Bernd Leitenbergers Blog

Vorschläge für die PR-Abteilung der ISS

Was nimmt man in der Öffentlichkeit von der ISS wahr? Eigentlich nichts. Und ich meine damit nicht die Hauptnachrichten sondern durchaus die spezialisierten Portale. Was man dort vermerkt, ist das eine neue Besatzung startet, oder ankoppelt oder landet, eventuell auch dasselbe bei einem Transporter? Doch was machen die Leute dort? Bei unbemannten Missionen erfährt man etwas von den Ergebnissen die sie bringen, bei der ISS sind diese Mangelware. Wenn, dann gibt es schöne Bilder von der Erde, die aber auch ein Satellit schießen könnte. Auch als ich für mein Buch recherchierte, hatte ich nicht den Eindruck, dass man sich viel Mühe gab die Forschungstätigkeit darzustellen. Bei jedem Satelliten und jeder Sonde findet man eine ausführliche Beschreibung der Experimente, ihrer Funktionsweise und technischen Daten. Bei der ISS immerhin noch bei der ESA eine allgemeine Beschreibung was in welchen Racks eingebaut wird, aber schon nicht mehr zu Experimentniveau herunter. Bei JAXA und NASA ist da schon nichts mehr zu finden. Mehr noch, als ich das Buch schrieb hatte die NASA den Großteil ihrer Racks an Unis abgetreten und nutzte auch nicht die ihr zustehenden in Columbus und Kibo, was zu dem Paradoxon führte, dass die kleine ESA eigene Racks im US-Labor betrieb, während ihr eigentlich nur die Hälfte ihrer eigenen Racks zustand.

Wie jeder außer fanatischen ISS-Anhängern, weiß, geht es bei der ISS nicht um Forschung, sondern um Prestige. Dafür ist es aber wichtig präsent zu sein und mit der derzeitigen ISS ist man das nicht. Was man braucht sind spektakuläre Bilder von den Astronauten und der ISS. Wie bekommt man die? Nun so wie es bisher läuft ist das „suboptimal“. Schwebende Astronauten sind in den Modulen kaum möglich. Es bleibt in ihnen nur in der Mittel eine 2 m großer Gang frei – genug um sich dort zu postieren oder zu drehen, aber so Kunststücke wie das „Indy 500“ genannte Rennen über die Wasserkanister von Skylab (durch die Zentrifugalkraft konnten die Astronauten da laufen) kann es nicht geben. Und wenn man die ISS von außen sieht, dann klein und gegen das All, Diktiert dadurch, dass alle Transporter und Raumschiffe von unten her sich nähern und Astronauten in der Endphase keine Fotos machen können.

Also mein Vorschlag, ein kleiner und ein Großer: Der kleine: Baut einen Minisatelliten, den ich mal „ISS-Spector“ nenne. Er ist sehr klein, wiegt nur etwa 10 kg und ist auch sehr preiswert. Er besteht aus einem kleinen Kubus. Die einzige Ausrüstung ist eine hochauflösende Video- und Fotokamera mit Zoomobjektiv. Um die Konstruktion zu erleichtern, ist sie in einem luftgefüllten Gehäuse angebracht. Dazukommt ein Sender/Empfänger für die Bilder/Videos und die Kommandos. Sender an Bord der ISS ist eine Modellbausteuerung über die der ISS-Pector direkt gesteuert wird. Der Antrieb ist eine kleine Stickstoffdruckgasflasche angeschlossen an kleine Düsen. Er wird durch eine Luftschleuse ausgesetzt und kann die ISS dann einige Stunden lang umkreisen. Er kann sie aufnehmen, was nicht nur spektakuläre Fotos ermöglicht, sondern wie der Name auch ausdrückt Inspektionen. Bei EVA kann er die Astronauten außen filmen (Super Bilder!) und unterstützen z.B. eine zweite Sicht vermitteln. Nach beendeter Mission wird er zurück zur Luftschleuse gebracht, geborgen und die Druckgasflasche durch eine neue ausgewechselt und der Akku aufgeladen. Er kann eine wechselbare Speicherklarte oder SSD besitzen wo er mehr Material oder in höhere Auflösung ablegen kann, das nicht gesandt werden kann.

So was müsste schnell gebaut werden können. Weder ist komplizierte Technik gefordert, noch eine lange Betriebsdauer im Weltraum. Der P&R und Ingenieurstechnische Nutzung ist aber enorm.

Das zweite ist etwas komplizierter. Man braucht ein Modul das genügend Platz für schwebende Astronauten bietet. Die folgerichtige WEahl müsste ein Modul von Bigelow sein. Wenn sie nur das Transhab der NASA nachbauen können würde dies bei Transhab ein Volumen von 342 m³ haben, bei einem Innendurchmesser von 6,70 m, also so groß wie der OWS von Skylab. Das Transhabmodul wog als Hülle nur 5,4 t. Eine voll ausgebaute Bigewlow 330 Station 20 bis 23 t. Wenn man nur die Hülle braucht, dazu noch einen Adapter zum Ankoppeln, dann könnte man die Struktur mit einem der ISS Transporter in den Nahbereich der ISS bringen und dort an die ISS ankoppeln. Das wäre viel sinnvoller als die derzeit geplante Technologiedemo von Bigelow und es würde sensationelle Bilder versprechen oder es könnten dort wie bei Skylab Unterrichtsfilme über physikalische Phänomene gedreht werden. Einen Innenausbau braucht man nicht, das spart Kosten und Gewicht und bietet als Vorteil mehr unsegmentierten Raum. Denkbar wäre eine Befestigungsmöglichkeit für Kabinen an der Wand um den raum so für dei Besatzung als Schlafkabinen oder Ruheraum nutzbar zu machen.,

De Fakto würde man so die ISS sinnvoll erweitern. Bigelow bekäme die Chance ihr Konzept umzusetzen und zu validieren und die NASA würde durch die Einbeziehung von Bigelow Geld sparen. Nur wird beides nie gebaut werden, denn beide Projekte verletzten das alleroberste ISS Gesetz: „Kein mit der ISS verbundenes Projekt darf preiswert oder nützlich sein oder einen Erkenntnisgewinn versprechen“. Für die NASA ist nämlich die ISS was Griechenland und Cypern für die EU sind: eine gigantische Geldvernichtungsmaschine.

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