil ist, doch ein Großteil der Nordhalbkugel ist bis 2010 im Schatten, so dass man nur einen Teil sehen konnte.

Je nach Beleuchtung der Pole sollte Ethan in Schneeflocken am Nordpol und Südpol niedergehen. Die beobachteten Seen könnten aus einem ethanreichen Methangemisch bestehen. Insgesamt könnte das Ethan, das sich im Laufe von 4.5 Milliarden Jahren gebildet hat eine bis zu 2 km dicke Schicht um die Pole bilden.

Der T17 Vorbeiflug am 7.9.2006 wurde wieder für SAR Aufnahmen genutzt. Diesmal fand man keine Seen, aber Schichten wie von Dünen. Weiterhin wurde ein neuer - erst der vierte - Krater von 30 km Durchmesser gefunden. VIMS nutzte eine Sternenbedeckung aus um ein Profil der Thermosphäre zu erstellen. CIRS untersuchte die Oberfläche im fernen Infrarot und maß Temperaturen. ISS machte Aufnahmen und INMS und MAPS vermaßen die Umgebung von Titan.

Orbit 29

Im Orbit 29 vom 9.9.2006 bis zum 29.9.2006 befindet sich Cassini auf einer kürzeren Umlaufbahn in der sie sich 175000 bis 2270000 km vom Saturn entfernt. Wieder steht ein naher Titanvorbeiflug auf dem Programm am 23.9.2006 in nur 960 km Entfernung. Weiterhin steht der beste Janus Vorbeiflug am 29.9.2006 in 141.000 km Entfernung auf dem Programm.

Am 17.9.2006 fand die längste Bedeckung von Saturn durch die Sonne während der Primärmission statt. Diese dauern normalerweise nur eine Stunde, doch diesmal waren es 12 Stunden. Das erlaubte es Cassini die Ringe im Gegenlicht sehr genau zu untersuchen. Der E-Ring konnte über die gesamte Breite fotografiert werden und man entdeckte einen neuen Ring außerhalb des F, aber innerhalb des E und G Ringes. Er wird wahrscheinlich von herausgeschlagenen Staubteilchen der Ringmonde gespeist. Bei dieser Gelegenheit geriet auch die Erde in das Visier der Kamera und es wurde die erste Aufnahme der Erde aus dem äußeren Sonnensystem seit 1990 geschossen, als Voyager 1 ein Familienportrait des Sonnensystems anfertigte.

Lieber Besucher: Auf diesem kleinen Punkt lebst Du, mit 7 Milliarden anderer Menschen. Wäre es nicht mal an der Zeit nett zueinander zu sein uns sich zu vertragen ?

Am 23.9.2006 fand nun der erwartete zweite Vorbeiflug von Cassini über die höheren nördlichen Breiten statt. Im Zentrum dieses Vorbeiflugs der Cassini bis auf 950 km an die Oberfläche führte (der nächsten Distanz die aus Sicherheitsgründen wegen der ausgedehnten Atmosphäre möglich ist) standen zum einen Untersuchungen von INMS - Das Massenspektrometer muss nahe an den Titan, weil es Atome und Moleküle der Atmosphäre direkt messen kann. Viel mehr Interesse galt aber den RADAR Aufnahmen. Auch die anderen Instrumente werden aktiv sein. CIRS wird nach Spurenbestandteilen wie Wasser suchen. VIMS soll hochauflösende, mittelauflösende und globale Karten erstellen. RPWS wird mit der Langmuir Probe die Plasmadichte und Temperatur messen.

MIMI soll kleinskalige Effekte des Titan auf das Saturnmagnetfeld und die nähere Umgebung von Titan untersuchen, ergänzt durch weitere Beobachtungen mit MAPS. Da der Vorbeiflug über die im dunklen liegende Nordhalbkugel führt wird ISS nicht zum Einsatz kommen. Der nächste Punkt über der Oberfläche liegt bei 65 Grad Nord.

Prompt fand man das bestätigt was man schon beim letzten Überflug über die Nordhabkugel fand: Bei 73 Grad Nord, 46 Grad West fand man zwei Seen, die miteinander verbunden sind. Jeder etwa 20-25 km groß. Auch zwei Zuflüsse in einen der beiden Seen sind zu sehen.

Bei der CHARM Präsentation vom 29.8.2006 gab es die ersten Ergebnisse über den geschätzten Kryovulkanismus bei Titan. Demnach sollen in den vergangenen 4.5 Milliarden Jahren folgende Substanzmengen ausgegast worden sein:

Substanz Dicke [m] Aggregatzustand auf Titan
Methan 300-600 flüssig
Ethan 100 fest
Propan 20 flüssig
Blausäure 20 fest
Cyanoacethylen 2 fest
Dicyan 0.8 m fest
Kohlendioxid 0.02 m fest

Das entspricht zwar nicht der Tiefe unserer Ozean (etwa 3 km, auf die gesamte Erdoberfläche gerechnet), aber es ist wesentlich mehr als man auf jedem anderen Mond oder Planeten fand. Den inneren Aufbau stellt man sich heuet so vor: Über einem sehr großen Silikatkern befindet sich ein unterer Mantel aus festem Eis unter hohem Druck. Darüber ist ein mit Ammoniak versetzte Schicht aus flüssigem Eis (das Ammoniak senkt den Gefrierpunkt um 100 K ab) und die Oberfläche besteht aus festem Eis durch die niedrigen Temperaturen von 94 K. Das Ammoniak-Wasser Gemisch sorgt dann für den Kryovulkanismus.

Nur wo ist die ganze Flüssigkeit hin ? Dafür gibt es noch keine Antwort. Die bisherigen wenigen Krater lassen aber darauf schließen, dass die gesamte Oberfläche maximal 100 Millionen Jahre, eventuell wesentlich jünger ist.

Orbit 30

Orbit 30 dauert vom 29.9.2006-11.10.2006. Die Periapsis wurde durch den Titanvorbeiflug von 175000 km auf 241000 km angehoben, während die Apoapsis bei 2.2 Millionen km blieb. Der Titan Vorbeiflug T19 wird sie auf 332000 km angeben. Dies ist der wichtigste Vorbeiflug in diesem Orbit. Titan wird am 9.10.2006 in einer Distanz von 980 km zur Oberfläche passiert. Dabei überquert die Sonde zum Teil die gleichen Gebiete wie bei T17. Dadurch kann man nach Veränderungen mit dem RADAR suchen. Weiterhin stehen Altimetermessungen auf dem Programm, d.h. die Vermessung des Oberflächenprofils. CIRS macht Messungen am Horizont um genauere Temperaturmessungen zu erhalten und im Fernen Infrarot nach Spurengasen zu suchen. ISS wird nach dem Vorbeiflug Oberflächenaufnahmen machen und den Horizont fotografieren um die Bewegung des Nebels zu verfolgen. MAPS untersicht die Plasmawolke um Titan bis in niedrige Höhen und deren Interaktion mit Saturns Magnetosphäre und Strahlungsgürtel.

Gefunden wurden neue Seen und Kanäle in denen flüssiges Methan und Ethan in diese fließt. Noch immer gibt es aber keine Erklärung wo der größte Teil des Methans und Ethans geblieben ist. Eine neue Theorie geht davon aus, dass es zusammen mit Aerosolen einen Schlamm gebildet hat, der für dei dünenartigen Strukturen verantwortlich sein soll. Noch kann diese Theorie aber viele andere Phänomene nicht erklären.

Orbit 31

Orbit 31 erstreckt sich vom 11 bis 28 Oktober 2006. Der Vorbeiflug am 9.10.2006 hat die Periapsis erneut angehoben auf 332.000 km und die Apoapsis auf 2110.000 km abgesenkt. Auch diesmal steht wieder ein Vorbeiflug an Titan an, diesmal aber über die Äquatorregion. Er findet am 25.20.2006 in einer Höhe von 980 km über der Oberfläche statt. Der nächste Punkt wird bei 35 Grad Nord, 135 Grad West erreicht.

Der Vorbeiflug T20 wird vor allem vom VIMS Team genutzt werden. Viele Teams wollten den Vorbeiflug nutzen, doch VIMS bekam den Zuschlag. Eventuell wird die Auflösung gut genug sein um die Dünenstrukturen in RADAR Aufnahmen genauer zu untersuchen. ISS wird die Regionen Senkyo und Tseghi untersuchen. RADAR wird einige SAR Aufnahmen aus größerer Entfernung anfertigen und Altimeter und Rückstreuungsmessungen machen. CIRS wird eine Temperaturkarte rund um den Horizont im mittleren Horizont machen. MAG wird die nahe Distanz zu weiteren Untersuchungen zu Titans kleinem eigenen Magnetfeld nutzen. MAPS sowie RWPS, CAPS, MIMI und INMS werden ihren Untersuchungen der Region um Titan aus mittleren Entfernungen fortsetzen.

Am 11.10.2006 gab man die Untersuchungen der Ringdurchleuchtung Mitte September bekannt. Bei dieser einmaligen Gelegenheit stand die Sonne von Cassini aus gesehen hinter Saturn und so konnten die Ringe im Gegenlicht gesehen werden - Dabei wurden feinste Details verstärkt. Mit derselben Vorgehensweise hatte Voyager 1 nach dem Jupitervorbeiflug einen Ring gefunden. Diesmal fand man einen unvollständigen Ring (ein Ringlet) zwischen den Bahnen von Janus und Epimetheus. Ein weitere Ring liegt etwas außerhalb des Mondes Pallene, den Cassini 2004 neu entdeckt hatte. 2 weitere Ringe wurden in der Cassini Teilung entdeckt. Untersuchungen mit Cassinis VIMS zeigten, dass einer der beiden Ringe in der Cassini Teilung aus neuem, frischen Material besteht wie der äußere A-Ring und F-Ring. Diese neue, wie auch die alten Ringe sollen durch die Monde erzeugt sein. Ausnahme soll der G-Ring sein, bei dem es keinen Mond in der Nähe gibt. Farbuntersuchungen ergaben, dass der C Ring rot ist und der D und E Ring jeweils blau. Über die Differenzen in Zusammensetzung und Größe der Partikel gibt es aber noch immer keine Erklärung.

Präsentationen innerhalb des CHARM Programms des VIMS Teams wurden am 31.10.2006 vorgestellt. Man hat auf Phoebe neben Wassereis auch Kohlendioxid gefunden, darüber hinaus Alumiumhydroxid Silikate und Eisen(II) haltige Mineralien. Cyanide und Nitrile könnten vorhanden sein, organische Substanzen ebenfalls. Weitere Absorptionslinien sind bis heute nicht bestimmten Substanzen zuordenbar. Auf Iapetus konnte man CO2 Eis, eingebundenes CO2 und Cyanide sowie Spuren von organischen Substanzen nachweisen. Phoebe erscheint trotz seiner viel kleineren Größe allerdings erheblich komplexer aufgebaut zu sein.

Auf den anderen Satelliten konnte immer Kohlendioxid nachgewiesen werden und zwar um so mehr je weiter sie von Saturn entfernt waren. Hyperion, Dione und der F-Ring auch noch Spuren von Cyaniden.

Orbit 32

Orbit 32 erstreckt sich vom 28 Oktober 2006 bis zum 9 November 2006. Die beiden Titanvorbeiflüge beim letzten Orbit haben ihn verändert. Der saturnnächste Punkt rutsche von 332.000 km auf 284.000 km. Noch stärker verändert wurde der saturnfernste Punkt von 2110.000 auf 1740.000 km Entfernung. Der Vorteil dieses Orbits ist, dass er wieder näher an den Saturn heranführt und eine Passage von Enceladus in mittlerer Distanz am 9.11.2006 kurz vor Erreichen des saturnnächsten Punktes erlaubt. Diese erfolgte in 94824 km Entfernung wo Enceladus bildfüllend für die Telekamera ist. Aufnahmen wurden aber nicht veröffentlicht.

Ringe im GegenlichtVeröffentlicht wurden nun die Schlussfolgerungen aus den Bildern im Gegenlicht die Cassini im September machte. Wie erwartet erscheinen der A,B und C Ring dunkel. Diese bestehen aus größeren Teilchen die das Licht kaum nach hinten streuen. Der äußere B ring erscheint, weil er relativ "dick" ist sogar dunkel. Die D,E und G Ringe bestehen größtenteils aus kleinen Teilchen, die man auf der Erde wohl als Staub bezeichnen würde. Im E-Ring war im sichtbaren Licht und im UV eine deutliche Farbvariation erkennbar (normalerweise ist dieser Ring im Auflicht gleichförmig und bei den anderen Ringen konnte man dies im Infraroten mit VIMS beobachten. Es wurde eine Struktur im E Ring gefunden, für die wahrscheinlich Enceladus verantwortlich ist, der ihn stört. Dies ist auf einem Bild des Mondes im E-Ring deutlich zu sehen. Die Saturn Magnetosphäre soll für ein symmetrisches Aussehen der Ringe bei lokaler Dämmerung (am Morgen und Abend) verantwortlich sein. Dass die kleinen Monde die Ringe füttern konnte man erstmals visuell nachweisen. entlang der Bahnen von Pallas und Janus/Epimetheus war deutlich je ein Mond zu sehen.

Am inneren Rand des G-Ringes wurde ein Ringbogen 15 mal in den letzten 2 Jahren gesehen. Dieser Ringbogen hat eine Umlaufszeit von 0.80813 Tagen bei einer Halbachse von 167.412 km. Dies ist eine Resonanzbahn mit Mimas (Umlaufsdauer 0.94242 Tage). In 6 Umläufen von Mimas hat das Ringstück 7 Umläufe absolviert.

Der D-Ring hat sich in den letzten 25 Jahren seit dem Vorbeiflug von Voyager 2 um etwa 200 km zum Saturn hin bewegt. Hochauflösende Aufnahmen zeigen zudem Dichtevariationen in ihm in einer Größenordnung von 30-34 km die auch Vermessungen nach einer Sternbedeckung bestätigten. Schon früher sah man solche Variationen, aber mit eine größeren Dichte, so z.B. bei einer Sternbedeckung 1995 die von Hubble beobachtet wurde. Damals war sie noch 60 km groß. Helligkeitsvariationen entlang des D-Ringes werden mit einer stehenden Welle erklärt die durch eine Inklination des D-Ringes in der Vergangenheit entstand. Rückrechnung über die Abnahme der Periode ergaben, dass im Frühling 1984 dieses Phänomen entstand. Ursache könnte ein Eisbrocken gewesen sein, der die D-Ringe passiert und dabei zerplatzt ist. Durch die geringe Dichte der Dichte muss dieser nicht groß gewesen sein. Ein Brocken von einigen Metern Größe würde ausreichen.

Orbit 33

Orbit 33 hat fast dieselben Bahnparameter wie Orbit 32, nur kleine Korrekturen von Cassini änderten den saturnfernsten Punkt leicht von 1740.000 auf 1730.000 km. Er dauert wie der letzte 12 Tage vom 9 bis zum 21 November 2006. Kurz nach dem Passieren des saturnnächsten Punktes wurde Dione passiert in 72344 km Entfernung. Auch hier wurden keine Bilder veröffentlicht. Wahrscheinlich weil bei beiden Saturnpassagen die Ringe im Vordergrund standen. Am 20.11.2006 gab es wieder einmal die Gelegenheit Mimas aus 153000 km Entfernung zu beobachten, die man auch nutzte.

Orbit 34

Orbit 34 hat dieselben Bahnparameter wie der Orbit 33, doch dies wird sich ändern, denn am 12. Dezember 2006 steht der T21 Vorbeiflug an, der die Bahn durch eine bis auf 1000 km an die Oberfläche führende Passage wieder verändern wird. Vorerst jedoch bleibt Cassini in einer Bahn mit 12 Tagen Umlaufszeit vom 20.11.2006 bis zum 2.12.2006.

Orbit 35

Nach 2 Monaten gibt es nun erstmals wieder einen nahen und gezielten Vorbeiflug an einem Mond, wieder einmal der Titan. Der T21 Vorbeiflug verändert auch den Orbit wieder so, dass er in Resonanz zu Titan steht, so dass schon beim nächsten Orbit wieder ein Titanvorbeiflug ansteht. Er steht am 12 Dezember 2006 an und führt schon zum Anheben des Saturnnächsten Punktes von 284.000 auf 465.000 km nach der Passage. Orbit 35 wird vom 2.12.2006 bis zum 15.12.2006 durchlaufen.

Der Vorbeiflug T21 solle vor allem der Radarbeobachtung der mittleren nördlichen Breiten dienen. Radiometrische und Rückstreuungsmessungen wird es vom der Südhalbkugel geben. EUV / FUV wird von 300-1500 km Höhe ein Profil der Verteilung von Kohlenwasserstoffen anfertigen. Viele dieser Profile, angefertigt über viele Vorbeiflüge sollen eine dreidimensionale Karte ergeben. ISS wird versuchen nach Veränderungen von Titan zu suchen. MAPS soll die Ionosphäre und Interaktion mit Saturn erforschen.



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Links

Planetary.org : Viele Hintergrundinfos zu Cassini und Saturn

DLR Cassini Seiten (Deutsche Übersetzung der NASA Seiten)

NASA Cassini Website

Cassini RAW Images

Alle Bilder: Copyright Courtesy NASA/JPL-Caltech.

© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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