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Eine kritische Würdigung der Geschichte und Politik Amerikas.

Die USA stellen sich nach eigener Vorstellung als den Feind von Totalitarismus und Schützer der Freiheit auf der ganzen Welt dar. In ihrem Selbstverständnis bringen sie anderen Völkern Demokratie und stoppten die "Weltrevolution" des Kommunismus. Doch viele Menschen, sehen dies anders. In diesem Artikel geht es einmal um eine andere Seite der Geschichte der USA, die gerne nicht erwähnt wird.

Der Bürgerkrieg - Eine Befreiung der Schwarzen?

Eines der Kapitel auf welches die USA stolz sind ist der Bürgerkrieg. Er steht in ihren Augen für ihr Verständnis Freiheit für alle zu garantieren, auch wenn es dadurch zu einem Bürgerkrieg kam. Doch dies ist nur eine Seite der Wahrheit. Während des Bürgerkriegs von 1861 - 1865 wurde der Krieg seitens der Nordstaaten zu einem großen Teil auf dem Rücken der Zivilbevölkerung im Süden ausgetragen. Während des Marsches des in Amerika hoch geachteten Generals Sherman wurde systematisch das Gebiet der Südstaaten verwüstet, um deren Wirtschaftskraft zu zerstören. Dies obwohl es sich hier nicht um einen fremden Staat sondern ehemalige Bundesstatten handelt, mit denen man nach dem Krieg wieder leben musste und in dem Amerikaner wie im Norden wohnten.

Erstaunlich daran wie auch in zukünftigen Kapiteln der Geschichte der USA ist, dass der Krieg zwar zur Befreiung der Sklaven diente, aber es nicht zu einer völligen Gleichstellung der Sklaven nach ihrer Befreiung mit der weißen Bevölkerung kam. Noch 100 Jahre später mussten die dunkelhäutigen Amerikaner um ihr Recht als gleichwertige Bürger kämpfen. Cassius Clay, Olympiasieger im Boxen musste in Atlanta als Schwarzer in den sechziger Jahren in den hinteren Teil des Busses einsteigen, weil Schwarze und Weiße getrennt sein mussten. Noch heute werden Schwarze in vielen gesellschaftlichen Bereichen benachteiligt.

Diese Vorgehensweise in ist sehr typisch für Amerika. Zuerst wird ein Krieg geführt - ohne Rücksicht auf Verluste auch bei der Zivilbevölkerung des Gegners - doch wenn es darum geht, im Frieden eine neue Ordnung zu schaffen die das alte Regime ablösen soll, so sind die Erfolge meistens nur halbherzig. Man bedenke auch in diesem Zusammenhang an die Ergebnisse des Golfkrieges und des Krieges in Jugoslawien. In beiden Fällen ist noch dieselbe Regierung am Ruder. Auch Südkorea wurde nach Intervention der USA nach dem Krieg nicht demokratischer.

Der Sheriff schießt und fragt nicht!

Nach dem Bürgerkrieg begann die wohl für die USA prägende Zeit - die des wilden Westens. Warum? Nun weil die Politik der USA heute noch sehr an einen Wildwestfilm erinnert. Die USA treten als Weltsheriff auf, der die Bösewichte unabhängig von Verlusten verfolgt. Nicht als Polizist, der eingreift um Konflikte friedlich zu lösen oder wenigstens überall wo Menschenrechte oder der Frieden verletzt werden. Nein, wie ein Sheriff verfolgen Sie gnadenlos andere Staaten die ihnen nicht genehm sind, lassen aber die Verstöße in anderen zu. Und wie bei einem Wildwestfilm wird ohne Sinn und Verstand herumgeballert - aber die Bösewichte entkommen. Man denke an den Ausgang des Kosovo und Golfkrieges - was außer Leid für die Bevölkerung haben diese Kriege gebracht? Milosevic und Hussein sitzen aber noch immer fest im Sattel.

Überhaupt hat die Weltmacht die sich als Wiege der Demokratie betrachtet ein sehr komisches Verhältnis zu dieser. Während die Amerikaner mit dunkler Hautfarbe erst in den sechziger Jahren ihre gesetzliche Gleichstellung erreichen und in der Gesellschaft noch immer darum kämpfen, gibt es in den USA noch den Ku-Klux-Klan, mehr Nazis als sonst in der Welt und Scientology wird als Religion anerkannt, obwohl das Hauptziel dieser "Religion" die Übernahme der Macht im Staate ist. Die Demokratie wird also nicht geschützt und auch bei der Einmischung in andere Staaten zählen die wirtschaftlichen Interessen mehr als die Sicherung der Demokratie. Vorbildlich ist auch das amerikanische Wahlsystem: Es ist umständlich über Wahlmänner und führt zu der paradoxen Situation das 2000 Bush Präsident wurde, nachdem aber Gore insgesamt 570,000 Stimmen mehr erreichte - Jeder Staat wählte seine Wahlmänner und nicht die Gesamtheit der Stimmen zählt. Offensichtlich haben dabei die USA das auszählen noch nicht so richtig begriffen. Selbst mit Maschinen (womit den auch im Land der Technologie Verliebten...) dauert es länger als von Hand bei uns, und fehleranfällig ist es auch - man denke nur an Florida.

Demokratie ist in Amerika eine Worthülse. Zwar besteht jeder dort darauf "in einem freien Land tun und lassen zu können was man will". In der Praxis ist Amerika aber der Hort des Fanatismus, der alle Grundrechte außer Kraft setzt: Ende der 40 er Jahre wurden Millionen mit Arbeitsverbot belegt, weil sie verdächtig waren Kommunisten zu sein oder sich nur weigerten von dem "Komitee gegen unamerikanische Untriebe" auszusagen. (Ja, da ist doch Leitkultur richtig harmlos dagegen....) In den achtzigern wurden Raucher wie Aussätzige ausgegrenzt. Heute darf man in Amerika nur noch sagen, was "Political correct" ist.

Wehe, wenn Du ein echter Ureinwohner von Amerika bist!

In der Zeit des "Wilden Westens" begann das nächste Kapitel in der schwarzen Geschichte Amerikas, der Ausrottungskrieg gegen die Indianer, zuerst als regulärer Krieg, dann durch Siedler. Den Abschluss bildete der Versuch die Indianer durch Einsperren in Gebiete ohne Nahrung und durch Alkohol umzubringen. Man gab einzelnen Stämmen sogar mit Grippe und Windpocken infizierte Decken, um die Bevölkerung zu dezimieren, denn dagegen hatten diese Menschen keine Abwehrkräfte. Zu Beginn dieses Jahrhunderts wurden die letzten verbliebenen Indianer dann noch umerzogen, damit sie ihre Kultur aufgaben. An Toten und dem Vorgehen ist dies vergleichbar mit den später folgenden Massakern an Juden und dem Vorgehen Stalins und Maos, mit dem kleinen Unterschied das diese sich nie als Demokraten und Hüter der Freiheit dargestellt haben. Interessant ist das sich die "Indianerkriege" unmittelbar an den Bürgerkrieg anschlossen. Offensichtlich gibt es feine Unterscheide zwischen Menschen mit schwarzer Hautfarbe (aus Afrika importiert) und Roter Hautfarbe (vorher frei, aber leider auf Land wohnend das man gerne hätte).

Lange Zeit waren die USA nur auf den Kontinent Amerika fixiert, den sie noch heute als ihren "Hinterhof" betrachten und alles tun das dort nur Regierungen an die Macht kommen die Ihnen genehm sind (Schweinebuchtinvasion, Unterstützung des Schlächters Somosa in Nicaragua und der krönende Abschluss: 1982 Invasion der kleinen Insel Grenada (110.000 Einwohner) als eine kommunistische Partei gewählt wurde). Doch im ersten Weltkrieg begann die Einmischung auch in die Politik anderer Staaten. Danach waren die USA Weltmacht, nutzten dies aber nicht um ihre Vorstellungen von einem moderaten Versailler Vertrag umzusetzen, so war der nächste Krieg schon vorbestimmt.

Der zweite Weltkrieg

Die Bevölkerung der USA wollte nicht in einen Krieg, da traf es sich gut, das Deutschland und Japan den USA den Krieg erklärten, ohne jemals die Möglichkeiten die USA anzugreifen. Hier kann man auch lernen, was die USA darunter verstehen ein Land zu befreien. Sie tun dies indem sie die Zivilbevölkerung bombardieren. Wie immer bedeuten dann ihre hehren moralischen Vorstellungen von Demokratie, Freiheit, Achtung der Menschenrechte nichts. Der Krieg gegen Städte in Deutschland und Japan fing erst an, als der Ausgang des Krieges schon klar war. Die schlimmsten Aktionen fanden in beiden Ländern kurz vor Kriegsende statt, als mit herkömmlichen Bomben Dresden und Tokio und mit Atombomben Nagasaki und Hiroshima angriffen. Allein bei diesen vier Angriffen starben je nach Schätzung zwischen 150.000 und 400.000 Menschen. Viele Nazis kamen trotzdem nach dem Krieg in Führungspositionen.

Nicht einmal im eigenen Land bei den eigenen Bürgern galten nun die sonst so hehren Verfassungsmäßig garantierten Rechte etwas: Hunderttausende von Amerikanern mit japanischen Vorfahren wurden im zweiten Weltkrieg enteignet und in Straflagern eingesperrt. Dies ist nur wenig besser als das Vorgehen der Sowjetunion bei den Gulag Lagern oder in Deutschland bei den Konzentrationslagern.

Schon wenige Jahre danach war der Alliierte Stalin der neue Gegner. Eine Hysterie alles was nur kommunistisch angehaucht war zu bekämpfen befiel Amerika. Es kam zu zahlreichen Stellvertreterkriegen in Südamerika und Afrika und zu dem Korea- und Vietnam Krieg.

Der Weltpolizist, der über den Gesetzen steht

Die menschenverachtende Art Krieg gegen die Zivilbevölkerung zu führen setzten sie auch im Vietnamkrieg fort, der ein Drittel der Vietnamesen das Leben kostete. Diese hohe Zahl resultiert aus der amerikanischen Luftüberlegenheit die es ermöglichte nahezu unbedroht Städte mit B-52 Bombern und Dörfer mit Napalm anzugreifen. An den Folgen des Einsatzes von dioxinhaltigen Entlaubungsmitteln leidet Vietnam noch heute. Auch in Afghanistan hörten die Waffenlieferungen nicht auf, als die Sowjets schon bereit waren unter Gorbatschow sich zurückzuziehen und für eine nichtkommunistische, von allen getragene Regierung plädierten. Mit der bekannten Folge, das sich auch nach dem Abzug 1987 die Kämpfe nicht aufhörten. Natürlich war das Vorgehen der Russen in Afghanistan in keiner Weise anders. Aber Russland behauptete nie der Beschützer der freien Welt zu sein, oder demokratisch zu sein. Die hehren Ideale von Demokratie und freien Staaten die sie beschützen wollen, sind nichts mehr wert, wenn es um amerikanische Interessen geht. Amerikanische Gelder führten zum Sturz und Putsch in Guatemala 1954 und Chile 1971. Beides mal waren durch demokratische Wahlen Parteien an die Macht gekommen, die aber kommunistisch orientiert waren. Sie verstaatlichten Besitztümer von Großunternehmen die amerikanisch waren. Bei der Bekämpfung der Sandinisten in Nicaragua den Schlächter Somosa abgelöst hatten ging Reagan sogar soweit sich das Geld durch illegalen Waffenhandel mit dem Iran zu beschaffen. Einem Land das Demokratie nicht mal als Wort kennt!

Inzwischen haben sich die USA zum Weltpolizisten gemausert. Allerdings sind sie blind: Krieg führen sie nur wenn ihre Interessen berührt werden. Natürlich müssen sich die USA nicht um solche Kleinigkeiten wie Beschlüsse der UNO kümmern, es geht doch auch ohne. Außerdem sind sie ja nicht ein Land wie alle, sondern eine Weltmacht und die kann machen was sie will, auch wenn die restliche Welt dagegen ist. So kann ruhig die Welt an einem Klimakollaps zugrunde gehen, Hauptsache die Amerikaner können es sich länger leisten ungedämmte Garagen zu klimatisieren oder in Kalifornien bei 35° Lufttemperatur einen Trockner für die Wäsche anstatt einer Wäscheleine zu benutzen.

Heuchelei und kurzes Gedächtnis

Pünktlich zum 60.sten Tag von Pearl Harbour erscheint ein Film der diesen "Tag der Niederträchtigkeit" wieder in Bildern aufrollt. Nachdem es mit dem 11.9.2001 einen zweiten Tag der Niederträchtigkeit gibt, hier ein Einschub welche Probleme die USA mit ihrem kurzen Gedächtnis haben. Im Frühjahr 1941 setzen die USA Japan ein Ultimatum sich aus den seit Anfang der 30 er Jahren besetztem China zurückzuziehen und koppelten dies an Bedingungen die eine japanische Regierung nicht akzeptieren konnte, ohne ihr Gesicht zu verlieren. Dabei verhängten sie ein Embargo das Japan das besonders von Erdöl aus Amerika abhängig war, ins Mark traf. Japan wurde dabei praktisch gezwungen Niederländisch-Ostiniden mit seinen Öl, Kupfer, Erz und Kautschukvorkommen anzugreifen- den Freifahrtschein hatten sie im Achsenmächteabkommen von Hitler bekommen. Dummerweise hatten die USA im Oktober 1939 die Pazifikflotte nach Pearl Harbour verlegt - diese musste ausgeschaltet werden bevor man zu einer Invasion gehen konnte. So war ein Angriff auf Pearl Harbour unumgänglich. Die USA konnten den Code der Japaner entschlüsseln und wussten von einem Angriff Tage, bevor er stattfinden sollte, und vom konkreten Überfall immerhin einige Stunden vor dem Angriff - trotzdem wurde niemand in Alarmszustand versetzt. Roosevelt wollte die USA in den Krieg bringen, aber die öffentliche Meinung war dagegen. So opferte er die Schlachtflotte in Pearl Harbour um die Amerikaner in Kriegsstimmung zu bringen.

Dieses kurze Gedächtnis zeigte sich auch in den folgenden Jahren. Das grundlegende Problem bei allen Einmischungen in die Politik anderer Länder ist gewesen, das die USA nach der Maxime vorgingen "Meines Feindes Feind ist mein Freund". Die USA haben einmal Hussein im Krieg gegen den Iran unterstützt und sie haben auch die Taliban unterstützt, als es gegen die Sowjets ging. Auch die Nord-Front ist nur ein anderer islamischer Haufen, der in eroberten Gebieten schon mal 3000 Zivilisten über die Klinge springen ließ und sicher wird es mit dem Sieg einer Nord-Front auch keinen Frieden, geschweige denn Demokratie und Freiheit in Afghanistan geben. Noriega wurde unterstützt ,als er einen den USA nicht passendes Regime stürzen sollte. Als die USA dann erkannten dass er nicht besser war und die Unterstützung entzogen, wandte er sich Drogen, zu um Geld zu beschaffen. Das ganze endete dann in einer der vielen Invasionen der USA. Diesmal in Panama um den Verbrecher zu fassen und vor Gericht zu stellen- auch diesmal kam die Vorgeschichte nicht im Drogenprozess zu Sprache.

Dieses heuchlerische Vorgehen - man vergisst gerne die Vorgeschichte und sieht sich gerne als unschuldiges Opfer, ist den USA eigen. Auch die Taliban waren ihnen egal bis zum 11.9.2001. Dabei vergisst man gerne warum die Mudschaheddin 1978 den Krieg gegen die neue kommunistische Regierung führten, die schließlich zur Invasion der Sowjets führte. Diese wollte schlimme Dinge tun die man nach Ansicht dieser radikalen Islamisten nicht tun darf. Zitat eines Mudschaheddin Führers "Diese Leute wollten die Armut abschaffen, alle Leute - auch Frauen - gleich behandeln und jedem es ermöglichen Lesen und Schreiben zu lernen. Das ist gegen den Islam und daher mussten wir kämpfen". Wer bitte hier ist demokratisch und entspricht den amerikanischen Werten - Die Kommunisten oder die Mudschaheddin? Ein extremes Beispiel ist Hussein, Diktator des Irak. Er wurde in den achtziger Jahren unterstützt, weil er gegen den Iran kämpfte, dem damaligen Feind Amerikas. Als er Kuwait angriff, wo billiges Erdöl herkommt, war er dann die schlimme Geisel der Freiheit - obgleich Amerika noch wenige Jahre vorher Waffen geliefert hatte. Es kam zum Golfkrieg, der wie jeder Krieg den die Amis führen damit endet, das die Zivilbevölkerung unter einem Embargo leidet, Hussein aber noch fest im Sattel sitzt. (Originalzitat Madeleine Albright UN-Botschafterin und Außenministerin auf die Frage eines Journalisten was sie dazu meint, das im Irak zahlreiche Kinder an Hunger sterben "Das ist ein Opfer das man in Kauf nehmen muss". Nun soll es wieder einen Krieg gegen den Irak geben, diesmal vom Zaun gebrochen, weil man Hussein nun als Feind und Terrorist ansieht. Wieder mal wird es einen Krieg gegen ein Land und die Zivilisten geben, anstatt das die so tollen, hochtechnisierten USA mal wirklich nur Hussein ausschalten.

Kleines Detail am Rande: Die USA haben nach dem verlorenen zweiten Weltkrieg verboten, dass man die erste Strophe des Deutschlandliedes als Nationalhymne singt. Es geht in dieser Strophe um Deutschland in den Grenzen dies es hatte, als das Lied in der ersten Hälfte des 19.ten Jahrhunderts gedichtet wurde. Besonders störte der Refrain "Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt". Man befürchtete, dass dies die so dummen Deutschen wieder auf die Idee bringen würde, die alten Grenzen wieder herzustellen und dem Großmachtstreben Vorschub leisten würde. Nun ich finde das nicht schade, denn die dritte Strophe drückt ja viel mehr die Deutsche Geschichte mit Kleinstaaterei, Kriegen zwischen Deutschen und auch Perioden ohne Recht und Freiheit aus. Doch warum reformieren dann die USA nicht ihre eigene Nationalhymne? In der dreht es sich um eine Schlacht in der die Fahne im Wind weht. Es ist eine Hymne über Kriege und Nationalismus. Und dies in einem Land dass laufend Kriege führt. Gemäß ihrer eigenen Logik müssten die USA ihre Nationalhymne verbieten um diesem Treiben entgegen zu wirken und ihre Menschen umzuerziehen. Ich plädiere für John Lennons "All wie are sailing, so give Peace a chance" als neue amerikanische Nationalhymne....

Nach dem Untergang der UdSSR

Heute sind die USA die einzige Supermacht die es noch auf der Welt gibt. Sie sind das wirtschaftlich und militärisch stärkste Land auf der Welt. Das sind ideale Vorraussetzungen um weltweit das umzusetzen, was in ihrer Verfassung steht: Den Schutz der Menschenrechte, den Erhalt der Natur und das Streben nach Glück. Das sind nicht nur amerikanische Werte und wenn dieses Land wirklich das ist als das es sich darstellt, so müssten ab 1990 doch für die Welt bessere Zeiten anbrechen.

Doch es ist anders. Die USA stehen über und auch teilweise gegen den Rest der Welt. Sie stimmen nicht internationalen Vereinbarungen zu welche die Emission von Treibstoffgasen reduzieren sollen - um ihrer Industrie Kosten zu sparen. Sie führen Kriege, wenn ihre Interessen tangiert sind. Sie blockieren friedliche Lösungen im Nahost Konflikt mit einem Veto.

Ich denke vieles hat damit zu tun, das die USA nicht wirklich wissen wie Krieg ist. Sicher, sie führen Krieg. Werfen aus 5000 m Bomben auf einen Gegner ab der sich nicht wehren kann oder schießen aus Hubschraubern auf fliehende Soldaten. Wenn Sie besonders nett sind begraben sie auch irakische Soldaten lebend mit Baggern und Planierraupen in ihren Schützengräben. Aber sie kennen keinen Krieg auf der Verliererseite. Ein Krieg wie der zweite Weltkrieg der in Deutschland oder Russland Tote in jeder Familie gefordert hat. In dem Städte zerstört werden. Das kennen die Amerikaner nicht. Natürlich war der Anschlag auf das World Trade Center ein Schock, aber nicht vergleichbar dem was viele Mitteleuropäer im zweiten Weltkrieg und Vietnamesen und Koreaner durchgemacht haben.

Amerikanische Demokratie

Die Amis meinen ihr Staat wäre der Perfekte Staat, und alle sollten ihr System übernehmen. Doch Demokratie hat auch etwas mit Verantwortung zu tun. Man sollte nicht vergessen, dass auch mal die Nazis bei uns über 40 % der Stimmen bekommen haben. Eine Demokratie ist also nur so gut wie das Verantwortungsbewusstsein der Bevölkerung. Dieses ist in den USA nicht sehr ausgeprägt. Das fängt schon damit an wer dort wählt. Es sind nur die wenigsten. Selbst bei einer so bedeutenden Wahl wie der Abwahl des kalifornischen Gouverneurs Davis, als die Wahlbeteiligung von 8 auf 10 Millionen stieg. Bei einer Bevölkerung von 31 Millionen sind dies 47 % der Wahlberechtigten. Bei uns liegt die Beteiligung meist bei 80-90 % bei wichtigen Wahlen. Der größte Teil der Bevölkerung geht also nie wählen.

Arnold SchwarzeneggerWer wird dann gewählt? Nun nach der Wahl von Arnold Schwarzenegger zum kalifornischen Gouverneur habe ich daran keinen Zweifel: In den USA wird man dann gewählt wenn man prominent ist und nach Möglichkeit noch dämlicher als der Durchschnittsamerikaner. Diese traurige Wahrheit war ja schon mal ein Joke in einem Film. Zitat aus "Zurück in die Zukunft I": Nun sag mal "Junge aus der Zukunft": Wer ist 1985 Präsident? - Ronald Reagan! - Ronald Reagan? Der Schauspieler? Und wer ist Vizepräsident ? Jerry Lewis? Und John Wayne habt ihr wahrscheinlich zum Verteidigungsminister gemacht? Als John F. Kennedy Präsident wurde war er in Präsident der aussah wie ein Schauspieler, seit Reagan gibt es Schauspieler die so tun als wären sie Präsidenten...

Was qualifiziert Leute mit Schwarz/Weis Denken wie Reagan ("Reich des Bösen, Totrüsten bis zum Wirtschaftlichen Kollaps, Milliardengrab SDI Programm), George W. Bush (Marionettenpuppe der Ölindustrie und Kriegsverbrecher) oder Arnold Schwarzenegger (Schauspieler, aber bar jeder politischer Erfahrung) für diese hohen Ämter? Warum wählt jemand diese Leute, nur weil sie prominent sind? Würden Sie Gottschalk, Grönemeyer oder Mario Adorf zum Bundeskanzler wählen, nur weil sie prominent sind?

In Amerika kann jeder Trottel gewählt werden, weil die Amis selbst geistig sehr beschränkt sind. Würde dies nicht bedeuten, dass diese gewählten Simpel dann die größte Kriegsmaschinerie beherrschen wäre das ein Witz, so ist das ein Bedrohung für den Weltfrieden und auch des Klimas.

Was ist der Unterschied zwischen einer amerikanischen Regierung und einer Diktatur? Beide machen was sie wollen. In einigen Ländern der Welt geht es politisch verfolgten besser als normalen Strafgefangenen in den USA. Demokratie nutzt nur etwas wenn die Bevölkerung auch fähig ist demokratisch zu handeln. Das in den USA solche Kriegstreiber und Einfaltspinsel ohne Verantwortungsbewusstsein wie Reagan und G.W. Bush gewählt wurden zeigt auch wo die Ursache der Probleme liegt. Doch das ist Thema eines anderen Aufsatzes.

Amerikanische Werte und Wirklichkeit

Amerikaner haben eine andere Mentalität als wir Europäer. Sie halten sich für die besten, ihr Land für das größte und mächtigste der Welt. Ihre Demokratie ist die beste und ihr "American Way of life" besteht darin, dass jeder tun kann ohne sich über die Auswirkungen auf die Umwelt oder andere Völker Rücksicht zu nehmen. Manchmal habe ich wirklich das Gefühl, die Amis sind wie Kinder. Vielleicht braucht auch ein Volk erst eine gewisse Reife, ähnlich wir Menschen erwachsen werden müssen. Dies Werte vertreten sie jedoch auch in ihrer Politik und ihrer Bestrebung ihr Gesellschaftssystem zu exportieren (Die so genannte Globalisierung ist in Wirklichkeit eine globale Amerikanisierung). Damit aber gehen uns die Probleme die dadurch entstehen auch an. Die USA vertreten in ihren Augen hehre Werte. Die kämpfen Weltweit für Frieden, Demokratie, gegen Diktatoren und Terror. Sie sind völlig überrascht, das der Rest der Welt (Das sind die 97 % der Weltbevölkerung die von Ihnen gerne als lästiger "Rest" angesehen werden), ganz anders denkt. Also mal eine Gegenüberstellung von den Idealen und der US Politik

Demokratie

Die USA sehen sich als Wiege der Demokratie und sie kämpfen angeblich auch weltweit dafür. Was ist Demokratie? Demokratie ist Gleichberechtigung und nicht die Vormachtstellung eines einzelnen. Ist es demokratisch wenn die USA UN Resolutionen mit Veto blockieren können, und wenn andere Staaten nicht einen Krieg vom Zaun brechen wollen sie ankündigen ihn auch alleine zu führen? Ist es demokratisch wenn US Bürger nicht vor einen internationalen Gerichtshof gestellt werden können? Ist es demokratisch wenn man Verbündete schneidet, weil diese eine andere Meinung haben? Nein das sind die Allüren einer Supermacht, die nur ihren Willen durchsetzen will bei Freund und Feind. Demokratisch waren auch die zahlreichen Regimes nicht welche die USA nach dem zweiten Weltkrieg unterstützt haben. Hauptsache sie waren nicht kommunistisch. Die USA haben in Guatemala und Chile sogar zweimal demokratisch gewählte Regierungen durch Militärregimes stürzen lassen, weil diese zu weit "links" waren.

Seit man von den Misshandlungen bei irakischen Gefangenen und von den Zuständen auf dem US Stützpunkt Guantanamo Bay weiß ist auch klar, warum die USA die sich angeblich weltweit für Menschenrechte engagieren nicht dem internationalen Gerichtshof beigetreten sind: Wären sie dort Mitglied, dann würden jetzt dort Politiker und Militärangehörige angeklagt werden, weil die "Verhörmethoden" der USA sowohl gegen die Genfer Konventionen wie auch gegen die UN Charta verstoßen.

Frieden

Die USA kämpfen für den Frieden und die Freiheit weltweit. So sehen sich die USA selbst. Dabei haben die USA alleine in den letzten 20 Jahren 3 Kriege von sich aus (ohne UN Mandat) geführt. 1982 die Invasion von Grenada nachdem eine kommunistische Regierung ans Ruder kam. 1989 die Invasion Panamas um den Machthaber Noriega zu bekommen (der vorher von den USA unterstützt wurde, dann aber als es keine Gelder mehr gab mit Drogen dealte) und 1999 der NATO Krieg gegen Serbien. Ist dies Friedenspolitik oder die Demonstration einer Supermacht mit ihren Möglichkeiten Krieg überhall hin zu tragen wohin sie es wollen?

Menschenrechte

die USA treten für die Menschenrechte und vor allem die US Erweiterung den "amerikanischen Traum" ein. Aber nur wenn man sich vorbildlich verhält. Strafgefangene z.B. genießen in den USA keine Menschenrechte. Die Bedingungen in US Gefängnissen sind schlimmer als in manchen Diktaturen. Die USA haben auch nicht die UN Kinderrechtscharta ratifiziert (als einziges Land neben Somalia, das die Zeichnung verweigerte, weil das Beschneiden von Mädchen dann verboten wäre). Grund: In den USA können Kinder in einigen Bundesstaaten wie Erwachsene angeklagt werden. 1999 ging der Fall eines 11 Jährigen Jungens durch die Presse der wegen Mord an seine Schwester die beim spielen umkam zur Todesstrafe verurteilt werden sollte. Menschenrechte? Selbst in den USA gibt es die nicht für Jedermann.

Umwelt

Die USA sind stolz darauf das sie den Naturschutz in die Verfassung aufgenommen haben - zumindest solange es keine wirtschaftlichen Interessen gibt. Dann sind auch Naturreservate in den USA nicht sicher. Es werden Jahrhunderte alte Mammutbäume gefällt, Wälder kahl gerodet und natürlich brauchen die USA als Dreckschleuder Nummer 1 in der Welt nicht das Kyoto Protokoll ratifizieren, denn dann müssten die Amis die pro Kopf 2-3 mal so viel Energie verbrauchen wie ein Europäer, ja 25 % davon einsparen. Das ist gegen den "American Way of life". Dieser - wie könnte es anders sein lautet für nicht US Bürger "Ich kümmere mich nur um mich und andere sind mir scheiß egal!". Würde die ganze Welt so leben wie die Amis, so bräuchten wir 14 Stück davon...

Moral und Menschlichkeit

Auch in moralischen Dingen sind die Amerikaner vorbildlich. Sie vertreten nicht nur das beste System das es gibt, nein sie stellen auch hohe moralische Ansprüche. Zum Beispiel an die Verbündeten. Diese müssen 100 % loyal zu ihnen stehen, sonst werden sie ausgegrenzt wie Deutschland wenn es keinen Irakkrieg beginnen will. Oder zu Systemen die sie unterstützen. Auch diese müssen den hohen moralischen Anspruch genügen nicht für den Kommunismus zu sein. (Dürfen aber ansonsten diktatorisch und verbrecherisch sein). Vor allem aber sind sie selbst von so hoher Moral, das man ihre Aktionen nicht hinterfragen muss. Schon vor dem 9.11.2001 gab es das Wort "Terrorbomber" und das waren keine Passagierflugzeuge, sondern amerikanische Bomber die japanische und Deutsche Städte in Schutt und Asche legten und dabei über eine Million Menschen töteten. Nur Dummköpfe können annehmen, das die Amis als moralisch überlegene Macht gegen das Militär kämpfen, nein da so viele Deutsche Nazis sind, muss man diese bombardieren. Das gilt auch für die 160.000 getöteten Kinder unter 14 Jahren, denn diese sind ja schon als Nazis geboren worden! Und da die Koreaner in Nordkorea Kommunisten sind, diese ebenfalls, gleiches gilt natürlich für die Nordvietnamesen. Dazu kommen so menschenfreundliche Arten Krieg zu führen wie der Einsatz von dioxinversuchten Entlaubungsmitteln und Napalm in Vietnam und radioaktiv belasteten Urankernmunition und Bulldozern (die irakische Soldaten in den Schützengräben lebendig begruben) im Golfkrieg. Da die Amis das Recht und die Wahrheit auf ihrer Seite haben, müssen sie auch nicht vor einen internationalen Gerichtshof sich verantworten, denn sie lehnen diesen ab und stehen ja über der irdischen Gerechtigkeit.

Nach dem "neuen Europa" scheint Amerika ja auch einen neuen Gott zu haben. Denn Sie sind nun auf dem "Kreuzzug gegen den Terrorismus", ein "von Gott gesegnetes Land". Dass muss ein anderer Gott sein, denn in meiner Bibel steht "Liebe Deinen nächsten" und nichts von Krieg im Namen Gottes. Was unterscheidet eigentlich die Amerikaner, insbesondere jene im Bible-Belt noch von islamischen Fundamentalisten, die auch im "Namen Gottes" Krieg führen?

Heuchelei und Terrorismus

Was ist der Unterschied zwischen dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour und dem von Bush propagierten Irak Krieg? Es gibt keinen! Beides sind Präventivkriege. Im ersten Fall begonnen von Japan, um die USA im Pazifik zu schwächen um Länder zu besetzten die ihnen Kautschuk, Kupfer und vor allem Erdöl lieferten. Diese Rohstoffe wurden knapp, weil die USA ein Embargo verhängt haben. Japan hat den Krieg begonnen solange es noch einen Krieg führen konnte. Im Irak geht es auch um einen Präventivschlag um zu verhindern, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfügt, welche die USA zu tausenden haben. Im einen Fall ist es aber ein niederträchtiger Angriff, im anderen Fall ein Kampf gegen den Terrorismus.

Dabei sind die USA doch Experten im Terrorisieren. Sie haben im zweiten Weltkrieg in Deutschland durch "Terrorbomber" 600.000 Menschen getötet und Städte in Schutt und Asche gelegt. Natürlich mag man nun einwenden, dass auch Deutschland Städte bombardiert hat. Doch zum einen ist das die Argumentation von kleinen Kindern die man erwischt hat wenn sie was angestellt haben: "Aber der andere hat das doch auch gemacht". Dabei sollten doch gerade die USA einen Unterschied kennen zwischen dem Vorgehen einer Diktatur UN einer Demokratie. Zum anderen kann man das vielleicht noch auf die Engländer übertragen, aber auf die USA haben die Nazis nie Bomben abgeworfen, das haben die Japaner übrigens auch nicht, trotzdem hat man ihre Städte angegriffen und sogar Atombomben eingesetzt.

Die Amis sind nie für diese Kriegsverbrechen bestraft worden. Der Krieg gegen die Zivilbevölkerung ist sowohl nach der Genfer Konvention wie auch der Haager Landkriegsordnung definitiv ein Kriegsverbrechen. Wir Deutsche müssen zu Recht wegen dem Holocaust überlegen was wir tun und sagen. Doch die USA haben sich für ihre Kriegsverbrechen nie entschuldigt, sie haben sich ihr Verbrecherisches Vorgehen legalisiert. Sie haben die UN Charta so gestrickt dass sie ein Veto einlegen können, gegen sie kann man also keine Resolution verhängen. Und so ging es mit Terrorbombardierungen in Korea und Vietnam weiter. Heute schauen sie weg über Menschrechtsverletzungen in China und den Krieg Russlands in Tschetenien und reden vom Krieg gegen Staaten, die angeblich Terroristen unterstützen. Sich selbst reden sie heuchlerisch ein, für Frieden und Menschenrechte einzutreten und machen doch das Gegenteil. Was wird nach Irak kommen? Nord-Korea? Kuba? Warum nicht Nigeria, wo eine Militärdiktatur seit Jahren die Menschen unterdrückt und foltert? Warum nicht die Emirate um den persischen Golf, in denen Frauen gesteinigt werden wenn sie Ehebruch begannen haben und Scheichs absolutistisch regieren? Was ist der Unterschied zwischen diesen Diktaturen und denen in Nordkorea und dem Irak?

Was ist ein Terrorstaat? Meiner Meinung nach ist ein Staat der andere überfällt, Städte aus der Luft bombardiert, mit Dioxin versuchte Chemikalien großflächig ausbreitet oder Napalmbomben auf Hütten abwirft ein Terrorstaat. Amerika mag zwar eine Demokratie sein. Doch ihre Einwohner sind unfähig Politiker zu wählen die verantwortlich mit der Macht umgehen können. Anders kann man sich Präsidenten wie Nixon, Reagan und George W. Bush nicht erklären. Das beim neuen Irakkrieg England wieder dabei ist, die schon im Falklandkrieg wegen ein paar hauptsächlich von Schafen bewohnten Inseln nahe der Antarktis den Falklandkrieg begonnen haben dürfte nicht verwundern. Diese Querulanten sind auch in die europäische Union nur eingetreten, um jede gemeinsame Politik eines Europas zu stören

Die neue Weltordnung

George Dobble Yu Busch...wollen die USA unter George W. Bush einführen. In seinen Augen ist alles so einfach. Man bombardiert wie gehabt aus 20.000 m Höhe die irakische Armee, marschiert mal kurz ein und Hussein wird gestürzt und es kehrt Friede im Irak ein. Nicht nur im Irak, sondern auch in der ganzen Region, und das Palästinenserproblem wird auch gelöst. Irak wird zur Demokratie und alles ist Friede-Freude-Sonnenschein. Ich denke viel mehr Gedanken macht sich jemand der Worte wie "Achse des Bösen" benutzt sicher nicht. Ich denke jeder weiß, dass es nicht so sein wird. Deutschland wird ja gerne als Beispiel angebracht wie man durch Krieg die Demokratie einführt. Doch ist dies vergleichbar? Wir hatten schon vorher eine Demokratie und trotzdem dürfte die BRD erst nach 4 Jahren Besatzungszeit gegründet werden und die Bundeswehr wurde erst 11 Jahre nach dem Krieg geschaffen. So lange haben uns die Amis nicht getraut. Wollen sie auch im Irak 11 Jahre lang bleiben? Wohl sicher nicht! Und wird es wirklich auch Demokratie in den anderen arabischen Staaten geben? Wohl kaum, denn die Scheichs dürften sich nicht von den Amis absetzen lassen. Diese werden sich abgesichert haben denn sonst dürfte wohl kein einziger US Soldat seinen Fuß in Kuwait und Saudi Arabien setzen.

Bleibt noch das "Palästinenser-Problem". Es zeigt doch im Grunde wie ohnmächtig die USA sind. Israel ist der engste Verbündete in der Region und vollständig davon abhängig dass die USA ihnen Militärhilfe leisten und UNO Sanktionen durch Vetos verhindert. Trotzdem konnten die USA Israel in den letzten 50 Jahren nicht dazu bewegen echten Frieden mit den Palästinensern zu schließen oder auch nur einseitig die weitere Eskalation durch Einstellung des Siedlungsbaus und Einmarsch in angeblich autonome Gebiete der Palästinensern zu verhindern. Die USA sind also nicht fähig ihrem engsten Verbündeten Einhalt zu gebieten und wollen eine neue Weltordnung aufbauen? Das ist wie der Großwildjäger, der zwar mit seiner Büchse Elefanten erschießen kann aber nicht eine Katze dressieren. George W. Bush verwechselt militärische Stärke mit politischer Stärke.

Die Erfahrungen die wir in Europa gemacht haben, beweisen das Diktaturen vom Volk gestürzt werden. Sei es in Spanien, Portugal, Griechenland, der DDR, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, der Tschechoslowakei oder Polen. Aber das Volk muss es wollen und dazu bereit sein. Deutschland war es nach dem ersten Weltkrieg nicht, denn sonst wäre Hitler nie an die Macht gekommen. Wenn ich mir aber die Staaten ansehe die Amerika mit ihrem "Way of Democracy" beglücken möchten, dann sehe ich nicht, das große Teile der Bevölkerung eine Demokratie westlichen Stils wollen. Stattdessen gibt es dort starke islamistische Strömungen und in vielen Ländern sind nicht einmal die fundamentalsten Menschenrechte umgesetzt. (Gleichberechtigung der Frauen , Glaubensfreiheit?). Im schlimmsten Fall wird der Terrorismus zunehmen und neue Diktaturen in der Region entstehen weil die Demokratien dort auf tönernen Füssen stehen.

Kuba - ein Beispiel

fidel CastroWie weit die Kluft zwischen Wirklichkeit und den amerikanischen Idealen ist zeigt das Verhältnis zu Kuba. 1959 wurde der Diktator Baptista von Fidel Castro gestürzt. Eine Revolution die ihren Rückhalt in der Bevölkerung fand. Baptista war aber treuer Vasall der USA, unter ihm verarmte das Land während US Firmen große Teile der Bergbauproduktion, der Energiewirtschaft und der Ländereien an sich rissen. Eines der ersten Dinge die Fidel Castro machte war ein Agrarreformgesetz, das den Besitz von Land auf max. 400 Ha begrenzt - Damit wurden viele Pächter wieder zu Landbesitzer und der Agrarsektor erholte sich. Es war kein Schritt zur Kollektivierung denn noch heute sind die meisten Ländereien in Privatbesitz. Damit hatte er sich aber den Zorn der USA zugezogen, deren Firmen auch davon betroffen waren. Es kam 1960 zu einem ersten Boykott, der seitdem aufrecht erhalten wurde. Castro, ursprünglich nicht kommunistisch gesinnt suchte nun nach Partnern. Kuba war nach Baptistas Misswirtschaft von der Einfuhr an Erdöl und fast allen Industriegütern abhängig und diese kamen von den USA, umgekehrt gingen 90 % der Zuckerexporte an die USA. So suchte Castro Hilfe bei der Sowjetunion - denn woher sonst sollten die Güter kommen? Als Antwort gab es 1961 eine misslungene Invasion von Exilkubanern in der Schweinebucht die vom CIA geleitet wurde. Sie scheiterte. Castro wendet sich dann vollends zum Kommunismus zu und macht Kuba zur sozialistischen Republik.

Da trifft es sich gut, dass sich die Sowjetunion bedroht fühlt - Die USA stellen in Italien und in der Türkei Mittelstreckenraketen auf, denen die UdSSR nichts entgegenzusetzen haben. Man kommt auf die Idee, analog in Kuba, das gleiche zu machen wie die Amerikaner in der Türkei. Doch wenn zwei das gleiche tun ist es nicht immer gleich. Wie kann man Raketen in Lateinamerika stationieren? Das ist doch praktisch schon US Gebiet, nur genießen die Staaten da noch etwas lockere Zügel! Die US Politik sieht nicht, das es nichts anderes ist als was sie selbst in der Türkei betreibt, vielleicht weil nie ein Feind direkt die USA bedrohen konnte. Es kommt zur Kuba Krise die mit einem Einlenken von Chruschtschow endet - Im Gegenzug verschwinden auch die Raketen aus der Türkei. Kuba hat es nichts genutzt, denn nun kommt das totale Embargo, das seit 1962 besteht. Doch was hat es in den letzten 40 Jahren geändert? Kuba ist verarmt. Die Bevölkerung leidet Not. Aber das interessiert die USA nicht, obgleich Sie inzwischen sich prächtig mit anderen Kommunistischen Staaten verstehen, z.B. mit China, das weitaus weniger liberal als Kuba ist. Aber dort kann man ja auch Geld verdienen und China hat nicht die USA beleidigt....

Was hat es gebracht? Fidel Castro wurde von einem Freiheitskämpfer der nur an Kuba dachte, zu einem Kommunisten. Das Land ist verarmt, aber immer noch kommunistisch regiert. Dabei stand die Bevölkerung hinter Castro, setzte er am Anfang das um, was die USA so gerne als amerikanische Werte bezeichnet - Das Streben nach Glück, Freiheit und Gleichberechtigung. Kurzum: Die USA haben es kräftig versaut.


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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