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Chinesische Trägerraketen

Einleitung

China verfügt über eine Reihe von Trägerraketen bis hin zu Trägerraketen für bemannte Missionen. China hat aber auch ein ambivalentes Verhältnis zum Westen. Zum einen bemüht man sich um Startaufträge für die Träger und bietet diese weit unter dem Preis westlicher und sogar russischer Konkurrenz an. Zum anderen aber trennen noch Welten China und den Westen in der Art wie Raumfahrt betrieben wird. Dies geht bei den Sicherheitsvorkehrungen vor Ort los. Der wichtigste chinesische Startplatz Xichang liegt inmitten eines von Bauern genutzten Tales und bei zwei Fehlstarts soll es zahlreiche Tote bei der Zivilbevölkerung gegeben haben. Zum anderen gibt es ein anderes Verständnis von Öffentlichkeit. Die Daten über die Trägerraketen werden nur bruchstückhaft veröffentlicht und bei Fehlstarts wird schon mal die Fernsehübertragung unterbrochen und eine Untersuchung des Fehlstarts bleibt aus. Analoges gilt über Missionen und gestartete Satelliten. In gewisser Weise erinnert dies an die UdSSR vor 40 Jahren, als man nur die Erfolge veröffentlichte.

China konnte im kommerziellen Transport von Satelliten aufgrund dessen nicht den Stellenwert erreichen den russische Träger trotz höherer Kosten heute einnehmen. Die spärlichen Informationen über den Träger bedeuten aber auch, das in diesem Falle ich von dem hohen Anspruch an meine Artikel abrücken muss. Denn ich habe zur Zeit nur zwei verlässliche Quellen für chinesische Trägerraketen. Alle Startangaben Stand März 2002.

Die Anfänge

Bis 1960 zogen China und die damalige UdSSR am selben Strang, der Durchsetzung des Kommunismus. Doch dann kam es zum Bruch mit der UdSSR, da Mao einen eigenen Weg verfolgen wollte. Doch bis dahin erhielt China Raketen von der UdSSR, sowie Techniker und Konstruktionspläne. Obgleich es sich um Mittelstreckenraketen handelte, dürfte diese Hilfe für China in etwa die gleiche Bedeutung wie der Deutschen für die USA gehabt haben. Sie gewannen Erfahrung mit der Handhabung bei Probestarts und konnten die Technik in ihre eigene Rakete umsetzen.

Von 1969 an wurden 3 verschiedene Typen von militärischen Raketen mit Reichweiten von 1100, 2500 und 6500 km stationiert. Die letztere diente dann auch zum Start des ersten chinesischen Satelliten. Alle chinesischen Trägerraketen haben den gemeinsamen Namen "Chang Zheng" (chinesisch für Langer Marsch), unabhängig von technischen Gemeinsamkeiten. Abgekürzt wird Chang Zheng meist als CZ plus einer Nummer für die Rakete.

Die Startzentren

China hat drei "Weltraumbahnhöfe". das älteste ist das Jiuquan Startzentrum, ursprünglich gebaut für den Test von militärischen Raketen im Jahre 1958. Sein offizieller Name lautet: China Jiuquan Satellite Launch Centre (JSLC).

Es liegt bei 100 Grad Ost und 41.21 Grad Nord am Rande der Wüste Gobi in 1000 m Höhe. Von Jiuquan aus erfolgten die ersten Starts von Chinas Satelliten. (Ab 1970). Später übernahmen andere Zentren eine wichtigere Rolle. Heute erfolgen von diesem Zentrum wieder Starts, nachdem es in den letzten Jahren nur die Starts der CZ-2D von Jiuquan aus gab. Alle Tests der CZ-2F und auch der bemannte Flug starteten von Jiuquan aus. Aufgrund seiner geographischen Lage eignet sich das Startgelände für erdnahe Orbits mit mittleren bis hohen Bahnneigungen von 42-68 Grad. In den letzten Jahren fanden Starts aus Sicherheitsgründen fanden nur noch in Bahnen von 40-56 Grad Neigung statt.

Xichang TestscenterDas Xichang Startzentrum ist heute das wichtigste Startzentrum für geostationäre Nutzlasten. Offizieller Name:  Xichang Satellite Launch Centre (XSLC). Es liegt am südlichsten von den 3 Startplätzen bei 102.0 Grad Ost und 28.2 Grad Nord in 1800 m Höhe. Der erste Start von Xichang aus fand 1984 statt. Es liegt anders als Jiuquan jedoch in einer ländlichen Gegend, so kam es beim Fehlstart einer Langen Marsch 3B am 14.2.1995 zu 59 Toten und Verletzten unter der Zivilbevölkerung. Das Startzentrum liegt in einem Tal in 1826 m Höhe und der mögliche Startwinkel ist mit 28-36 Grad sehr gering.

Das Taiyuan Startzentrum (offizieller Name: China Taiyuan Satellite Launch Centre (TSLC)) wurde 1988 als Testgelände für Interkontinentalraketen eröffnet. Heute startet man von diesem Startzentrum, dem kleinsten der 3 Zentren Chinas ausschließlich Nutzlasten in polare oder sonnensynchrone Orbits. Dazu gehörte auch ein Teststart einer Iridium Nutzlast. Ansonsten starten hier normalerweise nur Trägerraketen des Typs CZ-4A und CZ-4B. Taiyuan liegt bei 37.80 Grad Nord und 111.50 Grad Ost in 1500 m Höhe. Es erlaubt nur Starts mit 99 Grad Inklination.

Anfang 2007 gab China bekannt, dass man auf der Insel Hainan, südlich von Hongkong gelegen und nahe an Vietnam ein weiteres Startzentrum aufbauen will. Seit 2002 gibt es dort Forschungseinrichtungen und nun soll der Hafen ausgebaut und ein 20 km² großer Komplex dort entstehen. Das neue Startzentrum wird Wengchan heißen. Es befindet sich bei 110° Ost und 19 ° Nord. Die größere Nähe zum Äquator soll bis zu 7.4 % mehr Nutzlast oder maximal 300 kg bei der CZ-4B ergeben. Ab 2010 erwartet man eine neue Generation chinesischer Trägerraketen die wahrscheinlich von diesem Startzentrum aus eingesetzt werden wird.

Das chinesische Weltraumprogramm

Das chinesische Weltraumprogramm ist besonders orientiert an Anwendungen. Die ersten Satelliten die gestartet wurden waren militärische Fernerkundungssatelliten. Sie wurden in den letzten 20 Jahren komplettiert durch Erderkundungssatelliten, Wettersatelliten und Kommunikationssatelliten. Relativ gering war der wissenschaftliche Anteil im Weltraumprogramm.

Zu Anfang dieses Jahrhunderts hat sich dies geändert. Zum einen ist nun China auch bestrebt in den exklusiven Kreis der Nationen vorzustoßen die über eigene bemannte Raumfahrzeuge verfügen. Dazu hat man eine russische Sojus Kapsel gekauft und diese technisch verbessert. Auch die Taikonauten (chinesische Raumfahrer) trainierten noch in Russland. Doch angesichts der gespannten Beziehungen zu Russland und wegen des nationalen Prestige dürften dies nur eine Episode sein.

 Zum andern sucht man auch die internationale Zusammenarbeit in der Wissenschaft. Erstes Projekt sind die beide Satelliten Double Star, welche mit jeweils 6 Reserveexemplaren von Experimenten bestückt sind, die von er europäischen Cluster II Mission übrig blieben. Angekündigt sind auch Mondsonden und hinter vorgehaltener Hand wird auch von einer Raumstation und einer bemannten Mondlandung gesprochen. Ob China dies umsetzen will und auch ökonomisch kann wird allerdings erst die Zukunft zeigen.

Keine gute Figur machte China am 11.1.2007. Eine DF-21 Mittelstreckenrakete zerstörte in einem Test den Feng Yun 1C Wettersatelliten, der seit 1999 die Erde umkreiste und mittlerweile nicht mehr aktiv ist. Der Satellit umkreist die Erde in einem Orbit von 843 x 862 km x 98.7 Grad. In dieser Höhe umkreisen Bruchstücke sehr lange die Erde. Am 27.1.2007 registrierte das US Frühwarnsystem mehr als 500 Bruchstücke mit Geschwindigkeiten von bis zu 500 m/s zum Satelliten, hinaufreichend bis in Höhen von 3500 km. Diese Art von Waffentests erhöhen den Weltraummüll und damit die Gefahr für andere Satelliten erheblich und wurden von anderen Nationen schon seit langem eingestellt. Der letzte Test dieser Art vor den Chinesen war ein Test der USA mit der Delta 180 im Jahre 1986, als man in den USA SDI entwickelte und auf diese Weise den Abschuss von Raketenprojektilen durch Raketen erproben wollte.

Unterschiede China - Westen - Osten

China hat in vielen Dingen eine andere Einstellung zu Sicherheits- und Umweltstandards. Das Startzentrum Xichang liegt z.B. in einem landwirtschaftlich genutzten Tal, nur wenige Kilometer vom Startgelände liegt ein Dorf und das Startgelände selbst ist von Feldern umgeben. So verwundert es nicht das es bei zwei Fehlstarts schon Todesopfern unter der Zivilbevölkerung gegeben hat. Den Chinesen scheint dies völlig egal zu sein. So wird auch das Startgelände nicht weiträumig vor einem Start geräumt. Über westliche Spezialisten, die sich vor einem Start in Sicherheit bringen, wird nur gelacht.

In einem Land in dem ganze Täler überschwemmt werden um einen Stausee zur Stromversorgung anzulegen, darf man natürlich nicht mit Rücksicht auf die Umwelt rechnen. So werden Oberstufen auch nach der Mission nicht passiviert. Darunter versteht man, das man versucht mit dem Resttreibstoff die Bahn abzusenken, das die Oberstufe verglüht oder zumindest den Treibstoff durch Ventile zu entleeren, so das er nicht explodieren kann. So hat eine Explosion einer "Langer Marsch" Oberstufe am 11.3.2000 wieder einmal die Anzahl des Weltraummülls erhöht. Diese Praxis ist auch heute noch nicht üblich bei chinesischen Trägerraketen, so vermeldete das US Frühwarnradar eine große Anzahl an Bruchstücken nach dem Start zweier Huan Jing ("Umwelt") Satelliten am 6.9.2008. Alle chinesischen Trägerraketen setzen auch noch die umweltschädlichen Treibstoffe UDMH/NTO ein. Das erste ist ein starkes Fisch- und Wassergift, der zweite Stoff ist stark ätzend.

Ganz anders sieht es allerdings bei Fehlstarts aus. Fast ist man geneigt das Vorurteil anzuwenden von den Asiaten die nicht gerne das Gesicht verlieren. Wenn ein Start übertragen wird, dann wird bei einem Fehlstart die Sendung unterbrochen. Es gibt nicht wie im Westen eine Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse, ja man bemüht sich alles zu vertuschen. Besonders pikant war der Fehlstart eines westlichen Satelliten, bei dem die Nutzlasthülle kollabierte und diesen beschädigte - Man schob die Schuld auf den Satelliten. Fundamentale Systeme wie ein mehrfach redundantes Selbstzerstörungssystem oder die Entleerung der Tanks von Oberstufen scheinen zu fehlen.

Dies hat dazu geführt das heute keine Rückversicherung mehr bereit ist, Starts chinesischer Träger abzusichern. Die "Chinese Great Wall Industry Corporation", welche die Chang Zheng vermarktet bietet dafür eigene Versicherungen an. Der Fehlstart von Intelsat 708 führte zu einer Kongressanhörung. Hughes assistierte den chinesischen Behörden bei der Aufklärung des Vorfalls indem sie die Telemetrie des Satelliten die sie selbst ausgewertet hatten zur Verfügung stellten und auch bei der Auswertung der Telemetrie die den Chinesen vorlag Hilfestellung leisteten. Dies soll nach Hughes angaben die Zuverlässigkeit chinesischer Träger gesteigert haben. Das führte, nachdem es schon vorher eine starke Opposition gegenüber der Freigabe von Satellitenstarts im Kongress der USA gab zu einer Kongressanhörung bei der schon früher geäußerte Bedenken dies erneut zur Sprache kamen. Offiziell ging es um den Export von westlicher Satellitentechnologie und Ergebnissen, die auch von den Chinesen für militärische Raketen genutzt werden kann. Natürlich können andere Gründe wie die allgemeine politische Situation (Menschenrechte, Tibet Annexion, Taiwan Konflikt) nicht ausgeschlossen werden. Beschlossen wurde dass die bisherige Freigabe von Starts mit Satelliten mit US Technologie zurückgezogen wurde. Seit 2000 gab es keinen Start mehr von westlichen Nutzlasten.

Mehrere chinesische Projekte lassen prinzipielle Fragen an der Zuverlässigkeit der Systeme aufkommen und sind vielleicht auch verantwortlich warum es nun keine Starts mehr gibt. Das eine sind Informationen zum Mondsatelliten Chang'E-1: Für diesen so berichtet der Projektleiter wurde die Trägerrakete Langer Marsch 3A sicherer gemacht und mehr redundante System eingeführt. Das verwundert doch sehr, denn diese Trägerrakete wird schließlich seit 13 Jahren eingesetzt. Offensichtlich war es bislang billiger, einen Fehlstart zu riskieren als die Sicherheit kostspielig zu erhöhen.

Das zweite ist, dass es für das Iridium System und bemannte Einsätze spezielle Versionen der Langen Marsch 2C und 2E gibt. Diese haben offensichtlich eine höhere Zuverlässigkeit um westliche Kunden nicht zu verlieren oder um nicht den Verlust der Besatzung zu riskieren.

Technische Daten

Von Chinesischen Trägerraketen gibt es nur rudimentäre technische Daten, die seitens China nur von den für einige Modelle veröffentlicht wurden. Viele Daten in den folgenden Tabellen mussten aus anderen errechnet werden oder abgeschätzt werden. China setzt zwar auch kryogene Treibstoffe ein, beherrscht also diese Schlüsseltechnologie für leistungsfähige antriebe, doch bislang nur in einer Oberstufe. Die anderen Triebwerke entstammen allesamt aus militärischen Vorgängern und setzten daher die lagerfähigen, aber hochtoxischen Substanzen NTO und UDMH ein. LOX / Kerosin wurde bislang nicht eingesetzt.

Bislang versucht China mit minimalen Mitteln sehr viel zu erreichen. So werden heute nur 5 verschiedene Triebwerke eingesetzt durch deren Kombination alle die verschiedenen Stufen und Raketentypen entstehen. Die spezifischen Impulse als Maß für die Leistungsfähigkeit eines Antriebs liegen weit unter denen die von anderen Trägerraketen bekannt sind. Selbst die 40 Jahre alte Zyklon oder Titan 2 hatten bessere Werte als die heute eingesetzten Typen. Das gleiche gilt für die Verwendung von Wasserstoff. Insgesamt hinkt hier China technologisch dem Rest der Welt (inklusive Indien) hinterher.

Seit 2000 ist eine neue Generation, die Chang Zheng 5 angekündigt, die ähnlich wie Angara mit zwei Triebwerkstypen, einem LOX/Kerosin und einem LOX/LH2 Antrieb) eine ganze Raketenfamilie bis hin zur Leistung einer Atlas V oder H-2B ermöglichen soll. Dies geschieht durch 3 Stufen und zwei Oberstufen die gebündelt und in Kombination dann eine Familie ergeben.

Für das Jahr 2014 ist der Erststart einer Chang Zheng 5 angekündigt - Die lange Entwicklungszeit von 14 Jahren steht im krassen Widerspruch zu den anderen Ankündigung Chinas die sogar von bemannten Mondmissionen spricht.

Einteilung der Raketen

Geht man nach den Typenbezeichnungen, so setzt China 10 Raketen ein in 3 Familien. Anders als bei anderen Raketen gibt es Ähnlichkeiten nicht in einer Familie sondern eine Familie bedient einen bestimmten Orbit:

Dem entsprachen auch die Startzentren: Jiuquan war anfangs das alleinige Startzentrum für die CZ-2, Xichang ist bis heute das alleinige Startzentrum für die CZ-3. (Könnte aber bald von Wengchan abgelöst werden). Taiyuan war lange Zeit für die CZ-4 und Starts in polare Orbits zuständig. Mittlerweile hat sich dies gelockert, Jiuquan verliert an Bedeutung und es finden auch Starts der CZ-2 von Taiyuan aus statt.

Feng Bao 1 (FB-1)

Die unter der Bezeichnung Feng Bao (Großer Sturm) FB-1 herausgebrachte Rakete war eine Parallelentwicklung zur CZ-1, gefördert von Mao Zedong. Grund waren die Beziehungen seiner Frau zu Shanghai wo die Rakete entwickelt wurde. Nach Maos Tod im September 1976 wurde die Entwicklung der Rakete eingestellt, die auch eine sehr schlechte Zuverlässigkeit aufwies. Erst 1975 gelang der erste Start. Zwischen 1972 und 1981 fanden 11 Starts statt, darunter 3 suborbitale. Von den 8 Orbitaleinsätzen waren nur 4 erfolgreich. Über die Nutzlast liegen verschiedene Angaben vor zwischen 1200 und 2500 kg werden genannt. Die erfolgreich gestarteten Satelliten wogen 1108 kg. Die Masse entspricht in etwa der Ariane 1, so das der höhere Wert von 2000-2500 kg wahrscheinlich ist. Der Konzern, der die FB-1 entwickelte ist heute an der CZ-4A und CZ-4B beteiligt.

FB-1

Feng Bao 1 (FB-1)

Erststart 10.8.1972, letzter Start 19.9.1981
8 Starts, 4 Fehlstarts, Zuverlässigkeit 50 %
Nutzlast 2000 kg in einen 170x500 km hohen 70° Orbit

Stufe 1:
Vollmasse 150400 kg, Leermasse 10000 kg
Schub 2947 kN über 128 sec.
4 Triebwerke YF-20A
Treibstoff N2O4 / UDMH
Spezifischer Impuls 2540 m/s (Meereshöhe) / 2834 m/s (Vakuum)
Länge 20.1 m, Durchmesser 3.35 m

Stufe 2:
Vollmasse 38300 kg, Leermasse 3500 kg
Schub 762 kN über 127 sec.
1 Triebwerk YF-22
Treibstoff N2O4 / UDMH
Spezifischer Impuls 2814 m/s (Vakuum)
Länge 7.4 m, Durchmesser 3.35 m

Übersicht

Betrachtet man nur die Bezeichnungen, so scheint China über nicht weniger als 4 verschiedene Trägerraketen in 12 Varianten zu verfügen - mehr als die USA oder Russland! In Wirklichkeit handelt es sich um Varianten der Kombination weniger Stufen. Die folgende Tabelle zeigt die Verwendung jeder Stufe, die mit Buchstaben geordnet sind an. Ein "+" zeigt eine Adaption einer Stufe an. So ist leicht zu erkennen, dass die CZ 2-4 in allen 10 Varianten ein und dieselben ersten und zweiten Stufen (in kleinen Anpassungen) verwenden, aber durch 4 Oberstufen und Booster diese Variantenvielfalt zustande kommt, ähnlich wie Ariane 4 mit nur 2 Boostern in 7 Varianten verfügbar ist. China besteht allerdings darauf, dass es sich um unterschiedliche Modelle handelt.

Typ Booster Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Nutzlast LEO Nutzlast GTO Nutzlast SSO Kommerziell verfügbar
FB-1 - A A - 2000 kg -   -
CZ-1 - B B - 750 kg -   -
CZ-2A/C - C C - 2500 kg -   +
CZ-2D - C+ C+ - 3700 kg -   +
CZ-2E A C+ C+ A 9500 kg 3360 kg   +
CZ-2F A C+ C+ - 8400 kg -   -
CZ-3 - C C B 3800 kg 1500 kg   -
CZ-3A - C+ C+ C 7200 kg 2600 kg   +
CZ-3B A C+ C+ C - 5200 kg   +
CZ-3C A C+ C+ C - 3800 kg   +
CZ-4 - C+ C+ D 4595 kg 1100 kg 2200 kg -
CZ-4B - C+ C+ D+ 4800 kg 1419 kg 2790 kg +
CZ-4C - C+ C+ D++ 4200 kg   2790 kg ?

Die Vermarktung im Westen

Im Westen angeboten werden die Modelle CZ-2C CTC, CZ-2D, CZ-2E, CZ-3A und 3B und die CZ-4. Die anderen Modelle werden nicht mehr eingesetzt oder sind nur für chinesische Nutzlasten vorgesehen. Nach anfänglichen Erfolgen machten einige Fehlstarts der "China Great Wall Industry Corporation" zu schaffen. Später kam China durch die schwelende Menschenrechtsproblematik auf die Liste des  U.S. Treasury Departments Office of Foreign Assets Control (OFAC). Es ist verboten US Hochtechnology zu Firmen liefern die auf dieser Liste stehen. Kurz vor den olympischen Spielen kam die CGWIC wieder von dieser Liste (am 19.6.2008). So dass China nun bessere Chancen bei der Vermarktung im Westen hat.

Problematisch ist immer noch das Verhältnis zu Versicherungen. Chinas Politik die Ursachen von Starts nicht öffentlich zu machen und vor allem die Furcht von nicht zu übersehenden Schadensersatzzahlungen bei Schäden unter der Zivilbevölkerung sind hier die Ursache. China offeriert daher eine eigene Absicherung des Satellitenstarts für potentielle Kunden.

Links

China Great Wall Industry Corporation

Astronautix Long March Family

Sinodefense

Space Launch Report

Büchertipps

Von mir gibt es mehrere Bücher zum Thema Trägerraketen. Zum einen zwei Werke über alle Trägerraketen der Welt und zum Zweiten Bücher über die europäische Trägerraketenentwicklung.

Mein bisher umfassendstes Werk ist ein zweibändiges Lexikon über Trägerraketen mit 700 bzw. 600 Seiten Umfang. In ein Buch passten schlichtweg nicht alle Träger in ihren Subversionen so gibt es einen Band nur für US-Träger, einen zweiten für "internationale" Trägerraketen, sprich alle anderen Nationen. Beide Bände haben denselben Aufbau:

Nach einem einleitenden Kapitel über die Arbeitsweise von Raketen kommt ein einführendes Kapitel über die Raumfahrtbestrebungen des Landes und der Weltraumbahnhöfe, bei den USA ist dies natürlich nun eines. Danach kommen die Träger geordnet nach Familien mit gleicher Technologie in der historischen Entwicklung. Zuerst wird die Technologie und Entwicklungsgeschichte beim ersten Exemplar einer Familie beschrieben, dann folgt bei den einzelnen Mitgliedern nur noch die Veränderungen dieses Modells und dessen Einsatz.

Ich habe soweit möglich technische Daten zum schnelleren Nachschlagen in Tabellen ausgelagert, Querschnittsdiagramme, Grafiken über den Einsatz und bei den US-Trägerraketen auch komplette Startlisten komplettieren dann jedes Kapitel. Dazu gibt es von jedem Träger ein Startfoto.

In jedem Buch stecken so über 100 Subtypen, was den Umfang bei dieser ausführlichen Besprechung auf 600 Seiten (internationale Trägerraketen) bzw. 700 Seiten (US-Trägerraketen getrieben hat). Ich denke sie sind mit 34,99 und 39,99 Euro für den gebotenen Inhalt trotzdem sehr günstig.

Speziell mit der Geschichte der Trägerraketenentwicklung in Europa beschäftigt sich das zweibändige Werk Europäische Trägerraketen 1+2. Band 1 (Europäische Trägerraketen 1: Von der Diamant zur Ariane 4) behandelt die nationalen Trägerprogramme (Black Arrow und Diamant), das OTRAG-Projekt, die glücklose Europa-Rakete und die Ariane 1-4. Band 2: die aktuellen Projekte Ariane 5 und Vega. Sowie die Weiterentwicklungen Ariane 6 und Vega C. Beide Bücher sind voll mit technischen Daten, Details zur Entwicklungsgeschichte und zu den Trägern. Diese Bücher sind gedacht für Personen, die wirklich alles über die Träger wissen wollen. Der nur an allgemeinen Infos interessierte, wird mit dem Buch internationale Trägerraketen besser fahren das sich auf die wichtigen Daten beschränkt.

Es gibt von den europäischen Trägerraketen, da die Programme weitestgehend unabhängig voneinander sind, auch die Möglichkeit, sich nur über einen Träger zu informieren so gibt es die gleiche Information auch in vier Einzelbänden:

Auf einen eigenen Band für Ariane 5 und 6 habe ich verzichtet, weil dieser nur wenig billiger als Band 2 der europäischen Trägerraketen wäre, da Ariane 5+6 rund 2/3 des Buches ausmachen.

Meine Bücher sind alle in Schwarz-Weiss. Das hat vor allem Kostengründe. Bei BOD kostet jede Farbseite 10 ct Aufpreis. Es gibt jedoch ein Buch, das für Einsteiger gedacht ist und jeden Trägertyp nur auf zwei Seiten, davon eine Seite mit einem meist farbigen Foto abhandelt: Fotosafari durch den Raketenwald. Es ist weniger für den typischen Leser meiner Webseite gerichtet, die ja auch in die Tiefe geht, als vielmehr für Einsteiger und als Geschenk um andere mit der Raumfahrt zu infizieren.

Sie erhalten alle meine Bücher über den Buchhandel (allerdings nur auf Bestellung), aber auch auf Buchshops wie Amazon, Libri, Buecher.de und ITunes. Sie können die Bücher aber auch direkt bei BOD bestellen.

Mehr über diese Bücher und weitere des Autors zum Themenkreis Raumfahrt, finden sie auf der Website Raumfahrtbucher.de.




© des Textes: Bernd Leitenberger. © der Bilder: Sinodefense.com
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